R.I.P.
OrganisteTuttilaire, Donnerstag, 10. Januar 2013, 13:51 (vor 5039 Tagen)
Franz Lehrndorfer.
R.I.P.
otto krämer, Donnerstag, 10. Januar 2013, 13:58 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Ein großartiger Musiker.
Für die Improvisation einer der Giganten.
R.I.P.
R.I.P.
untersatz32
, Amriswil, Donnerstag, 10. Januar 2013, 14:17 (vor 5039 Tagen) @ otto krämer
Das ist traurig zu hören. Da werde ich mir heute in Memoriam seine herrliche halbstündige Improvisation über "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" (auf der alten, grauen Schallplatte aus dem Liebfrauendom) anhören:
ein wahres Meisterstück zyklischer und variationsgeladener Improvisationskunst, einschliesslich der tollen Fuge (übrigens noch auf der "alten" Domorgel, welche auf dieser LP gigantisch klingt).
"In paradisum deducant te angeli..."
Thomas
--
Thomas Haubrich
R.I.P.
D. Hausmann
, Donnerstag, 10. Januar 2013, 16:16 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Hallo Zusammen,
darf ich kurz fragen, woher diese Info stammt?
In den Medien ist noch nirgends davon zu lesen bzw. hören..
Herzlichen Dank und Gruß!
Dieter
R.I.P.
Werni
, Donnerstag, 10. Januar 2013, 19:51 (vor 5039 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Ich fand die Nachricht auch gerade bestätigt durch Gereon Krahforst, ja ebenfalls ein Schüler Lehnrdorfers.
Franz Lehrndorfer war sich nicht zu schade, auch einem unbedeutenden Organisten wie mir zu meiner Hochzeit die damals gerade fertig gestellte Münchner Domorgel in einer einstündigen Orgelvorführung zu zeigen. Ein großartiger und weitherziger Mensch.
Ich hatte die Freude sehr viele Konzerte von ihm besuchen zu können. So kenne ich auch die alte Münchner Domorgel und erinnere mich, dass Lehrndorfer die Flöten der Orgel sehr liebte.
Lehrndorfer war in der Tat der König der improvisierten Fuge. Ich erinnere mich an Düsseldorf St. Franziskus Xaverius, wo er eine Fuge über ein Thema von Reger, noch ein Fugenthema und den Choral "wenn ich einmal soll scheiden" improvisierte - nachzuhören in der Beilage-CD der Festschrift "Dux et comes" zu Ehren Franz Lehrndorfers.
Lehrndorfer hatte trotz seines hohen Intellektes eine Affinität zum Weihnachtsfest. Ich erinnere mich, dass ich seine Choralvariationen "O du fröhliche" meinen holländischen Freunden W.H. Zwart, Herman van Vliet und anderen gezeigt habe, die diese spontan in ihre jeweiligen Weihnachtskonzerte eingebauen wollten. Es kam aber die Frage an mich, ob Franz Lehrndorfer nicht auch noch eine Toccata zu diesem Lied komponieren könne. Ich habe dies Herrn Lehrndorfer vorgetragen und innerhalb weniger Tage von ihm eine handschriftliche Kopie dieser Toccata erhalten, die er in dieser kurzen Zeit erarbeitet hatte. Diese fand in Holland hohen Anklang.
Gerne improvisierte Lehrndorfer auch über den Choral "wie schön leuchtet der Morgenstern", den ich in vielen Konzerten nicht müde wurde zu hören - die Grundstruktur war sicher jeweils sehr ähnlich, aber der Unterschied zwischen einer Improvisation vor 40 Jahren und vor fünf Jahren war dergestalt, dass man in letzterer die versammelte musikalische Altersweisheit erleben konnte und virtuos war beides.
Legendär war sein trockener Humor und seine menschliche Art auch seinen Schülern gegenüber. Nicht umsonst sind viele derzeit tätige und emeritierte Domorganisten hoch begeistert von Franz Lehrndorfer.
War es nicht im alten Forum, oder von wem habe ich das gehört: Lehrndorfer und Cochereau sollen einmal im Hamburger Michel eine Art Improvisationswettstreit durchgeführt haben, wobei Lehrndorfer die große Orgel Cochereu überliess?
Franz Lehrndorfer - R.I.P.
Gerhard Wernecke
R.I.P.
Reinhard Kluth
, Tübingen, Donnerstag, 10. Januar 2013, 20:48 (vor 5039 Tagen) @ Werni
Vielen Dank für die umfassende Information. Das stimmt auch mich sehr traurig, dieweil ich Franz Lehrndorfer sehr verehrt habe. Ich habe grade jetzt zur Weihnachtszeit alle seine Vorspiele und Variationen über entsprechende Advent- und Weihnachtslieder gespielt,(was ich früher nie so konzentriert getan habe) die natürlich allesamt großen Anklang in der Gemeinde finden. Gestern morgen habe ich noch nach der Messe sein Concerto über den Morgenstern gespielt. Ein wunderbares Werk.
Er wird jetzt zusammen mit den Engeln musizieren.
Reinhard Kluth
R.I.P.
Frank Berger
, Wassenberg, Donnerstag, 10. Januar 2013, 23:19 (vor 5038 Tagen) @ Reinhard Kluth
R.I.P.
Da werden meine alten Schätzchen (LPs, Mitschnitte der Internationalen Konzerte in den 1970er Jahren an der Klaisine in St. Franziskus Xaverius, Düsseldorf) zum Andenken an einen großen Organisten. Franz Lehrndorfer war von 1970 bis 1979 jedes Jahr dabei.
Frank
R.I.P.
wos, Samstag, 19. Januar 2013, 17:04 (vor 5030 Tagen) @ Werni
Lieber Gerhard,
wenn es sich bei Dir um den Gerhard handelt, der vor 16 Jahren (lange ist's her) auf meiner Hochzeit in Langenfeld gespielt hat, dann möchte ich sagen, dass ich durch Dich damals die Musik von Lehrndorfer kennen lernen durfte, welche mich sehr begeistert und beeindruckt hat.
Ich habe noch eine LP mit Improvisationen über Kinderlieder, die mich damals als junger Musiker verzauberte. Ein paar angespielte Stücke kann man sich hier anhören.
Würdigung des BR
Grüße
Wolfgang
Nachruf
D. Hausmann
, Freitag, 11. Januar 2013, 16:23 (vor 5038 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Hier ist der erste Bericht:
R.I.P.
Bernarduss, Freitag, 11. Januar 2013, 21:37 (vor 5038 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Hier ein weiterer Nachruf: http://www.erzbistum-muenchen.de/Page006352_24660.aspx
R.I.P. Franz Lehrndorfer
Thofi, Montag, 14. Januar 2013, 10:56 (vor 5035 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Requiem und Beisetzung ist im Familienkreise.
Der Gedenkgottesdienst findet am Montag, 21. Januar um 11 Uhr in der Basilika St. Bonifaz, Karlstr. in München statt (Orgel Mühleisen, Strasbourg - mit Supper-Mikado).
Grüße
Thomas
R.I.P. Franz Lehrndorfer
D. Hausmann
, Montag, 14. Januar 2013, 11:04 (vor 5035 Tagen) @ Thofi
Danke für die Information.
Ist es dem "unangenehmen Ende" seines Berufslebens zuzuschreiben, dass der Gottesdienst nicht im Dom stattfindet?
Immerhin war der Dom ja lange sein zweites Zuhause - und "seine" Orgel steht ja auch dort...
Gruß
Dieter
R.I.P. Franz Lehrndorfer
Karsten, Montag, 14. Januar 2013, 12:11 (vor 5035 Tagen) @ D. Hausmann
Danke für die Information.
Ist es dem "unangenehmen Ende" seines Berufslebens zuzuschreiben, dass der Gottesdienst nicht im Dom stattfindet?
Immerhin war der Dom ja lange sein zweites Zuhause - und "seine" Orgel steht ja auch dort...
Das kann, muss aber nicht (ein) Hauptgrund für die Wahl der Lokalität sein. Nachvollziehbar wäre es auf jeden Fall. Abgesehen von den Querelen könnte es aber auch schlicht Lehrndorfers Bescheidenheit geschuldet sein, sofern er diesbezüglich noch einen Wunsch geäußert hat.
Lehrndorfer war auch der Orgel in St. Bonifaz verbunden (er hat dort ein französisches Programm eingespielt).
Weitere, wenn nicht die Hauptgründe könnten sein, dass
- der Dom schlicht "ausgebucht" ist,
- dass die mit Sicherheit erscheinenden Zaungäste, sprich Touristen, kaum zu einer würdigen Atmosphäre beitrügen. (Da kann man soviel "Gottesdienst - keine Besichtigung"-Schilder aufstellen wie man will.)
- auch wenn sicher zahlreiche Freunde, Bekannte, Schüler etc. erscheinen würden, der Dom wohl kaum "voll" werden würde. Die Trauergemeinde käme sich sicher sehr verloren im großen Dom vor, womit wir wieder bei der Atmosphäre werden.
Gruß
Karsten
R.I.P. Franz Lehrndorfer
Cor de Basset, Montag, 14. Januar 2013, 12:41 (vor 5035 Tagen) @ Karsten
Es wird einen ganz einfachen Grund für die Wahl eines bestimmten Ortes für den öffentlichen Gedenkgottesdienst geben: Nicht der Dom dürfte der Entscheidungsträger gewesen sein, sondern die Familie Lehrndorfer.
Die Verbundenheit Lehrndorfers zu St. Bonifaz ist für mich nicht durch eine einzelne Einspielung an der Mühleisen-Orgel zu erklären, da er im Dom zwischen 1969 und 2002 eine ganze Reihe von Aufnahmen gemacht hatte. Von 1962 bis 1993 hatte er an der Münchner Musikhochschule gearbeitet, und St. Bonifaz ist die nächstgelegene Kirche zum Hauptgebäude der HMT an der Arcisstraße 12, deren Orgel bis heute regelmäßig als Übe- und Unterrichtsinstrument und für Konzerte (Orgelmatineen) der Studierenden verwendet wird.
In St. Bonifaz hatte Franz Lehrndorfer im August vergangenen Jahres auch sein letztes Orgelkonzert gespielt; ein weiteres Konzert im September in der Theatinerkirche musste er aus gesundheitlichen Gründen absagen. Kurzfristig war Lehrndorfers früherer Schüler Hans Leitner für ihn eingesprungen (der ja 2003 dessen Nachfolger als Organist am Dom wurde und dort schon von 1982 bis 1989 sein ständiger Vertreter gewesen war). Im Dom war Lehrndorfer in den letzten Jahren häufig als Konzertbesucher zu sehen.
In der Zwischenzeit wurden weitere Nachrufe veröffentlicht:
Die Welt
Süddeutsche Zeitung
Badische Zeitung
Hochschule für Musik und Theater München
R.I.P. Franz Lehrndorfer
Karsten, Montag, 14. Januar 2013, 12:55 (vor 5035 Tagen) @ Cor de Basset
Die Verbundenheit Lehrndorfers zu St. Bonifaz ist für mich nicht durch eine einzelne Einspielung an der Mühleisen-Orgel zu erklären, [...]
Für mich ehrlich gesagt auch nicht, aber es viel mir gerade beispielhaft als einer der möglichen Gründe ein. Die Verbindung der Kirche (auch) zur Musikhochschule mag natürlich "schwerwiegender" sein, aber das ist eigentlich auch egal...
Gruß
Karsten
R.I.P. Franz Lehrndorfer
Thofi, Montag, 14. Januar 2013, 18:30 (vor 5035 Tagen) @ Cor de Basset
Es wird einen ganz einfachen Grund für die Wahl eines bestimmten Ortes für den öffentlichen Gedenkgottesdienst geben: Nicht der Dom dürfte der Entscheidungsträger gewesen sein, sondern die Familie Lehrndorfer.
und das ist auch richtig so
Thomas
R.I.P. Franz Lehrndorfer
Cor de Basset, Dienstag, 15. Januar 2013, 10:03 (vor 5034 Tagen) @ Cor de Basset
In der Zwischenzeit wurden weitere Nachrufe veröffentlicht:
Die Welt
Süddeutsche Zeitung
Badische Zeitung
Hochschule für Musik und Theater München
... und ein weiterer Nachruf, verfasst von Hans Leitner, im Trierer Orgelpunkt.
R.I.P. Franz Lehrndorfer
OrgelDiehl
, 71364 Winnenden, Dienstag, 15. Januar 2013, 17:58 (vor 5034 Tagen) @ Cor de Basset
Achtung !
In wenigen Minuten beginnt auf BR Klassik eine Sondersendung zum Tod Franz Lehrndorfers. Kann online gehört werden.
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OrelDiehl
R.I.P.
untersatz32
, Amriswil, Samstag, 19. Januar 2013, 00:10 (vor 5030 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
Konnte noch auf Amazon eine Ausgabe der Festschrift "Dux et comes" ergattern samt CD. Die dritte Impro an der zeilhuberin über "Nun Brüder sind wir frohgemut" aus 1973 oder so ist einfach glorios - Improvisator, Stück und Orgel. Fantastisch - eine perfekte Symbiose !!
Gruss Thomas
--
Thomas Haubrich
R.I.P.
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 31. Januar 2013, 14:39 (vor 5018 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
R.I.P.
Cor de Basset, Donnerstag, 31. Januar 2013, 14:47 (vor 5018 Tagen) @ Hausorgler
Eben hat mir Amazon eine CD geschickt. Ich bin begeistert - und mein kleiner Sohn noch mehr. Schön, wenn ein Mensch über das Leben hinaus noch andre Menschen erfreuen kann. Vielleicht erreicht ihn ja unsere Freude - wäre schön.
Wirklich eine herrliche Aufnahme, vor allem Lehrndorfers Improvisation über "Spannenlanger Hansel". Weiß jemand, ob seine Improvisationen über Weihnachtslieder von 1969 mittlerweile wieder auf CD erhältlich sind? Sie enthalten folgende Improvisationen:
Variationen über "O du fröhliche"
Variationen über "Kommet ihr Hirten"
Variationen über "Zu Bethlehem geboren"
Introduktion, Variationen und Fuge über "Vom Himmel hoch"
Carl Orff hatte sich in einem Brief an Franz Lehrndorfer enthusiastisch über diese LP geäußert; es war offenbar seine Lieblings-Schallplatte.
R.I.P.
Orlos, Donnerstag, 31. Januar 2013, 23:18 (vor 5017 Tagen) @ Cor de Basset
Auf der neuen CD aus Speyer (kurze Hörbeispiele) sind auch Lehrndorfer-Variationen zu hören.