Zungen stimmen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 10. Februar 2013, 10:47 (vor 5003 Tagen)

Ich habe mal ein paar Fragen zum Stimmen der Zungen:

In welcher Reihenfolge und in Bezug zu welchem Register sollte man stimmen?
Wie genau geht man vor, habe öfters gelesen "erst Krücke zu tief schlagen, dann von unten annähern"
Was sollte man beachten, was kann passieren/schiefgehen?

Zungen stimmen

Axel ⌂ @, Mechernich, Sonntag, 10. Februar 2013, 12:15 (vor 5003 Tagen) @ JSBach

Manualzunge 8' mit Oktave 4' als Stimmregister. Ich würde oben anfangen. Wenn die tiefe Oktave der Zunge so laut ist, dass man die Oktave 4' nicht mehr hört, nur die Zunge in sich stimmen, die kleine Oktave hast du dann ja schon.
Posauene 16' stimme ich auf die bereits gestimmte Trompete des HW.

Die Anweisung ist etwas missverständlich. Um den Ton tiefer zu stimmen, muss man die Krücke nach oben schlagen, dann wird das schwingende Ende der Zunge länger. Gewarnt wird immer davor, die Krücke nach unten zu schlagen, wenn man keine Ahnung hat, in welche Richtung. Ungünstig wäre, die K. so tief zu schlagen, dass sie am Ende der Z. vorbeirutscht. Sollte das passieren, nicht wieder nach oben schlagen, dabei kann die Zunge verkanten und brechen. Ist mir aber noch nie passiert. Dann hat man den Ton ja auch um Längen zu hoch gestimmt. Um festzustellen, ob nach oben oder unten gestimmt werden muss, kann man bei den ersten Tönen die Hand über den Becher halten und quasi in Richtung gedackt simulieren. Wird es besser, muss man tiefer stimmen.

Grüße
Axel

Zungen stimmen

Trombetten @, Sonntag, 10. Februar 2013, 12:52 (vor 5003 Tagen) @ Axel

Trompete 8' mit Oktave 4' von a° bis a' stimmen, die anderen Oktaven in sich aufwärts und abwärts. EIn Stimmregister ist nicht immer so zuverlässig dass es 100 Prozentig steht. So macht es mein Orgelbauer. Die Posaune 16' Sollte zusammen mit anderen 16' Registern des Pedals gestimmt werden wegen eventuellem Windabfall.

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hinterSatz ⌂ @, Köln, Sonntag, 10. Februar 2013, 17:49 (vor 5002 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von hinterSatz, Sonntag, 10. Februar 2013, 17:52

Ich hatte das neulich mal mit einem digitalen Stimmgerät Korg WR-01 Wi-Tune, das ging schnell und führte zu einem sehr schönen Ergebnis. Erst die C, dann die cis-Lade durch, vorher am C1 des Prinzipals das Stimmgerät kalibriert. Zungen immer zum Stimmen nach unten schlagen, das geht viel feinfühliger als die Aufwärtsbewegung. Die Feinheiten beim Zungenstimmen kann man getrost ignorieren, wenn man nicht ein regelrechtes Konzertinstrument in einem temperaturstabilen Raum vor sich hat.
Das verblüffendste Erlebnis beim Kauf meines digitalen Intruments war im Übrigen, dass hier die Zungen gestimmt sind, daran musste man sich erst einmal gewöhnen.

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"Die Orgel ist des Teufels Dudelsack, womit er den Ernst der Betrachtungen in Schlummer wiegt." - Huldreych Zwingli
http://ahlbornforum.comxa.com/de/concert.htm

Zungen stimmen

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 10. Februar 2013, 19:30 (vor 5002 Tagen) @ hinterSatz

Verstehe ich Dich richtig, Du stimmst die Zungen mit einem Stimmgerät?

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Gruß vom Niederrhein

Zungen stimmen

hinterSatz ⌂ @, Köln, Sonntag, 10. Februar 2013, 20:39 (vor 5002 Tagen) @ Tabernakelwanze
bearbeitet von hinterSatz, Sonntag, 10. Februar 2013, 20:51

Richtig. Wobei "Zungen" eine klitzekleine Übertreibung darstellt, meine kleine Walberberger Ott jun., von Weimbs wegen Firmenpleite weitergebaute hat bloß ein Zungenregister...:-)
Das Instrument steht in einer unbeheizten Kirche am Berg, wo sich die "Zunge" wie auch die ganze Orgel eh ständig, ach sagen wir einfach mal, "neu intoniert", da wäre es Unfug, die Zunge nach der eh verstimmten Orgel stimmen zu wollen.
Das Stimmgerät ist im Stimmton einstellbar und arbeitet mit der gleichschwebenden Temperatur. Irgendetwas falsch an dem Gedankengang ?
Ich habe irgendwo mal ein furchtbar teures Stimmgerät zum Klavierstimmen gesehen, die eigentlich für Saiteninstrumente verwendeten digitalen Stimmgeräte neuster Generation können aber, denke ich, das Gleiche, sofern man keine historischen oder außerordentlichen Stimmungen verlangt.

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Karl-Bernhardin Kropf, Sonntag, 10. Februar 2013, 22:54 (vor 5002 Tagen) @ hinterSatz

Das Instrument steht in einer unbeheizten Kirche am Berg, wo sich die "Zunge" wie auch die ganze Orgel eh ständig, ach sagen wir einfach mal, "neu intoniert", da wäre es Unfug, die Zunge nach der eh verstimmten Orgel stimmen zu wollen.

Aha! Und wann stimmst Du die Labialen? ;-)
Oder spielst Du Zunge solo?

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hinterSatz ⌂ @, Köln, Montag, 11. Februar 2013, 08:49 (vor 5002 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Gar nicht. Ich bin ja nicht verrückt. Der Prinzipal stimmte, sagte das Stimmgerät, im Übrigen in sich ganz gut. Sagt das Stimmgerät. Aber ich finde bestimmt Einen, der's besser weiß, eh ?

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 11. Februar 2013, 09:40 (vor 5002 Tagen) @ hinterSatz

Wäre es aber nicht vielleicht sinnvoller, wenn die Zunge nach dem einigermaßen stimmenden Prinzipal gestimmt würde, als nach einem Gerät, das mit der Orgel so irgendwie garnix zu tun hat?

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Gruß vom Niederrhein

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hinterSatz ⌂ @, Köln, Montag, 11. Februar 2013, 09:59 (vor 5002 Tagen) @ Tabernakelwanze

Ja klar, was dachtest Du denn. Der Stimmton des Stimmgerätes ist einstellbar und wir so eingestellt, dass das Gerät bei einem Ton des Prinzipals (ich habe C1 genommen) +/- 0 ist. Vielleicht habe ich mich beim Begriff Stimmton etwas blöd aus gedrückt, ich meinte den Kammerton, der ist veränderbar 430-450Hz oder so, und der wird mit dem Prinzipalregister abgeglichen.
Jeck

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 11. Februar 2013, 10:39 (vor 5002 Tagen) @ hinterSatz

Ähm...ja...dann hätten wir einen Ton des Prinzipals der mit dem Stimmgerät passt, oder?

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Gruß vom Niederrhein

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hinterSatz ⌂ @, Köln, Montag, 11. Februar 2013, 10:57 (vor 5002 Tagen) @ Tabernakelwanze
bearbeitet von hinterSatz, Montag, 11. Februar 2013, 11:00

Es scheint schwierig zu erklären zu sein.
Das Stimmgerät arbeitet standardmäßig erstmal mit a=440Hz.
Du misst den Prinzipal, sagen wir beim C1, das Stimmgerät zeigt meinentwegen an
-1,75. D.h, der Ton wird für 1.75% zu tief befunden.
Jetzt veränderst Du den Grundton am Stimmgerät nach unten, z.B. auf 432Hz, jetzt befindet dein Stimmgerät, dass das C1 exakt stimmt, +/-0.
Wenn dein gewählter Prinzipalton C1 im Register selbst gut stimmt, kannst Du jetzt deine Zunge mit wenig Auffwand stimmen. Ich habe mir dieses Stimmgerät gekauft, weil ich ein Sonderangebot erwischt hatte und das Gerät so ein schönes großes Display hat. Dass es beim Zungenstimmen so gut funktioniert, hätte ich selbst nicht gedacht, eigentlich war es ja für Gitarre gedacht. Das ist es auch ein erheblicher Unterschied, ob man mit Gerät stimmt oder nach noch so gut meinendem eigenen Gusto. :-)

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