Benjamin Britten zum 100. St. Maximilian, D-Altstadt
Hallo Forum,
das zweite winterliche Orgelkonzert verdiente seinen Namen kaum: Zwar ist es zur Zeit auch in Düsseldorf winterlich - die große durch die Stadt fließende Zentralheizung Rhein vermochte den Schneefall nicht zu verhindern - aber Orgel kam in diesem Konzert kaum vor. Da gab es in der Mitten ein harmloses Weihnachtsliedchen, welches Louis Claude Daquin in zahllosen Wiederholungen immer neu ausgeschmückt hat. Das vollzog Klaus Wallrath bestens nach. Aber sonst? Es blieb der Orgel noch die Begleitung der missa brevis op. 63 von Benjamin Britten. Letzterem war denn auch das Konzert insgesamt vor allem gewidmet, galt es doch, den 100. Geburtstag dieses Komponisten zu begehen. Der aber zählt nicht zu den großen Orgelmeistern, hat freilich für Chor komponiert.
Hier trat “vox humana” - eine Frauenchorvereinigung unter der Leitung von Pamela König - in Erscheinung. Die missa brevis zeichnet sich durch interessante Intervallsprünge aus. Da geht es gleich im Kyrie in höchste Höhen. Das Sanctus ist von süßlichem Liegeakkord unterstützt, beim Benedictus wird das -dict- auffallend betont. Verdienstvoll, mit dieser Musik bekanntgemacht worden zu sein. Das galt auch für “A ceremony of carols”. Dazu kam der Chor von der Empore und sang zum Altar hin einziehend eine gregorianische “Procession” mit Alleluja-Ende. Es folgten mehrere, teils solistische (Sopran: Ricarda Holtkamp) Sätze über vorwiegend englische Texte, begleitet von einer Harfe (Susana Feige). Am Ende zog der Chor - “Recession”. - singend wieder aus. Alleluja verhallte aus dem Off.
Da für das letzte Stück eine Harfe vonnöten war, nutzte man die Gelegenheit: Nach der missa brevis gab es noch die Suite für Harfe solo op. 83 von Benjamin Britten.
Lebhafter Beifall der etwa 60 Hörer, ein Chorsatz als Zugabe. Ein Orgelkonzert fast ohne Orgel. Ausnahmen bestätigen halt die Regel.
Gruß Clemens Schäfer
P.S. Am kommenden Montag, 21.01.2013, 19:30h, in Herz-Jesu (Roßstr.) wird wieder Orgel gespielt: Bonnet, Verdi/Fumaggalli, Hindemith, Messiaen und Gigout. Hanjo Robrecht und Wolfram Goertz an den Becker-Orgeln.
--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)