Bilder aus Katharinen - und Kleinigkeiten

Karl-Bernhardin Kropf, Samstag, 09. Februar 2013, 23:36 (vor 4954 Tagen)

Hatte gestern und heute in Hamburg und Lübeck zu tun.
Wollte unbedingt nach HH-St.Katharinen, um die renovierte Kirche und die werdende Orgel zu sehen. Schön wird's!
Seht selbst:
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(Bild durch das Gitter des Altarumgangs aufgenommen)

Es wurde im RP intoniert, ich hörte die letzten Töne der Sesquialtera, dann ein Prinzipal, 1. Oktave (?) und höher - kann also aus dem 4' oder die Sifflet 1' oder ein Chor aus dem Scharff gewesen sein....
Sehr angenehm: Die Schallverteilung ist sehr gut. Ich ging umher, und überall war gleichviel Klang, wenngleich auch etwas wenig. (@Wolfgang: Diese Bemerkung musste jetzt kommen, weil es ja in Rostock auch heißt, da kommt zu wenig. In Katharinen kommt auch wenig, und dabei sprachen die Pfeifen relativ frei, denn wie man sieht, steht noch wenig im RP....)
Man wird sich ein wenig einhören müssen, aber nicht so viel wie in Stralsund. Alles in allem voraussichtlich sehr schöne Bedingungen mit vielen guten Hörplätzen.
Näher ran:
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Geht man näher ran, bekommt man eine Vorstellung von der Tiefe des Instruments:
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Am nördlichen Emporenende lagern Pfeifen
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siehe auch hier - ob da altes Material mit dabei ist?
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Und hier noch von Süden:
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Unter dem Gehäuse hat man auf Rekonstruktionen der Schnitzereien verzichtet, genau gesagt, auf die ganze Empore, was ja nachvollziehbar ist.
Aber an der Bekrönung wurde nicht gespart. Ich war 1987 zum ersten Mal in der Kirche. Hätten wir damals zu denken gewagt, DAS hier nun erleben zu können?
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Die Kirche ist auf Veranstaltungen hin optimiert - das äußert sich in mich doch etwas störenden Schweinwerfermengen an allen Zugstangen/balken:
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Aber ENDLICH ist die Kirche fertig...
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Was gabs sonsts noch Neues zu erfahren? In Hamburg St. Nikolai ist man sehr weit dran, diesem Gerät hier neues/verändertes Leben einzuhauchen...
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Könnte ein weiteres spannendes Ergebnis für die Hamburger Orgellandschaft ergeben.

Dann Lübeck: Im Dom keinerlei Spur der Überlegungen zur Schnitger-Hantelmann-Rekonstruktion. Gar nichts. Ist aber vielleicht auch klug so.

In der Herz-Jesu-Kirche wird umgebaut, Kirche geschlossen (Anbau mit neuer Märtyrergedenkstätte).

In Jakobi im Prinzip alles wie immer. Für mich neu die durch Glaswand abgeteilte Nordkapelle ("Sieben-Meere-Kapelle") als Winterkirche. Schöne Lösung. Dort unter Schutzhülle Rohlf-Truhe und Digitalpiano. Das rekonstruierte Lettnerpositiv steht südlich vorne.
Ein Plakatständer trägt eine Spendenbitte für Orgelsanierung. Für die "Renaissance-Schuke"?

Im wunderbar neugestalteten St. Annen-Museum (Türinschrift: Ein Geschenk der Possehl-Stiftung an die Hansestadt Lübeck) zwei Räume zur Musik mit sehr knappen, aber interessanten Ausführungen zu Buxtehude & Co. Mehr Info soll auf den AudioGuides zu hören sein, hatte aber keine Zeit dafür.

In Marien noch nichts Neues. Jemand sagte mir, J. Unger wäre sehr vorsichtig in den Orgelfragen, naja, weiteres wäre jetzt hier zu viel Gerüchtekram.
Besuchern gegenüber wird weiterhin von der größten mech. Orgel der Welt gesprochen...

Hatte am Abend ein leckeres Essen, das Wolfgang sicher geknipst hätte. Ich konnte mir aber folgenden Schnappschuss nicht verkneifen, auf dem eventuell einer der Gründe zu sehen ist (siehe Zettel), warum es der Deutschen Bank nicht mehr so gut geht:
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Soviel für heute!
Best regards...

Bilder aus Katharinen - und Kleinigkeiten

Friedrich @, Sonntag, 10. Februar 2013, 00:06 (vor 4954 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Schöne Bilder!
Das wird ja ein Fest da in Katharinen!
Danke!

Gruß,
Friedrich

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Hilbrands, Sonntag, 10. Februar 2013, 13:58 (vor 4953 Tagen) @ Friedrich

Ja, wirklich schöne Fotos, die einen guten Eindruck vermitteln!
Herzlichen Dank!
Walter

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 10. Februar 2013, 01:16 (vor 4954 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Wobei, wie ich in der Schnitger-Gruppe auf Facebook merken konnte, das Gehäuse in dieser Form auch nicht jedem zusagt. Manchen wirkt es zu klobig, im Vergleich zum Original, zu unelegant und grobschlächtig.
Dabei sind wohl vor allem die veränderten Pedaltürme der Stein des Anstoßes.

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ado @, Berlin, Sonntag, 10. Februar 2013, 07:16 (vor 4954 Tagen) @ Poupoulcorouse

...die pedaltürme sind AUCH verändert? es gibt wohl nicht zufällig irgendwo eine genaue darstellung der abweichungen des neubaus vom original? die flentrop-internetpräsenz gibt da wenig her.

an der bekrönung wurde nicht gespart: fein. "Unter dem Gehäuse hat man auf Rekonstruktionen der Schnitzereien verzichtet, genau gesagt, auf die ganze Empore, was ja nachvollziehbar ist." inwiefern ist das nachvollziehbar?

mich beschleicht bei solchen sachen immer ein GANZ ungutes gefühl. hier könnte man ja die empore vielleicht sogar irgendwann nachrüsten. aber die gefahr besteht immer, daß eine rekonstruktion, die keine ist, die möglichkeit einer echten rekonstruktion in noch weitere ferne rücken läßt.

ich wäre da immer für die variante KOMPROMISSLOS. und wenn nicht das, dann bitte immer so, daß jede abweichung vom ursprungszustand leicht zu korrigieren ist.

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doppelfloete_h @, Hannover, Sonntag, 10. Februar 2013, 09:48 (vor 4954 Tagen) @ ado

...aber das ganze ist ja nunmal eher als NACHBAU zu verstehen. Mal abgesehen davon, dass eine REKONSTRUKTION sicher ihren Reiz hätte. Aber es wurde hier ja schon viel über Stimmung, historischen Klaviaturumfang und "im Sinne von" hinzugefügte Register diskutiert. Insofern sehe ich die Prospektfragen relativ entspannt. Besonders wohl ist mir insgesamt nur nicht, was das Nebeneinander von neuer/alter Orgel und alter/neuer Empore angeht.

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Karsten, Sonntag, 10. Februar 2013, 10:36 (vor 4953 Tagen) @ ado
bearbeitet von Karsten, Sonntag, 10. Februar 2013, 10:39

...die pedaltürme sind AUCH verändert? es gibt wohl nicht zufällig irgendwo eine genaue darstellung der abweichungen des neubaus vom original? die flentrop-internetpräsenz gibt da wenig her.

Es gibt einige historische Vorkriegsaufnahmen des Prospektes, die im Internet zu finden sind, beispielsweise dort:
http://quartier-magazin.com/quartier12/alle-register-fur-katharinen
Hochauflösend hier: http://www.stiftung-johann-sebastian.de/index.php?id=21
Die gesamte Orgel scheint mir damals tiefer positioniert gewesen zu sein. Schaut man sich die Pedaltürme an, merkt man beispielsweise, dass der alte Prospekt allein schon durch die längeren Pedalpfeifenfüsse um einiges leichter und eleganter wirkte. Jetzt "drückt" es durchaus, was vielleicht auch daran liegen kann, dass die fehlenden Schnitzereien im unteren Gehäusebereich kein optischen "Ausgleich" mehr zu dem reichen Schnitzwerk oben bieten.

an der bekrönung wurde nicht gespart: fein. "Unter dem Gehäuse hat man auf Rekonstruktionen der Schnitzereien verzichtet, genau gesagt, auf die ganze Empore, was ja nachvollziehbar ist." inwiefern ist das nachvollziehbar?

Ein Zitat aus der Pressemappe (S.7):

"Die Frage des Prospektes (Schauseite) der Orgel ist lange zwischen Orgelfachleuten und Denkmalpflegern kontrovers diskutiert worden. Mit mehreren Architektenentwürfen wurde versucht, das musikalische Konzept mit einem modernen äußeren Erscheinungsbild in Einklang zu bringen. Letztlich haben alle diese Entwürfe so stark in den inneren Aufbau der Orgel eingegriffen, dass das musikalische Konzept damit unvereinbar war. Erst jüngste Lösungsvorschläge der Holzbildhauerin Christiane Sandler haben im Sommer 2005 die Zustimmung der Denkmalpflege zu einer historischen Prospektfassung ermöglicht. Diese Vorschläge basieren auf einer Reduktion auf die Dekorationsfassung der Erbauungszeit des Prospektes (Renaissance) und verzichten auf spätere Hinzufügungen des Rokoko. Eine künstlerisch und handwerklich excellente Nachschöpfung der alten Dekorationsformen garantiert die Entstehung eines eigenständigen Kunstwerkes anstelle einer billigen Kopie."
http://www.stiftung-johann-sebastian.de/fileadmin/05-downloads/pressemappe-071105.pdf

Hier übrigens die Darstellung der Arbeiten auf der Website der Künstlerin, sehr beeindruckend:
http://www.christianesandler.de/rekonstruktionen/katharinenorgel-hamburg-01.html

Gruß
Karsten

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 10. Februar 2013, 14:09 (vor 4953 Tagen) @ ado

Daß die Pedaltürme verändert wurden, wird wohl vor allem am veränderten Pedalumfang liegen.

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Karl-Bernhardin Kropf, Sonntag, 10. Februar 2013, 16:58 (vor 4953 Tagen) @ ado

an der bekrönung wurde nicht gespart: fein. "Unter dem Gehäuse hat man auf Rekonstruktionen der Schnitzereien verzichtet, genau gesagt, auf die ganze Empore, was ja nachvollziehbar ist." inwiefern ist das nachvollziehbar?

Na, ich meinte damit, dass man bei Rekonstruktion der Empore - ich ignoriere jetzt mal der Einfachheit halber die ohnehin klarere Darstellung in Verlinkung eines späteren Postings - nie ein richtiges Ende findet, dann muss auch noch das Kirchengestühl (sofern zu Reinckens Zeiten schon eins da war) rekonstruiert werden, die im Krieg runtergefallenen Epitaphien, Nebenkapellen - und irgendwann auch der Zuhörer.
Die alte Frage, wie immer.

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 10. Februar 2013, 17:35 (vor 4953 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Na ja, Orgel und Empore bilden doch eher eine Einheit als Orgel und Chorgestühl. Aber wahrscheinlich kommen dann wieder irgendwelche oberschlauen Architekten, die was erzählen vonwegen "Formensprache der Gotik, die in der Gestaltung der Empore aufgegriffen und weitergeführt wird", etc. hehehe, ja ja, sowas kennt man zur Genüge.

--
Gruß vom Niederrhein

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orgelquaeler, Südwestdeutschland, Dienstag, 12. Februar 2013, 10:02 (vor 4952 Tagen) @ Tabernakelwanze

Na ja, Orgel und Empore bilden doch eher eine Einheit als Orgel und Chorgestühl. Aber wahrscheinlich kommen dann wieder irgendwelche oberschlauen Architekten, die was erzählen vonwegen "Formensprache der Gotik, die in der Gestaltung der Empore aufgegriffen und weitergeführt wird", etc. hehehe, ja ja, sowas kennt man zur Genüge.

Moin,

er meinte die Kirchenbänke! Und die haben bestimmt einen erheblichen Einfluß auf die Akustik.

Hm, konsequent wäre dann eine komplette Rekonstruktion der gesamten Einrichtung. Gab es in HH auch "Separees"?

LG

OQ

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 12. Februar 2013, 14:51 (vor 4951 Tagen) @ orgelquaeler

Separees? Meinst Du etwa Priechen?

--
Gruß vom Niederrhein

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elfengeschrey, Ebstorf, Dienstag, 12. Februar 2013, 21:37 (vor 4951 Tagen) @ Tabernakelwanze

ecclesiogene schweinebuchten???

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orgelquaeler, Südwestdeutschland, Mittwoch, 13. Februar 2013, 11:40 (vor 4950 Tagen) @ Tabernakelwanze

Priechen? Heißen die Dinger Kirchenstühle? Eingebaute verzierte und bemalte kleine Zimmerchen teilweise mit Fenstern, die sich die betuchteren in die Kirchen bauen liesen.

LG

OQ

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orgelquaeler, Südwestdeutschland, Mittwoch, 13. Februar 2013, 11:47 (vor 4950 Tagen) @ orgelquaeler

Ja, genau Priechen!
Und ich meinte Betstühle.

Solche EInbauten gab es in einer hanseatischen Kirche doch bestimmt zu Hauf. Und somit ist von einem erheblichen Einfluss auf die Akustik auszugehen.

LG

OQ

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Axel ⌂ @, Mechernich, Sonntag, 10. Februar 2013, 17:47 (vor 4953 Tagen) @ ado

Was soll das bringen? Ist doch schnuppe, wenn die Kiste im Resultat etwas taugt. Alle Daten wie Intonationsparameter haben wir eh nicht. Außerdem wissen wir nicht, wie gut die ursprüngliche Orgel wirklich war, dann ist mir eine funktionierende Orgel, die einfach gut klingt lieber.

Grüße
Axel

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