Prof. Jürgen Kursawa in St. Martin, D-Bilk
Hallo Forum,
Schauplatz des sechsten Winterlichen Orgelkonzerts war am 18.02.2013 die Kirche St. Martin in D-Bilk. Prof. Jürgen Kursawa spielte Ritter, Bach, Wagner (Lemare) und Karg-Elert.
Dunkel eingetönt und mit Verve ging es mit Ritters dritter Sonate los. Das Rezitativ gestaltete Kursawa fein mit sanften Flöten. Das ermöglichte einen nahtlosen Übergang in den wiegenden langsamen Satz. Im Scherzo schöne Echowirkungen zwischen Haupt- und Chororgel. Letztere kann auch als Fernwerk angesehen werden. Im Finale wagnerte es dann heftig. Walküren ritten am Horizont. Eine in sich geschlossene Darbietung.
Auf Wagner selbst galt es jedoch noch zu warten. Erst forderte Bach sein Recht. Die Triosonate Nr. 6 G-Dur BWV 530 geriet aufs Feinste; Die Ecksätze liefen traumhaft sauber und rund, im Mittelsatz gefiel besonders die herrliche Altstimme.
Dann kam jener berühmte Akkord: Es gab Vorspiel zu Tristan und Isolde und Isoldes Liebestod. Kursawa kostete die Chromatik voll aus und gestaltete mit großem Atem. Der Liebestod war auffallend ruhig, nicht so drängend wie meist. Herrliche Musik. Und eine erneute Bestätigung der Qualität dieses Orgelumbaus (Kamprad). Allerdings dürfte es viel Zeit gekostet haben, diese Klänge zu kreieren und abzuspeichern.
Nämliches gilt auch für das Schlußstück. Das war nichts weniger als op. 87.2 von Karg-Elert: “Jesu, meine Freude”. Zerklüftet der erste Teil, von Motivfetzen durchsetzt. Dann jenes hinreißende Oboensolo. Weiters die sperrige Fuge, schließlich der Schluß, wo man erstmals das Gefühl hat, den Choral einigermaßen vollständig zu hören. Grandiose Musik. Auch hier überlegenes Spiel und jederzeit überzeugende Registrierungen.
Leider nur etwa 40 Hörer, die freilich anhaltend und dankbar Beifall spendeten. Kleine Gruppen diskutierten das Geschehen noch längere Zeit.
Gruß Clemens Schäfer
P.S.: Das letzte Winterliche Orgelkonzert findet am 25.02.2013, 19:30h, in St. Franziskus-Xaverius, D-Mörsenbroich, statt. Es spielt Reinhard Kluth (Markus Belmann, Dirigent), der sich damit aus Düsseldorf verabschiedet. Es gibt Werke von Krebs, Klasen (UA), Verpeaux (UA) und Hindemith.
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)