Leiden, Hooglandse Kerk

fluteceleste @, München, Mittwoch, 06. Februar 2013, 16:45 (vor 5005 Tagen)

Durch ein Video bin ich auf die (wohl für 2014 fertigzustellende) Willis-Installation gestoßen. Wenn ichs richtig gelesen habe, wurde eine mittelgroße Orgel beschafft, und diese soll dann zur Großorgel expandiert werden. Klingt vielversprechend..

Da die Seite auf Niederländisch ist, habe ich den Google Übersetzungsknecht bemüht, der mir dann prompt folgendes lieferte:

Der Höhepunkt des Organs wird von einem Doppelmaulschlüssel Holz 32 "in voller Länge (zehn Meter), ein 32-Fuß-Schilf und Tuba 8 'erhöhten Winddruck gebildet."

(original: De bekroning van het orgel wordt gevormd door een Double Open Wood 32' van volledige lengte (tien meter), een 32-voets tongwerk én een Tuba 8' op verhoogde winddruk.)
und:

Die erworbenen 'Vater' Willis Orgel ist im fast ursprünglichen Zustand und verfügt über 30 Haltestellen über drei Manuale und Pedal verteilt."

Na dann: nächste Haltestelle Prinzipal.(paßt zumindest für Münsteraner)
Da lese ichs doch lieber auf Holländisch ;-)

Leiden, Hooglandse Kerk

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Mittwoch, 06. Februar 2013, 17:12 (vor 5005 Tagen) @ fluteceleste

32-Fuß-Schilf?

Vielleicht gehts hier um ein neobarockes "Schilfregal 32'"


Und der "Doppelmaulschlüssel 32'" ist doch nichts gegen den größten Flaschenöffner der Welt: Siehe hier

Leiden, Hooglandse Kerk

florianf, Graz, AT, Freitag, 08. Februar 2013, 16:46 (vor 5003 Tagen) @ Poupoulcorouse

das Schilfregal halte ich für eine konsequente Weiterentwicklung der neobarocken 8' Weidenpfeife :)

Leiden, Hooglandse Kerk

3rd_astronaut, Mittwoch, 06. Februar 2013, 17:27 (vor 5005 Tagen) @ fluteceleste

Der Höhepunkt des Organs wird von einem Doppelmaulschlüssel Holz 32 "in voller Länge (zehn Meter), ein 32-Fuß-Schilf und Tuba 8 'erhöhten Winddruck gebildet."

Der Orgelbauer ging übrigens fast pleite, weil er zunächst aus versehen einen 31er doppelmaulschlüssel aus orgelmetall gebaut hat.... eine pfeife dieses fehlbaus darf nun kinder erfreuen: http://www.schmitz-peter.de/artikelbilder_temp/dt_xl_Luftpumpe_Maulschluessel_Aufgebaut...

Leiden, Hooglandse Kerk

Dhm, Mittwoch, 06. Februar 2013, 22:57 (vor 5005 Tagen) @ 3rd_astronaut

Double Open Wood = Offenbass aus Holz. Typisch English. -:)

Nachtrag: die Seite ist auch auf Englisch.

Leiden, Hooglandse Kerk

fluteceleste @, München, Donnerstag, 07. Februar 2013, 08:02 (vor 5005 Tagen) @ Dhm

Double Open Wood = Offenbass aus Holz. Typisch English. -:)

Nachtrag: die Seite ist auch auf Englisch.

stimmt, jetzt hab ich den Knopf (links in der Leiste..) auch gefunden, Danke ;-)

Leiden, Hooglandse Kerk

tiratutti @, Freitag, 08. Februar 2013, 17:08 (vor 5003 Tagen) @ fluteceleste

Hallo,

Durch ein Video bin ich auf die (wohl für 2014 fertigzustellende) Willis-Installation gestoßen. Wenn ichs richtig gelesen habe, wurde eine mittelgroße Orgel beschafft, und diese soll dann zur Großorgel expandiert werden. Klingt vielversprechend..

auf den Seiten der Orgelstiftung gibt es auch ein Video vom Abbau am vorigen Platz. Da stand sie in einer zu einem Konzertsaal umgebauten privaten Scheune. Wir konnten das Instrument dort hören und spielen und fand es spannend. Für die Hooglandse Kerk wird die Orgel jetzt auf vier Manuale aufgeblasen. Hoffentlich geht das gut.

Grüße von tiratutti

Leiden, Hooglandse Kerk

Friedrich @, Freitag, 08. Februar 2013, 17:43 (vor 5003 Tagen) @ tiratutti

Für die Hooglandse Kerk wird die Orgel jetzt auf vier Manuale aufgeblasen. Hoffentlich geht das gut.

Das ist gut möglich, denn Father Willis hatte seinen Betrieb so stark rationalisiert, dass er die Orgeln regelrecht zusammenpuzzeln konnte und dabei verhältnismäßig unabhängig von der Raumgröße war. Die Orgeln waren komplett vorintoniert, an Ort und Stelle wurde nur ausgeglichen. Mit diesem Konzept schlug er eine Mende Konkurrenten aus dem Feld.

In musikalischer Hinsicht ist das natürlich anfechtbar. Deswegen fallen die Urteile über verschiedene Willis-Orgeln so unterschiedlich aus: Es kommt sehr stark drauf an, wo sie stehen. Die Orgeln in der Royal Albert Hall und im Alexandra Palace glichen sich stark in Disposition und Aufbau; während die eine aber als Fehlschlag gilt, der bis zur letzten Renovierung eine orgelbauliche Dauerbaustelle war, hat die andere immer noch einen festen Verehrerkreis, der keine Kosten und Mühen scheut, sie aus ihren Resten zu rekonstruieren. Disposition, Pfeifen und Laden waren bei beiden Orgeln so gut wie gleich – in der RAH stand die Orgel aber unter der Riesenkuppel, die ihren Klang verzwergte, während die »Ally-Pally«-Orgel in einer Schallmuschel aufgestellt war, die den Klang bündelte. Die relativ wenigen Willis-Orgeln, die heute noch verehrt werden – Salisbury, Canterbury, Lincoln, Hereford, Truro usw. – sind also eigentlich die in den akustisch besten Räumen; die, bei denen das Serienkonzept nicht hinhaute, sind inzwischen ersetzt oder stark umgebaut.

Für die Hooglandse Kerk heißt das, dass im Prinzip nur die Willis-typischen Ausbaustufen mit den entsprechenden Registern und Mensuren dazugestellt werden müssen. Der Rest ist dann – wenn man historisch genau vorgehen will – eine Sache der Akustik.

Gruß,
Friedrich

Leiden, Hooglandse Kerk

Dhm, Freitag, 08. Februar 2013, 22:22 (vor 5003 Tagen) @ Friedrich

Die relativ wenigen Willis-Orgeln, die heute noch verehrt werden – Salisbury, Canterbury, Lincoln, Hereford, Truro usw. – >

Canterbury wurde schon 1978 "Manderisiert" und von IV/69 auf III/60 reduziert.
Man vergleiche die Dispositionen von 1948:
http://www.npor.org.uk/cgi-bin/Rsearch.cgi?Fn=Rsearch&rec_index=N14644
und 1978:
http://www.npor.org.uk/cgi-bin/Rsearch.cgi?Fn=Rsearch&rec_index=N14638.

Nächstes Jahr soll sie wieder abgebaut werden und ein ganzes Jahr außer Betrieb bleiben.

Leiden, Hooglandse Kerk

Karl-Bernhardin Kropf, Samstag, 09. Februar 2013, 22:44 (vor 5002 Tagen) @ Friedrich

Für die Hooglandse Kerk heißt das, dass im Prinzip nur die Willis-typischen Ausbaustufen mit den entsprechenden Registern und Mensuren dazugestellt werden müssen. Der Rest ist dann – wenn man historisch genau vorgehen will – eine Sache der Akustik.

Gruß,
Friedrich

So wie ich die Kirche in Erinnerung habe, würde da auch eine Kemper-Orgel gut klingen...!
In Leiden wird übrigens äußerst konsequent Evensong praktiziert, die Ordnungen sind online zu erhalten. Da ist auch schon fast alles auf Englisch. Insofern sollte die transferierte Willis, wenn diese Praxis dort länger anhält, ein adäquates musikalisches Umfeld haben. Akustisch gesehen ist wirdr es natürlich halliger sein als in einer englischen Kathedrale, steht dort doch die Orgel in Chornähe, und der Chor hat immer irgendwelche Einbauten aufzuweisen (sonst wär's ja eigentlich keiner), die den Hall verringern.

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