Warum...

OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 10:00 (vor 5039 Tagen)

...werden wir eigentlich immer wieder mit Rundfunkgottesdiensten - beider Konfessionen - gequält, in denen Pfarrer auftreten, die nicht predigen können, Chöre, die nicht singen können und Organisten, die mit ihrem unsäglichen Geschwurbel und Gedudel keine C-Prüfung bestehen dürften?? Mal so ganz allgemein auf dieses Sendeformat in Radio und Fernsehen bezogen in die Runde gefragt.

Gut, der Pfarrer heut im DLF war nicht so schlecht. Und das Orgelnachspiel war bemüht hübsch. Aber diese sogenannten Improvisationen und Liedintonationen... Herrje... Und haben Kirchenchöre eigentlich einen vorwiegend beschäftigungstherapeutischen Ansatz, oder auch einen musikalischen?

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 10:22 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Gibts denn vielleicht auch einen passenden Link dazu?

Warum...

fluteceleste @, München, Sonntag, 06. Januar 2013, 10:32 (vor 5039 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von fluteceleste, Sonntag, 06. Januar 2013, 10:40

Die Aufzeichnung ist soeben online gestellt worden, hier der Link.
Ich habs noch nicht gesehen, aber laut orgbase steht ja in der Kirche eine Meierin..da geht ja dem geneigten Forumsmitglied sowieso das Messer in der Tasche auf, oder etwa nicht? :-)
Als "Positivbeispiel" aber hier noch ein Link zum Neujahrsgottesdienst aus der Frauenkirche Dresden. (Wobei ich die Bläser als recht scharf und übertrieben dominant empfand-könnte auch an der Aufnahme liegen.)
Im Übrign bin ich aber trotzdem froh, dass wir wenigstens ab und zu liturgische Orgelmusik im Fernsehen zu sehen und zu hören kriegen.

Warum...

OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 10:48 (vor 5039 Tagen) @ fluteceleste

Die Aufzeichnung ist soeben online gestellt worden, hier der Link.


Nein, ich hatte mich - wie ich auch geschrieben hatte ("DLF") - auf die heutige Radio-Übertragung im Deutschlandfunk bezogen, irgendwo aus dem Süd-Westen unserer Republik. Dies allerdings nur als Anlass für die entsprechende Verallgemeinerung.

Warum...

fluteceleste @, München, Sonntag, 06. Januar 2013, 11:00 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

oh, das hatte ich überlesen, aber irgendwie passt es ja doch zur Thematik..
Der DLF Gottesdienst war:
Übertragung aus der Pfarrkirche Zur Heiligen Familie in Marbach am Neckar

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 17:41 (vor 5039 Tagen) @ fluteceleste

Mich ärgert bei diesen Fernsehgottesdiensten meistens, daß die Organisten ihre Instrumente nie voll ausspielen oder mal etwas mehr Vielfalt beim Registrieren vorführen. Ich meine, wann, wenn nicht zu so einem Anlaß? Die Bude ist voll, es sind meistens Chöre dabei ...

Wenn man mal wieder in das alte Klagelied "Wozu bezahlt man eigentlich Aliquoten und Zungenstimmen?" einstimmen möchte: Fernsehgottesdienste sind meistens der perfekte Anlass.
Für eine "Fernsehgottesdienstorgel" reichen eigentlich Prinzipalchor ohne Mixtur, Flöte und Nasat, Streicher (wenn katholisch) und meinetwegen noch Subbass und Pedalposaune vollkommen aus. Und dann fragt man sich jedesmal, ob das im "Alltag" auch so läuft ... obwohl man die Antwort schon nur zu gut kennt.


Und dann wundert man sich, wenn der Fernsehzuschauer solches Gesäusel für den state of the art der Orgelmusik hält.

Vielleicht sollte man man eine Art "Registrierungskommission" gründen ;-)

Warum...

Schreipositiv @, Wetter, Sonntag, 06. Januar 2013, 18:10 (vor 5039 Tagen) @ Poupoulcorouse

Wenn man mal wieder in das alte Klagelied "Wozu bezahlt man eigentlich Aliquoten und Zungenstimmen?" einstimmen möchte: Fernsehgottesdienste sind meistens der perfekte Anlass.
Für eine "Fernsehgottesdienstorgel" reichen eigentlich Prinzipalchor ohne Mixtur, Flöte und Nasat, Streicher (wenn katholisch) und meinetwegen noch Subbass und Pedalposaune vollkommen aus. Und dann fragt man sich jedesmal, ob das im "Alltag" auch so läuft ... obwohl man die Antwort schon nur zu gut kennt.

Sei froh das immer so sparsam registriert wird. Du willst nämlich nicht wissen, was Flachbildschirme mit ihrem fehlenden Volumen und Wimmerboxen aus einem Mixturplenum machen. Da erscheind selbst eine hoch romantische Orgel wie eine Neobarocke Schreiorgel. Ohne externes Soundsystem kann man sich sowas nicht anhören.

Gruß,
Pascal

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 18:13 (vor 5039 Tagen) @ Schreipositiv

Wofür gibts denn moderne Tontechnik? Das kann man alles gut hörbar wiedergeben, ohne daß der Organist registrieren muss, als hätte er nur den Registerfundus einer hochromantischen Dorfkirchenorgel parat.

Manchmal bekommt man den Eindruck, daß die Gemeindebegleitung genau in dieser orgelhistorischen Phase steckengeblieben ist. Dementsprechend baut man heute ja auch vielerorten und verkauft das Ergebnis dann als "den Erfordernissen der Gemeindebegleitung entsprechend" ;-)


Aber über das Mitsing-Aberziehen durch zu zurückhaltende oder eintönige Begleitung haben wir uns hier ja schon oft genug gestritten.

Warum...

Schreipositiv @, Wetter, Sonntag, 06. Januar 2013, 18:17 (vor 5039 Tagen) @ Poupoulcorouse

Wofür gibts denn moderne Tontechnik?

Was bringt eine super Tontechnik wenn die Boxen am Empfangsgerät nichts taugen?

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 18:22 (vor 5039 Tagen) @ Schreipositiv

Ich denke nicht, daß abwechslungsreiche Orgelmusik im Medium Fernsehen an sowas scheitern sollte :)

Warum...

tombecher @, Saarbrücken, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:37 (vor 5039 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von tombecher, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:53

Hallo,

hier ging es wohl um eine Rundfunk-Übertragung, nicht um einen Fernsehgottesdienst.
Da die Rundfunkgottesdienste i.d.R. von den Kirchenredaktionen geplant werden (und nicht etwa von Musikredakteuren) ist das Kind natürlich meist mit der Auswahl des Übertragungsortes bereits im Brunnen...
Da kann der Toningenieur dann ggf. vor Ort sehen, wie er aus Sch... Gold machen kann, was i.d.R. nur sehr begrenzt gelingt... (Ein Mischpult ist eben keine Kläranlage!). Es gibt natürlich auch viele positive Beispiele, aber die Redaktionen wollen eben gerade auch "in der Fläche" präsent sein und nicht nur aus Hauptkirchen, wo entsprechend geschultes musikalisches Personal zur Verfügung steht, übertragen. Und verbiete mal einem Pfarrer, der sich zu einer Live-Übertragung aus seiner Kirche bereit erklärt hat, dass SEIN Kirchenchor singt und SEIN angestammter Organist die Begleitung übernimmt oder SEINE Jugendband auftritt... Da spielen ganz andere Dinge eine Rolle, bei einem solchen "Event" (man muss es so sagen, denn vor Ort wird das oft so gesehen) will natürlich jeder musikalisch Aktive dabei sein, ist ja auch absolut nachvollziehbar. Soviel aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung mit solchen Übertragungen.

Bei Fernsehgottesdiensten sieht es oft noch viel schlimmer aus, denn hier ist der (Fernseh-)Regisseur eigentlich genauso mächtig wie der Pfarrer. Kann man bei Rundfunkgottesdiensten i.d.R. wenigstens noch gescheit mikrofonieren, werden hier Mikrofone, die man im Bild sieht, nur in Ausnahmefällen geduldet. Der Sound der so zustande kommt ist daher oftmals nur der beste Kompromiss aus begrenzter Probenzeit und suboptimaler Mikrofonierung... Ganz abgesehen davon kann auch nicht jeder Toningenieur gleich gut mit Orgel- bzw. Kirchenmusik im Allgemeinen umgehen, schon gar nicht unter solchen Rahmenbedingungen... Die quäkigen Lautsprecher im heimischen TV machen dem Ganzen dann oft endgültig den Garaus.

Wer also auf hochwertige Musik am Sonntagmorgen Wert legt, der sollte vielleicht lieber auf die Bachkantate ausweichen, die bei vielen (Kultur-)Sendern ebenfalls zum Standardrepertoire am Sonntagmorgen gehört... ;-)

Viele Grüße,
Thomas

Warum...

Phys, Mittwoch, 09. Januar 2013, 09:27 (vor 5036 Tagen) @ Schreipositiv

Sei froh das immer so sparsam registriert wird. Du willst nämlich nicht wissen, was Flachbildschirme mit ihrem fehlenden Volumen und Wimmerboxen aus einem Mixturplenum machen. Da erscheind selbst eine hoch romantische Orgel wie eine Neobarocke Schreiorgel. Ohne externes Soundsystem kann man sich sowas nicht anhören.

Daß viele Fernseher eine miserable Tonwiedergabe haben, ist meines Erachtens kein Grund, die gesendete Musik auf diese hin zuzuschneiden. Wer Wert auf guten Klang legt, wird sich eine entsprechende Anlage zulegen (wenn er es kann - sonst aber wissen, daß es wegen seines Gerätes schlecht klingt). Und für dieses interessierte Publikum sollte der Sender dann auch etwas bieten, wenn die Möglichkeiten an Orgel, Organist und Aufzeichnungstechnik sowieso gegeben sind.

Wem aber noch nie aufgefallen ist, daß sein Fernseher schlechter klingt als live, für den ist dann auch egal, ob die Orgel hochromantisch oder neobarock klingt. ;-)

Warum...

chp, Sonntag, 06. Januar 2013, 12:19 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Hallo,

...werden wir eigentlich immer wieder mit Rundfunkgottesdiensten - beider Konfessionen - gequält, in denen Pfarrer auftreten, die nicht predigen können, Chöre, die nicht singen können und Organisten, die mit ihrem unsäglichen Geschwurbel und Gedudel keine C-Prüfung bestehen dürften?? Mal so ganz allgemein auf dieses Sendeformat in Radio und Fernsehen bezogen in die Runde gefragt.

unser Gemeinde war nach irgendeinem Plan in den vergangenen Jahren 1 oder 2x für einen Rundfunkgottesdienst (DLF oder DLR) ausgewählt. Da ging es nicht um die Predigtkompetenz des Pastors und die kirchenmusikalischen Qualitäten, sondern eher darum, dass für Deutsche im Ausland ein bunter Querschnitt von Gemeinden über die Republik prüsentiert wird.

Vor dem Gottesdienst wurde übrigens bis auf die Sekunde genau festgelegt, wie lange welches Gebet, Lied und Musikstück dauern darf. Während des Gottesdienstes hat die Regie das dauernd überwacht. Also, das wurde wirklich alles exakt festgelegt, auch die Predigt musste, soweit ich weiß, vorher abgegeben werden. Die Details des Orgelspiels war den Rundfunkleuten aber egal, die Hauptsache, die Zeiten wurden eingehalten.

Nach dem Gottesdienst konnte dann angerufen werden. Es gab tatsächlich über 2, 3 Stunden eine ganze Reihe von Anrufen, die sich aber alle nicht auf die Musik oder die Orgel bezogen, sondern teilweise auf die Predigt, vor allem aber auf die Gemeinde und deren Besonderheiten (Lage, Finanzen...).

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Warum...

JSBach @, Aachen, Sonntag, 06. Januar 2013, 12:25 (vor 5039 Tagen) @ chp

ich find diese Fernsehgottesdienste grausig... alles bis aufs kleinste Detail geplant und vorallem jedesmal (ich würde meine Orgel drauf verwetten) wird das Nachspiel gnadenlos abgewürgt...Kann man nicht einfach ein bisschen mehr Zeit einplanen und dann anschließend entsprechend mehr oder weniger Lückenfüller oder irgendwas einspielen...

Warum...

3rd_astronaut, Sonntag, 06. Januar 2013, 15:39 (vor 5039 Tagen) @ JSBach

ich find diese Fernsehgottesdienste grausig... alles bis aufs kleinste Detail geplant und vorallem jedesmal (ich würde meine Orgel drauf verwetten) wird das Nachspiel gnadenlos abgewürgt...Kann man nicht einfach ein bisschen mehr Zeit einplanen und dann anschließend entsprechend mehr oder weniger Lückenfüller oder irgendwas einspielen...

Das mit dem Nachspiel hatten wir kürzlich hier... Aus demselben Grund werden inzwischen auch in den Öff.-Rechtl. die Filmabspänne weggeschnitten: Bei einer "Pause" schalten die Leute um oder aus. Beides mögen die Sender nicht (obwohl es den Öff.-Rechtl. egal sein könnte und manchmal sollte).

Warum...

chp, Sonntag, 06. Januar 2013, 16:25 (vor 5039 Tagen) @ 3rd_astronaut

Hallo,

Das mit dem Nachspiel hatten wir kürzlich hier... Aus demselben Grund werden inzwischen auch in den Öff.-Rechtl. die Filmabspänne weggeschnitten: Bei einer "Pause" schalten die Leute um oder aus. Beides mögen die Sender nicht (obwohl es den Öff.-Rechtl. egal sein könnte und manchmal sollte).

dann dürfte ja keiner mehr Privatfernsehen gucken bei den ständigen Pausen...
Nein, klar, es geht darum, dass nach einer Sendung die nächste sofort anschließen muss. Anspruchsvollere Musik müsste man dann vielleicht zu Beginn oder zur Kommunion bringen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Warum...

OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 17:20 (vor 5039 Tagen) @ chp
bearbeitet von OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 17:31

dann dürfte ja keiner mehr Privatfernsehen gucken bei den ständigen Pausen...
Nein, klar, es geht darum, dass nach einer Sendung die nächste sofort anschließen muss. Anspruchsvollere Musik müsste man dann vielleicht zu Beginn oder zur Kommunion bringen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Was heisst anspruchsvolle Musik?

Ich wäre ehrlich gesagt schon froh, wenn zu Beginn oder zur Kommunion einfach mal regelhaft Musik dargeboten würde und nicht ein wirres Sammelsuri von irgendwelchen mehr oder weniger getroffenen Tönen nichtmal biederer Art und Güte.

Zu Beginn kommt meist ein Kadenzengewürge im Mixturenplenum mit Pedalposaune und zur Kommunion dann irgendein hirnloses Gedudel, Hauptsache der Tremulant ist gezogen.

Wenn man nicht improvisieren kann, dann übt man halt irgend ein nettes, machbares, kleines, einfaches Präludium oder Choralvorspiel und trägt es bitte möglichst fehlerfrei, vielleicht sogar musikalisch oder gar musikantisch vor. Es gibt auch kurze rundfunkgerechte Kompositionen in 01:30, 01:00 oder 00:30. Und auch einfache Musik kann schön sein. Nicht hohes Können vermisse ich, sondern die Einstellung zur Kirchenmusik bei jenen. Dass sie es dabei bewenden lassen, wenn das Ding irgendwelche Töne von sich gibt.

Das sind dann die Momente, wo ich mich für die Orgelmusik insgesamt schäme. Weil das genau das Bild abgibt, das die uninteressierte Öffentlichkeit und auch so mancher Pfarrer von Orgelmusik verallgemeinernd haben muss. Gebt doch mal "Organ Music" bei Youtube ein. Vieles davon hat uns hier ja schon amüsiert, aber eigentlich ist das ganz ganz tragisch.

Wer soll da schon neugierig auf große Konzerte sein? Da gehen dann eben nur die hin, die zuweilen dann doch mit was Ordentlichem in Berührung gekommen sind und sich von den Murksern dieser Welt nicht haben abschrecken lassen.

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 15:40 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Es gibt allerdings auch Positivbeispiele.

Ich war bei der Aufzeichnung der TV-Christvesper in der Wuppertaler Immanuelskirche und da wurde kirchenmusikalisch hohes Niveau geboten.

Warum...

chp, Sonntag, 06. Januar 2013, 16:29 (vor 5039 Tagen) @ Poupoulcorouse

Hallo,

Ich war bei der Aufzeichnung der TV-Christvesper in der Wuppertaler Immanuelskirche und da wurde kirchenmusikalisch hohes Niveau geboten.

hier im Ort bei einem evangel. Gottesdienst für das ZDF auch. Der wurde aber aufgezeichnet und war nicht live. Dafür konnte eine auch missglücke Strophe einer Kantate wiederholt und passend geschnitten werden, wo der Chor zunächst daneben lag.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 16:33 (vor 5039 Tagen) @ chp

Die Wuppertaler Christvesper wurde ebenfalls aufgezeichnet. Da brauchte es aber auch nur einen Anlauf.

Ist das nicht ohnehin Usus, daß solche TV-Gottesdienste aufgezeichnet werden?

Warum...

Orlos, Sonntag, 06. Januar 2013, 17:31 (vor 5039 Tagen) @ Poupoulcorouse

Nein, die "normalen" Gottesdienste sonntags um 10 Uhr sind im ZDF immer live. Ich hatte ja im Jahr 2011 in Eltville das "Vergnügen", da war die Predigt aber ganz in Ordnung. Musikalisch ist nicht viel möglich, da nur 44 Minuten zur Verfügung standen. Es gab aber einen katholischen Gottesdienst aus Weimar mit der neuen "Liszt-Orgel", da wurde viel Literaturspiel geboten, ich fand das ganz überzeugend. Aber oft gibt es tatsächlich nur putzige Chöre oder Blockflöten-Ensembles. Naja, was die Gemeinde eben zu "bieten" hat.

Warum...

hinterSatz ⌂ @, Köln, Sonntag, 06. Januar 2013, 17:44 (vor 5039 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von hinterSatz, Sonntag, 06. Januar 2013, 17:47

..so ganz anbei bemerkt handelt es sich ja auch um Gottesdienste, wobei die Kirche die Online-Gläubgen ja als "Besucher" auch mitzählt, und nicht um eine Musikveranstaltung. Bei den Radiogottesdiensten ist es ja eigentlich Usus, dass zunächst eine Einführung in den Gottesdienst übertragen wird, dann kommen die Glocken und der Gottesdienst geht los, heute Morgen auf WDR áus dem Kölner Dom gab es am Beginn aber auch nur Gehuddel und Gewusel und alles durcheinander...

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"Die Orgel ist des Teufels Dudelsack, womit er den Ernst der Betrachtungen in Schlummer wiegt." - Huldreych Zwingli
http://ahlbornforum.comxa.com/de/concert.htm

Warum...

JSBach @, Aachen, Sonntag, 06. Januar 2013, 18:17 (vor 5039 Tagen) @ hinterSatz

natürlich ist eine Übertragung des Gottesdienst in Funk und Fernsehen ein Gottesdienst, aber das heißt ja nicht, dass die musikalische Gestaltung nicht teil davon ist und unter aller Sau sein muss (und abgewürgt wird am Ende)

Warum...

hinterSatz ⌂ @, Köln, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:14 (vor 5039 Tagen) @ JSBach

Soweit ich das mal in meiner C-Ausbildung verstanden habe, ist die gottesdienstliche Musik eben keine notwendiger Bestandteil eines Gottesdienstes. Dass Sie deshalb schlecht (Sauen würde ich eher im landwirschaftlichem Umfeld vermuten) sein muss, steht allerdings auch nirgendwo. Musik ist nach katholischer Auffassung eine Störung des Silenziums. Ich denke, wenn man die Stille schon stört, kann man ja wenigstens versuchen, es möglichst gut zu machen. Ich kann allerdings nichts Schlimmes daran finden, wenn Leute, die das nicht wirklich können, dies auch versuchen und halt nicht wirklich hinkriegen, Gottesdienst ist eben kein Ort, an dem man sich mit musikalischen Größen messen lassen muss, sondern wo man das was man oder frau kann, und das kann auch wenig sein, zur Ehre Gottes vorbringt.

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"Die Orgel ist des Teufels Dudelsack, womit er den Ernst der Betrachtungen in Schlummer wiegt." - Huldreych Zwingli
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Warum...

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:32 (vor 5039 Tagen) @ hinterSatz
bearbeitet von Hausorgler, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:52

Das würde ich so nicht ganz so sehen. Es stimmt schon: rein theologisch "genügt" es, wenn die Messtexte lediglich gesprochen werden. Es reicht der reine Text, Musik, Weihrauch, Messgewänder und sonstiger "Schnickschnack", ja selbst Kirchengebäude sind im Prinzip völlig unnötig. Es würde auch die örtliche Turnhalle genügen.
Dem steht allerdings gegenüber, daß der Wunsch nach guter Musik und seine Realisierung seit sehr langer Zeit ein großes Thema sind. Dasselbe gilt für sakrale Architektur, Kunst und Paramente. Schon die Gregorianik entwickelte ja immer kunstvollere Melodieformen. Ich möchte mal sehen, wie ein Bischof bei einem Pontifikalamt reagieren würde, wenn ihm die Musiker sagen: "Heute nicht. das Ideal ist ja die stille Messe."
Irgendwie hakt es da: Einerseits behauptet man das Ideal edler Schlichtheit und andererseits erliegt man ja doch dem Pracht- und Repräsentationsdrang. Eine umfangreichere und grundsätzliche theologische Reflexion über Ästhetik und die damit verbundene Symbolik fehlt im gegenwärtigen Diskurs. Früher gab es durchaus Reflexionen zB über die symbolische Relevanz liturgischer Kleidung. Da wären inzwischen Hausaufgaben zu machen. Und in diese Hausaufgaben wäre auch eine tiefere Reflexion über die Musik einzubeziehen.
Eine Sache fällt mir bei katholischen Orgeleinweihungsfestschriften immer wieder auf: In keiner dieser Festschriften fehlt das Zitat des letzten Konziles, welches erstmals in der Geschichte überhaupt etwas zur Orgel gesagt hat:
"Die Pfeifenorgel soll in der Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden, denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben."
Im Grunde ist der Satz ziemlich dünn. Die Orgel wird ziemlich utilitaristisch begründet: Eine Prachtsteigerungsmaschine. Da müßte man dann schon einige Gedanken darüber anhängen, warum und wozu es gut ist, Gottesdienste prachtvoll zu gestalten (wofür ich unbedingt bin).
Über das Konzil beschreiben die Theologen tonnenweise Papier. Ganze Wälder werden der Konservierung hochwichtiger Gedanken geopfert. Nur: außer diesem einen dauernd beschworenen Konzilssätzlein zur Orgel ist seitdem nichts wirklich Relevantes mehr gesagt worden.

Warum...

Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:38 (vor 5039 Tagen) @ hinterSatz

Da liegen Sie aber mit Ihrer Einstellung, zumindest zur katholischen Kirchenmusik völlig falsch. Im Zuge der Liturgiereform wurde die Bedeutung der orgel und der Orgelmusik klar definiert: Die Constitutio de sacra liturgia des zweiten vatikanischen Konzils zitiert unter VI, 120: "Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben".
Heute fallen dem Organisten und seinem Instrument in der Liturgie drei Hauptaufgaben, neben der reinen Begleitfunktion zu:
1. Einleitung von Gesängen aller Art. Dazu gehören Choralvorspiele zu Kirchenlieern, zum gregorianischen Chorel, Vorspiele zu Chorwerekn oder auch solistische Orgelstücke,kleine Intonationen, improvisatorisch gestaltet, sollten künstlerisch der nachfolgenden Musik entsprechen.
2. Orgelzwischenspiele zu Lesungen, Mediationen zwischen gesungenen oder gelesenen Ordinariumsteilen , Orgelstücke zur Gabenbereitung und zur Kommunion, synchrones Orgelspiel zu gelesenen Texten, Orgelmediationen zu vorangegangenen Predigten.
3. Rahmenstücke für den Gottesdienst; Präludien und Postludien freier Art, aber auch thematisch bezogene Formen aus der Orgelliteratur aller Epochen.

Im übrigen ist, zumindest im Erzbistum, die Kirchenmusik nicht nur schmückendes Beiwerk der hl. Messe sondern vielmehr fester Bestandteil der Seelsorgen. Und dem sollten die o.a. Ausführungen Rechnung tragen.
So haben wir es bisher immer in meinem Kirchengemeindeverband gehalten, übrigens heute morgen auch noch.
Und da können Sie mir nicht mit "Störung des Silenziums" kommen.
Und meines Wissens ist dies in der evangelischen Kirche nicht anders.
Schönen Abend und herzl. Gruß, Reinhard Kluth

Warum...

hinterSatz ⌂ @, Köln, Montag, 07. Januar 2013, 00:08 (vor 5039 Tagen) @ Reinhard Kluth
bearbeitet von hinterSatz, Montag, 07. Januar 2013, 00:13

...
3. Rahmenstücke für den Gottesdienst; Präludien und Postludien freier Art, aber auch thematisch bezogene Formen aus der Orgelliteratur aller Epochen.
...

Da häuten wir die Katze doch mal von hinten her ab :
Mit den Rahmenstücken hat es im katholischen Gottesdienst doch so seine eigene Bewandtnis : Ein Literaturvorspiel ist meist unerwünscht und liturgisch auch nicht vorgesehen, der katholische Gottesdienst beginnt mit dem Eingangslied, dazu donnerte auch Hr.Böning gestern morgen vielleicht 100s auf seiner Groß-Klaisine herum, man hat oft den Eindruck, da ist keine Zeit, der Pfarrer drängelt (uups, gestern wars der Erzbischof), das Vorspiel muss kurz und knapp gehalten werden, dann husch eine kurze Intonantion zum Eingangslied, überhaupt kein Vergleich mit der manchmal schon epischen Breite evangelischer Choralvorspiele, weil kein Zeit.
Am Schluss dann das große Herausgelaufe während des Nachspiels, zu rumpelden und knarrenden Bänken zu musizieren, na ja, auf der Groß-Klaisine geht das vielleicht, die ist ja laut genung, und im Dom gibs glaub ich keine Bänke. Aber da kann man doch eigentlich auch vor saufendem und fressenden Publikum in einer Kneipe spielen, die laufen wenigstens nicht weg (im Idealfall), und Bier und Trinkgeld gibts obendrein.
So legen die besseren konzertfähigen Organisten katholischer Ausprägung dann eben Präludium und Fuge von Bach an den Schluss des Gottesdienstes, bestimmt auch ein schönes Angebot, nach der Messe noch in der Kirche bei prächtiger Musik zu verweilen, aber das gehört eben nicht zum Gottesdienst.
Natürlich ist die Orgelmusik in der katholischen Kirche erwünscht, nützlich und hilfreich, aber eine liturgische Funktion und damit einen festen Platz hat sie nicht.

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Warum...

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 07. Januar 2013, 05:30 (vor 5038 Tagen) @ hinterSatz

So legen die besseren konzertfähigen Organisten katholischer Ausprägung dann eben Präludium und Fuge von Bach an den Schluss des Gottesdienstes, bestimmt auch ein schönes Angebot, nach der Messe noch in der Kirche bei prächtiger Musik zu verweilen, aber das gehört eben nicht zum Gottesdienst.


Schön wärs. Inzwischen wird es immer üblicher, daß zum Rausgelaufe lautstarkes Palaver kommt. Man ist ja lebendige Gemeinde und so. Da macht das Nachspiel anhören viel Freude.

Natürlich ist die Orgelmusik in der katholischen Kirche erwünscht, nützlich und hilfreich, aber eine liturgische Funktion und damit einen festen Platz hat sie nicht.


Eben das ist es. Man will und man will gleichzeitig nicht. Es fehlt eine ganz grundsätzliche theolog. Reflexion darüber, welchen Stellenwert ästhetische "Garnierungen" haben sollen und wie konstitutiv sie sind. Eine solche Reflexion würde mit der Zeit in einen theologischen Konsens münden über das Was, Wie und Warum von Kirchenmusik.
Das wäre besonders dann nützlich, wenn die Musiker auf musikalisch desinteressierte Pfarrer treffen. Denn dann müßte sich dieser Pfarrer im Falle seines persönlichen Desinteresses dem theologischen Konsens beugen und die Musiker hätten einen besseren Stand. Derzeit sind sie in ihrer Entfaltung letztlich vom Geschmack ihrer Pfarrer abhängig. Und das bedeutet im Grunde: Sie sind der Willkür ausgeliefert.
Dieses latent dauernd vorhandene Desinteresse weil die Messe ja auch ohne Musik "gilt", ist wohl auch die Ursache dafür, daß die (fehlende) Wertschätzung der Organisten ihren Ausdruck in Minimalentlohnungen findet.

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 05:32 (vor 5038 Tagen) @ Hausorgler

Hier im Rheinland ist es evangelischerseits Usus, daß man zum Nachspiel brav sitzenbleibt.

Das kannte ich von meiner hessischen Heimatgemeinde auch nicht.
Also ist das wohl eher 'ne Frage der regionalen Sitten und Gebräuche.

Warum...

hinterSatz ⌂ @, Köln, Montag, 07. Januar 2013, 07:22 (vor 5038 Tagen) @ Poupoulcorouse

Hier im Rheinland ist es evangelischerseits Usus, daß man zum Nachspiel brav sitzenbleibt.

Einer der wesentlichen Gründe, warum ich als Katholik im Rheinland der evangelischen Kirche zu Diensten bin (neben dem nicht ganz unwesentlichen Element der guten Bezahlung), ich hatte mir allerdings eingebildet, diese Sitte sei in der evangelischen Kirche allgemein verbreitet. Schade auch.

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Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 07. Januar 2013, 07:27 (vor 5038 Tagen) @ hinterSatz

Ach Du auch?

--
Gruß vom Niederrhein

Warum...

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 07. Januar 2013, 07:49 (vor 5038 Tagen) @ hinterSatz

in der württembergischen Landeskirche kenne ich das auch so.

Warum...

Dulzian @, Montag, 07. Januar 2013, 12:43 (vor 5038 Tagen) @ Hausorgler

In der westfälischen Landeskirche, zumindest in Ostwestfalen, als auch in Vorpommern, zumindest auf Rügen, ist es bei den Evangelens ebenfalls Usus, zum Nachspiel sitzen zu bleiben - und zwar ruhig! - und zu lauschen.
Man hat also die Gelegenheit, sowohl beim Vorspiel als auch beim Nachspiel Literaturmusik zu bieten, z.B. ein Präludium von Bach als Vorspiel und die dazugehörige Fuge als Nachspiel ist passend.

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 12:58 (vor 5038 Tagen) @ Dulzian

... ist passend und wird auch häufig so dargeboten.

Warum...

hinterSatz ⌂ @, Köln, Dienstag, 08. Januar 2013, 19:06 (vor 5037 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von hinterSatz, Dienstag, 08. Januar 2013, 19:09

Dann macht es auch Spaß, Literatur vorzubereiten, wenn man weiß, dass man sie einem interessierten Publikum präsentieren kann. Ich bin aus Zeitgründen allerdings dazu übergegangen, mit dem Praeludium zeitlich vor dem Gottesdienst zu beginnen, sodas das Praeludium etwa nur 1-1,5min in den offiziellen Gottesdienstbeginn hineinragt, dann etwa um 10:16:30 Uhr endet, weil ich noch einen zweiten Gottesdienst zu spielen habe, wo auch noch eine gewisse Fahrtstrecke zu bewältigen ist. Im ersten Gottesdienst wähle ich, wenn dies ein Abendmalsgottesdienst ist, dann meist ein kürzeres Alternativstück für den Schluß, um die Geduld von Liturg und Gemeinde im anschließenden Gottesdienst nicht unnötig auf die Probe zu stellen.
Ich bekomme auf dieses Bemühen um die Orgelliteratur freundliche und positive Resonanz,
auch wenn ich es etwas grenzwertig finde, auf Orgeln mit grade mal 5 oder 6 Registern Bachsche Praeludien spielen zu wollen, aber erlaubt ist ja bekanntlich was gefällt.

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http://ahlbornforum.comxa.com/de/concert.htm

Warum...grenzwertig

willscher, Sonntag, 10. März 2013, 15:56 (vor 4976 Tagen) @ hinterSatz

Ich bekomme auf dieses Bemühen um die Orgelliteratur freundliche und positive Resonanz,

Grantulation!

auch wenn ich es etwas grenzwertig finde, auf Orgeln mit grade mal 5 oder 6 Registern Bachsche Praeludien spielen zu wollen, aber erlaubt ist ja bekanntlich was gefällt.

och, man kann Bachsche Präludien sogar auf dem Harmonium oder dem Cembalo mit nur einem register spielen......

Warum...grenzwertig

hinterSatz ⌂ @, Köln, Sonntag, 10. März 2013, 15:58 (vor 4976 Tagen) @ willscher
bearbeitet von hinterSatz, Sonntag, 10. März 2013, 16:10

Sofern Pedal vorhanden nebst Balgtreter fürs Harmonium ? Falls kein Pedal : Gewittertritt ! Anbei, Bach (ohne Pedal) geht auch auf Yamahas Clavinovas, aber eben auch : grenzwertig :-).

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"Die Orgel ist des Teufels Dudelsack, womit er den Ernst der Betrachtungen in Schlummer wiegt." - Huldreych Zwingli
http://ahlbornforum.comxa.com/de/concert.htm

Bach und sein Fender Rhodes

willscher, Sonntag, 10. März 2013, 17:42 (vor 4976 Tagen) @ hinterSatz

Anbei, Bach (ohne Pedal) geht auch auf Yamahas Clavinovas, aber eben auch : grenzwertig :-).

Würde Bach heute zurück auf die Erde und nähme an einem schönen, gepflegten Fender Rhodes E-Piano Platz - natürlich mit adäquatem Kofferamp (Fender Twin z.B.), dazu noch ein Wah-Wah, einen Flanger, Phaser, ein Chorus - den würde man überhaupt nicht mehr wegbekommen von dem Instrument.

A.

Bach und sein Fender Rhodes

hinterSatz ⌂ @, Köln, Sonntag, 10. März 2013, 17:59 (vor 4976 Tagen) @ willscher

Das originale Fender Rhodes hatte ich auch einmal bei einem Bekannten unter den Fingern, allerdings ohne jegliche nachfolgende elektrische Kette, das klang dann nur ein bisschen pling pling. Wers groß hören mag: In Led Zeppelings Film "The song remains the same" kommt es an einer Stelle mit dem ganz tiefe Ton, da wackelt dann das ganze Kino mit....

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Warum...

hinterSatz ⌂ @, Köln, Sonntag, 10. März 2013, 15:35 (vor 4976 Tagen) @ Dulzian

Das geilste ist, wenn Du dann dein Nachspiel orgelst, und die Leute sind so leise, dass Du denkst die wären weg....:-)

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Warum...

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Donnerstag, 10. Januar 2013, 10:18 (vor 5035 Tagen) @ Hausorgler

Nicht in ganz Württemberg, das hängt aber von der Gemeinde ab. Natürlich gibt es Gottesdienstbesucher, deren die große Bach-g-moll-Fuge zu lange ist, aber erstens gibt es die gaaanz selten (alle zwei Jahre zum Buß-und-Bettag) und zweitens tut es auch dem Pfarrer gut, nach der Anspannung des Gottesdienstes und vor dem Gemeinde-Verabschieden und mit-allem-Krimskrams-behelligt-werden einfach bei guter Orgelmusik mal einige Minuten der Stille und Inneren Einkehr zu haben.

Desinteressierte können sich einfach hinausschleichen, bitte aber ohne die anderen zu stören!

Warum...

JSBach @, Aachen, Donnerstag, 10. Januar 2013, 10:38 (vor 5035 Tagen) @ MichaelS

also bei uns muss der Pfarrer bevor das Nachspiel zuende ist schon fast in der nächsten Messe sein... nix mit behelligen oder sonst was

Warum...

OrganisteTuttilaire, Donnerstag, 10. Januar 2013, 14:02 (vor 5035 Tagen) @ MichaelS

Desinteressierte können sich einfach hinausschleichen, bitte aber ohne die anderen zu stören!


Ich spiele manchmal Osternachts- und Christmette-Vertretungen in einem netten kleinen Dorf. Immer mit dem örtlichen Chor und Blechbläsern. Ein Freund von mir leitet dort besagte Ensembles. Alles soweit sehr nett und urig.

Aber was mich gewaltig aufregt, ist das allgemeine Palaver während des Orgelnachspiels auf der Empore. Da wird sich laut unterhalten, Frohe Weihnachten / Ostern gewünscht, gelacht, rumgelaufen, Instrumente eingepackt - und das alles auf einer winzigen Empore in unmittelbarer Spieltischnähe. Manchmal drängelt man sich so am Organisten vorbei, dass dieser auf die Seite rutschen muss, um z.B. die Tuba mit Koffer durchzulassen. Vollkommen respektlos und unprofessionell! Ich habe beim letzten Mal dann einfach mitten im Stück (Vierne-Toccata) aufgehört und bin auch gegangen. Lustigerweise hat das überhaupt niemand bemerkt, ganz im Gegenteil, auch mir wurde frohe Ostern gewünscht und der neueste Dorftratsch erzählt. Als wäre nichts gewesen. Achja, und "danke für das schöne Orgelspiel. Des am Schluss, des war aber modern, gell?!"

Warum...

otto krämer, Donnerstag, 10. Januar 2013, 14:14 (vor 5035 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Normalzustände am Niederrhein.
Man hört nur, ob die Orgel spielt - nicht was sie spielt.
Wohlgemerkt - nicht der Organist spielt, sondern die Orgel.

Warum...

doppelfloete_h @, Hannover, Donnerstag, 10. Januar 2013, 14:32 (vor 5035 Tagen) @ otto krämer

Ich verweise in diesem Zusammenhang immer gern auf den Kollegen, der bei der Ankündigung des Pastors nach dem Segen "Und nun spielt uns die Orgel noch ein schönes Stück zum Abschluss des Gottesdienstes!" (die Orgel steht ebenerdig im Angesicht der Gemeinde) seelenruhig auf seinem Stuhl neben der Orgel sitzen blieb und meinte: "Das wollen wir mal sehen, ob sie spielt..." :)

Warum...

3rd_astronaut, Montag, 07. Januar 2013, 10:04 (vor 5038 Tagen) @ hinterSatz

Mit den Rahmenstücken hat es im katholischen Gottesdienst doch so seine eigene Bewandtnis : Ein Literaturvorspiel ist meist unerwünscht und liturgisch auch nicht vorgesehen, der katholische Gottesdienst beginnt mit dem Eingangslied, dazu donnerte auch Hr.Böning gestern morgen vielleicht 100s auf seiner Groß-Klaisine herum, man hat oft den Eindruck, da ist keine Zeit, der Pfarrer drängelt (uups, gestern wars der Erzbischof), das Vorspiel muss kurz und knapp gehalten werden, dann husch eine kurze Intonantion zum Eingangslied, überhaupt kein Vergleich mit der manchmal schon epischen Breite evangelischer Choralvorspiele, weil kein Zeit.
Am Schluss dann das große Herausgelaufe während des Nachspiels, zu rumpelden und knarrenden Bänken zu musizieren, na ja, auf der Groß-Klaisine geht das vielleicht, die ist ja laut genung, und im Dom gibs glaub ich keine Bänke. Aber da kann man doch eigentlich auch vor saufendem und fressenden Publikum in einer Kneipe spielen, die laufen wenigstens nicht weg (im Idealfall), und Bier und Trinkgeld gibts obendrein.
So legen die besseren konzertfähigen Organisten katholischer Ausprägung dann eben Präludium und Fuge von Bach an den Schluss des Gottesdienstes, bestimmt auch ein schönes Angebot, nach der Messe noch in der Kirche bei prächtiger Musik zu verweilen, aber das gehört eben nicht zum Gottesdienst.
Natürlich ist die Orgelmusik in der katholischen Kirche erwünscht, nützlich und hilfreich, aber eine liturgische Funktion und damit einen festen Platz hat sie nicht.

Ja, schwierig. Welche liturgische Funktion welche Musik jetzt nach kath. Lehre hat oder auch nicht, weiß ich nicht und interessiert mich auch nicht so sehr. Da kann man eher noch Türks ollen Schinken von den Pflichten eines Organisten mit Gewinn lesen ;-)

Es braucht einige Jahre Arbeit, bis eine kath Gemeinde die Rahmenstücke wertschätzt (wenn sie es denn nicht tut), und bei manchen (Land-?)Gemeinden klappt es wohl auch nie. Man muss Fans gewinnen unter den "Meinungsführern", sei es Pfarrer, Pfarrgemeinderatsmitglieder, Chorsänger, Küster...
Ein Problem am Messbeginn ist, dass die Gemeinde standardmäßig steht. Bei einem längeren Vorspiel wird die Steherei älteren Gemeindegliedern zu lang. Das bedeutet, dass mit dem Pfarrer abgesprochen sein muss, wenn das Vorspiel länger ist, und er sich dann hinsetzt dazu. Mit manchen Pfarrern klappt es auch prinzipiell nicht, aber der Organistenmarkt ist doch ein Arbeitnehmermarkt... (also mir gegen den Strich gehen z.B. Pfarrer, die ihren letzten Satz der Predigt, die Aufforderung "Wir sprechen nun das Glaubensbekenntnis" und "Ich glaube an..." in _einem_ Atemzug durchhuschen oder ins Hochgebet ca. 20 Namenspatrone in rekordverdächtiger Sprechgeschwindigkeit einflechten).

Natürlich kann man sich auch fragen, ob man sich das antut für die Entlohnung. Ich empfehle Spiel in beiden Konfessionen, dann verteilt sich der Übaufwand ;-). Es gilt nur aufzupassen an manchen Tagen, z.B. letzter Sonntag des Kirchenjahrs -- da sind die Rahmenstücke oft nicht 1:1 verwendbar. Mein für gestern geübtes Mallingstück (siehe irgendwo hier meinen Faden dazu) hat leider kath.seits auch nicht perfekt gepasst: Nirgendwo wurde der Morgenstern gesungen, und die Pfarrer wollten statt Morgensterngefunkel lieber ordentlich auf die Pauke gehauen haben...

Warum...

chp, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:41 (vor 5039 Tagen) @ hinterSatz
bearbeitet von chp, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:54

Hallo,

Musik ist nach katholischer Auffassung eine Störung des Silenziums. Ich denke, wenn man die Stille schon stört, kann man ja wenigstens versuchen, es möglichst gut zu machen. Ich kann allerdings nichts Schlimmes daran finden, wenn Leute, die das nicht wirklich können, dies auch versuchen und halt nicht wirklich hinkriegen, Gottesdienst ist eben kein Ort, an dem man sich mit musikalischen Größen messen lassen muss, sondern wo man das was man oder frau kann, und das kann auch wenig sein, zur Ehre Gottes vorbringt.

nun, soweit ich weiß, ist Musik schon wichtiger Teil auch des (festlichen bzw. sonntäglichen) kath. Gottesdienstes und Organist, Kantor und singende Gemeinde haben da eine feste Rolle. Auch ist es schon richtig, dass der eine oder andere Fehler von orgelnden Laien verzeihlich ist. Aber es geht auch darum, Musik auszuwählen, die einfach und v.a. beherrschbar ist und dennoch gut klingt und die dann auch die passende Länge hat. Das kann man eigentlich auf jedem Niveau tun, auch wenn das dann nicht immer eine Werbung für die Orgelmusik sein wird.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Warum...

3rd_astronaut, Sonntag, 06. Januar 2013, 21:17 (vor 5039 Tagen) @ hinterSatz

Ich kann allerdings nichts Schlimmes daran finden, wenn Leute, die das nicht wirklich können, dies auch versuchen und halt nicht wirklich hinkriegen, Gottesdienst ist eben kein Ort, an dem man sich mit musikalischen Größen messen lassen muss, sondern wo man das was man oder frau kann, und das kann auch wenig sein, zur Ehre Gottes vorbringt.

Wenn jemand im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Bestes gibt, wird das genügen, auch wenn es musikalisch dürftig bleiben sollte.

Ein Organist, der aber seine freien Orgeleinsätze so "gestaltet", wie es Org. Tut. beschrieben hat, gibt nicht sein Bestes: Entweder er ist zu faul, mal ein oder zwei Literaturstücke einzustudieren, oder er hält seine lahmen Improvisationen für bahnbrechend. Dann hat er allerdings die letzten Jahrzehnte keinerlei Weiterbildung betrieben, weil er dort vermutlich entsprechendes Feedback bekommen hätte...

Warum...

OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 21:26 (vor 5039 Tagen) @ 3rd_astronaut


Wenn jemand im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Bestes gibt, wird das genügen, auch wenn es musikalisch dürftig bleiben sollte.

Ein Organist, der aber seine freien Orgeleinsätze so "gestaltet", wie es Org. Tut. beschrieben hat, gibt nicht sein Bestes: Entweder er ist zu faul, mal ein oder zwei Literaturstücke einzustudieren, oder er hält seine lahmen Improvisationen für bahnbrechend. Dann hat er allerdings die letzten Jahrzehnte keinerlei Weiterbildung betrieben, weil er dort vermutlich entsprechendes Feedback bekommen hätte...


Genau das meine ich. Und das ist dann eben etwas lieblos und unwürdig. Und anzuhören äußerst mühsam.

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 21:36 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Und Ihr wisst natürlich, dass er zu faul oder sonst was ist. Stand das in der Zeitung?

--
Gruß vom Niederrhein

Warum...

OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:21 (vor 5039 Tagen) @ Tabernakelwanze

Und Ihr wisst natürlich, dass er zu faul oder sonst was ist. Stand das in der Zeitung?


Nicht er. Es geht die ganze Zeit nicht um den Einzelfall, sondern um das Phänomen im Allgemeinen. Das wurde hinreichend deutlich gemacht. Woran es im Einzelfall lag oder liegt kann unklar bleiben, häufig jedoch wird es so sein, wie beschrieben. Ob nun Faulheit, Lieblosigkeit oder schlichtes Unvermögen üblicherweise zu den beschriebenen Ergebnissen führen, ist letztlich belanglos.

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:29 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Ich hab Dich schon völlig richtig verstanden! Was meinst Du eigentlich, mit solchen Statements zu erreichen? Es gibt so viele, die sich in die Pflicht nehmen lassen, und eben tun was Sie können - viele machen es als Hobby, und wie schon gesagt, Dorfgemeinden können sich einen A-Musiker nicht leisten. Gut zu wissen, dass es wirklich Könner gibt, die sich zu solchen Äußerungen niemals herablassen würden, sondern die Arbeit von Neben- u. Ehrenamtlichen schätzen - auch wenn deren Improvisationen keiner akademischen Prüfung standhalten können. Zu der Fraktion gehöre ich übrigens auch! Meine Gemeinde freut sich dennoch, wenn ich da bin. Das täte sie auch, wenn ich in einem Rundfunkgottesdienst örgeln müsste.

--
Gruß vom Niederrhein

Warum...

OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:46 (vor 5039 Tagen) @ Tabernakelwanze

... auch wenn deren Improvisationen keiner akademischen Prüfung standhalten können. Zu der Fraktion gehöre ich übrigens auch! Meine Gemeinde freut sich dennoch, wenn ich da bin. Das täte sie auch, wenn ich in einem Rundfunkgottesdienst örgeln müsste.


Du wirst überlesen haben, dass es nicht darum ging, dass jeder improvisieren (können) müsse. Ganz im Gegenteil, wer es nicht kann, soll es lassen und (einfache) Literatur spielen.

Ich gehe davon aus, dass Du das, was Du spielst, im Rahmen Deiner Möglichkeiten gut machst.

Damit sind solche wie Du aber nicht der Gegenstand meiner Kritik.

Ich habe schon sehr schöne und sehr einfache Dinge in Gottesdiensten gehört. Aber das war mit Liebe gekocht, und sauber geübt.

Schöne Musik gibt es auf jedem Level. Ignoranz und Geschwurbel allerdings auch. Wir alle haben wohl schon so manch hochdekorierten Kathedralmusiker schrecklich spielen hören...

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:52 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Sorry, ich kann nicht mehr folgen. Wenn ich das Ausgangsposting lese, verstehe ich was anderes. Vielleicht liegt es an der Uhrzeit. Es ist spät, ich muss nach Bette.

--
Gruß vom Niederrhein

Warum...

chp, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:12 (vor 5039 Tagen) @ Orlos

Hallo,

Nein, die "normalen" Gottesdienste sonntags um 10 Uhr sind im ZDF immer live.

der evangelische Gottesdienst hier im Ort wurde am Freitag Abend aufgezeichnet und am Sonntag 10 Uhr im ZDF gesendet. Sonntags 10 Uhr zeichnete das ZDF während der Ausstrahlung einen zweiten Gottesdienst als Konserve für mir unbekannte Zwecke auf.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Warum...

tombecher @, Saarbrücken, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:47 (vor 5039 Tagen) @ chp

...evangelische Gottesdienste dürfen m.W. aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden, katholische nur dann, wenn keine Eucharistiefeier stattfindet. Die katholische Eucharistiefeier darf in Rundfunk und Fernsehen ausschließlich live übertragen werden (wegen der "Realpräsenz").

Viele Grüße,
Thomas

Warum...

chp, Sonntag, 06. Januar 2013, 20:51 (vor 5039 Tagen) @ tombecher

Hallo,

...evangelische Gottesdienste dürfen m.W. aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden, katholische nur dann, wenn keine Eucharistiefeier stattfindet.

es war ein luth. Gottesdienst ohne Abendmahl.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 21:10 (vor 5039 Tagen) @ chp

Wie nett! All die Stadlers und Waldorfs dieses Forums sitzen mal wieder in ihrer Loge!
Ich möchte einige von Euch wirklich gern mal in einem Fernseh- oder Radiogottesdienst örgeln hören. Ich bin mir sicher: Es gäbe einige Überraschungen.

Ich für meinen Teil kann nur sagen: Als einfacher Landorganist tue ich meinen Dienst so gut ich kann seit nunmehr 30 Jahren. Was wenn nun ein Sender wg. einer Gottesdienstübertragung anfragt? Soll ich dann den Platz räumen für einen Titularorganisten oder sonst wen, weil ich Angst vor einem Veriss im Internet haben muss? Oder soll ich treu meinen Dienst tun, so wie ich es jeden Sonntag tue?

A-Musiker sitzen im Regelfall nicht auf dem Dorf, Gottesdienste werden allerdings schon mal vom Dorf übertragen.

--
Gruß vom Niederrhein

Warum...

OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:27 (vor 5039 Tagen) @ Tabernakelwanze

Soll ich dann den Platz räumen für einen Titularorganisten oder sonst wen, weil ich Angst vor einem Veriss im Internet haben muss? Oder soll ich treu meinen Dienst tun, so wie ich es jeden Sonntag tue?

Ich gehe mal zu Deinen Gunsten davon aus, dass Du nicht lieblos, gelangweilt oder geschmacklos spielst. Ein fades Gedudel käme Dir sicher nicht aus den Fingern, also reicht Deine sicherlich sehr schmackhafte Hausmannskost überall hin. Alles bestens.

A-Musiker sitzen im Regelfall nicht auf dem Dorf, Gottesdienste werden allerdings schon mal vom Dorf übertragen.

Wie mehrfach betont, muss es nicht A-Musik sein. Auch D-Musik kann fein sein. Das diskutierte Problem ist Einstellungssache, keine Frage der formalen Qualifikation.

Aber das hast Du wohl nicht ganz unabsichtlich in den falschen Hals bekommen.

Schreibe ich,
als ungelernte Hilfskraft ohne jeden Abschluss.

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:45 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Überschätze mich nicht! Dazu solltest Du mich erst hören. Ich kann vom Orgelspiel jedenfalls nicht auf die Einstellung des Spielers schließen - da fehlen mir die intellektuellen Fähigkeiten.

--
Gruß vom Niederrhein

Warum...

OrganisteTuttilaire, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:47 (vor 5039 Tagen) @ Tabernakelwanze

Überschätze mich nicht! Dazu solltest Du mich erst hören. Ich kann vom Orgelspiel jedenfalls nicht auf die Einstellung des Spielers schließen - da fehlen mir die intellektuellen Fähigkeiten.

Achso. Na dann. Verzeih, Dich behelligt zu haben.

Wobei, nicht immer kommt es auf die Einstellung an. Zuweilen ist es so schrecklich, dass eigentlich wurscht ist, wie es dazu kam, man wünscht sich einfach nur einen Not-Aus-Schalter am Instrument. Selig sind die Armen im Geiste nur so lange, wie man nicht von ihren Werken aufstoßen muss...

Warum...

FranzS. @, Montag, 07. Januar 2013, 08:27 (vor 5038 Tagen) @ Tabernakelwanze
bearbeitet von FranzS., Montag, 07. Januar 2013, 08:33

Überschätze mich nicht! Dazu solltest Du mich erst hören. Ich kann vom Orgelspiel jedenfalls nicht auf die Einstellung des Spielers schließen - da fehlen mir die intellektuellen Fähigkeiten.

na ja, das kann man glaube ich schon. In manchen Gemeinden in denen ich aushelfe, ist sogar die Sesquialtera ein musikalisches Aha-Erlebnis, weil die dortigen Organisten nicht über Flöte 8 und Flöte 4 hinauskommen. Allerdings glaube ich auch, dass viele Organisten bei einer Rundfunkübertragung mehr auf "Sicherheit" spielen und das ist auch verständlich. Eine mir bekannte Domorganistin sagte mir sie sei sehr nervös gewesen, als ein Festgottesdienst mit dem neuen Erzbischof im Fernsehn übertragen wurde, trotz jahrelanger Konzertpraxis. Wenn ich als Nebenamtler sowas machen müsste, wäre es wohl auch etwas trockener als sonst (und ich tendiere als bekennender Neoklassizist sowieso zum trockenen ;-)).

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 15:20 (vor 5038 Tagen) @ FranzS.

Ich sag ja: Man sollte 'ne Registrierungskommission gründen!

Diese Kommission könnte dann für Organisten ein Pflichtpensum an Aliquoten- und Zungenbenutzung (wenn vorhanden) pro abgeleisteter Gottesdienststunde festlegen (in katholischen Kirchen kann die Quote in der Fastenzeit niedriger sein). Bei Nichterfüllung werden Gehälter oder Aufwandsentschädigungen um 5% des Zeitwerts der entsprechend jeweils vorhandenen Register gekürzt. Von diesen Mitteln wird dann im Bedarfsfall externes Zungenstimmpersonal bezahlt.
Überwacht wird das jeweils vom landeskirchlichen Rohrwerks- und Obertonbeauftragten ;-)

Darum...

Aeolinchen, Montag, 07. Januar 2013, 19:47 (vor 5038 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ich sag ja: Man sollte 'ne Registrierungskommission gründen!

Diese Kommission könnte dann für Organisten ein Pflichtpensum an Aliquoten- und Zungenbenutzung (wenn vorhanden) pro abgeleisteter Gottesdienststunde festlegen (in katholischen Kirchen kann die Quote in der Fastenzeit niedriger sein). Bei Nichterfüllung werden Gehälter oder Aufwandsentschädigungen um 5% des Zeitwerts der entsprechend jeweils vorhandenen Register gekürzt. Von diesen Mitteln wird dann im Bedarfsfall externes Zungenstimmpersonal bezahlt.

... das dann im Falle zu schnell aufgeheizter Kirchen die Zungen ggf. während der Predigt nochmal nachstimmt.

Darum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 19:54 (vor 5038 Tagen) @ Aeolinchen

Au ja!!!

Ich bin dafür, daß dann auch jeder Orgelneubau eine neobarocke Vox Humana 4' aus Gieseckes Konkursmasse bekommt ;-)

Warum...

Manuel, Montag, 07. Januar 2013, 20:12 (vor 5038 Tagen) @ Poupoulcorouse

Dann brauchen wir aber auch ein Schweller- und Tremulantenbenutzungsgesetz
(SCHWTRBENG). Und das müsste dann zentral beschlossen und von allen Kanzeln herunter verlesen werden!

Warum...

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 07. Januar 2013, 20:15 (vor 5038 Tagen) @ Manuel

Nicht zu vergessen den Zimbelsternparagraphen!!!

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 20:16 (vor 5038 Tagen) @ doppelfloete_h

Den Nachtigallerlass?

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 20:18 (vor 5038 Tagen) @ doppelfloete_h

Warum #2

Oder die Terzplenumszusatzverordnung zum Registrierungsgesetz?

Warum... Zimbelstern

Orlos, Dienstag, 08. Januar 2013, 01:23 (vor 5038 Tagen) @ doppelfloete_h

MOMENT!

Ist mir tatsächlich an Weihnachten in einer Gemeinde passiert, bei der ich nur selten aushelfe. Dort gibt es einen fest eingebauten Zimbelstern. Ich habe es gewagt, ihn am 2. Weihnachtsfeiertag bei MEHREREN Liedern zu verwenden. Daraufhin machte mich der Vorsitzende des Kirchenvorstandes mit dem GESETZ bekannt: Der Zimbelstern darf hier nur bei "O du fröhliche" eingesetzt werden! Mir war dieses GESETZ nicht bekannt. Da muss unbedingt ein Warnhinweis an den Registerzug!

Warum... Zimbelstern

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Dienstag, 08. Januar 2013, 05:53 (vor 5037 Tagen) @ Orlos

Tjaja, wenn aus Traditionen "Gesetze" werden. Das kleine Einmaleins der Rechtsgeschichte ;-)

Warum... Zimbelstern

IvesDKerne @, Dienstag, 08. Januar 2013, 09:33 (vor 5037 Tagen) @ Poupoulcorouse

Dann ist es ja gut, dass ich so ein Ding nicht an der Orgel hab.

Warum... Zimbelstern

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Dienstag, 08. Januar 2013, 09:36 (vor 5037 Tagen) @ IvesDKerne

Ich oute mich als Zimbelsternfanatiker ;-) ... und das nicht nur zur Weihnachtszeit, nein auch im Sommer, wenn d'Sonn scheint! oh Zimbelstern, oh Zimbelstern...

Warum... Zimbelstern

zehnzweidrittel @, Dienstag, 08. Januar 2013, 10:07 (vor 5037 Tagen) @ Hausorgler

Wir haben in Neustadt a. d. Waldnaab einen Zimbelstern, der ganz ohne einheitliche kodifizierte Regelungen auch bei anderen Gelegenheiten als "O du fröhliche" zum Einsatz kommt.

Beim Vorspiel zu "Stille Nacht" in der Christmette kommt er allerdings immer zum Einsatz (kein Gesetz, nur Tradition seit Orgelweihe), was auch durchaus Wirkung hat:

Bei einer meiner alljährlichen Orgelführungen im Rahmen der Firmvorbereitung (immer gut besucht) führte ich den Zimbelstern vor und eine junge Dame flippte beim Hören fast aus vor Freude: "Hej, das ist für mich Weihnachten! Da freu ich mich jedes Jahr schon darauf!"

Gezielt eingesetzt und richtig dosiert können wir Musiker schon etwas erreichen. Ich freue mich auch schon auf die nächste Christmette.


Nachweihnachtliche Grüße

zehnzweidrittel

Warum... Zimbelstern

Orlos, Dienstag, 08. Januar 2013, 18:31 (vor 5037 Tagen) @ Hausorgler

Ich bin ebenfalls Zimbelsternfan und habe mir extra einen transportablen bauen lassen, den man in einer Holzkiste mitnehmen kann. Bei den vielen Orgeln, die KEINEN eingebauten Zimbelstern haben, war das eine gute Investition (ich spiele ja in sechs Gemeinden, davon hat nur eine einen eigenen Zimbelstern, und Weihnachtskonzerte, bei denen ich mitwirken soll/darf, finden auch noch in anderen Kirchen statt). Aber auch an Ostern und Pfingsten zimbelt es bei mir. Und jetzt an Epiphanias sowieso, da ist ja sogar vom "Stern" die Rede!

Warum... Zimbelstern

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Dienstag, 08. Januar 2013, 23:45 (vor 5037 Tagen) @ Orlos

Ich bin ebenfalls Zimbelsternfan und habe mir extra einen transportablen bauen lassen, den man in einer Holzkiste mitnehmen kann.

Genau dasselbe habe ich auch vor.

Warum... Zimbelstern

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Dienstag, 08. Januar 2013, 11:14 (vor 5037 Tagen) @ Orlos

Daraufhin machte mich der Vorsitzende des Kirchenvorstandes mit dem GESETZ bekannt: Der Zimbelstern darf hier nur bei "O du fröhliche" eingesetzt werden! Mir war dieses GESETZ nicht bekannt. Da muss unbedingt ein Warnhinweis an den Registerzug!

Der hat wohl ne Waffel an der Meise....
Dann soll er nächstens selber orgeln bzw. zimbeln!

Bei uns wird auch z.B. 3. Strophe Stille Nacht und letzte Strophe Adeste fideles "gezimbelt", bzw. bei manch geeignetem (barocken oder schmachtigem) Choralvorspiel oder Impro.

Alles jeweils natürlich wohldosiert und mit Mass und Ziel.
(Das Jahr über übrigens auch - wofür hab ich denn die 400 Euro für das Ding hingelegt...)

Zimt-Sternige Grüsse - grüsst rasch zwischen 2 zu dirigierenden Bach-WOs:


Thomas

--
Thomas Haubrich

Warum... Zimbelstern

3rd_astronaut, Dienstag, 08. Januar 2013, 12:03 (vor 5037 Tagen) @ untersatz32

Ich habe dieses Jahr am 1. Weihnachtsfeiertag (Christmette habe ich dort nicht gespielt) das Zimbeln vergessen. Hab's dann an Silvester/Neujahr nachgeholt. Ich nutze den Stern meist bei einem bestimmten Anhang-Gloria (kath., Mz), da mussten in einer anderen, zimbellosen Gemeinde die Messdiener dazu klingeln, wird irgend so eine Tradition sein...

Warum... Zimbelstern

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 08. Januar 2013, 12:27 (vor 5037 Tagen) @ 3rd_astronaut

Es ist liturgisch so üblich, dass beim Gloria zu Gründonnerstag, am hl. Abend und in der Osternacht die Glocken geläutet werden.

--
Gruß vom Niederrhein

Warum... Zimbelstern

3rd_astronaut, Dienstag, 08. Januar 2013, 13:19 (vor 5037 Tagen) @ Tabernakelwanze

Es ist liturgisch so üblich, dass beim Gloria zu Gründonnerstag, am hl. Abend und in der Osternacht die Glocken geläutet werden.

Ah, danke. Wobei ich mir recht sicher bin, dass in genannter Gemeinde auch am 1. Weihnachtstag geläutet wird.

Warum... Zimbelstern

hinterSatz ⌂ @, Köln, Dienstag, 08. Januar 2013, 19:16 (vor 5037 Tagen) @ Orlos

..einen Zimbelstern gibst bei und neuerdings auch, die Beste Verwundung finde ich allerdings das Sanctus. Oh dur fröhliche ist natürlich auch eine Idee.

--
"Die Orgel ist des Teufels Dudelsack, womit er den Ernst der Betrachtungen in Schlummer wiegt." - Huldreych Zwingli
http://ahlbornforum.comxa.com/de/concert.htm

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 20:16 (vor 5038 Tagen) @ Manuel

Ach, da zuck' ich mit den Schultern.
Meine bevorzugten Orgeln haben keine Schweller. Und um die Tremulantenquote kann man sich ja streiten. Da läd man die Kommission für Tremulantenfragen mal zum Essen ein, oder, frei nach Matthias Beltz, in 'nen anderen Erlebniskeller. Die altbewährten Mittel deutscher Meinungsbildung.

Warum...

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:27 (vor 5039 Tagen) @ Tabernakelwanze
bearbeitet von perotin, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:47

Verzeihung, aber bei diesem Beitrag frage ich mich schon ein wenig, welche Laus Dir nun wieder über die Leber gelaufen ist.

Wie nett! All die Stadlers und Waldorfs dieses Forums sitzen mal wieder in ihrer Loge! Ich möchte einige von Euch wirklich gern mal in einem Fernseh- oder Radiogottesdienst örgeln hören. Ich bin mir sicher: Es gäbe einige Überraschungen.

Mag ja sein. Das ist jetzt aber wieder die alte Leier: Zu einer musikalischen (oder sonstigen) Darbietung dürfen sich *durchaus* auch diejenigen äußern, die es selbst nicht so gut (bzw. überhaupt nicht) könnten.

Ich für meinen Teil kann nur sagen: Als einfacher Landorganist tue ich meinen Dienst so gut ich kann seit nunmehr 30 Jahren.

... was unbedingt Respekt verdient !

Was wenn nun ein Sender wg. einer Gottesdienstübertragung anfragt? Soll ich dann den Platz räumen für einen Titularorganisten oder sonst wen, weil ich Angst vor einem Veriss im Internet haben muss? Oder soll ich treu meinen Dienst tun, so wie ich es jeden Sonntag tue?

Tja, schwierige Frage. Ich für meinen Teil hätte vor einem "Verriss" in diesem Forum wohl keine Bange. So viele Leute lesen das nun auch wieder nicht... (Und als Forianer könnte man zur Not immer noch schreiben, man habe furchtbare Kopfschmerzen gehabt oder einen Magen-Darm-Infekt und hätte "ja eigentlich im Bett liegen müssen" ;-)

Abgesehen davon, daß hier wohl niemand das Orgelspiel eines Mit-Forianers heftig kritisieren würde. Oder?

Also einfach mal etwas lockerer bleiben...

Grüße,
perotin

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 06. Januar 2013, 22:42 (vor 5039 Tagen) @ perotin

Nichts ist mir über die Leber gelaufen. Ich ärgere mich auch oft über Rundfunk- und Fernsehgottesdienste. Da geht es aber um anderes. Nicht um den Landorganisten der in St. Jodokus, Bad Plödderndorf sein Bestes gibt und das Ergebnis vielleicht nicht meinen Ansprüchen genügt. Mir fallen da z. B. die Papstgottesdienste ein, mit dieser unsäglichen Capella Sistina. Da kann man mit Fug und Recht mehr erwarten. Da erwarte ich Erstklassiges. Oder heute: Am Radio bekam ich kurz etwas aus dem Kölner Dom mit. Das Orchester hörte sich an wie ein Schulorchester der städt. Lehranstalten in Hintertupfing. Aber vielleicht standen die Mikrofone ungünstig - da muss man vorsichtig sein.

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Gruß vom Niederrhein

Warum...

Contrebasson 32' @, Montag, 07. Januar 2013, 00:12 (vor 5039 Tagen) @ Tabernakelwanze

Oder heute: Am Radio bekam ich kurz etwas aus dem Kölner Dom mit. Das Orchester hörte sich an wie ein Schulorchester der städt. Lehranstalten in Hintertupfing. Aber vielleicht standen die Mikrofone ungünstig - da muss man vorsichtig sein.

Hier kamen zwei Dinge zusammen, einerseits ist die Domkapelle, die heute gespielt hat, ein engagiertes Liebhaberorchester und kein Profi-Orchester. Andererseits ist der Aufwand bei der Mikrofonierung als eher gering zu bezeichnen und nicht mit der Mikrofonierung eines Konzerts für eine Rundfunkübertragung etc. zu vergleichen.

Leider gibt es das heutige Hochamt noch nicht in der Domradio-Mediathek... :-(

Beste Grüße
Contrebasson 32'

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 05:30 (vor 5038 Tagen) @ tombecher

Hehehehe.

Also ist Christus nicht nur in Brot und Wein gegenwärtig, sondern auch im Fernsehbild? Wenn Calvin geahnt hätte, daß das Fernsehen einen Großteil der Arbeit des Heiligen Geistes einmal überflüssig machen würde ;-)

Warum...

tombecher @, Saarbrücken, Montag, 07. Januar 2013, 08:43 (vor 5038 Tagen) @ Poupoulcorouse

...so hat es mir (als von Rundfunkgottesdienst-Übertragungen gelegentlich beruflich Betroffenem) mal ein Kirchenredakteur (selbst Theologe) erklärt, als ich ihn fragte, warum die kath. Gottesdienste eigentlich nicht (zum Zweck eines späteren Sendetermins) aufgezeichnet werden. So wie ich ihn verstanden habe, geht dabei darum, dass das, was während der Wandlung geschieht, unmittelbar zu diesem Zeitpunkt geschieht und nicht konserviert und später beliebig per Radioausstrahlung wiederholt werden kann...

Warum...

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 07. Januar 2013, 09:29 (vor 5038 Tagen) @ tombecher

Ich kann in der Argumentation schon Plausibilität finden - nur was macht man dann mit den Unmengen auf youtube und gloria-tv konservierten Papst- und anderer Leute Messen und Wandlungen? Die Reflexion darüber hechelt in diesem Fall der Wirklichkeit gnadenlos hinterher.
Von russ.-orthodoxen Theologen weiß ich, daß sie lange Zeit jeglicher Ton- und Filmaufnahme ihrer Messen sehr reserviert gegenüberstanden. Etliche Bischöfe untersagten das sogar für ihren Bereich. Der Grund liegt allerdings auch darin, daß orthodoxe Liturgien dialogischer sind und die meisten Stücke immer einen Dialog Chor(Gemeinde) und Zelebrant darstellen. Daher kann man auskomponierte orthod. Messen nicht ohne die Gesangsteile von Priester/Diakon ausführen. Die Auskomposition erstreckt sich da bis in die akklamatorischen Antworten ins Hochgebet hinein. Von daher ist für Orthodoxe schon eine konzertante Aufführung einer auskomponierten Messe fragwürdig.

Warum...

tombecher @, Saarbrücken, Montag, 07. Januar 2013, 09:46 (vor 5038 Tagen) @ Hausorgler

Hallo,

also ich glaube auch nicht, dass das Aufzeichnen und spätere Betrachten / Hören einer kath. Messe grundsätzlich verboten ist. Das wollte ich mit meinem Beitrag auch so nicht zum Ausdruck bringen. Sinn der Rundfunkgottesdienste war / ist es aber wohl unter Anderem, dass man den Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht live in einer Kirche dabei sein können, die Möglichkeit gibt, einen Gottesdienst auch zu Hause, im Ausland, im Krankenhaus etc. "aktiv" mitfeiern zu können. Und dabei ist es seitens der kath. Kirche wohl wichtig, dass man dann eben auch bei der Wandlung "live" dabei ist, weil sie eben nur in diesem Augenblick geschieht. Beim Anschauen / -hören eines Gottesdienstes aus der Konserve geht es wohl meist um andere Dinge, als um das aktive Mitfeiern...?
Ich brenne den Beteiligten ja auch nach einer Übertragung immer eine CD von ihrem Rundfunkgottesdienst, egal ob ev. oder kath....

Viele Grüße,
Thomas

Warum...

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 07. Januar 2013, 05:50 (vor 5038 Tagen) @ tombecher

Das wußte ich gar nicht und kommt mir etwas komisch vor. Die Realpräsenzfrage stellt sich doch erst, wenn ich Brot und Wein materialiter vor mir habe. Noch lassen sich die Hostien ja nicht übers Kabel beamen.

Warum...

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 07. Januar 2013, 05:55 (vor 5038 Tagen) @ Hausorgler

Ach, das kommt alles noch. Der Urbi et Orbi ist ja auch fernmündlich gültig ;-)

Warum...

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 07. Januar 2013, 06:08 (vor 5038 Tagen) @ Poupoulcorouse

aber das ist was Anderes. Schließlich sind fernmündliche Beleidigungen ja juristisch auch relevant... ;-)

Warum...

hinterSatz ⌂ @, Köln, Montag, 07. Januar 2013, 07:25 (vor 5038 Tagen) @ Hausorgler

Unser Herr und Heiland ist freilich allgegenwärtig, aber wie steht es eigentlich um die Sonntagspflicht, ist die mit dem Anschauen des Fernsehgottesdienstes denn auch abgegolten ? Eine Pflicht zum Empfang der hl. Kommunion besteht soweit ich weiß ja nicht...

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"Die Orgel ist des Teufels Dudelsack, womit er den Ernst der Betrachtungen in Schlummer wiegt." - Huldreych Zwingli
http://ahlbornforum.comxa.com/de/concert.htm

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 07. Januar 2013, 07:28 (vor 5038 Tagen) @ hinterSatz

Die "Sonntagspflicht" ist für die abgegolten, die an einem persönlichen Besuch der Messfeier (z. B. wg. Krankheit o. ä.) gehindert sind.

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Gruß vom Niederrhein

Warum...

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 07. Januar 2013, 07:52 (vor 5038 Tagen) @ Tabernakelwanze

Und was mache ich an Weihnachten und Ostern, wenn ich wegen der zu erfüllenden Realbesuchssonntagspflicht den Urbi et Orbi im Fernsä verpassen muß? ;-)

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 07. Januar 2013, 08:04 (vor 5038 Tagen) @ Hausorgler

Ganz einfach: Real beichten gehen. ;-)

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Gruß vom Niederrhein

Warum...

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 07. Januar 2013, 09:35 (vor 5038 Tagen) @ Tabernakelwanze

und was sag ich dann? "Ich hab Ihre Messe geschwänzt, weil ichs Urbiundorbi Ihres Chefs als Tischgebet vor der Mittagssuppe hübscher fand und Sie sicher keinen so kräftigen Ablass hinkriegen wie Ihr Chef". ?? ;-)
"... und außerdem wollte ich die wunderschöne Palästina-Musik der Capella Sistina wieder einmal hören und nicht immer dieses blöde Schnabel-Transeamus von unseren örtlichen Knödeltenören."

Warum...

OrganisteTuttilaire, Montag, 07. Januar 2013, 15:10 (vor 5038 Tagen) @ Tabernakelwanze

Die "Sonntagspflicht" ist für die abgegolten, die an einem persönlichen Besuch der Messfeier (z. B. wg. Krankheit o. ä.) gehindert sind.


Impossibilium nulla obligatio. Wer nicht kommen kann, muss auch nicht. Wär ja auch noch schöner. Also gibt's auch keine Pflicht abzugelten, soweit sie gar nicht besteht.

Warum...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 07. Januar 2013, 15:15 (vor 5038 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Angesichts der Übertragung von Rundfunk- und Fernsehgottesdiensten, kommt der Katholik aus der Nummer nicht heraus. ;-)

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Gruß vom Niederrhein

Warum...Lustige Begebenheit

Cembalino, Dienstag, 08. Januar 2013, 13:20 (vor 5037 Tagen) @ Poupoulcorouse

Da fällt mir etwas Lustiges, das im Dom zu Brixen vorgekommen ist:
ZDF soll den Sonntagsgottesdienst aus dem Dom zu Brixen übertragen; es wird alles vorbereitet; die für die Regie Verantwortliche des ZDF tritt an den für die Organisation zuständigen Kirchenmusikreferent und frägt, wann denn der Probedurchlauf stattfinden soll; der Kirchenmusikreferent sagt, dass das nicht notwendig sei; sie regt sich daraufhin über diesen Dilettantismus auf und besteht auf einen Probedurchlauf; also wird alles organisiert und der Gottesdienst probeweise gehalten; der Gottesdienst dauert dann genau um 3 Minuten zu kurz; Regisseurin regt sich auf und sagt, es müssten noch 3 Minuten Orgelspiel eingebaut werden; Kirchenmusikreferent akzeptiert widerwillig;
Überraschung dann bei der Live-Übertragung: der Gottesdienst dauert genau 3 Minuten zu lang. Regisseuren versteht die Welt nicht mehr; Kirchenmusikreferent hingegen musste schmunzeln; er hatte alles genau richtig eingeschätzt, da er sowohl von Liturgie und auch von Kirchenmusik gar manches versteht und seit vielen Jahren die Rundfunkgottesdienste betreut.
Soviel zu Minutenzählereien.

Cembalino

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