Ottobeuren/Positiv

Reinhold Schafroth, Mittwoch, 09. Januar 2013, 07:29 (vor 5036 Tagen)

Laut Orgel-Monographie "Die Orgelwerke der Abtei Ottobeuren" von Joseph Wörsching 1959
ist bei der Dreifaltigkeits-Orgel das I./Positiv in Baß (C-fis1) und Diskant (g1-d3) unterteilt.
Ist das aus rein architektonischen Gründen (linkes Prospekt-Gehäuse = Baß, rechtes = Diskant, letzteres mit zusätzlich "Princip 16' ") ?
Oder hat dies auch einen musikalischen Zweck ? Der Diskant hat ja nur 1 1/2 Oktaven Umfang.

Ottobeuren/Positiv

Aeolinchen, Mittwoch, 09. Januar 2013, 17:10 (vor 5036 Tagen) @ Reinhold Schafroth

Laut Orgel-Monographie "Die Orgelwerke der Abtei Ottobeuren" von Joseph Wörsching 1959
ist bei der Dreifaltigkeits-Orgel das I./Positiv in Baß (C-fis1) und Diskant (g1-d3) unterteilt.
Ist das aus rein architektonischen Gründen (linkes Prospekt-Gehäuse = Baß, rechtes = Diskant, letzteres mit zusätzlich "Princip 16' ") ?
Oder hat dies auch einen musikalischen Zweck ? Der Diskant hat ja nur 1 1/2 Oktaven Umfang.

Stimmt doch gar nicht.
Die Teilung ist zwischen fis0 und g0. Der Diskant hat also den gleichen Umfang wie im Récit.

Ottobeuren/Positiv

Reinhold Schafroth, Donnerstag, 10. Januar 2013, 08:13 (vor 5035 Tagen) @ Aeolinchen

Da sieht man wieder, daß Orgel-Monographien "mit Vorsicht und logischem Verstand" zu lesen sind.

Von den ca. 100, die ich besitze, ist mir schon in mehreren aufgefallen, daß das eine oder andere nicht stimmen kann.

Ferner sind bei den meisten Orgeln zwischenzeitlich Änderungen vorgenommen worden.
Ärgerlich ist, daß z.B. im Ottobeurer Klosterladen immer noch Hefte verkauft werden, die (ohne Hinweis) noch die alte Disposition der Marienorgel mitteilen.

Dieses unterstrichene "verkauft" in blauer Schrift stammt nicht von mir.

Ottobeuren/Positiv

Aeolinchen, Donnerstag, 10. Januar 2013, 09:09 (vor 5035 Tagen) @ Reinhold Schafroth

Da sieht man wieder, daß Orgel-Monographien "mit Vorsicht und logischem Verstand" zu lesen sind.

Von den ca. 100, die ich besitze, ist mir schon in mehreren aufgefallen, daß das eine oder andere nicht stimmen kann.

Ich würde sogar behaupten, dass nicht nur in Orgel-Monographien, sondern auch in anderen Schriftwerken hin und wieder Fehler vorkommen.
Vielleicht ist es kein Fehler, beim Lesen grundsätzlich den Verstand einzuschalten.

Dieses unterstrichene "verkauft" in blauer Schrift stammt nicht von mir.

Was? Wo? Ich sehe nichts.

Ottobeuren/Positiv

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Donnerstag, 10. Januar 2013, 10:12 (vor 5035 Tagen) @ Reinhold Schafroth

Da ich die Orgel in natura kenne, wage ich mich hier an eine Antwort:

Die Bass-Diskant-Teilung ist richtig, wenn man Bilder vom Spieltisch sieht, sind die Positiv-Register ganz unten im abgeschrägten Teil, der Bass-Zug links und der Diskant-Zug rechts. Nur ein oder zwei Register, die zusammen auf einem Zug hängen.

Der Bass steht im (vom Spieltisch aus) linken Positiv, der Diskant im rechten. Der Principal 16´ für den Diskant soll einerseits die Gravität des Werkes unterstützen (im HW hat nur der Bourdon 16´ Platz) so wie wir das vielleicht mit dem Bourdon 32´ im Hauptwerk in Neresheim sehen dürfen,
andererseits musste der Diskant-Teil ja Prospektpfeifen haben und da das ganze Kleingemüse deutlich überlängt hätte werden müssen hat Riepp die Gelegenheit beim Schopf gegriffen und einfach einen 16´-Principal im Diskant "disponiert".

Die Begründungen sind übrigens nicht von mir sondern von J. Miltschitzky, Stefan Bleicher und anderen Dozenten damals auf der "Süddeutschen Orgelakadmie" so geliefert worden.

Sicher ist: die Angabe "Princip 16 Diskant" ist richtig und das Register ist original. Inwieweit es von Riepp während dem Bau hinzugefügt wurde weiß ich nicht auswendig.

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