Skinner-Orgel Ingelheim
kjz1, Donnerstag, 28. April 2011, 18:46 (vor 5601 Tagen)
Hallo!
Durch einen Bericht in der Lokalpresse bin ich darauf aufmerksam geworden:
die evang. Saalkirche in Ingelheim hat eine Skinner-Orgel (op. 823, 1930) angekauft, die von Klais 2012 in Ingelheim aufgebaut werden soll. Angeblich ist die Orgel unverändert (bis auf den Spieltisch) erhalten, wurde also nie umintoniert. Laut Angaben der Gemeinde wäre dies dann die einzige (unveränderte) Skinner-Orgel in Europa.
Link: http://www.saalkirche-ingelheim.de/SkinnerOrgel.html
Viele Grüße,
- Karl-Josef
Skinner-Orgel Ingelheim
Aeolinchen, Freitag, 29. April 2011, 07:03 (vor 5600 Tagen) @ kjz1
Die dort angegebene Disposition scheint ja von Fehlern nur so zu strotzen...
Skinner-Orgel Ingelheim
Karl-Bernhardin Kropf, Freitag, 29. April 2011, 07:17 (vor 5600 Tagen) @ Aeolinchen
Die dort angegebene Disposition scheint ja von Fehlern nur so zu strotzen...
Wieso?
Skinner-Orgel Ingelheim
Friedrich
, Freitag, 29. April 2011, 07:24 (vor 5600 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Die dort angegebene Disposition scheint ja von Fehlern nur so zu strotzen...
Wieso?
Verrutschte Fußtonzahlen. Und offenbar altenglisch statt modern-amerikanisch: Kein Pedal in der Hauptorgel!
*grüß* [das war ein Erikativ]
Friedrich
Skinner-Orgel Ingelheim
Florian-L, Freitag, 29. April 2011, 07:26 (vor 5600 Tagen) @ Friedrich
Die dort angegebene Disposition scheint ja von Fehlern nur so zu strotzen...
Wieso?
Verrutschte Fußtonzahlen. Und offenbar altenglisch statt modern-amerikanisch: Kein Pedal in der Hauptorgel!
Die vollständige Disposition und einige Fotos findet man hier:
http://www.lenz-musik.de/html/orgelprojekt_saalkirche.html
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Skinner-Orgel Ingelheim
Subkoppel II - I
, Freitag, 29. April 2011, 17:56 (vor 5600 Tagen) @ Florian-L
Die vollständige Disposition und einige Fotos findet man hier:
http://www.lenz-musik.de/html/orgelprojekt_saalkirche.html
Gruß, Florian
Kann mir jemand den Unterschied zwischen "First Diapason 8" und "Second Diapason 8" erklären? Vielleicht Prinzipal und Geigenprinzipal?
Gruß,
Subkoppel II - I
First Diapason; war: Skinner-Orgel Ingelheim
tiratutti
, Freitag, 29. April 2011, 18:10 (vor 5600 Tagen) @ Subkoppel II - I
bearbeitet von tiratutti, Freitag, 29. April 2011, 18:36
Hallo,
Kann mir jemand den Unterschied zwischen "First Diapason 8" und "Second Diapason 8" erklären? Vielleicht Prinzipal und Geigenprinzipal?
der Second ist der, der in einer deutschen Orgel der Prinzipal wäre. Der First ist deutlich fetter und lauter als der "normale" zweite. Er ist ein Register, das spezifisch englisch ist und weder in Frankreich noch in Deutschland gebaut wurde.
Literatur: z.B. Noel A. Bonavia-Hunt: The modern British Organ, S.28ff.
Grüße von tiratutti
First Diapason; war: Skinner-Orgel Ingelheim
Subkoppel II - I
, Freitag, 29. April 2011, 18:15 (vor 5600 Tagen) @ tiratutti
DANKE !!
Skinner-Orgel Ingelheim
Karl-Bernhardin Kropf, Freitag, 29. April 2011, 11:38 (vor 5600 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Karl-Bernhardin Kropf, Freitag, 29. April 2011, 11:42
Die dort angegebene Disposition scheint ja von Fehlern nur so zu strotzen...
Wieso?
Verrutschte Fußtonzahlen. Und offenbar altenglisch statt modern-amerikanisch: Kein Pedal in der Hauptorgel!*grüß* [das war ein Erikativ]
Friedrich
Ach ja, das Pedal...... :D
Nettes Spielzeug!
Aber der Austin-Spieltisch deutet an, dass Friedrichs Hoffnung auf den originalen Skinner-Setzer wahrscheinlich vergeblich ist.
Skinner-Orgel Ingelheim
Friedrich
, Freitag, 29. April 2011, 11:16 (vor 5600 Tagen) @ kjz1
Durch einen Bericht in der Lokalpresse bin ich darauf aufmerksam geworden:
die evang. Saalkirche in Ingelheim hat eine Skinner-Orgel (op. 823, 1930) angekauft, die von Klais 2012 in Ingelheim aufgebaut werden soll.
Um mal kjzs Beitrag im Ernst zu würdigen: Das ist schon was Spezielles, und die Skinner-Orgel macht die Region für Orgelleute noch etwas interessanter.
Die Disposition grenzt an das, was die Amis "octopod" nennen, Achtfüßer. Auf vier Manualen und Pedal vier 4'-Register, zwei Flöten und zwei Prinzipale; dazu Nasat und Flöte im Choir und zwei Mixturen, das war's oberhalb 8' -- bei 37 Registern, vier Auszügen, zwei Transmissionen und einer 32'-Schaltung.
Skinner, damals kein junger Mann mehr, hatte sich schon nach England orientiert und war an "Willis-style"-Mixturen interessiert (womit er Henry Willis III meinte, der schon eine Art englischen Neoklassizismus baute, allerdings sonst erzkonservativ und möglicherweise nicht in jeder Hinsicht der hellste unter den Orgelbauern war). Hier ist vielleicht die Swell-Mixtur in dieser Art gehalten (ansteigende Repetition). Die "Grave Mixture" wird mit Quinte und Oktave besetzt sein und eventuell ein-, vielleicht zweimal repetieren; sie rechnet mit der Oktavkoppel (siehe die Laden mit 73 Tönen), was wiederum heißt, dass die Mensuren für hiesige Begriffe im Diskant ziemlich schmal sein werden. Die Bässe dagegen werden in Ingelheim gehörig wummern, zumal wenn die Akustik in der ursprünglichen Kirche orgelunfreundlich war, was meistens heißt, dass Bässe gnadenlos geschluckt werden. In der Ingelheimer Kirche mit ihren schweren Steinwänden werden sie freie Bahn haben.
Es ist also abzuwarten, wie das Ding in Ingelheim klingen wird, besonders was die Bass-Diskant-Balance angeht. Neugierig bin ich auch, was für ein Gehäuse die Orgel bekommen wird und ob sie ihre originalen, wahrscheinlich elektropneumatischen Setzer behält. Skinner-Laden und Kombinationsschränke gelten als unkaputtbar. Hier sind sie z. B. immer noch uneingeschränkt in Betrieb.
Gruß,
Friedrich
Skinner-Orgel Ingelheim
kjz1, Freitag, 29. April 2011, 11:54 (vor 5600 Tagen) @ Friedrich
Die Bässe dagegen werden in Ingelheim gehörig wummern, zumal wenn die Akustik in der ursprünglichen Kirche orgelunfreundlich war, was meistens heißt, dass Bässe gnadenlos geschluckt werden. In der Ingelheimer Kirche mit ihren schweren Steinwänden werden sie freie Bahn haben.
Wahrscheinlich wird die Kirche in Ingelheim auch einiges mehr an Nachhall haben und nicht die absolut 'staubtrockene' Akustik vieler amerikanischer Kirchen besitzen.
Dazu noch so typische Skinner-Zungen wie z. Bsp. das Waldhorn. Das wird sicher auch für deutsche Organisten eine lohnende Erfahrung sein, eine solche Orgel auch mal in Deutschland spielen zu können.
Viele Grüße,
- Karl-Josef
Skinner-Orgel Ingelheim
SlowOrg
, Maribor, Freitag, 29. April 2011, 13:52 (vor 5600 Tagen) @ Friedrich
Neugierig bin ich auch, was für ein Gehäuse die Orgel bekommen wird und ob sie ihre originalen, wahrscheinlich elektropneumatischen Setzer behält.
Wenn man nach den Bildern urteilt, die auf der Webseite zu finden sind, bekommt die Orgel ein neues Gehäuse.
Das ...
![[image]](http://www.saalkirche-ingelheim.de/Orgel_Bilder/Skinner_23_Gehause_Hauptorgel.jpg)
bzw. das ...
![[image]](http://www.saalkirche-ingelheim.de/Orgel_Bilder/Skinner_24_Kirche_innen_b.jpg)
wird zu dem:
M
Skinner-Orgel Ingelheim
kjz1, Freitag, 29. April 2011, 16:22 (vor 5600 Tagen) @ SlowOrg
Wenn man nach den Bildern urteilt, die auf der Webseite zu finden sind, bekommt die Orgel ein neues Gehäuse.
Womit sie wahrscheinlich 'freier' klingen kann. Die Skinner-Gehäuse sind ja rein dekorativ ohne klingende Prospektpfeifen. Und zumindestens die Hauptorgel dürfte sich dann dahinter in einer tiefen, gemauerten Orgelkammer befinden. Dies ändert sich ja bei der neuen Aufstellung.
Viele Grüße,
- Karl-Josef
Skinner-Orgel Ingelheim
Friedrich
, Freitag, 29. April 2011, 16:56 (vor 5600 Tagen) @ SlowOrg
wird zu dem:
Huh! Zumindest in der Zeichnung sieht das ziemlich schauerlich aus. Es ist zwar ordentlich was zu verstauen. Aber hiergegen hat Skinners Architekt ja geradezu Elegnaz gezaubert.
Gruß,
Friedrich
Skinner-Orgel Ingelheim
Karl-Bernhardin Kropf, Samstag, 30. April 2011, 12:58 (vor 5599 Tagen) @ Friedrich
wird zu dem:
Huh! Zumindest in der Zeichnung sieht das ziemlich schauerlich aus. Es ist zwar ordentlich was zu verstauen. Aber hiergegen hat Skinners Architekt ja geradezu Elegnaz gezaubert.Gruß,
Friedrich
Na, das ist ja ein kräftig Wort!
Ich finde, es hat noch Potential. Es fehlen in der Skizze ja Details und Oberflächenfassungen...das könnte schon noch was Schönes werden, IMHO
Skinner-Orgel Ingelheim
Friedrich
, Samstag, 30. April 2011, 14:18 (vor 5599 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Huh! Zumindest in der Zeichnung sieht das ziemlich schauerlich aus. Es ist zwar ordentlich was zu verstauen. Aber hiergegen hat Skinners Architekt ja geradezu Elegnaz gezaubert.
Na, das ist ja ein kräftig Wort!
Du meinst bestimmt "Elegnaz", das ist in der Tat starker Tobak.
Tut mir auch schon fast leid drum, das war spontan reagiert. Inzwischen wird mir klar, dass auch das mächtige Raumvolumen und die tiefe Empore eine Rolle dabei spielte, die die Zeichnung andeutet. Die Pfeifenfront bedeckt das alles ziemlich plan, die Tiefe wird in der Gestaltung nicht erschlossen -- bei so einem Apparat von Orgel sicher auch keine leichte Aufgabe. Hoffen wir, dass sie gelingt!
Gruß,
Friedrich