Konzerte von Hakim und Poulenc in St. Lambertus, D-Altstadt
Hallo Forum,
traditionell am ersten Montag im Januar beginnen zwei Konzertreihen in St. Lambertus, D-Altstadt: Die Internationalen Orgelkonzerte an St. Lambertus (immer am ersten Montag im Monat) und die Winterlichen Orgelkonzerte des kath. Kantorenkonvents (montags im Januar und Februar).
Am 07.01.2013 spielten das Orchester an St. Lambertus (Leitung Odilo Klasen) und Marcel Andreas Ober (Orgel) Werke von Bach, Hakim, Messiaen und Poulenc.
Ober begann forsch und feierlich mit der Fuge sopra “Vom Himmel hoch, da komm ich her” BWV 700. Dann gab es in deutscher Erstaufführung Hakims drittes Orgelkonzert (Orgel mit Streichorchester). Der erste Satz (Allegro) war rhythmisch bestimmt; Stravinsky grüßte aus der Ferne. Interessant war der Mittelsatz (Moderato) Nach unisono-Beginn der Streicher antwortete die Orgel ruhig und feierlich in aparter Registrierung, Dann löste sich das Ganze filigran auf. Auch arabische Klänge waren dabei. Am Ende Rückkehr zum Unisono und Wiederkehr der Orgelantwort - eine in sich geschlossene Sache. Das Finale (am Ende als Zugabe wiederholt) erwies sich als Gassenhauer-Medley. Vom vorherigen doch recht verschieden, wurden hier mehrere (maronitische Kirchen-?) Lieder schwungvoll dargeboten. Gewiß geschickt gemacht; doch der Charakterwechsel innerhalb des Konzerts verwunderte etwas. Es gab spontanen Zwischenapplaus.
Nun folgte eine Orgel-Trias, die schöner kaum sein konnte: “Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist” BWV 604 wurde in vollkommener Ruhe und Andacht gespielt. Die Ungeheuerlichkeit der Aussage “Dieu parmi nous” (aus Nativité von Messiaen) wurde durch Ober beherzten Zugriff sofort deutlich. Er ging engagiert durch das Werk und konnte sich vom ideal angesteuerten Schlußakkord kaum lösen. Nahtlos und absolut schlüssig ließ er danach das herrlich registrierte “Christum wir sollen loben schon, der reinen Magd Maria Sohn” BWV 611 folgen. Da mußte man schon tief durchatmen.
Den Abschluß bildete das Konzert g-moll für Orgel, Streichorchester und Pauken von Poulenc. Daß ich dieses Werk noch nicht kannte, muß ich mir wohl als Versäumnis anrechnen. Intelligent gemacht, überraschende Wendungen, klar erkennbare Satzwechsel (sieben Tempi, so gut wie durchkomponiert, keine Pausen), interessante Farben (teils noch impressionistisch). Sehr hörenswert.
Das umsichtig von Odilo Klasen geleitete Orchester war bestens vorbereitet. Man spürte die Freude am Musizieren. Und so war auch das Zusammenspiel einwandfrei. Und die Balance von Orgel und Orchester schien - jedenfalls an meinem Platz im nördlichen Seitenschiff - gut gelöst.
Kein Wunder, daß es da standing ovations der etwa 110 Hörer - darunter etliche Fories - gab. Ein guter, bestens gelungener Auftakt für beide Konzertreihen.
Bei den “Internationalen” in St. Lambertus wird am 04.02.2013 Christoph Kuhlmann (Köln) Bach, Schumann und Wagner spielen. Die “Winterlichen” gehen schon am 14.01.2013 in St. Maximilian, D-Altstadt, weiter: Dort gibt es Werke von Britten und Daquin mit Klaus Wallrath (Orgel) und Pamela König (Dirigent).
Gruß Clemens Schäfer
(Edith las Korrektur)
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Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
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- Konzerte von Hakim und Poulenc in St. Lambertus, D-Altstadt - Clemens Schäfer, 07.01.2013, 21:06
- Konzerte von Hakim und Poulenc in St. Lambertus, D-Altstadt - Orlos, 07.01.2013, 23:35