Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Freitag, 18. Januar 2013, 15:52 (vor 5030 Tagen)

In aller Kürze: Es gibt mittlerweile auch erste sehenswerte Bilder!

Ich lasse die Links für sich sprechen:

http://www.flentrop.nl/downloads/HamburgInformatieblad.pdf

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/29741563

http://ip51cc4e92.adsl-surfen.hetnet.nl/scripts/wwwopac.exe?database=orgbase2&%250=...


Viel Vergnügen beim Betrachten!

Hamburg, St. Katharinen

ado @, Berlin, Freitag, 18. Januar 2013, 17:28 (vor 5030 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von ado, Freitag, 18. Januar 2013, 17:31

interessant. das flentrop-infoblatt sagt, man habe den zustand von 1720, nicht den von 1943 wieder herstellen wollen. alle veränderungen gegenüber dem wiedergegebenen alten foto seien wohldurchdacht.

da wüßte ich ja gerne mehr. die treppe war optisch toll, selbst wenn sie bach noch nicht begangen haben sollte. und weshalb fehlt teilweise schnitzwerk, so an der basis der pedaltürme und des rückpositivs? diese ornamente wird man wohl schwerlich erst nach 1720 hinzugefügt haben?

ist eine restaurierung der farbfassung vorgesehen, oder soll das nackte holz bleiben?

vor allem aber: erst heißt es, zustand von 1720, den seinerzeit herr mattheson freundlicherweise dokumentiert hat, und weiter unten werden die register aufgezählt, die hinzugefügt worden sind. was soll denn DAS??

erinnert mich an die "rekonstruktion" der wagner-orgel von 1723 in der berliner marienkirche. da wurden auch unbekümmert einige register zu der eigentlich schon recht üppigen originaldisposition hinzugefügt, zu schweigen vom erweiterten klaviaturumfang und stimmton 440hz.

auch in hamburg hat man sich nicht für die rückkehr zum barocken klaviaturumfang entschließen können. im baß fehlt weiterhin das Cs, aber Ds, Fs (in den manualen) und Gs sind hinzugefügt -- doch ziemlich große pfeifen. "obenrum" kommt durch die erweiterung bis d''' ein haufen kleiner pfeifen dazu, von den zusätzlichen registern mal völlig zu schweigen. da muß doch dann die orgel innen ganz anders strukturiert werden. es tut mir leid -- aber das ist dann für mich keine rekonstruktion mehr und tut dem wert des ganzen projekts entschieden abbruch.

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Freitag, 18. Januar 2013, 18:37 (vor 5030 Tagen) @ ado

Nun mal halblang.


Der entscheidende Unterschied zwischen Berlin und Hamburg ist, daß in Berlin noch die Orgel selbst erhalten war. Das ist in Hamburg nicht der Fall. Die Erweiterungen zerstören nicht ein noch vorhandenes Konzept, sondern bereichern einen Neubau nach historischem Vorbild. Und das ist, im Rahmen der gewünschten Parameter, vollkommen in Ordnung.

Und wenn man die Orgel haben wollte, die Bach damals spielte, dann müsste man sie auch konsequenterweise mitteltönig stimmen ;-)

Hamburg, St. Katharinen

Hilbrands, Freitag, 18. Januar 2013, 18:38 (vor 5030 Tagen) @ ado

interessant. das flentrop-infoblatt sagt, man habe den zustand von 1720, nicht den von 1943 wieder herstellen wollen. alle veränderungen gegenüber dem wiedergegebenen alten foto seien wohldurchdacht.

Ich habe den niederl. Text anders verstanden, nämlich dass seit 1720 verschiedene Änderungen vorgenommen wurde, die Schritt für Schritt beschlossen wurden.

da wüßte ich ja gerne mehr. die treppe war optisch toll, selbst wenn sie bach noch nicht begangen haben sollte. und weshalb fehlt teilweise schnitzwerk, so an der basis der pedaltürme und des rückpositivs? diese ornamente wird man wohl schwerlich erst nach 1720 hinzugefügt haben?

Doch, das reichhaltige Schnitzwerk ist spätbarock, wurde also ergänzt. Der Prospekt sollte aber kein genaues Abbild des Zustands von 1720 sein, sondern eine eigenständige Schöpfung, die sich freilich an den hist. Zustand anlehnt. Im Prospekt der Stiftung heißt es: "Diese Vorschläge [der Holzschnitzerin Christiane Sandler] basieren auf einer Reduktion auf die Dekorationsfassung der Erbauungszeit des Prospektes (Renaissance) und verzichten auf spätere Hinzufügungen des Rokoko. Eine künstlerisch und handwerklich excellente Nachschöpfung der alten Dekorationsformen garantiert die Entstehung eines eigenständigen Kunstwerkes anstelle einer billigen Kopie."


ist eine restaurierung der farbfassung vorgesehen, oder soll das nackte holz bleiben?

Die Vergoldung und farbliche Fassungen kommen natürlich noch.

vor allem aber: erst heißt es, zustand von 1720, den seinerzeit herr mattheson freundlicherweise dokumentiert hat, und weiter unten werden die register aufgezählt, die hinzugefügt worden sind. was soll denn DAS??

Es sind exakt die 58 Register von Mattheson. Zwei historische Register aus dem 18. Jh. wollte man nicht in die Tonne kloppen, sondern integrieren. Deshalb diese Ergänzungen.

erinnert mich an die "rekonstruktion" der wagner-orgel von 1723 in der berliner marienkirche. da wurden auch unbekümmert einige register zu der eigentlich schon recht üppigen originaldisposition hinzugefügt, zu schweigen vom erweiterten klaviaturumfang und stimmton 440hz.

auch in hamburg hat man sich nicht für die rückkehr zum barocken klaviaturumfang entschließen können. im baß fehlt weiterhin das Cs, aber Ds, Fs (in den manualen) und Gs sind hinzugefügt -- doch ziemlich große pfeifen. "obenrum" kommt durch die erweiterung bis d''' ein haufen kleiner pfeifen dazu, von den zusätzlichen registern mal völlig zu schweigen. da muß doch dann die orgel innen ganz anders strukturiert werden. es tut mir leid -- aber das ist dann für mich keine rekonstruktion mehr und tut dem wert des ganzen projekts entschieden abbruch.

Bist Du sicher das bei Fritzsche nur kurze Oktave war? Fritzsche war ja sehr innovativ. Wie streng man rekonstruiert, betrifft ja auch die Temperatur, die offensichtlich nicht mitteltönig sein soll... Da gebe ich Dir recht.

Hamburg, St. Katharinen

ado @, Berlin, Freitag, 18. Januar 2013, 19:20 (vor 5030 Tagen) @ Hilbrands

dank an hilbrands für die informationen! der manualumfang der ursprünglichen katharinenorgel ist in dem flentrop-blatt ja angegeben -- demnach kurze oktaven. und dort ist von drei (nicht zwei) zusätzlichen registern die rede, die "jetzt hinzugefügt" worden seien. wenn das historisches pfeifenmaterial ist, ändert das die sachlage natürlich ein stück weit.

zur marienorgel in berlin: ja, das pfeifenmaterial der barocken wagnerorgel ist noch zum großen teil erhalten, ebenso das gehäuse, die gesamte mechanik wurde aber von sauer 1908 herausgerissen und durch röhrenpneumatik und die inzwischen forumsberühmten kegelladen ersetzt. auch der manualumfang wurde zweifelsohne schon damals erweitert. das ist nun jüngst alles seinerseits von kern wieder durch schleifladen und mechanische traktur (nach dem vorbild anderer instrumente von wagner) ersetzt worden. sprich: es wurde eh wieder alles herausgerissen -- und dann hätte man wirklich genausogut KONSEQUENT zum ursprungskonzept zurückkehren können. die kirchengemeinde spricht beharrlich von der "rekonstruktion der wagnerorgel", aber fast niemand sonst.

und natürlich sollte in solchen fällen die originale stimmung gelegt werden!

Hamburg, St. Katharinen

Schreipositiv @, Wetter, Freitag, 18. Januar 2013, 19:46 (vor 5030 Tagen) @ ado

die kirchengemeinde spricht beharrlich von der "rekonstruktion der wagnerorgel", aber fast niemand sonst.

und natürlich sollte in solchen fällen die originale stimmung gelegt werden!

Auf der Gemeindehomepage heißt es:" Deshalb konnte eine überzeugende Lösung nur in einem Neubau gefunden werden, für den die renommierte Strasbourger Orgelbauwerkstatt Daniel Kern 1999 beauftragt wurde."

Von wegen "Rekonstruktion"....

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Freitag, 18. Januar 2013, 19:56 (vor 5030 Tagen) @ Schreipositiv

Ich denke, daß man auch dort mittlerweile eingesehen hat, daß das nicht haltbar ist. Aber im Rahmen von deren Selbstdarstellung, maßgeblich durch die dortige Kirchenmusikerin, hat man tatsächlich diese problematische "Restaurierung" bisher beharrlich schöngeredet.

Hamburg, St. Katharinen

ado @, Berlin, Freitag, 18. Januar 2013, 20:01 (vor 5030 Tagen) @ Schreipositiv

genau den zitierten passus von der gemeindeseite habe ich eben auch schon gelesen und er ist mir aufgefallen. möglicherweise ist das neu. denn auf allen konzertprogrammen und anderem infomaterial, das im vergangenen jahr in der kirche erhältlich war, ist stets von rekonstruktion die rede, ebenso benutzte die organistin, marina kürschner, bei ihren regelmäßigen orgelführungen bzw. einführungen zu konzerten just dieses wort und verkaufte den touris das instrument als (essentially) die orgel von 1722.

Hamburg, St. Katharinen

Schreipositiv @, Wetter, Freitag, 18. Januar 2013, 20:17 (vor 5030 Tagen) @ ado

Stimmt ja auch, der goßteil des Pfeifenwerks stammt ja auch aus der Zeit.
Eintscheident ist, was rauskommt.
Den größeren Manualumfang? Muss man ja nicht beutzen, ist aber zuweilen ganz praktisch. Zusätzliche Register? Muss man auch nicht benutzen.
Man darf nicht vergessen, Orgeln sind keine Dekostücke sondern Gebrauchsgegenstände.

Hamburg, St. Katharinen

JSBach @, Aachen, Freitag, 18. Januar 2013, 20:28 (vor 5030 Tagen) @ Schreipositiv

wie original war denn der zustand in Katharinen bei der Zerstörung?
und wieviel und wie genau ist dieser dokumentiert?

Hamburg, St. Katharinen

Karl-Bernhardin Kropf, Samstag, 19. Januar 2013, 18:52 (vor 5029 Tagen) @ JSBach

wie original war denn der zustand in Katharinen bei der Zerstörung?
und wieviel und wie genau ist dieser dokumentiert?

Würde mich auch interessieren. (Gerade auch für die Fraktion, die hier in Rostock St. Marien die Barockrekonstruier vorantreiben wollen würde, denn hier weiss man praktisch nichts über die technischen Details).
Schade wegen der Temperierung, aber für einen 1720er-Stand ist mitteltönig natürlich auch nicht mehr erste Wahl.
Ein Grund mehr, im Fall des Falles bei der Neo-Schnitger-Hantelmann im Lübecker Dom, so sie kommen sollte, 1/4-Komma mitteltönig zu legen! Werckmeister ist ja schon 1000 Meter nördlich an Jakobis Stellwagen-Orgel.

Unabhängig von den hier aufgeworfenen Fragen der Terminologie und Ehrlichkeit, unterm Strich wird sicher eine wunderbare Orgel entstehen. Wermutstropfen sollten bei so einem großen Resultat nur in hochbegründeten Fällen eingerührt werden.
Wenn dann die Elbphilharmonie fertig wird und auch noch ihre Orgel hat, dann ist da auch für Großstadtverhältnisse schon wieder eine sehr nette Perlenkette an Großinstrumenten in der Hamburger Innenstadt versammelt. Vom Michel über St. Johannis Altona zum Kernbezirk mit der Beckerath/Schuke von St. Petri, der Schnitger und der Kemper von Jakobi und dann eben noch Katharinen und Elbphilharmonie.
Nur Lübeck hat eine bessere Quote Register pro Quadratkilometer.

Hamburg, St. Katharinen

JSBach @, Aachen, Samstag, 19. Januar 2013, 18:56 (vor 5029 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

und die schlechteste Quote an vernünftigen Orgeln in größeren Städten hat vermutlich Aachen...

Hamburg, St. Katharinen, jetzt Aachen

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Samstag, 19. Januar 2013, 19:22 (vor 5029 Tagen) @ JSBach

Hallo,

Aachen eine größere Stadt? *g*

Im Ernst: Die Doppel-CD Orgeln in Aaachen hatte mir einigen Respekt abgenötigt. Soo düster sieht es dort doch nicht aus.

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

Hamburg, St. Katharinen, jetzt Aachen

JSBach @, Aachen, Samstag, 19. Januar 2013, 19:48 (vor 5029 Tagen) @ Clemens Schäfer

was empfiehlst du denn? ;)

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:00 (vor 5028 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Falsch.
Die Katharinenorgel wurde 1742 umgestimmt, wie man bei Ortgies, unter Verweis auf Vogel, nachlesen kann. Also müsste man theoretisch 1/4-Komma anlegen. Soweit der historische Rahmen.


Bei Rostock würde ich durchaus dafür plädieren, den Status Quo beizubehalten, auch wenn eine hypothetisch "reine" Schmidt/Marx-Orgel zwar durchaus Charme hätte, aber ich denke, daß auch Beispiele von Orgeln mit so bewegter Umbaugeschichte durchaus erhaltenswert sein können. In Hamburg und Stralsund gibt es große rekonstruierte Barockorgeln. Warum sollte man nicht in Rostock auch eine umgebaute Großorgel erhalten, so sie denn technisch halbwegs erhaltbar ist.

Ich würde eher sagen, daß man der neuen Flentrop-Orgel in Katharinen ruhig ihre abgemilderte Mitteltönigkeit, nach welchem Schema auch immer, gönnen kann. Dafür sollte man dann allerdings beizeiten die Schnitger-Orgel in St. Jacobi endlich rein stimmen.

Was Lübeck betrifft: Mir war noch nie klar, warum bei historisierenden Neubauten bei technischen Fragen oftmals übermäßig strikt vorgegangen wird, während die Stimmung als bestenfalls flexibel, schlimmstenfalls zu vernachlässigen betrachtet wird.

Ich habe kein Problem damit, sofern man ohnehin neue Gehäuse und Laden konstruieren muss, beim Pedal- und Manualumfang großzügig zu sein und, wie in Hamburg, bis auf das Cis die große Oktave zu vervollständigen. Anstatt bei solchen (von der möglichen Literatur abgesehen weitgehend "unhörbaren") Fragen allzu strikt zu sein, sollte man lieber bei der Stimmung mutig sein. Sprich: Lieber ausgebaute große Oktave + Subsemitonien + Mitteltönigkeit, als kurze Oktave + Bach-Kellner.
Es geht ja letztlich darum, daß man den Klang dieser Zeit erlebbar macht. Und der Orgelklang dieser Zeit war nunmal zu 99,9% mitteltönig. Da kann man sich noch so sehr auf den Kopf stellen.

Hamburg, St. Katharinen

Karl-Bernhardin Kropf, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:08 (vor 5028 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ich würde eher sagen, daß man der neuen Flentrop-Orgel in Katharinen ruhig ihre abgemilderte Mitteltönigkeit, nach welchem Schema auch immer, gönnen kann. Dafür sollte man dann allerdings beizeiten die Schnitger-Orgel in St. Jacobi endlich rein stimmen.

Guter Gedanke. Vielleicht möglich in der Amtszeit nach Rudolf Kelber? Er wollte nun halt definitiv auch Bach spielen.... Könnte man im Zuge einer sicher bald notwendigen Generalreinigung etc. mit machen.

Es geht ja letztlich darum, daß man den Klang dieser Zeit erlebbar macht. Und der Orgelklang dieser Zeit war nunmal zu 99,9% mitteltönig. Da kann man sich noch so sehr auf den Kopf stellen.

Isso.
Betrachtet man nur die Orgelliteratur, kann man verstehen, dass die Versuchung zur gemilderten Stimmung so groß ist. Sind die Verantwortlichen improvisatorisch geschult, dann fällt der SChritt schon leichter. Und ein großer Schatz tut sich auf (siehe Aufnahmen/Projekte in Göteborg), wenn man die Orgel auch als reiches Continuo-Instrument für das entsprechende Repertoire mit Stimmen und Instrumenten verwendet.
Kritiker werden hier, wiederum nicht unberechtigt, einwerfen, dass die (mitteltönige) Orgel ab etwa 1700 auch stets als Intonations-Ärgernis im Ensemblespiel bzw. Gesang betrachtet wurde.

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:26 (vor 5028 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

"Kritiker werden hier, wiederum nicht unberechtigt, einwerfen, dass die (mitteltönige) Orgel ab etwa 1700 auch stets als Intonations-Ärgernis im Ensemblespiel bzw. Gesang betrachtet wurde."

Das ist richtig. Deshalb würde ich auch nie im Leben dafür plädieren, monoton mitteltönige Orgellandschaften zu schaffen. Aber die gibt es heute ohnehin nicht mehr. Ich würde mich deshalb jedenfalls nicht davon abhalten lassen, mitteltönig gestimmte Großorgeln erfahrbar zu machen.
Es hat ja auch, nach Ortgies und Vogel in St. Katharinen Streit zwischen Telemann und dem Katharinen-Organisten über die Umstimmung gegeben. Telemann wollte sie, der Organist nicht. Ich würde den Widerstand gegen Umstimmungen, den es damals ja nicht nur dort gab, nicht einfach nur einer möglichen Halsstarrigkeit damaliger Organisten zuschreiben. Man kann schon annehmen, daß sie wussten, was sie an der Mitteltönigkeit haben, solange ihnen deren Spektrum denn ausreichte.

Hamburg, St. Katharinen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:10 (vor 5028 Tagen) @ Poupoulcorouse

kann denn überhaupt noch wer auf Subsemitonien spielen? ich würd mir da wahrscheinlich die Finger abbrechen...

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:19 (vor 5028 Tagen) @ JSBach

Dann muss man es halt lernen. Ich muss mich als Theologiestudent auch mit den alten Sprachen herumschlagen und hab daran überaus schwer zu kauen, weil ich leider 'n verdammter Ohrenmensch bin und nicht gesprochene Sprachen für mich also eine ziemliche Herausforderung ;-)
Trotzdem muss und ich will ich sie können, um anständige Exegese betreiben zu können.


Es ist ja auch niemand gezwungen, die Subsemitonien zu benutzen. Aber als Profi oder spezialisierter Laie sollte man sich diesem Anspruch schon stellen können und bei vielen tun das ja auch.

Hamburg, St. Katharinen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:24 (vor 5028 Tagen) @ Poupoulcorouse

war ja nur ne Frage... als Amateur sind sie mir bisher nicht untergekommen

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:26 (vor 5028 Tagen) @ JSBach

Ich wollte sie auch eigentlich nicht zu barsch zurückweisen, entschuldige :)

Hamburg, St. Katharinen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:28 (vor 5028 Tagen) @ Poupoulcorouse

ich hoffe das sie bezog sich auf die frage und nicht auf mich, sonst komm ich mir so alt vor :P

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:31 (vor 5028 Tagen) @ JSBach

Wenn es sich auf dich bezogen hätte, hätte ich das "Sie" groß geschrieben ;-)

Hamburg, St. Katharinen

Schreipositiv @, Wetter, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:25 (vor 5028 Tagen) @ JSBach

kann denn überhaupt noch wer auf Subsemitonien spielen? ich würd mir da wahrscheinlich die Finger abbrechen...

So schwer ist das jetzt auch nicht. Ist zwar am Anfang ungwohnt um man drückt häufig die falsche Taste, aber nach 1 Stunde hat man sich dran gewöhnt.

Gruß,
Pascal

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Hilbrands, Montag, 21. Januar 2013, 19:55 (vor 5027 Tagen) @ Schreipositiv

So schwer ist das jetzt auch nicht. Ist zwar am Anfang ungwohnt um man drückt häufig die falsche Taste, aber nach 1 Stunde hat man sich dran gewöhnt.

Kann ich nur bestätigen. Die "gewöhnlichen" schwarzen Tasten sind ja im vorderen Teil der schwarzen Tasten (also cis, es, fis gis, b). Nur für den selteneren Fall, dass man in vielen Vorzeichen spielt und sich ohnehin mehr auf den schwarzen Tasten bewegt, benutzt man den hinteren Teil, z.B. ais zusammen mit cis und fis.

Sehr gewöhnungsbedürftig ist allerdings das Cembalo universale mit 19 Tasten pro Oktave. Eine Rekonstruktion von Keith Hill nach Praetorius steht im Organeum:
[image]

Hamburg, St. Katharinen

Orlos, Sonntag, 20. Januar 2013, 16:15 (vor 5028 Tagen) @ JSBach

Ich möchte mir eine transportable Orgel mit Subsemitonien bauen lassen, um die Mitteltönigkeit auch in Konzerten besser ausleben zu können. Es gibt auch eine Reihe von Orgelbauern, die so etwas können. Ich bin gespannt.

Hamburg, St. Katharinen

Oliver Horlitz ⌂, Sonntag, 20. Januar 2013, 17:45 (vor 5028 Tagen) @ Orlos

Ich möchte mir eine transportable Orgel mit Subsemitonien bauen lassen, um die Mitteltönigkeit auch in Konzerten besser ausleben zu können. Es gibt auch eine Reihe von Orgelbauern, die so etwas können. Ich bin gespannt.

Dann würde ich unbedingt die große Oktave als kurze Oktave einrichten oder umschaltbar machen von C,D-x auf kurze Oktave... - Das große Cis würde ich mir in jedem Fall bei einer transportablen mitteltönigen Orgel schenken...

meint, fröhlich grüßend,
Oliver

Hamburg, St. Katharinen

Orlos, Sonntag, 20. Januar 2013, 19:00 (vor 5028 Tagen) @ Oliver Horlitz

Ja, klar ist eine kurze Oktave vorgesehen, sonst kann man doch die ganzen lustigen Bassakkorde (z. B. C-c°-e°) nicht greifen, die es bei Scheidemann etc. gibt!

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Freitag, 18. Januar 2013, 20:34 (vor 5030 Tagen) @ Schreipositiv

Bei Berlin muss ich dir da widersprechen. Da wurde eine erhaltene Denkmalorgel nicht nur wider den vorhandenen Maßen usw. verändert, sondern auch bei der Intonation "verweichlicht", usw.

Das ist vom Ergebnis her beinahe so, wie wenn man die Düsseldorfer Maxkirchenorgel als "König-Rekonstruktion" verkaufen würde.

In Anbetracht der Tatsache, daß es sich dabei um die einzige wirklich bedeutsame Berliner Barockorgel handelt (die Amalienorgel ist ja eher groß geratene Hausorgel), war das eine Kulturschande ersten Ranges. Sorry für die harten Worte.

Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Freitag, 18. Januar 2013, 19:53 (vor 5030 Tagen) @ ado

Ado, da stimme ich mit dir überein. Aber in Hamburg sieht die Ausgangslage halt anders aus. Von der alten Katharinenorgel sind eben nur die paar Pfeifen (zum Glück!!) übrig.

Hamburg, St. Katharinen

Hilbrands, Freitag, 18. Januar 2013, 17:28 (vor 5030 Tagen) @ Poupoulcorouse

Bin begeistert. Eine echte Bereicherung für die Hansestadt. Und wenn es dann noch gülden funkelt...

Hamburg, St. Katharinen

Cantor, Samstag, 16. Februar 2013, 10:40 (vor 5001 Tagen) @ Hilbrands

Hier ein kleines Klangbeispiel, hört sich nach dem Rückpositiv an....

http://www.youtube.com/watch?v=vC71aYyUSOg


Gruß Cantor

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