Erwitte Neubau

stein @, Montag, 11. Februar 2013, 16:32 (vor 5004 Tagen)

Kann jemand etwas über den Orgelneubau in Erwitte sagen?
gruss stein

Erwitte Neubau

otto krämer, Montag, 11. Februar 2013, 17:01 (vor 5004 Tagen) @ stein

einfach anrufen...:

Organist: Dekanatskirchenmusiker Ralf Borghoff (Tel. 0152 33902377 oder 02942-987751)

....steht auch unten auf der Seite!

Erwitte Neubau

stein @, Montag, 11. Februar 2013, 17:24 (vor 5004 Tagen) @ otto krämer

einfach anrufen...:

Das Forum ist m.E. ideal geeignet um solche Fragen zu stellen, bevor man sich an die Organisten direkt wendet. Für manche könnte es auch nervig sein am Telefon zum Thema Orgelneubau Auskunft zu geben. Häufig bekommt man hier tolle Hinweise z.B. auf vorhandene Homepages ...

Erwitte Neubau

Friedrich @, Montag, 11. Februar 2013, 18:22 (vor 5004 Tagen) @ stein
bearbeitet von Friedrich, Montag, 11. Februar 2013, 20:38

Kann jemand etwas über den Orgelneubau in Erwitte sagen?

[image]

Nichts Erhellendes. Aber schade, dass dann wahrscheinlich der Prospekt draufgeht. Nicht dass dergleichen Architekturen selten wären, aber die hier kommt mir doch einigermaßen einheitlich, geschmackvoll und gelungen vor. Das 16'-Prinzipal sieht auch gar nicht so furchtbar mager aus. Schick da doch jemanden zum reorganisieren! Ein paar Register weniger, eine Schimmelsanierung …

Und weil ich so lange keine Dispo getippt habe, hier ein Fantasie-Vorschlag, nichtwestfälisch, aber zum Prospekt und seiner Erbauungszeit einigermaßen passend:

I. RP
Gedackt 8, Prinzipal 4, Holzflöte 4, Oktave 2, Sesquialtera II 1 1/3 (c: 2 2/3)*, Scharf IV 1'*, Dulzian 16*, Krummhorn 8*, Schalmei 4'*

II. HW
Bordun 16, Prinzipal 8, Spitzflöte 8, Oktave 4, Rohrflöte 4, Nasat 3, Gemshorn 2, Rauschpfeife II*, Mixtur IV–V 2*, Trompete 8'*

III. BW
Holzprinzipal 8 (C–G ged.), Quintade 8, Blockflöte 4, Waldflöte 2, Terzian II 2/5 (rep.), Zimbel II–III 1/2, Trichterregal 8

Pedal
Prinzipal 16, Oktave 8, Bordun 8, Oktave 4, Mixtur VI 2 2/3'*, Posaune 16'*, Trompete 8'*, Kornett 2'

I/II, III/II, II Leerlauf
I/P, II/P, III/P

* Drehknopfkombinationen I, II, P
Schweller III
wohltemperierte Stimmung, vielleicht eine Werckmeister oder Lehmann

Ach, tut das gut. :-)

Gruß,
Friedrich

Erwitte Neubau

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Montag, 11. Februar 2013, 18:36 (vor 5004 Tagen) @ Friedrich

Ach, wenns gut gemacht wäre, sähe DAS doch lecker aus!

--
Thomas Haubrich

Erwitte Neubau

Abstrakte, Montag, 11. Februar 2013, 18:49 (vor 5004 Tagen) @ Friedrich

Ich würde mir im HW ja eher eine wohlintonierte Quintade 16´ wünschen, ansonsten liest sich das sehr hübsch. Aber was sind Drehknopfkombinationen?

Erwitte Neubau

Friedrich @, Montag, 11. Februar 2013, 18:58 (vor 5004 Tagen) @ Abstrakte
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 12. Februar 2013, 04:58

Ich würde mir im HW ja eher eine wohlintonierte Quintade 16´ wünschen, ansonsten liest sich das sehr hübsch. Aber was sind Drehknopfkombinationen?

Joah, Quintade 16' – den Bordun fand ich nützlicher, weil ich auf den Subbass verzichtet habe, dann hat man den Bordun als Begleitregister für RP und BW (das BW kann man dann auf II koppeln, das HW ans Pedal und vom Manual abhängen).

Bei einer Drehknopfkombination lässt sich der Registerzug um 90° drehen. Damit kommt ein Mitnehmer in den Bereich eines Hebels, den man mit einem Pedal bewegt. Man kann also wie bei einem Appel die Register vorbereiten (durch Drehen statt durch Ziehen) und dann per Tritt abrufen. Soweit ich weiß, war das eine Idee von Mutin.

Gruß,
Friedrich

Erwitte Neubau

Abstrakte, Montag, 11. Februar 2013, 19:42 (vor 5004 Tagen) @ Friedrich

Ich würde mir im HW ja eher eine wohlintonierte Quintade 16´ wünschen, ansonsten liest sich das sehr hübsch. Aber was sind Drehknopfkombinationen?


Joah, Quintade 16' – den Bordun fand ich nützlicher, weil ich auf den Subbass verzichtet habe, dann hat man den Bordun als Begleitregister für RP und BW (das BW kann man dann auf II koppeln, das HW ans Pedal und vom Manual abhängen).

Bei einer Drehknopfkombination lässt sich der Registerzug um 90° drehen. Damit kommt ein Mitnehmer in der Bereich eines Hebels, den man mit einem Pedal bewegt. Man kann also wie bei einem Appel die Register vorbereiten (durch Drehen statt durch Ziehen) und dann per Tritt abrufen. Soweit ich weiß, war das eine Idee von Mutin.

Gruß,
Friedrich

Dann würde ich dem Pedal doch eher noch ein Subbaß spendieren oder den Prinzipal 16´ eher weich intonieren, damit der auch zu leisen Registrierungen gut passt (in Norden ist das gut gemacht). Bei nur einem 16´ im Manual würde ich den nicht für die Verwendung im Pedal mitverplanen, weil der imho zu dünn fürs Pedal wäre.
Die Idee mit den Drehknöpfen ist schön, sollte öfter gebaut werden.

Grüße,
Martin

Erwitte Neubau

Friedrich @, Montag, 11. Februar 2013, 20:01 (vor 5004 Tagen) @ Abstrakte

Dann würde ich dem Pedal doch eher noch ein Subbaß spendieren oder den Prinzipal 16´ eher weich intonieren, damit der auch zu leisen Registrierungen gut passt (in Norden ist das gut gemacht). Bei nur einem 16´ im Manual würde ich den nicht für die Verwendung im Pedal mitverplanen, weil der imho zu dünn fürs Pedal wäre.

Genau an so einen Fall wie Norden hatte ich gedacht: ein nicht aufdringlicher, aber prompter und zeichnender 16', mit etwas höheren Aufschnitten, den man allein verwenden kann und der durch die Achtfüßer sozusagen interpretiert wird: die Oktave lässt ihn zur Basis des Prinzipalchors werden, der Bordun 8' rundet ihn als fülligen Begleitbass. Der HW-Bordun kann dann ruhig etwas zarter oder quintiger klingen; den Forte-16’ übernimmt eine norddeutsche Posaune. Wenn nicht gerade üppig Platz, aber ein offener 16’ notwendig ist, halte ich das für eine gute Lösung. Schließlich müsste auch ein Subbass irgendwo verstaut werden.

Die Idee mit den Drehknöpfen ist schön, sollte öfter gebaut werden.

Das meine ich auch, zumal es mir eine sehr sparsame Registrierhilfe zu sein scheint. Sie wurde für kleine Laden konstruiert, bei denen sich doppelte Windkästen nicht lohnen.

Gruß,
Friedrich

Erwitte Neubau

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Montag, 11. Februar 2013, 23:36 (vor 5004 Tagen) @ Friedrich

Die Idee mit den Drehknöpfen ist schön, sollte öfter gebaut werden.


Das meine ich auch, zumal es mir eine sehr sparsame Registrierhilfe zu sein scheint. Sie wurde für kleine Laden konstruiert, bei denen sich doppelte Windkästen nicht lohnen.

Ist aber nicht ganz unempfindlich. Hier in der Schweiz sehr oft gebaut worden, ich weiss aber von einigen Orgeln, wo es gerade mit diesem Drehknopfsystem Probleme gab/gibt.

Nutzt sich bei - sagen wir vorsichtig - unsensibler oder "gewaltsamer" Betätigung relativ rasch ab.

Grüsse

Thomas

--
Thomas Haubrich

Erwitte Neubau

tiratutti @, Dienstag, 12. Februar 2013, 07:51 (vor 5004 Tagen) @ untersatz32

Hallo,

Ist aber nicht ganz unempfindlich. Hier in der Schweiz sehr oft gebaut worden, ich weiss aber von einigen Orgeln, wo es gerade mit diesem Drehknopfsystem Probleme gab/gibt.

Nutzt sich bei - sagen wir vorsichtig - unsensibler oder "gewaltsamer" Betätigung relativ rasch ab.

die Füglister-Orgel in Lutry am Genfer See hat solch eine Drehknopfmechanik.

Grüße von tiratutti

Erwitte Neubau

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Dienstag, 12. Februar 2013, 10:57 (vor 5003 Tagen) @ tiratutti

ich glaube auch, füglister war massgeblich an der entwicklung/nutzung dieser drehknopfkombinationen im schweizer orgelbau mitbeteiligt.


- wer hats erfunden ? RICCCCCCHOLAAAAAAAAA...

einhändige gipsgrüsse

thomas

--
Thomas Haubrich

Erwitte Neubau

Florian-L, Dienstag, 12. Februar 2013, 07:48 (vor 5004 Tagen) @ Friedrich

Joah, Quintade 16' – den Bordun fand ich nützlicher, weil ich auf den Subbass verzichtet habe, dann hat man den Bordun als Begleitregister für RP und BW (das BW kann man dann auf II koppeln, das HW ans Pedal und vom Manual abhängen).

Im Falle einer mechanischen Spieltraktur sicher recht aufwendig, so eine "Leerlaufkoppel", oder?

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Erwitte Neubau

Friedrich @, Dienstag, 12. Februar 2013, 07:51 (vor 5004 Tagen) @ Florian-L

Im Falle einer mechanischen Spieltraktur sicher recht aufwendig, so eine "Leerlaufkoppel", oder?

Ich kenn's aus St. Marien OS, wo alles so einfach wie möglich gehalten wurde. Wie es Flentrop-Steketee genau gemacht haben, weiß ich nicht, aber es funktioniert zuverlässig seit 1967.

Gruß,
Friedrich

Erwitte Neubau

Jauchzend.Pfeif, Dienstag, 12. Februar 2013, 08:38 (vor 5003 Tagen) @ Friedrich

Die derzeitige Disposition lautet übrigens:
RP: Gedackt 8', Prinzipal 4', Blockflöte 4', Waldflöte 2', Sifflöte 1/1/3', Sesqui. 2fach, Scharff 5fach 1', Dulzian 16', Krummhorn 8'.
HW: Prinzipal 8', Gedackt 8', Oktave 4', Waldflöte 4', Oktave 2', Sesqui. 3fach, Mixtur 5-7fach 1/1/3', Zimbel 3fach 1/2', Trompete 16', Trompete 8'.
BW: Holzged. 8', Rohrfl. 4', Prinzipal 2', Terz 1/3/5', Quinte 1/1/3', Oktave 1', Zimbel 3fach 1/4', Schalmey 8'.
P: Prinzipal 16', Subbaß 16', Oktave 8', Gedackt 8', Oktave 4', Nachthorn 2', Mixtur 6fach 2', Posaune 16', Trompete 8', Trompete 4'.
Mechanische Spiel- und Registertraktur.

Eigentlich eine ganz stimmige Disposition. Gut, ein labialer 16' im Hauptwerk wäre schön, auf das ein oder andere Register kann man sicher verzichten, bzw. könnte man vielleicht austauschen. Grundsätzlich wäre es schade, wenn die Orgel beseitigt würde. Der Prospekt ist ausserordentlich gelungen.

Erwitte Neubau

Abstrakte, Dienstag, 12. Februar 2013, 09:18 (vor 5003 Tagen) @ Jauchzend.Pfeif

Ein bißchen arg viel Gedacktes, wenn man das so liest. Aber im Prinzip nicht schlecht. Weiß man, wer das Ding gebaut hat?

Erwitte Neubau

tiratutti @, Dienstag, 12. Februar 2013, 09:30 (vor 5003 Tagen) @ Abstrakte

Weiß man, wer das Ding gebaut hat?

Tante Googel sagt, dass sie von Breil ist.

Grüße von tiratutti

Erwitte Neubau

P.Kampf, Dienstag, 12. Februar 2013, 10:15 (vor 5003 Tagen) @ Jauchzend.Pfeif

Die derzeitige Disposition lautet übrigens:
RP: Gedackt 8', Prinzipal 4', Blockflöte 4', Waldflöte 2', Sifflöte 1/1/3', Sesqui. 2fach, Scharff 5fach 1', Dulzian 16', Krummhorn 8'.
HW: Prinzipal 8', Gedackt 8', Oktave 4', Waldflöte 4', Oktave 2', Sesqui. 3fach, Mixtur 5-7fach 1/1/3', Zimbel 3fach 1/2', Trompete 16', Trompete 8'.
BW: Holzged. 8', Rohrfl. 4', Prinzipal 2', Terz 1/3/5', Quinte 1/1/3', Oktave 1', Zimbel 3fach 1/4', Schalmey 8'.
P: Prinzipal 16', Subbaß 16', Oktave 8', Gedackt 8', Oktave 4', Nachthorn 2', Mixtur 6fach 2', Posaune 16', Trompete 8', Trompete 4'.
Mechanische Spiel- und Registertraktur.

Eigentlich eine ganz stimmige Disposition. Gut, ein labialer 16' im Hauptwerk wäre schön, auf das ein oder andere Register kann man sicher verzichten, bzw. könnte man vielleicht austauschen. Grundsätzlich wäre es schade, wenn die Orgel beseitigt würde. Der Prospekt ist ausserordentlich gelungen.

Nur wohl die Technik nicht, ein guter Freund spielt ab und an schon mal auf dem Instrument und er sagte, dass er selten ein Instrument in so schlechtem Zustand gesehen hätte, je nach Tagesform seien ganze Werke nicht spielbar.

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