Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 12. Januar 2013, 16:06 (vor 5034 Tagen)

Liebe Mitforisten,


nach der Lektüre eines in der Arp-Schnitger-Facebookgruppe verlinkten Artikels kam ich eben auf die Homepage des dortigen Fördervereins. Was dort auf der Startseite zu lesen war, hat mich allerdings ziemlich befremdet:

"Achtung: Im Web wird mit Bildern der Cappel - Arp-Schnitger-Orgel für den Kauf einer Software / Sampleset zum Herunterladen geworben. Diese Tonaufnahmen entsprechen nicht dem Klangbild der Arp-Schnitger-Orgel Cappel. Wir distanzieren uns von diesen Anbietern!"

Quelle: http://www.arp-schnitger-orgel-cappel.de/

Bei allem Enthusiasmus, der diesen Hauptwerk-Projekten allgemein entgegengebracht wird, sind das aber nun deutlich herbere Töne. Weiß dazu vielleicht jemand Näheres?

Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

tiratutti @, Samstag, 12. Januar 2013, 16:40 (vor 5034 Tagen) @ Poupoulcorouse

Hallo,

"Achtung: Im Web wird mit Bildern der Cappel - Arp-Schnitger-Orgel für den Kauf einer Software / Sampleset zum Herunterladen geworben. Diese Tonaufnahmen entsprechen nicht dem Klangbild der Arp-Schnitger-Orgel Cappel. Wir distanzieren uns von diesen Anbietern!"

Quelle: http://www.arp-schnitger-orgel-cappel.de/

Bei allem Enthusiasmus, der diesen Hauptwerk-Projekten allgemein entgegengebracht wird, sind das aber nun deutlich herbere Töne. Weiß dazu vielleicht jemand Näheres?

geht es um Cappel bei Orgelbits?

Grüße von tiratutti

Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Contrebasson 32' @, Samstag, 12. Januar 2013, 16:45 (vor 5034 Tagen) @ tiratutti

geht es um Cappel bei Orgelbits?

Grüße von tiratutti

Ja, es geht um das bei orgelbits.de besprochene Sampleset von Milan Digital Audiio.

Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

ado @, Berlin, Samstag, 12. Januar 2013, 18:52 (vor 5034 Tagen) @ Contrebasson 32'

""Achtung: Im Web wird mit Bildern der Cappel - Arp-Schnitger-Orgel für den Kauf einer Software / Sampleset zum Herunterladen geworben. Diese Tonaufnahmen entsprechen nicht dem Klangbild der Arp-Schnitger-Orgel Cappel. Wir distanzieren uns von diesen Anbietern!"

Quelle: http://www.arp-schnitger-orgel-cappel.de/"

(ich weiß nicht, wie ich hier "zitiere", wenn ich nicht an den zitierten eintrag, sondern "unten" antworten will...)

ich bin auch schon über diese "warnung" gestolpert und fand sie so befremdend, daß ich erwog, an die angegebene netzadresse zu schreiben. ich weiß nicht recht, wie "offiziell" diese seite eigentlich ist -- als "kontakt" werden eine familie eide und eine frau bartels genannt. zwar ist auf der seite auch das pfarramt verlinkt, das macht die seite aber noch nicht zu einer gemeinde-offiziellen präsenz.

ich bin begeisterter hauptwerk-nutzer und besitze auch die cappel-orgel als klangbibliothek. diese ist technisch nicht mehr ganz auf dem neuesten stand, aber doch sehr solide gemacht und scheint mir das klangbild der realen orgel recht überzeugend wiederzugeben. eben erst hat wolfram syré wieder eine ganze reihe aufnahmen bei contrebombarde.com hochgeladen, die mit diesem sample set gemacht worden sind.

ich halte es für VOLLKOMMEN AUSGESCHLOSSEN, eine orgel zu sampeln, ohne daß offizielle stellen etwas "merken" und ergo zustimmen. der aufwand ist riesig, man hält tagelang die orgel "besetzt". was immer da "nicht rund" gelaufen ist, IRGEND JEMAND vor ort mit zugang zur orgel muß hier mitgewirkt haben.

im übrigen verstehe ich überhaupt nicht, welcher vernünftige grund gegen die digitalisierung einer orgel vorgebracht werden kann -- mit der einen ausnahme, daß man die nutzung der klangbibliotheken für öffentliche aufnahmen in kommerzieller absicht ausschließen möchte oder an eventuellen einkünften beteiligt werden will.

ansonsten sollte man sich freuen, daß der bekanntheitsgrad der orgel erhöht wird, daß der klang archiviert ist, sollte dem realen instrument etwas zustoßen oder es auch nur etwa durch eine restaurierung verändert werden. genausogut könnte man etwas dagegen haben, daß eine orgel fotografiert wird -- es handelt sich bei der digitalisierung ja um nichts anderes als um eine art akustische fotografie, die dem instrument keinerlei schaden zufügt.

was mich an dieser cappeler internetseite und dem anscheinend dahinter stehenden "förderverein" besonders ärgert: die tun so, als gehörte die orgel ihnen, dabei haben sie nichts dafür getan, daß sie existiert. unabhängig vom formal juristischen aspekt gehören solche orgeln moralisch der menschheit und keinen privatpersonen oder körperschaften! ein "förderverein" sollte im gegenteil das anliegen verfolgen, die digitalisierung zu fördern. zum beispiel, indem -- das wurde im hauptwerk-forum schon erörtert -- eine neuaufnahme nach jetzigem technischen stand (mehrfache abklangphasen, gesampleter tremulant...) durchgeführt wird.

Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 12. Januar 2013, 18:59 (vor 5034 Tagen) @ ado

Das ist, mit Verlaub, Unsinn.

Die Orgel gehört der Gemeinde, die sie bezahlt hat. Egal ob sie gebraucht gekauft wurde oder ein Neubau war. Und gleich, ob es sich dabei um "Kulturgut" handelt oder nicht.

Ein architekturhistorisch bedeutsames Haus, das du von deinem Vater erbst, wird auch nicht irgendwann zum Gemeineigentum, das jeder nach Belieben betreten und fotografieren darf, wenn du nicht einverstanden bist. Und genauso hast du ein Recht drauf, die Veröffentlichung von Fotos zu untersagen, die dir nicht gefallen.


Und, so wie sich dieser "Hinweis" liest, scheint man ja nicht generell etwas gegen solche Aufnahmen zu haben, sondern vor allem mit dem Ergebnis nicht zufrieden zu sein. Ob das nun in enger Absprache mit der Gemeinde zustandekam, oder ob die Gemeinde überrumpelt wurde.

Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Schreipositiv @, Wetter, Samstag, 12. Januar 2013, 19:42 (vor 5034 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von Schreipositiv, Samstag, 12. Januar 2013, 19:57

Das ist, mit Verlaub, Unsinn.

Die Orgel gehört der Gemeinde, die sie bezahlt hat. Egal ob sie gebraucht gekauft wurde oder ein Neubau war. Und gleich, ob es sich dabei um "Kulturgut" handelt oder nicht.

Ein architekturhistorisch bedeutsames Haus, das du von deinem Vater erbst, wird auch nicht irgendwann zum Gemeineigentum, das jeder nach Belieben betreten und fotografieren darf, wenn du nicht einverstanden bist. Und genauso hast du ein Recht drauf, die Veröffentlichung von Fotos zu untersagen, die dir nicht gefallen.

Der letzte Absatz ist totaler Schwachsinn. Schon mal was von Panoramafreiheit gehört?

Und wenn die Cappeller so erpicht darauf sind, dass die Orgel ihnen gehört, dann sollen sie auch die nächste Restaurierung gefälligst selbst bezahlen.

Bei der ganzen Posse muss ich mir vorstellen, wie Brett Milan im Mission-Impossible-Style erst den verminten Kirchenvorplatz grazil überquert, dann mit einer Pistole mit Schalldäpmfer einige Wachen ausschaltet um anschließend ungesehen mit einem Diamantschneider ein Loch in die Kirchenfenster zu schneiden. Dann tänzelt er gekonnt zwischen den Laserstrahlen der Überwachunsanlage durch um sich anschließend ins Sicherheitssystem zu hacken um die Alarmanlage auszustellen.

Oder kurz: Dass niemand etwas vom Sampeln mitbekommt, ist ausgeschlossen, und wer sich überrumpeln lässt ist selbst schuld.

Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 12. Januar 2013, 19:53 (vor 5034 Tagen) @ Schreipositiv

Ich sagte betreten und fotografieren. Das bezog sich auf den Innenraum.


Wem soll die Orgel denn sonst gehören? Natürlich ist sicherzustellen, daß sie in angemessenem Umfang dem öffentlichen Musikleben zugänglich gemacht wird. Das bestreitet dort mit Sicherheit auch niemand (anders als zum Beispiel in der Ottobeuren-Diskussion). Aber sie ist trotzdem Eigentum der Gemeinde. Wenn der Förderverein in Sachen Orgel für die Gemeinde spricht, dann ist der Förderverein Sprachrohr des Eigentümers.

Und die Pflicht aus dem Eigentum an einer solchen Orgel, jene für die Öffentlichkeit und das Musikleben zugänglich zu machen bedeutet nicht, daß man mit dem Ergebnis eines Samplesets automatisch zufrieden sein muss, bzw. sich zum Einverständnis "zwingen" lassen müsste.
Und ich spreche hier rein hypothetisch. Wir wissen ja hier offenbar alle nicht, was dort wirklich abgelaufen ist.

Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Schreipositiv @, Wetter, Samstag, 12. Januar 2013, 20:25 (vor 5034 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ich sagte betreten und fotografieren. Das bezog sich auf den Innenraum.

Naja, betreten und fotografieren kann man so verstehen muss man aber nicht :-) Mea culpa. Das ändert trotzdem nichts daran, dass sich das ganze nach jemanden anhört, der vielleicht seine Stellung und seinen "Machtbereich" überschätzt und dementprechend handelt. Sowas kommt in ev. Gemeinden leider relativ oft vor.

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 12. Januar 2013, 20:32 (vor 5034 Tagen) @ Schreipositiv

Es kann aber auch mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit so klingen, als ob irgendein Technikfreund sich das Gelaber mit der Gemeinde gespart, irgendeinen Schlüsselinhaber übertölpelt und Tatsachen geschaffen hat, bevor die Gemeinde darüber entscheiden konnte, ob sie das denn so haben möchte oder nicht.

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Schreipositiv @, Wetter, Samstag, 12. Januar 2013, 21:00 (vor 5034 Tagen) @ Poupoulcorouse

Brett Milan ist nicht irgendein Technikfreund, ihm gehört der Laden.

Selbst wenn es so wäre, hätte die Gemeinde das ganze ja sehr schnell bemerkt.
Und warum heißt die Meldung nicht:" Die Orgel wurde ohne unsere Erlaubnis aufgenommen"?
Warum dieses "hat nichts mit der echten Orgel zu tun", was definitiv nicht der Fall ist?

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 12. Januar 2013, 21:34 (vor 5034 Tagen) @ Schreipositiv

Die Frage werden wir hier jetzt ohnehin nicht klären können.

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

ado @, Berlin, Samstag, 12. Januar 2013, 22:12 (vor 5034 Tagen) @ Poupoulcorouse

stimmt, die frage, was da abgelaufen ist, läßt sich leider anscheinend wirklich nicht so ohne weiteres klären. schreipositiv hat aber recht, wenn er darauf hinweist, daß die aussage, das sample set habe nichts mit der echten orgel zu tun, schlicht falsch ist. wenn man es gutwillig auslegen will, darf man vermuten, daß der förderverein cappel wohl keine ahnung hat, was "hauptwerk" eigentlich ist. das kann man immerhin halb verstehen, obwohl es diese unglückliche formulierung nicht rechtfertigt.

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 12. Januar 2013, 22:23 (vor 5034 Tagen) @ ado

Naja, wenn man sich die Klangbeispiele auf deren Seite ansieht, hat das mit der echten Orgel tatsächlich nicht viel zu tun.

Da wird natürlich munter mit den Einzelregistern und nicht vorhandenen Koppeln gespielt. Und ob die Qualität der Aufnahmen (sind ja schon älteren Datums) dem state of the art der neueren Samplesets entspricht, das sei auch mal dahingestellt. Es kann gut sein, daß das eines der Probleme ist.

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

JSBach @, Aachen, Samstag, 12. Januar 2013, 22:26 (vor 5034 Tagen) @ Poupoulcorouse

und das alte Filme nicht in HD und 3D sind ist auch völlig inakzeptabel....

das ist ja keine Argumentationsgrundlage, als das Sampleset gemacht wurde, war es in bester Qualität. und auf dem Markt hat sich halt in den letzten Jahren seeehr viel geändert.

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 12. Januar 2013, 22:31 (vor 5034 Tagen) @ JSBach

Ich habe nur versucht, die Argumentation des Fördervereins nachzuvollziehen, mit den Informationen, die wir hier halt haben. Das bedeutet ja nicht, daß ich das selbst so sehe.

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

Nokuhn, Samstag, 12. Januar 2013, 23:25 (vor 5034 Tagen) @ Poupoulcorouse

Es gibt doch eigentlich nur 3 Möglichkeiten:
a) die Aufnahmen stammen nicht aus Cappel (kein Kommentar).
b) die Aufnahmen stammen aus Cappel, wurden aber ohne Zustimmung der damals Zuständigen erstellt. Wie soll das abgelaufen sein? Warum hat man dann kassiert? Hat man?
c) die Aufnahmen stammen aus Cappel und wurden mit Zustimmung der damals verantwortlichen erstellt. Wozu dann die Quelenen?

Viele Gruesse

Nokuhn

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

ado @, Berlin, Sonntag, 13. Januar 2013, 00:56 (vor 5034 Tagen) @ Nokuhn

das sample set beruht ganz eindeutig auf aufnahmen der realen orgel. ich habe das zufällig gestern erst überprüft! wie gesagt, ich habe das sample set, und wollte wissen, ob gewisse, sagen wir "besonderheiten" des klangs möglicherweise artefakte der digitalisierung darstellen. deswegen habe ich bei youtube nach aufnahmen gesucht. wenn man suchworte wie "cappel", "orgel", "schnitger" u.ä. verwendet, stößt man reichlich sowohl auf aunahmen, die mit dem sample set gemacht sind (die findet man ebenso bei contrebombarde.com), als auch auf solche, wo die reale orgel aufgenommen ist (zB aufnahmen von helmut walcha aus den 70er jahren). zu meiner beruhigung konnte ich feststellen, daß die aufnahmen der realen orgel diegleichen "besonderheiten" aufweisen -- tatsächlich ist der klang dieser orgel ziemlich, wie soll ich sagen, "persönlich", charakteristisch, und in mancher hinsicht gewöhnungsbedürftig. sicher sind youtube-videos von der klangqualität erst einmal suspekt. die sache ist aber die: ich persönlich würde mir nicht zutrauen, im blindtest hier sample set und reale orgel zu unterscheiden.

ich verweise auch noch mal auf die bereits verlinkte seite aus dem deutschsprachigen hauptwerkforum (es gelingt mir aus irgendeinem grund nicht, sie neu zu verlinken). hier findet sich von wolfram syré sowohl eine kurzkritik des sample sets als auch ein eingehen auf die unklaren modalitäten der digitalisierung. syré als kenner auch der realen orgel ist der ansicht, daß das sample set sie adäquat wiedergibt.

FürSchnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

florianf, Graz, AT, Sonntag, 13. Januar 2013, 11:51 (vor 5033 Tagen) @ Poupoulcorouse

Wenn der Gemeinde wirklich an einer guten Repräsentation der Orgel gelegen wäre, hätte man Brett lediglich einladen müssen, eine neuere Ausgabe des Sets zu erstellen, auf aktuellem Stand der Technik. Im amerikanischen Forum wünschen sich das einige begeisterte User. Brett erteilte dem jedoch unlängst eine Absage ("Es gibt keine Pläne für eine Neuaufnahme dieses Instruments"), was ich angesichts der Umstimmigkeiten mit dem Förderverein gut verstehen kann..

Hauptwerk in der Kirche

Orlos, Sonntag, 13. Januar 2013, 01:21 (vor 5034 Tagen) @ ado

Einerseits heißt es, man dürfe die gesampelten Klänge nicht in öffentlichen Räumen oder Kirchen verwenden.
Auf der Wikipedia-Seite steht aber (unter "Anmerkungen") folgender Satz:
"In den Niederlanden sind Installationen mit Hauptwerk inzwischen auch schon in zahlreichen Kirchen zu finden."
Gibt es denn auch in Deutschland schon Kirchen, die mit diesem System ausgerüstet sind? Die Installierung scheint ja sehr einfach zu sein, wenn man nur genug Rechnerleistung besitzt.

Hauptwerk in der Kirche

Florian-L, Sonntag, 13. Januar 2013, 08:13 (vor 5033 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von Florian-L, Sonntag, 13. Januar 2013, 08:20

Einerseits heißt es, man dürfe die gesampelten Klänge nicht in öffentlichen Räumen oder Kirchen verwenden.
Auf der Wikipedia-Seite steht aber (unter "Anmerkungen") folgender Satz:
"In den Niederlanden sind Installationen mit Hauptwerk inzwischen auch schon in zahlreichen Kirchen zu finden."
Gibt es denn auch in Deutschland schon Kirchen, die mit diesem System ausgerüstet sind?

Weiß ich nicht, aber in der Stadtpfarrkirche Amstetten (A) etwa gibt es das.
Die Erlaubnis der Verwendung in öffentlichen Räumen hängt vom jeweiligen Sample-Hersteller ab.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Hauptwerk in der Kirche

JSBach @, Aachen, Sonntag, 13. Januar 2013, 08:17 (vor 5033 Tagen) @ Orlos

Prinzipiell darf Hauptwerk azuch in Kirchen und anderen öffentlichen räumen eingesetzt werden, aber anscheinend nicht alle samples. Ein deutsches Beispiel kenne ich abernicht...

Hauptwerk in der Kirche

ado @, Berlin, Sonntag, 13. Januar 2013, 09:04 (vor 5033 Tagen) @ JSBach

danke für die instruktiven bilder aus amstetten! ich hoffe mal, daß sich das in kirchen nicht weiter ausbreitet...wie gesagt, ich finde hauptwerk fantastisch, aber im wohnzimmer und mit der option kopfhörer. in öffentliche räume gehören nach meiner ansicht pfeifenorgeln. die lautsprecheranlage in kirchen so einzurichten, daß ein sampleset wirklich klingt wie eine orgel, ist mancher diskussion im hauptwerk-forum nach zu urteilen eine äußerst knifflige angelegenheit. positiv ist allenfalls, daß ein hauptwerk-sampleset vermutlich im zweifel besser klingt als eine digitalorgel.

Hauptwerk in der Kirche

Schreipositiv @, Wetter, Sonntag, 13. Januar 2013, 10:57 (vor 5033 Tagen) @ Orlos

Gibt es denn auch in Deutschland schon Kirchen, die mit diesem System ausgerüstet sind? Die Installierung scheint ja sehr einfach zu sein, wenn man nur genug Rechnerleistung besitzt.

[image]

Zumindest temporär.
Dieser Screenshot stammt aus einem Fernsehgottesdienst aus Dortmund (?), rechts sieht man einen Monitor mit einer Oberfläche die aussieht wie die vom Sauer-Sampleset aus Dortmund von OrganArtMedia.

Hauptwerk in der Kirche

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 13. Januar 2013, 11:17 (vor 5033 Tagen) @ Schreipositiv

Na, das ist doch 'ne großartige Lösung für St. Reinoldi ;-)

Hauptwerk in der Kirche

florianf, Graz, AT, Sonntag, 13. Januar 2013, 11:48 (vor 5033 Tagen) @ Schreipositiv

das ist tatsächlich die Registeransicht der Dortmunder Orgel von OrganArtMedia. Interessant, dass sie die für einen Fernsehgottesdienst verwenden, da die Firma normalerweise a) Einsätze im öffentlichen Bereich untersagt und b) die Option, die Hallfahnen abzuschneiden deaktiviert. Aber wenn das mit der Dorstfelder Gemeinde abgesprochen wurde, gabs da vielleicht eine spezielle Version? .. Interessant, interessant ;)

Hauptwerk in der Kirche

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 13. Januar 2013, 12:04 (vor 5033 Tagen) @ florianf

Hallo,

was einmal in der Welt ist, läßt sich in aller Regel nicht aufhalten. Man muß kein Prophet sein um anzunehmen, daß wir in ca 15-20 Jahren in vielen Kirchen die Orgel aus Cappel von Lautsprechern hören werden. Oder die aus dem Dom zu Verden...

Wenn etwss technisch machbar ist, dann wird es auch gemacht. Irgendwann fallen alle gut gemeinten selbstgesetzten Schranken. Da sollte man sich nichts vormachen.

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

Hauptwerk in der Kirche

florianf, Graz, AT, Sonntag, 13. Januar 2013, 12:11 (vor 5033 Tagen) @ Clemens Schäfer
bearbeitet von florianf, Sonntag, 13. Januar 2013, 12:15

Ich denke, obgleich deine Zukunftsschau schon berechtigt ist, dennoch, dass echte Orgeln weiterhin überwiegen werden. Der Nutzer chp hat im Sakralorgelforum folgenden Beitrag geschrieben, in dem er P. Planyavsky zitiert:

chp
es gibt da eine sehr nette Stelle in Peter Planyavskys Buch "Moritz Reger". Darin schildert er, dass er einmal von einer Bekannten eine Rose geschenkt bekommen habe und diese vergessen habe, ins Wasser zu stellen. Darauf hin schenkte ihm die Spenderin ein Jahr später eine Plastikrose, die er als Blumen-Ignorant für eine echte hielt und ins Wasser stellte. Planyavsky fährt dann fort:

"Halten wir also fest: Gut gemachte Kunstrosen sind, vor allem von jemandem, der nicht Blumenbinder oder Rosologe ist, nicht von echten zu unterscheiden (mag sein, dass ich ein besonders krasser Einzelfall bin, aber immerhin, es passiert). Und nun ziehen wir den Schluss: Daher ist eine Kunstrose "genauso gut" wie eine echte, weil sie nicht zu unterscheiden ist. Nein, wir ziehen nicht? Wir schenken einer geliebten Frau weiterhin echte, obwohl die künstliche "nicht zu unterscheiden" und "kostengünstiger" ist? Ei! Gibt es also noch andere Kriterien im Bereich des Kulturellen - solche, die sich der Kosten-Nutzen-Rechnung entziehen? Schenken wir der geliebten Frau einen Messingring mit einem Glasstein zum 19. Hochzeitstag (denn man kann "keinen Unterschied sehen" und es ist "kostengünstiger")? Nein, tun wir nicht. Streichen wir eine gotische Pieta beim Restaurieren mit Goldfarbe aus dem nächsten Bastlerbedarfsladen? Nein, wir lassen sie mühselig - und nicht gerade kostengünstig - neu vergolden" (müsste als Kleinzitat in einer geistreichen Diskussion ja erlaubt sein).

Genau so wie mit der Plastikrose oder der Goldfarbe stelle ich mir das auch mit den Orgeln vor - auch wenn viele den Unterschied zwischen E-Orgel und P-Orgel nur am Geldbeutel der Gemeinde bemerken, wird das trotzdem nicht die Norm werden.

Im Wohnzimmer hingegen wird sich kaum einer große Kunstwerke leisten können, da ist die Reproduktion von solchen Instrumenten wohl zu erwarten und auch die einzige Möglichkeit. Von daher ist das Sampeln für die eigenen vier Wände wohl zu begrüßen. Man kann sich von alten Gemälden in den eigenen vier Wänden auch nur eine Replik leisten, wenn man nicht gerade eine Bank überfallen hat.

viele Grüße,
florianf

Hauptwerk in der Kirche

ado @, Berlin, Sonntag, 13. Januar 2013, 12:33 (vor 5033 Tagen) @ Clemens Schäfer

*arrgghhh* ein grund mehr, sich sorgen zu machen. ich will NICHT in jeder kirche der welt die orgel aus cappel hören, oder auch nur damit rechnen müssen! (selbst mal angenommen die kriegen das hin mit der lautsprecherorganisation!)

Hauptwerk in der Kirche

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 17. Januar 2013, 09:17 (vor 5029 Tagen) @ Clemens Schäfer

Hallo,

was einmal in der Welt ist, läßt sich in aller Regel nicht aufhalten. Man muß kein Prophet sein um anzunehmen, daß wir in ca 15-20 Jahren in vielen Kirchen die Orgel aus Cappel von Lautsprechern hören werden. Oder die aus dem Dom zu Verden...

Wenn etwss technisch machbar ist, dann wird es auch gemacht. Irgendwann fallen alle gut gemeinten selbstgesetzten Schranken. Da sollte man sich nichts vormachen.

Gruß Clemens Schäfer

Das stimmt vollkommen. Ich erinnere mich, um 1980 herum von einer Dorfkirche in Oberbayern mit einem dünnen Bleistiftturm erfahren zu haben, aus welchem per Lautsprecher irgendein Domglockengetöse zu hören war.
Was die Hauptwerksache betrifft, so ist das für mich insoweit nachvollziehbar, als es so auch einem Organisten ohne Rang und Namen ermöglicht, wenigstens virtuell auf Orgeln zu spielen, auf welche ihn die Hohenpriester nie lassen würden - vorausgesetzt man hat das Kleingeld dazu. Wenn ich aber dann wieder lese, daß Samplings sehr bald technisch überholt sind und neue Samplings ständig größere Rechenleistungen erforden, bekomme ich Zweifel an der sinnhaftigkeit größerer Investitionen in so ein Projekt. Das scheint mir dann schon sehr eine finanzielle Dauerbaustelle zu sein.

Hauptwerk in der Kirche

ado @, Berlin, Donnerstag, 17. Januar 2013, 10:39 (vor 5029 Tagen) @ Hausorgler

ich glaube, es ist an der zeit, die vorstellung, daß sample sets rasch veralten, zu relativieren. in der volkswirtschaftsslehre kennt man das phänomen des abnehmenden grenznutzens: je mehr investiert wird, desto geringer ist der zusätzliche nutzen gleichbleibender zusätzlich investierter beträge. die neuen sample sets sind vom datenumfang her immer größer, haben lange ladezeiten und benötigen inzwischen riesige mengen arbeitsspeicher. alles im stil von schneller, höher, weiter, und wenn dann jemand es wagt, heute eine klangbibliothek ohne mehrfache abklangphasen (multiple releases) herauszubringen, wird er im hauptwerk-forum zur schnecke gemacht. wenn ich dann aber auf meinen alten sets spiele, wie ich das im augenblick immer wieder tue, bin ich teilweise überrascht, wie gut die klingen (obwohl sie im vergleich kaum arbeitsspeicher benötigen und sich in wenigen sekunden laden lassen), und wie wenig sie sich wirklich von ganz neuen unterscheiden. ich traue mich aber noch nicht, diesen gedanken in den dedizierten foren zu äußern... ein gedanke, der dort bereits geäußert worden IST, ist der, daß die software "hauptwerk" selbst nur mehr schwer noch zu verbessern ist, von details abgesehen; auch hier zeichnen sich grenzen der entwicklung ab. die qualitätssprünge zwischen aufeinanderfolgenden versionen der letzten jahren sind jedenfalls wohl nicht mehr zu erwarten.

Hauptwerk in der Kirche

Schreipositiv @, Wetter, Donnerstag, 17. Januar 2013, 14:38 (vor 5029 Tagen) @ ado

daß die software "hauptwerk" selbst nur mehr schwer noch zu verbessern ist, von details abgesehen; auch hier zeichnen sich grenzen der entwicklung ab. die qualitätssprünge zwischen aufeinanderfolgenden versionen der letzten jahren sind jedenfalls wohl nicht mehr zu erwarten.


Oh doch, da gibt es noch eine ganze Menge. Aus Programmierersicht ist Hauptwerk grottig. Es erschließt sich mir bis heute nicht, warum die Samplesets in den Arbeitsspeicher geladen werden müssen. Klar, es ist die einfachste und bequeste Lösung, doch sollte Streaming von SSDs eigentlich implementiert werden, da 64 GB an SSD viel billiger sind als 64 GB RAM. Außerdem wäre es so möglich, Hauptwerk auch auf dem normalen Arbeitsrechner zu installieren. Mit der RAM-Lösung sollte man immer eine um einige Dienste erleichterte Windowsinstallation nehmen.

Gruß,
Pascal

Hauptwerk in der Kirche

wos, Samstag, 19. Januar 2013, 12:45 (vor 5027 Tagen) @ Schreipositiv

Lieber Pascal,

Oh doch, da gibt es noch eine ganze Menge. Aus Programmierersicht ist Hauptwerk grottig. Es erschließt sich mir bis heute nicht, warum die Samplesets in den Arbeitsspeicher geladen werden müssen.

Da bin ich voll dabei. Ein Beispiel: Wenn ich ein Set mit 90 Registern besitze, dann bedeutet das nicht, dass ich bei jeder Übephase alle Register verwende! Warum werden sie dann geladen? Da gibt es noch unzählige Verbesserungen.

Eine Krücke hat man ja bereits eingebaut: Laden von unterschiedlichen Konfigurationen/Caches. Aber das ist keine Lösung die ich so brauche, sondern eine, die mit vergleichweise wenig Aufwand umgesetzt werden konnte.

...aber das wird dann meistens doch nur was, wenn man die Software selbst schreibt. Und dafür brauche ich nur das, was ich nur begrenzt habe: Zeit. Schade eigentlich ;-)

Grüße
Wolfgang

Hauptwerk in der Kirche

JSBach @, Aachen, Samstag, 19. Januar 2013, 13:12 (vor 5027 Tagen) @ wos

ja aber dann müsste ja im vorhinein festlegen, welche Register man benutzen will

oder sonst würde ja bei jedem gewählten Register ein kurzer Ladevorgang auftreten, das ist ja auch mist...

Hauptwerk in der Kirche

wos, Samstag, 19. Januar 2013, 16:18 (vor 5027 Tagen) @ JSBach

Das sollte so schnell gehen, dass es nicht störend wirkt. Wenn man das von vornherein so berücksichtigt hätte, dann kann man das unter dem Gesichtspunkt "hohe Performance" implementieren.
Desweiteren gäbe es die Möglichkeit, die Samples in einer festlegbaren Reihenfolge zu laden, so dass die häufig benutzten Pfeifen als erstes zur Verfügung stehen. Da denke ich z.B. an die oberste und unterste Oktave.

Es gibt noch viel Spielraum, dem Anwender beim Laden eines Sets möglichst schnell ein Spiel zu ermöglichen. Warum muß ich auf das Laden von 90 Registern warten, obwohl ich nach wenigen Sekunden schon mit 5 Registern was spielen könnte? Oder anders: Warum werden erst die Register von vier Manualen geladen, obwohl ich schon nach kurzer Zeit mit dem ersten Manual spielen könnte? Da gibt es zig Möglichkeiten, das Handling zwischen Hauptwerk und Organisten etwas angenehmer zu gestalten.

Die Reihenfolge zum Laden der Register könnte vom Anwender frei festgelegt werden. Ich könnte selbst bestimmen, ab welchem Ladezustand die Orgel spielbereit sein muß. Im Hintergrund könnte HW den Rest parallel nachladen.

...und...und...und...

Hauptwerk in der Kirche

Schreipositiv @, Wetter, Samstag, 19. Januar 2013, 16:29 (vor 5027 Tagen) @ JSBach

ja aber dann müsste ja im vorhinein festlegen, welche Register man benutzen will

oder sonst würde ja bei jedem gewählten Register ein kurzer Ladevorgang auftreten, das ist ja auch mist...

Kommt drauf an. Wenn ich Gesangsbuch-Choräle übe, dann wechsel ich eher nicht so oft die Register. Da kann man dass schon verschmertzen. Oder bei großen Orgeln.
Wenn ich Barocke Stücke auf einem großem Sampleset üben will, dann brauche ich das Schwellwerk nicht unbedingt. Genausowenig wie Chamaden oder Schwebungen. Oder bei Stücken vor denen pp oder ppp steht, braucht man die lauteren Zungen und die Mixturen nicht.

Aber wie gesagt: Neusete SSDs sind genauso schnell wie RAM, d.h. das zuweilen nervige Laden in den RAM würde ganz enfallen und man könnte zwischen den Sets viel schneller wechseln.

Gruß,
Pascal

Hauptwerk in der Kirche

wos, Samstag, 19. Januar 2013, 12:32 (vor 5027 Tagen) @ ado

und wenn dann jemand es wagt, heute eine klangbibliothek ohne mehrfache
abklangphasen (multiple releases) herauszubringen, wird er im hauptwerk-forum
zur schnecke gemacht.

Kannst Du da eine Quelle benennen?

Wenn die Akustik sehr groß ist, dann sind ein bis zwei Releases nicht mehr ausreichend. Ein Beispiel hierfür ist das SampleSet Litomyšl, dass ich persönlich bei einem Bekannten vor Jahren testen durfte. Bei schnellerem Spiel kam ich schnell aus der Spur, weil das nur noch ein Klangbrei war. "Glockentonartig" wurde das Phänomen auch schon bezeichnet.

wenn ich dann aber auf meinen alten sets spiele, wie ich das im augenblick immer
wieder tue, bin ich teilweise überrascht, wie gut die klingen (obwohl sie im
vergleich kaum arbeitsspeicher benötigen und sich in wenigen sekunden laden lassen)

Von welchen Sets sprichst Du? Wenig Arbeitspeicher bedeutet, dass Du wahrscheinlich relativ trockene Sets (wenig Nachhall) verwendest. Wenn zur Aufnahme hochwertige Mikrofone zum Einsatz kamen, dann ist es gut möglich, dass die Qualität ausreichend ist und eine Neuaufnahme kaum Vorteile mit sich bringt.

und wie wenig sie sich wirklich von ganz neuen unterscheiden.

Ich vermute mal, das der eine oder andere Hersteller mit seinen ersten Sets Aufnahme-Erfahrung (Mikro-Positionierung) gesammelt hat, die mit der Zeit auch zu besseren Aufnahmen führten. In der Mikrofon-Technik hat sich möglicherweise auch Einiges verbessert.

ich traue mich aber noch nicht, diesen gedanken in den dedizierten foren zu
äußern...

In meinem Forum darfst Du das gerne machen - ehrlich :-)

ein gedanke, der dort bereits geäußert worden IST, ist der, daß die software
"hauptwerk" selbst nur mehr schwer noch zu verbessern ist

Da lässt sich noch Einiges verbessern. Sowohl beim Klang, der Bedienung und auch hinsichtlich der erforderlichen Hardware-Resourcen.

auch hier zeichnen sich grenzen der entwicklung ab.

Das sehe ich anders. Aber solange die Anwender die Software in den Himmel loben, sieht der Hersteller keinen Anlass, Neuerungen möglichst schnell umzusetzen.

Grüße
Wolfgang

Hauptwerk in der Kirche

kjz1, Donnerstag, 17. Januar 2013, 15:00 (vor 5029 Tagen) @ Hausorgler

Wenn ich aber dann wieder lese, daß Samplings sehr bald technisch überholt sind und neue Samplings ständig größere Rechenleistungen erforden, bekomme ich Zweifel an der sinnhaftigkeit größerer Investitionen in so ein Projekt. Das scheint mir dann schon sehr eine finanzielle Dauerbaustelle zu sein.

Die Instrumente von Marshall & Oggletree scheinen zumindestens ein ähnliches Konzept zu verfogen. Auch hier sind die Grundlage wohl Samples, bei den größeren Installationen werkelt da ein ganzes Cluster von Linux-Rechnern im Hintergrund.

Hauptwerk in der Kirche

Contrebasson 32' @, Donnerstag, 17. Januar 2013, 17:28 (vor 5029 Tagen) @ kjz1

Die Instrumente von Marshall & Oggletree scheinen zumindestens ein ähnliches Konzept zu verfogen. Auch hier sind die Grundlage wohl Samples, bei den größeren Installationen werkelt da ein ganzes Cluster von Linux-Rechnern im Hintergrund.

Wobei heutzutage bei Marshall & Oggletree kein Cluster von Linux-Rechnern mehr notwendig ist, da die Rechenleistung der heutigen Workstations im Vergleich zu den jeweiligen Pendants vor 5-6 Jahren erheblich gestiegen ist.

Hauptwerk in der Kirche

Friedrich @, Donnerstag, 17. Januar 2013, 17:41 (vor 5029 Tagen) @ Contrebasson 32'

Wobei heutzutage bei Marshall & Ogletree kein Cluster von Linux-Rechnern mehr notwendig ist, da die Rechenleistung der heutigen Workstations im Vergleich zu den jeweiligen Pendants vor 5-6 Jahren erheblich gestiegen ist.

Genau das wird alle Klagen über RAM und Rechenleistung auch, eher über kurz als über lang, erledigen. Was sich nicht erledigt, ist die technisch-akustische Einrichtung der Lautsprecheranlage an den jeweiligen Konzertorten.

Wobei ich mir vorstellen kann, dass sich da auch einiges automatisieren lässt; Lautsprecherpositionen lassen sich festhalten, sämtliche Feineinstellungen speichern, sodass man dann bloß noch das Datenset »Mehrzweckhalle Korschenbroich«* einzugeben braucht samt dem zugehörigen Bühnengrundriss-PDF. Möglicherweise wird es eines Tage auch Akustik-Scanner geben, die mit einer Mischung aus Laser- und Sonartechnik einen Raum automatisch erfassen und dann eine Grundeinstellung für eine bestimmtes Lautsprecherkonstellation errechnen.

Gruß,
Friedrich

*Weiß nicht, ob es sowas gibt, nur so als Beispiel!

Hauptwerk

www.Orgeljournal.de, Donnerstag, 17. Januar 2013, 16:25 (vor 5029 Tagen) @ Hausorgler
bearbeitet von www.Orgeljournal.de, Donnerstag, 17. Januar 2013, 16:31

"Das scheint mir dann schon sehr eine finanzielle Dauerbaustelle zu sein."

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Ja, die Gefahr besteht, wenn man sich nicht gehörig diszipliniert. So habe ich seit 2005 insgesamt fast 20.000 € in Sachen Hauptwerk ausgegeben.

Was mich jedoch mehr interessiert: Habe ich (insbesondere seit dem offensichtlichen Hauptwerk-Monetarisierungsschub in 2008/09) in ein System seriöser Anbieter investiert?

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Etwas beunruhigt hatte mich unlängst die Nachfrage eines reflektiert wirkenden Users: Was denn passiere, wenn nach einer hypothetischen Insolvenz von Hauptwerk der berüchtigte Dongle zerbreche und die häusliche Orgel folglich keinen Ton mehr produzieren könne?

Ich habe die unglaubliche Entgegnung eines Markteilnehmers in Erinnerung, der offenbar völlig lakonisch à la „Ja und?“ darauf reagierte; schließlich hätte man ja doch kein Vermögen in Hauptwerk investiert.

Das hat mich – über die gewohnten Eigentümlichkeiten eines Nischenmarktes hinaus – ebenso wenig beruhigt wie die möglichen Unregelmäßigkeiten in Cappel und Rötha.

Mich wundert immer wieder, dass der überwiegende Teil der Hauptwerk-Nutzer vermutlich gerne fraglos zahlt. Manchmal drängen sich mir Eindrücke auf, die in die Richtung des Religionsphänomenologischen verweisen.


Matthias

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Hauptwerk

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 17. Januar 2013, 18:57 (vor 5029 Tagen) @ www.Orgeljournal.de
bearbeitet von Hausorgler, Donnerstag, 17. Januar 2013, 19:12

Für 20.000 kriegt man aufm Gebrauchtmarkt leicht ne hübsche echte Orgel. Da zerbricht nix und bei Insolvenz kann man problemlos den Orgelbauer seines Vertrauens wechseln.
Jedenfalls sind es genau solche Punkte, die meine Skepsis nicht gerade lindern - egal wie reizvoll eine Samplingsammlung berühmter Orgeln im Wohnzimmer sein mag.

"Mein Abscheu wird durch Euch vermehrt..." würd Goethe sagen. ;-)

Hauptwerk

florianf, Graz, AT, Freitag, 18. Januar 2013, 17:01 (vor 5028 Tagen) @ www.Orgeljournal.de

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einem solchen Szenario zu begegnen:
Kauft man sich zunächst einmal nur solche Sets, wo die Aufnahmen "unverschlüsselt", in reinen WAV-Dateien gespeichert sind, lässt sich diese Orgel ebenso im Programm GrandOrgue (eine Hauptwerk nachempfundene Open-Source-Software f. Linux) laden.
Zudem denke ich, dass sich im Falle einer Insolvenz entweder B. Milan bereit erklärt, die Verschlüsselungssache so gut wie irgend möglich zu lösen (z.B. jedem Sample-Set Hersteller ermöglichen, eigene Dongle-Updates zu schreiben bzw. neue Dongles herzustellen..), bzw. das Konzept aufzugeben und eine neue Version ohne Dongle-Zwang bereitzustellen.

letzte Lösung: ...Und sollte das alles nicht klappen, finden sich sicher einige Programmierer, die das ganze Dongle-System aushebeln. Es sind in den letzten Jahren unzählige solche Systeme (Cubase, ...) ausgehebelt worden durch Analyse des Datenstroms und der Programm-Exe.
Es ist rein technologisch möglich; vor 2 Jahren geisterte eine halb-funktionierende Version von HWv3 im Internet herum, wo jemand angefangen, aber nie weitergemacht hatte, einen (nicht vorhandenen) Dongle mittels Software "vorzugaukeln".
Wenn Milan Digital nicht mehr existierte und Hauptwerk sonst nicht mehr zu gebrauchen wäre, sehe ich auch keine moralische Komponente, die in Verbindung mit dem kleinen Markt ja derzeit dafür zu sorgen scheint, dass Hauptwerk noch nicht "geknackt" wurde.
Nichtsdestoweniger klar, dass dann immer noch Urheberrechte zu berücksichtigen sind..

freundliche Grüße,
florianf

Hauptwerk

wos, Samstag, 19. Januar 2013, 13:00 (vor 5027 Tagen) @ florianf

Lieber Florian,

Zudem denke ich, dass sich im Falle einer Insolvenz entweder B. Milan bereit erklärt, die Verschlüsselungssache so gut wie irgend möglich zu lösen (z.B. jedem Sample-Set Hersteller ermöglichen, eigene Dongle-Updates zu schreiben bzw. neue Dongles herzustellen..), bzw. das Konzept aufzugeben und eine neue Version ohne Dongle-Zwang bereitzustellen.

Das halte ich für eine ziemlich naive, sorglose Einstellung. Insolvenz bedeutet: Ende. Aus. Vorbei. Danach darf man nichts mehr erwarten. Kommt es zu einem Weiterleben durch Mitarbeiter o.ä., dann ist das aus heutiger Sicht pures Glück. Und darauf möchte ich mich nicht verlassen.

letzte Lösung: ...Und sollte das alles nicht klappen, finden sich sicher einige Programmierer, die das ganze Dongle-System aushebeln.

Genau dann, wenn ich's brauche, dann macht das keiner...
Den USB-Port unter Windows zu programmieren, ist aus meiner Sicht bis heute ein ziemlicher Krampf mit WDM o.ä. und erfordert schon einige Übung und diverse Kentnisse.

Grüße
Wolfgang

Hauptwerk

florianf, Graz, AT, Sonntag, 20. Januar 2013, 12:43 (vor 5026 Tagen) @ wos
bearbeitet von florianf, Sonntag, 20. Januar 2013, 13:07

gut, meine sorglose Einstellung überdenkend baue ich dann wohl auf die Sample-Set-Drittanbieter - ich denke nicht, dass Prof. Maier, Jiri Zurek und andere es hinnehmen würden, wenn HW insolvent gehen würde - wieso auch immer das passieren soll.. Vielleicht gäbe es im Nachhinein dann Alternativen bei verschlüsselten Sets, sodass diese auch mit GrandOrgue nutzbar wären. Unverschlüsselte Sets können mit ein paar eifrigen Bastlern, wie man sie in div. Foren ja findet, ja nach und nach auf GrandOrgue umgebaut werden.

@USB-Programmierung: ich denke auch nicht, dass das sofort in 2 Tagen passieren würde, da es ja doch nicht so verbreitet ist wie andere Lösungen.. Aber die Chance besteht.

Hauptwerk

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 20. Januar 2013, 13:39 (vor 5026 Tagen) @ florianf
bearbeitet von Hausorgler, Sonntag, 20. Januar 2013, 13:46

Es verschwinden ständig überraschend Firmen aus allen möglichen Gründen vom Markt. Damit muß man immer rechnen. Und das muß ja nicht nur Insolvenz als Grund haben. Todesfall, neue Lebensplanung, neues Projekt, besseres Jobangebot usw. können ebenfalls Gründe sein. Egal aus welchem Grund, aber wenn eine Firma dichtgemacht wird, erlischt auch die Sorge um das Kundeninteresse. Keine Firma existiert aus reinem Altruismus, der Gedanke, daß dem Kunden vielleicht in 5 Jahren ein Dongle zerbricht, dürfte dann die kleinste Sorge der Ex-Firma sein. Dafür ist die Informatikwelt zu schnellebig. Es sei denn, der Kaufvertrag nennt eine entsprechend zeitlich lang laufende Garantie. Für den Fall der Firmenabwicklung müßte dieser Garantie aber noch eine entspechende Bankbürgschaft oder Versicherungsgarantie beiliegen, damit eine Ersatzproduktion auch danach im Bedarfsfall stattfinden kann. Außerdem müßten nötige Programmierungsinfos, Codes usw. irgendwo zugänglich sein, also evtl. notariell hinterlegt werden.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß solche Sicherheiten existieren. Und ob irgendwelche Professoren eine Insolvenz hinnehmen würden, dürfte belanglos sein. Insolvenzen haben eben den Charakter des Unvermeidlichen. Bei einer Insolvenz erlöschen sehr viele Rechte, einfach weil die Firma die Ansprüche nicht mehr erfüllen kann und sie daher nicht mehr durchsetzbar sind.
Dazu kommt noch, wie die Verträge zw. Hauptwerk und den oben Genannten aussehen. Auch das dürfte für Dritte nicht bekannt sein.

Hauptwerk

florianf, Graz, AT, Sonntag, 20. Januar 2013, 13:53 (vor 5026 Tagen) @ Hausorgler

schon richtig, mein Gedanke war eher, dass sich vielleicht Dritthersteller wie die oben genannten zusammenschließen könnten, um Hauptwerk aufrechtzuerhalten. Schließlich ist das ihre Existenzgrundlage. Es ist übrigens nicht "irgendein Professor" gemeint, sondern diese Firma: http://www.organartmedia.de

Hauptwerk

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 20. Januar 2013, 18:59 (vor 5026 Tagen) @ florianf

Schon klar. Aber selbst wenns der Größte ist, im Falle einer Insolvenz kann auch er seine Interessen nur wahren, wenn er dann Geld zur Rettung der Infrastruktur beibringt. Wie sicher ist das? Angenommen er bemüht sich um eine Lösung: Sind dann nur seine Angebote gerettet, oder auch die anderer Mitbewerber?

Hauptwerk

Schreipositiv @, Wetter, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:16 (vor 5026 Tagen) @ Hausorgler

Warum wird jetzt hier so ein Aufstand um den Dongle gemacht?
Wenn Hauptwerk insolvent gehen würde, dann müsste Brett Milan nur den Verschlüsselungskey veröffentlichen und den Rest kann jeder, der sich etwas mit PCs auskennt, selbst erledigen.

Hauptwerk

JSBach @, Aachen, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:23 (vor 5026 Tagen) @ Schreipositiv

müsste sollte könnte hilft aber unter umständen nicht

und zudem kriegt das nicht zwangsweise jeder Nutzer hin

Hauptwerk

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 20. Januar 2013, 19:01 (vor 5026 Tagen) @ Schreipositiv

Tut er das dann? Oder reserviert er sich dieses Kontrollinstrument für eventuelle spätere Neustarts, die aber nicht sicher sind? Kann ihn wer zwingen?

Hauptwerk

wos, Sonntag, 20. Januar 2013, 18:17 (vor 5026 Tagen) @ florianf

Vielleicht gäbe es im Nachhinein dann Alternativen bei verschlüsselten Sets, sodass diese auch mit GrandOrgue nutzbar wären.

Eine Verschlüsselung in GrandOrgue müsste mit der gleichen Lizenz wie GrandOrgue selbst ausgeliefert werden => GPL/OpenSource. Von daher kann man diesen Gedanken verwerfen.

Hauptwerk

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 20. Januar 2013, 19:05 (vor 5026 Tagen) @ wos

Im Grunde hat sich ja nichts geändert, nur die Mittel sind andere geworden. Mir fällt da gerade Gablers versteckter Hebel zur Drosselung des Windes in seiner Weingartner Orgel ein. :-)

Hauptwerk

florianf, Graz, AT, Sonntag, 20. Januar 2013, 22:38 (vor 5026 Tagen) @ wos

Ich kenne mich mit der GPL nicht gut aus, aber wie ist es rechtlich gesehen, wenn man eine Erweiterungsschnittstelle für GO programmiert, in der dann closed-source-Plugins vom Sample-Set-Macher genutzt werden können, um die Entschlüsselung vorzunehmen?

Hauptwerk

wos, Montag, 21. Januar 2013, 21:08 (vor 5025 Tagen) @ florianf

GPL - Unsereins kann das nicht sicher beantworten. Da muss ein gescheiter Anwalt her.

Verschlüsselungs-Plugin - die Trennung ist vermutlich nicht so einfach zu bewerkstelligen, wie sich das anhört. Sobald ein gewisser Grad an Verquickung erreicht ist, wird's schwierig.

MySQL ist da so ein netter Kandidat. Darf man die Lib zum Zugriff in eigene Programme einbinden, oder läuft man Gefahr, dass man seine Software unbeabsichtigt zu OpenSource macht (machen muss)? Ohne einen erfahrenen Fachanwalt ist das eine heikle Sache.

Nochmal zum Plugin - das entschlüsselt die Dateien, lässt sie von GrandOrgue abspielen und ein mittelmäßig schlauer Programmierer speichert die Dateien nach dem abspielen unverschlüsselt auf die Platte :-))

Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

www.Orgeljournal.de, Sonntag, 20. Januar 2013, 13:12 (vor 5026 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von www.Orgeljournal.de, Sonntag, 20. Januar 2013, 13:32

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http://www.arp-schnitger-orgel-cappel.de/

1. Angesichts dessen, dass dem Vernehmen nach von den Verantwortlichen in Cappel ein wohl unrechtmäßig erschlichenes Sampling thematisiert wird, halte ich den Warnhinweis auf der Website des Fördervereins mittlerweile für sehr zurückhaltend und höflich.

2. Über manche der mir persönlich mitgeteilten Details hinaus fand ich die Bemerkung, dass aufgrund der Zeitknappheit die Orgel nur zum Teil gesamplet worden sein könne, durchaus ernüchternd. Zumindest deckt sich für mich diese Behauptung in etwa mit der Schlussfolgerung eines Hauptwerk-Studioleiters, dass das Set wohl mit einer gewissen Hektik aufgenommen worden sein muss.

3. Auf andere Beobachtungen zum Thema eines „akustischen Photoshops“ oder einer m.E. pseudowissenschaftlichen Dokumentationsillusion verzichte ich an dieser Stelle.

4. Die Hoffnung von marktintegrierten Hauptwerk-Usern, dass sich das Problem Cappel u.a. wegen des überholten technischen Standards bald von selbst erledigen würde, halte ich für gewohnt ideologisch. Linkverhinderungen und andere Hauptwerk-Gebräuche werden hier nicht zielführend sein, um augenscheinlich unseriöses Handeln zu vertuschen.

5. Das Cappel-Set (ca. 420 €) sollte m.E. unverzüglich vom Markt genommen werden.

6. Ich finde es bedauerlich, dass es derzeit – außer vielleicht mit GrandOrgue – keine ernstzunehmende Konkurrenz zu Hauptwerk gibt. Es scheint noch bedauerlicher zu sein, dass der technisch begabte Kirk Meyer (Stichwort: MyOrgan) offenbar kurz nach dem Verkauf von Hauptwerk im Jahre 2008 so gänzlich aus dem Focus geriet. Die näheren Umstände blieben meiner Erinnerung zufolge völlig ungeklärt. Es fiel mir nur auf, dass seine Website wohl eine Weiterleitung zu Hauptwerk erhielt.

7. In ethischer Hinsicht enttäuscht mich Hauptwerk.


Matthias


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Schnitger-Orgel Cappel / Hauptwerk

ado @, Berlin, Sonntag, 20. Januar 2013, 21:18 (vor 5026 Tagen) @ www.Orgeljournal.de

ja aber...es kann doch keiner, der sowohl die orgel in cappel selbst als auch das daher rührende sample set kennt, behaupten, die beiden stimmten nicht überein? vielmehr scheint konsens darüber zu herrschen, daß das sample set das reale instrument gut wiedergibt. die orgel ist demnach offenkundig nicht nur teilweise aufgenommen worden. die sogenannten "mängel" des sets beziehen sich nicht darauf, sondern auf die ausgestaltung der einzelnen samples, die heute technisch aufwendiger oder technologisch fortgeschrittener wäre. das fehlen von multiple releases fällt angesichts der kurzen nachhallzeit der cappeler kirche kaum ins gewicht; weiter wird angeführt (dies sogar von brett milan selbst), das "denoising" würde heute besser gehandhabt.

Cappel ./. Hauptwerk?

www.Orgeljournal.de, Dienstag, 22. Januar 2013, 19:32 (vor 5024 Tagen) @ ado
bearbeitet von www.Orgeljournal.de, Dienstag, 22. Januar 2013, 19:40

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Darf man in Cappel beim Betrachten der obigen Ware zu Recht irritiert sein? Sampling ist ja nichts Böses, aber wenn man's nicht will?

Meines Erachtens ist es hier völlig unerheblich, ob die Orgel komplett in größter Eile oder nur zum Teil in größter Eile gesamplet wurde: In Cappel fühlt man sich offensichtlich nicht nur betrogen, auch das klangliche Endergebnis enttäuscht wohl. (Ich mag mich hier jetzt nicht weiter auf den offenbar witzigen Hauptwerk-Marketingdünkel à la Dokumentation und Kulturerhalt einlassen.)

Für Hauptwerker merklich verdrängenswert scheint zu sein, dass sich der derzeitige Eigner der Software Brett Milan offensichtlich durch eine Kirchengemeinde illegales Sampling vorwerfen lassen muss. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Auch habe ich den Eindruck, dass man die Diskussion in der HW-Szene routiniert zu unterdrücken weiß.

Der 2003 in Cappel Vorstellige („ein Amerikaner“) soll dem Vernehmen nach ausdrücklich von einer privaten Verwendung gesprochen haben.

Das Set wurde lt. offiziellem Hauptwerk-Forum im Oktober 2006 angekündigt und im März 2007 auf den Markt gebracht.

In Cappel sei man erst 2009 durch Dritte von dem Sample-Produkt in Kenntnis gesetzt worden. Auf Aufforderung hin soll eine Spende durch den Hersteller entrichtet worden sein.

Ich befürchte, dass sich die Cappeler Gemeinde in rechtlicher Hinsicht nicht durchsetzen wird.

Nur nebenbei: Was machen jetzt diejenigen, die das Set erworben haben?


Matthias

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Cappel ./. Hauptwerk?

JSBach @, Aachen, Dienstag, 22. Januar 2013, 19:49 (vor 5024 Tagen) @ www.Orgeljournal.de

Woher beziehst du deine Informationen, vorallem was die Aussagen des "Amerikaners" bezüglich der nur privaten Verwendung betrifft? Noch mehr Gerüchte helfen in dieser Lage, wo sich ja anscheinend keine der Seiten wirklich äußert und keiner dabeigewesen sein will(das Sampling liegt ja auch schon 10 Jahre zurück, da können viele Verantwortliche den Posten wechseln)

Vielleicht gab es damals schon ein Missverständnis und Brett Milan plante das Sampleset nur zur privaten, nichtöffentlichen Nutzung, was dann als private Nutzung seinerseits verstanden wurde (ich weiß nicht ob es darauf jetzt eingeschränkt ist)

Ist es wirklich die Kirchengemeinde oder der Förderverein? Gibt es eine öffentliche Mitteilung des Pfarrers von Cappel?
Die Gemeinde Cappel kann evtl. gegen die Nutzung des Namens und des Bildes der Orgel vorgehen, aber gegen das Sample selbst wohl kaum

Und die Käufer des Samples können diese Fakten nur ignorieren oder von Milan ihr Geld zurückverlangen, wobei da die Chancen vermutlich sehr schlecht stehen...

Cappel ./. Hauptwerk?

Schreipositiv @, Wetter, Dienstag, 22. Januar 2013, 19:58 (vor 5024 Tagen) @ www.Orgeljournal.de

Eigentlich hätte ich gerade besseres zu tun als dir zu antworten,
aber ich tu es trotzdem um das ganze wenigstens halbwegs auf eine vernünftige Basis zu bringen


Meines Erachtens ist es hier völlig unerheblich, ob die Orgel komplett in größter Eile oder nur zum Teil in größter Eile gesamplet wurde: In Cappel fühlt man sich offensichtlich nicht nur betrogen, auch das klangliche Endergebnis enttäuscht wohl. (Ich mag mich hier jetzt nicht weiter auf den offenbar witzigen Hauptwerk-Marketingdünkel à la Dokumentation und Kulturerhalt einlassen.)

Das Klang-Argument gilt nicht. Es wurde schon im Thread festgestellt, dass das Sampleset (im Rahmen seine Möglichkeiten) so klingt wie das Original.


Für Hauptwerker merklich verdrängenswert scheint zu sein, dass sich der derzeitige Eigner der Software Brett Milan offensichtlich durch eine Kirchengemeinde illegales Sampling vorwerfen lassen muss. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Auch habe ich den Eindruck, dass man die Diskussion in der HW-Szene routiniert zu unterdrücken weiß.

Hier wird nichts unterdrückt, es ist halt nur sehr schwer zu glauben, dass es jemand schaft, unbemerkt eine Orgel zu Samplen. Dafür ist nicht nur ein Kirchschlüssel erforderlich (die Capller Kiche ist laut dem Thread normalerweise geschlossen), sondern i.d.R. auch der Orgel/Emporenschlüssel. Ich gehe mal davon aus, dass die Orgel nicht einfach zugägnlich in der Kirche steht, oder? Das wäre etwas fahrlässig.

Der 2003 in Cappel Vorstellige („ein Amerikaner“) soll dem Vernehmen nach ausdrücklich von einer privaten Verwendung gesprochen haben.

Hat "Dem Vernehmen nach" oder hat er wirklich? Sowas kann jeder erfinden, allerdings kann es auch jeder leugnen. Das zu klären ist nicht deine Sache (auch wenn du dich anscheinend dazu berufen fühlst) sondern Sache eines Gerichts.

Das Set wurde lt. offiziellem Hauptwerk-Forum im Oktober 2006 angekündigt und im März 2007 auf den Markt gebracht.

In Cappel sei man erst 2009 durch Dritte von dem Sample-Produkt in Kenntnis gesetzt worden. Auf Aufforderung hin soll eine Spende durch den Hersteller entrichtet worden sein.

Siehe oben. Und wenn es Geld gab (und die Summe gestimmt hat), dann sollen die sich mal nicht so anstellen. Geld ist bei Kirchens knapp, da sollte jede Einnahmensquelle willkommen sein.


Ich befürchte, dass sich die Cappeler Gemeinde in rechtlicher Hinsicht nicht durchsetzen wird.

Heißt das, das sie auf eine Klage verzichtet, oder das sie einen Prozess verlieren würden? Dann wäre ja alles erledigt, das Sampleset wäre einwandfrei und die Anschuldigungen haltlos.


Nur nebenbei: Was machen jetzt diejenigen, die das Set erworben haben?

Mich über die unorganisiertheit der Gemeinde amüsieren :-)


Matthias

Pascal

Cappel ./. Hauptwerk?

stein @, Dienstag, 22. Januar 2013, 22:48 (vor 5024 Tagen) @ www.Orgeljournal.de

Der 2003 in Cappel Vorstellige („ein Amerikaner“) soll dem Vernehmen nach ausdrücklich von einer privaten Verwendung gesprochen haben.

Besser er hätte es geschrieben, dann könnte man sich beschweren.

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