Breite Labiierung

Friedrich @, Montag, 18. Februar 2013, 09:50 (vor 4994 Tagen) @ Reinhold Schafroth

Soweit ich weiß, ist bei der Domorgel in Magdeburg im Pedal das Register „Kontrabass 16‘ „ (Holz) (vielleicht auch noch andere Register) das Labium auf der breiteren Seite.
Damit ist eine rechnerische Labiierung von ca. 1/3 bis theoretisch fast 1/2 möglich. So in Richtung wie bei den Seraphon-Registern. Wäre auch denkbar bei 8‘ und 4‘-Holzregister, auch in weiter Mensur.

Der Vorteil bei dieser Bauweise ist, daß man dabei mit sehr niedrigen Aufschnitten auskommt, die eine klare schnelle Ansprache und relativ viele Obertöne ergeben, und z.B. ein doppeltes Labium für die gewünschte Lautstärke überflüssig machen.

Warum wird diese Bauweise so selten angewendet?

Als Nicht-Orgelbauer habe ich den Verdacht, dass es dafür vor allem musikalische Gründe gibt. In einem guten Ensembleklang sind die Lautstärkeunterschiede zwischen den einzelnen Registern normalerweise eher gering. Was soll man mit so lauten Registern in einem Ensemble? Womit sollen die sich mischen? Welchen Nutzen hätten die über die Lautstärke hinaus?

Als Bassregister in einem Riesenraum wie Magdeburg kann ich mir so einen Violon gut vorstellen, aber das ist ein Extremfall. Da muss man wohl in die orgelbauliche Trickkiste greifen.

Gruß,
Friedrich


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