Harmonium oder E-Orgel
Guten Abend,
Ich muss mir ein Erlebnis von heute Vormittag von der Seele schreiben.
Etwa alle 2 Jahre ist unsere katholische Kirchengemeinde zu einem ökumenischen Gottesdienst in die evang. Kirche eingeladen.
Die dortigen Orgelverhältnisse sind ziemlich bescheiden.
Einen Organisten gibt es nicht, und die Gottesdienste werden vom CD Player begleitet
(CD-Serie Klingende Kirche)
Als Instrument diente in dieser Kirche jahrzehntelang ein
großes Druckluftharmonium - ein Kunstharmonium der K.u.K. Firma Kotykiewicz aus Wien.
Dieses Instrument befindet sich nach wie vor auf der Empore.
Bei Youtube habe ich ein Video mit einem ziemlich ähnlichen Kotykiewicz Harmonium
gefunden.
Vor ca. 15 Jahren bekam die Kirche eine E-Orgel von der Musikschule geschenkt.
es handelt sich um so eine Unterhaltungsmusik E-Orgel mit versetzten Manualen und
Stummelpedal. Wenn in der Kirche jetzt "Orgel" gespielt wird, kommt dieses Instrument zum Einsatz.
Ich habe mich für das Harmonium entschieden. Allerdings ist mir aufgefallen, dass der Magazinbalg bei diesem Instrument anscheinend nicht arbeitet.
Die Luft war ähnlich wie bei einem Akkordeon gleich weg,
sobald man die Tretschemel nicht mehr betätigte.
Ich habs mit und ohne "Perkussionszug" versucht - kein Unterschied.
Jedenfalls habe ich den Gottesdienst einigermaßen gut bestritten und mich bemüht durch gleichmäßiges Treten diese Luftlöcher möglichst zu vermeiden.
Nach dem Gottesdienst haben mich aber die Leute angesprochen, mit was für einem Instrument ich da gespielt habe. Es habe geklungen wie eine kräftige Harmonika, der Gastpfarrer hatte gemeint warum ich nicht die E-Orgel gespielt habe.
Nun mache ich mir irgendwie Vorwürfe, ob es anders besser gewesen wäre.
Ist die Gemeinde an den Harmoniumklang nicht mehr gewöhnt?
Zugegeben, das Instrument hat schon eine sonoren, etwas sägenden Klang - nicht gerade
orgelmäßig. Und der manchmal instabile Wind war nicht gerade zu meinem Vorteil.
Andrerseits habe ich andre (Saugluft)Harmonien kennengelernt, die einen zarten, weichen und runden Klang haben. Ein gleichmäßiges Spiel ist hier auch leichter, das bedienen der Tretschemel kein Problem für mich.
Diese Instrumente wurde ich schon einem pimpigen Elektronium vorziehen.
Wenn ich das nächste Mal in dieser Kirche spiel, werde ich aber wahrscheinlich
dann leider die Hohner "Tango" Orgel nehmen.
Gruß, Martin
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