Nachthorn 2'

Reinhold Schafroth, Mittwoch, 23. Januar 2013, 08:12 (vor 5022 Tagen)

Nachdem in neueren Orgeln das Nachthorn 2‘ kaum noch disponiert wird,
es in norddeutschen/holländischen Orgeln im Barock aber fast schon Standard war,
frage ich mich, warum.

Und vor allem, wie war dieses gebaut (offen, sehr weit? – oder im Pedal auch gedeckt ?). An verschiedenen Stellen ist zu lesen, daß dieses weite Nachthorn erst eine Erfindung der Orgelbewegung sei. Zudem gab es im süddeutschen Barock auch noch eine gedeckte Ausführung 8'

Ist es lediglich durch den heutigen größeren Pedal-Tonumfang und die Pedalkoppeln nicht mehr erforderlich?

Nachthorn 2'

willscher, Mittwoch, 23. Januar 2013, 13:08 (vor 5022 Tagen) @ Reinhold Schafroth

Nachdem in neueren Orgeln das Nachthorn 2‘ kaum noch disponiert wird,
es in norddeutschen/holländischen Orgeln im Barock aber fast schon Standard war,
frage ich mich, warum.

Und vor allem, wie war dieses gebaut (offen, sehr weit? – oder im Pedal auch gedeckt ?). An verschiedenen Stellen ist zu lesen, daß dieses weite Nachthorn erst eine Erfindung der Orgelbewegung sei. Zudem gab es im süddeutschen Barock auch noch eine gedeckte Ausführung 8'

Ist es lediglich durch den heutigen größeren Pedal-Tonumfang und die Pedalkoppeln nicht mehr erforderlich?

Ich habe eins! Im Pedal.

Gruß

Andreas

Nachthorn 2'

Orlos, Mittwoch, 23. Januar 2013, 13:36 (vor 5022 Tagen) @ willscher

In "meiner" Dienstorgel von 1962 habe ich sogar beide Varianten, als offene, sehr weite Flöte 2' im Pedal und als gedeckter 4' im Positiv.
Wenn es ein Nachthorn 2' im Pedal gibt, nutze ich es gerne, allerdings selten solistisch, sondern meist im Kombination mit dem Choralbass 4', um diesen aufzuhellen. In manchen Orgeln gibt es das ja als Kombinationsregister (z. B. Piffaro 2fach bei Klais).
Beim anstehenden Umbau der Orgel habe ich vorgeschlagen, den 2' als Manualregister wiederzuverwenden, zum Wegwerfen ist er wahrlich zu schade. Aber die Orgelbauer sind nicht darauf angesprungen, das Pedal-Nachthorn 2' sei zu weit. Abwarten. Das 4'-Nachthorn wird als "Flötgedackt" natürlich übernommen.
Im Keller habe ich noch ein weiteres Nachthorn 2' aus Kupfer, was bei einer der Rekonstruktion einer barockisierten romantischen Orgel übrig blieb. Ich weiß noch nicht, was ich damit machen werde, für eine Hausorgel ist es ziemlich unbrauchbar. Vielleicht kann man die Pfeifen anlängen. Aber wer arbeitet heute noch mit Kupfer? (Wo doch der Bahn neuerdings Kupferkabel gestohlen werden!)

Nachthorn 2'

Andreas Scotty Böttcher ⌂ @, Dresden, Donnerstag, 24. Januar 2013, 19:11 (vor 5020 Tagen) @ willscher

...und noch manch anderes "Leckerchen", das mir großen Spaß gemacht hat. :-)

--
"Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)

Nachthorn 2'

Abstrakte, Mittwoch, 23. Januar 2013, 14:23 (vor 5021 Tagen) @ Reinhold Schafroth

Eine Erfindung der Orgelbewegung ist das Nachthorn 2' wohl nicht; bei Arp Schnitger findet man das schon in den Pedalwerken, beispielsweise in Hamburg, St. Jacobi. Auf Vol. 7 der Buxtehude-Gesamtaufnahme von Harald Vogel hört man das auch solistisch im Einsatz. Dabei erkennt man auch, warum das Nachthorn mitunter völlig verschwunden ist: der Klang ist sehr tragfähig, aber nicht sehr laut. Die Begleitstimmen sollten dann auch einem leisen Regal oder einer zurückhaltenden Flötenmischung gespielt werden, weil das Nachthorn ansonsten einfach nicht durchkommt. Die Orgelbewegung hat solche Registrierungen ja auch geschätzt. Ich persönlich mag auf manchen Ott-Orgeln beispielsweise die Kombination von Nachthorn 2´ im Pedal und Quintade 8´für die Begleitstimmen, oder auch das Krummhorn 8´ alleine für die Begleitung. Allerdings kommt es da auch auf eine gute Intonation an: Ott (oder sein Intonateur) konnte das ziemlich gut; bei manchen anderen Orgelbauern klingt das längst nicht so schön. Auf vielen Neubauten der neueren Zeit gehen solche Registrierungen nicht mehr, da meinem Empfinden nach mehr auf Mischungsfähigkeit hin intoniert und gebaut wird.

Nachthorn 2'

Martin78 @, Mittwoch, 23. Januar 2013, 15:00 (vor 5021 Tagen) @ Abstrakte

Eine Erfindung der Orgelbewegung ist das Nachthorn 2' wohl nicht; bei Arp Schnitger findet man das schon in den Pedalwerken, beispielsweise in Hamburg, St. Jacobi. Auf Vol. 7 der Buxtehude-Gesamtaufnahme von Harald Vogel hört man das auch solistisch im Einsatz. Dabei erkennt man auch, warum das Nachthorn mitunter völlig verschwunden ist: der Klang ist sehr tragfähig, aber nicht sehr laut. Die Begleitstimmen sollten dann auch einem leisen Regal oder einer zurückhaltenden Flötenmischung gespielt werden, weil das Nachthorn ansonsten einfach nicht durchkommt.

In Vierzehnheiligen in der kräftigen Riegerin gibt es eine doppelt labiierte Jubalflöte 2', die wirklich in der ganzen Basilika trägt. Fand ich schön und brauchbar.

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