Christuskirche Karlsruhe
Ich bin etwas in Verzug mit meiner Zeitschriftenlektüre und stolpere gerade über den Artikel über die o. g. Orgel in Organ. Zwei Dinge fallen mir besonders auf, worüber ich interessiert wäre zu lesen/hören, ob jemand hier Erfahrungen damit gemacht hat oder Auskunft geben kann:
Die Orgel ist ja im Jahr 2010 reorganisiert und erweitert worden. Dabei hat die Orgel auch eine neue Spielanlage erhalten, mit vielen neuen elektrischen Koppeln. Darunter befindet sich auch eine "Hyperkoppel", mit der das neue romantische "Hauptwerk B" wohl in 2'-Lage an das Pedal gekoppelt werden kann. Nun ist das Pedal dieser Orgel ja mit 19 Registern nicht gerade knauserig besetzt, wo liegt also der praktische Nutzen für eine solche Hyperkoppel?
Außerdem ist unter den Koppeln als letztes Register ein "Sarrussophon 16'" aufgeführt, mit dem Zusatz "(Rohrschalmey)". - Eine Rohrschalmey 8' (keine orgelbewegte, nein, eine im Jahr 2010 neu gebaute!) steht ja im neuen Echowerk. Ist das Sarrussophon 16' eine Transmission der Rohrschalmey ins Pedal? Oder wie ist diese Nennung unter den Koppeln zu verstehen? Die übrigen Transmissionen tauchen "an Ort und Stelle" in der Pedaldisposition auf...
Kann jemand Infos geben?
Besten Dank!
LG
Jörg
Christuskirche Karlsruhe
Die Orgel ist ja im Jahr 2010 reorganisiert und erweitert worden. Dabei hat die Orgel auch eine neue Spielanlage erhalten, mit vielen neuen elektrischen Koppeln. Darunter befindet sich auch eine "Hyperkoppel", mit der das neue romantische "Hauptwerk B" wohl in 2'-Lage an das Pedal gekoppelt werden kann. Nun ist das Pedal dieser Orgel ja mit 19 Registern nicht gerade knauserig besetzt, wo liegt also der praktische Nutzen für eine solche Hyperkoppel?
Laut Artikel in Ars Organi 4/2010 handelt es sich um eine Doppeloktav-Koppel, also werden, wenn ich es richtig auffasse, die Register vom Hauptwerk B in 8'- und 4'-Lage an das Pedal gekoppelt.
Außerdem ist unter den Koppeln als letztes Register ein "Sarrussophon 16'" aufgeführt, mit dem Zusatz "(Rohrschalmey)". - Eine Rohrschalmey 8' (keine orgelbewegte, nein, eine im Jahr 2010 neu gebaute!) steht ja im neuen Echowerk. Ist das Sarrussophon 16' eine Transmission der Rohrschalmey ins Pedal? Oder wie ist diese Nennung unter den Koppeln zu verstehen? Die übrigen Transmissionen tauchen "an Ort und Stelle" in der Pedaldisposition auf...
Das Sarrusophon 16' ergibt sich, wenn man die Suboktavkoppel IV B/P und Rohrschalmey 8' zieht; diese hat nämlich eine ausgebaute Kontraoktave.
Ob dieses Register wohl so ähnlich klingt? ;-)
Gruß, Florian
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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Christuskirche Karlsruhe
Ich bin etwas in Verzug mit meiner Zeitschriftenlektüre und stolpere gerade über den Artikel über die o. g. Orgel in Organ. Zwei Dinge fallen mir besonders auf, worüber ich interessiert wäre zu lesen/hören, ob jemand hier Erfahrungen damit gemacht hat oder Auskunft geben kann:
Die Orgel ist ja im Jahr 2010 reorganisiert und erweitert worden. Dabei hat die Orgel auch eine neue Spielanlage erhalten, mit vielen neuen elektrischen Koppeln. Darunter befindet sich auch eine "Hyperkoppel", mit der das neue romantische "Hauptwerk B" wohl in 2'-Lage an das Pedal gekoppelt werden kann. Nun ist das Pedal dieser Orgel ja mit 19 Registern nicht gerade knauserig besetzt, wo liegt also der praktische Nutzen für eine solche Hyperkoppel?
Außerdem ist unter den Koppeln als letztes Register ein "Sarrussophon 16'" aufgeführt, mit dem Zusatz "(Rohrschalmey)". - Eine Rohrschalmey 8' (keine orgelbewegte, nein, eine im Jahr 2010 neu gebaute!) steht ja im neuen Echowerk. Ist das Sarrussophon 16' eine Transmission der Rohrschalmey ins Pedal? Oder wie ist diese Nennung unter den Koppeln zu verstehen? Die übrigen Transmissionen tauchen "an Ort und Stelle" in der Pedaldisposition auf...
Kann jemand Infos geben?
Besten Dank!
LG
Jörg
Hallo Jörg, ich war im Oktober für eine Stunde an der Orgel, besser gesagt war Carsten Wiebusch eine Stunde mit mir an der Orgel, sehr freundlich und informativ.
Die Hyperkoppel bringt schon deutlich mehr, als sie wahrscheinlich kostet:
Sie erlaubt Melodiespiel (also echte Sopranlagen - Gruß an Friedrich!!) mit den "fetten" Registern des HW B, derartige hat das Pedal trotz seines Reichtums nicht selbst (an den Charakter der dortigen "Bauernflöte" kann ich mich nicht erinnern, dürfte aber von dem der oktavierten Fl. harmonique doch abweichen...).
@Florian: Nee, das glaube ich nicht. Meine Festschrift liegt leider zuhause, aber ich denke doch, dass es "nur" eine 2'-Koppel ist.
Das Sarrusophon ist die Rohrschalmey mit ausgebauter Unteroktave.
Die Rohrschalmey hat wirklich etwas. Dieses Register wird noch Auferstehung feiern als gute Lösung, wenn man statt zwei oder drei Zungen nur eine unterbringen oder bezahlen kann. Ein bißchen Krummhorn, ein bißchen Oboe, ein bißchen Dulzian, ein bißchen Cor anglais.... Einige werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen - naja, das alte Thema von "universal oder spezialisiert".
Nachtrag: Aufgrund der für mich nicht so inspirierender Akustik hat mich die Orgel nicht so begeistert wie Hamburg-Michaelis, von Ansatz und Ausführung her und auch von der optischen Gestaltung finde ich das Projekt aber sehr gelungen. C. Wiebusch hat hier einerseits sich selbst ein ideales Gerät verschafft, und trotzdem nicht ein Vorgängerinstrument geopfert, da es nur wenig verändert weiter zur Verfügung steht. Dieses Problem, dass zumal in Städten prägende Organisten die Orgelsituation im 20-Jahres-Rhythmus umgraben, ist hier elegant gelöst worden, zumal auf eine spezialisierte Stilistik verzichtet wurde und universelle Musiker dann universell schön Musik drauf machen können - auch nach dem nächsten Modewechsel.