Mainz, St. Stephan

SlowOrg @, Maribor, Samstag, 23. Februar 2013, 21:37 (vor 4987 Tagen)

Die neueste Orgelskulptur aus dem Hause Klais schon gesehen?

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Als ich mitte Dezember dort war, konnte man die Orgel hinter dem Baugerüst nur erahnen. Ist aber schon eine beeindruckende Erscheinung, mit der St. Stephan jetzt neben den Chagall-Fenstern eine zusätzliche Attraktion hat. Die Orgel dürfte auch klanglich sehr interessant sein (sie ist das erste Projekt, das von den neuen Mitarbeitern betreut wurde). Ich konnte ein paar Register ausprobieren, die bereits intoniert waren, allerdings waren die beiden Streicherstimmen im HW und Pos nicht wirklich mein Geschmack (nach süddeutschen Barockvorbildern intoniert). Die beiden 32’-Register sind übrigens eine akustische Lösung aus Principalbass und Subbass (in der tiefen Oktave erklingt jeweils eine Quinte höher liegender Ton), Violon 16’ ist eine Transmission von HW-Praestant.

M

Mainz, St. Stephan

tombecher @, Saarbrücken, Samstag, 23. Februar 2013, 21:46 (vor 4987 Tagen) @ SlowOrg
bearbeitet von tombecher, Samstag, 23. Februar 2013, 21:53

Fa. Klais ist der Zeit voraus...

Lt. dem Artikel auf der Homepage WURDE die Orgel am 1. März 2013 geweiht.

Na denn, zurück in die Zukunft ;-)


P.S. war jemand bei der Einweihung? *duckundweg*

Mainz, St. Stephan

Abstrakte, Samstag, 23. Februar 2013, 21:53 (vor 4987 Tagen) @ SlowOrg

Danke für das Foto; das ist eindrucksvoll. Vor einem Jahr habe ich die "Probeinstallation" des Prospekts aus Gerüst und Leinwand vor Ort gesehen und fand das schon durchaus gelungen. Die tatsächliche Umsetzung ist aber noch wesentlich eindrucksvoller. Durchaus schön geworden!

Mainz, St. Stephan

JSBach @, Aachen, Samstag, 23. Februar 2013, 22:06 (vor 4987 Tagen) @ Abstrakte

gefällt mir auch sehr gut... also ich werde nicht bei der Einweihung gewesen sein bin... oder so

Mainz, St. Stephan

daggies @, Sonntag, 24. Februar 2013, 07:35 (vor 4987 Tagen) @ SlowOrg

War diese Woche dort - eine SEHR beeindruckende Skulptur, die einfach perfekt in diesen Raum passt. Bin sehr gespannt auf das klangliche Ergebnis...

Mainz, St. Stephan

Exposition, Sonntag, 24. Februar 2013, 12:16 (vor 4986 Tagen) @ SlowOrg


Ich konnte ein paar Register ausprobieren, die bereits intoniert waren, allerdings waren die beiden Streicherstimmen im HW und Pos nicht wirklich mein Geschmack (nach süddeutschen Barockvorbildern intoniert).

M

was hat dich denn daran gestört und wie würdest du es dir wünschen?

Mainz, St. Stephan

SlowOrg @, Maribor, Sonntag, 24. Februar 2013, 17:40 (vor 4986 Tagen) @ Exposition

Ich konnte ein paar Register ausprobieren, die bereits intoniert waren, allerdings waren die beiden Streicherstimmen im HW und Pos nicht wirklich mein Geschmack (nach süddeutschen Barockvorbildern intoniert).

M


was hat dich denn daran gestört und wie würdest du es dir wünschen?

Hallo,

Streicher mit langsamer Ansprache und relativ viel Anblasgeräusch können durchaus ihren Reiz haben, allerdings fand ich diese Art der Intonation bei der neuen Orgel in St. Stephan mit ihrer Disposition und vor allem der modernen Optik etwas unpassend. Die Viola da Gamba 8’ im HW ist dadurch nur noch ein Solist, was man hier ja noch akzeptieren kann, aber bei der Dulciana 8’ im Pos (ähnliche Intonation, nur leiser) hätte ich mir schon etwas mehr Mischfähigkeit gewünscht, vor allem weil mit diesem Werk (befindet sich unmittelbar über dem Spieltisch) in erster Linie der Chor begleitet werden soll. Aber vielleicht empfindet man das im Mainz ja anders (nach meinem Eindruck war es nicht der Intonateur, der sich für diese klangliche Variante entschieden hat). Wie gesagt, das war Mitte Dezember - vielleicht hat sich danach noch was geändert (?).

M

Mainz, St. Stephan

Thofi, Sonntag, 24. Februar 2013, 18:29 (vor 4986 Tagen) @ SlowOrg

Wie gesagt, das war Mitte Dezember - vielleicht hat sich danach noch was geändert (?).

Das kann gut sein: Andreas Saage ist ja erst seit Januar bei Klais.

Thomas

Mainz, St. Stephan

Exposition, Montag, 25. Februar 2013, 11:42 (vor 4985 Tagen) @ SlowOrg

Ich konnte ein paar Register ausprobieren, die bereits intoniert waren, allerdings waren die beiden Streicherstimmen im HW und Pos nicht wirklich mein Geschmack (nach süddeutschen Barockvorbildern intoniert).

M


was hat dich denn daran gestört und wie würdest du es dir wünschen?


Hallo,

Streicher mit langsamer Ansprache und relativ viel Anblasgeräusch können durchaus ihren Reiz haben, allerdings fand ich diese Art der Intonation bei der neuen Orgel in St. Stephan mit ihrer Disposition und vor allem der modernen Optik etwas unpassend. Die Viola da Gamba 8’ im HW ist dadurch nur noch ein Solist, was man hier ja noch akzeptieren kann, aber bei der Dulciana 8’ im Pos (ähnliche Intonation, nur leiser) hätte ich mir schon etwas mehr Mischfähigkeit gewünscht, vor allem weil mit diesem Werk (befindet sich unmittelbar über dem Spieltisch) in erster Linie der Chor begleitet werden soll. Aber vielleicht empfindet man das im Mainz ja anders (nach meinem Eindruck war es nicht der Intonateur, der sich für diese klangliche Variante entschieden hat). Wie gesagt, das war Mitte Dezember - vielleicht hat sich danach noch was geändert (?).

M


Hallo,

ich bin mir sogar ganz sicher, dass langsam ansprechende Geräusche ihren Reiz haben! Das Stichwort ist Lebendigkeit. Natürlich: welche Musik spielt man drauf, usw. usw... aber das genau diese Streicher gut begleiten, zeigen einige der Aufnahmen mit Frieder Bernius, der ja öfters mal in Hoffenheim oder Gönningen aufgenommen hat. Diese Streicher verschmelzen nicht nur super mit den anderen Registern sonder gehen wunderbar im Chorklang auf. Und das können die nicht nur auf den CDs, ich war nämlich auch schon perslönlich da. Das nächste Stichwort ist schon gefallen: Verschmelzungsfähigkeit. Die, meine ich immer öfters festzustellen, liegt nicht nur an der Ansprache, sonder ganz wesentlich an der Vokalentwicklung der Pfeife. Zusammenfassend würde ich sagen, je mehr Vokal, desto besser die Verschmelzung. Was ein moderner Prospekt mit dem Klangbild eines Streichers zu tun hat, kann ich nicht sagen, ist mir Schleierhaft. Gibt es überhaupt "moderne" Streicher? Ausserdem: Andreas Saage ist ein guter Intonateur, was ihm nicht gefällt hätte er sicherlich nicht stehen lassen, wenn ich mal vermuten darf....

A

Mainz, St. Stephan

Orlos, Montag, 25. Februar 2013, 15:09 (vor 4985 Tagen) @ Exposition

Ganz nebenbei: Die Firma Klais beschäftigt auch andere fähige Intonateure. Im Sommer letzten Jahres hat Klais die Walcker-Orgel von 1912 der Wiesbadener Lutherkirche renoviert und dabei die Intonation, die in den 1990er Jahren noch nicht so authentisch gelungen war, komplett überarbeitet. Das Ergebnis ist phantastisch, gerade bei den Streichern. Leider weiß ich nicht, welcher Intonateur das gemacht hat, aber die Orgel klingt jetzt wirklich grandios, tatsächlich symphonisch-romantisch. So etwas könnte Klais auch bei einer neuen Orgel machen.

Mainz, St. Stephan

Martin78 @, Montag, 25. Februar 2013, 15:25 (vor 4985 Tagen) @ Orlos

Ganz nebenbei: Die Firma Klais beschäftigt auch andere fähige Intonateure. Im Sommer letzten Jahres hat Klais die Walcker-Orgel von 1912 der Wiesbadener Lutherkirche renoviert und dabei die Intonation, die in den 1990er Jahren noch nicht so authentisch gelungen war, komplett überarbeitet. Das Ergebnis ist phantastisch, gerade bei den Streichern. Leider weiß ich nicht, welcher Intonateur das gemacht hat, aber die Orgel klingt jetzt wirklich grandios, tatsächlich symphonisch-romantisch. So etwas könnte Klais auch bei einer neuen Orgel machen.

... in dem Fall wohl Herr Markus Linden.

LG
Martin

Mainz, St. Stephan

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 24. Februar 2013, 14:16 (vor 4986 Tagen) @ SlowOrg

Oh, ein phantasievoller Prospekt. Gefällt mir sehr gut.

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

Mainz, St. Stephan - Füße der Prospektpfeifen

Contrebasson 32' @, Sonntag, 24. Februar 2013, 14:24 (vor 4986 Tagen) @ SlowOrg

Die neueste Orgelskulptur aus dem Hause Klais schon gesehen?

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Als ich mitte Dezember dort war, konnte man die Orgel hinter dem Baugerüst nur erahnen. Ist aber schon eine beeindruckende Erscheinung, mit der St. Stephan jetzt neben den Chagall-Fenstern eine zusätzliche Attraktion hat.

Vielen Dank für das Foto!

Besonders interessant finde ich die Pfeifenfüße der Prospektpfeifen. Das sieht man jetzt immer häufiger (spontan fällt mir da die Orgel der Sagrada Familia ein). Diese Bauform bietet natürlich den Vorteil, dass man keine Verblendungen mehr bauen muss, um die Kondukte zu verstecken. Andererseits geht so die klassische Pfeifenform verloren.

Was haltet ihr davon?

Mainz, St. Stephan - Füße der Prospektpfeifen

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Sonntag, 24. Februar 2013, 15:22 (vor 4986 Tagen) @ Contrebasson 32'

Besonders interessant finde ich die Pfeifenfüße der Prospektpfeifen. Das sieht man jetzt immer häufiger (spontan fällt mir da die Orgel der Sagrada Familia ein). Diese Bauform bietet natürlich den Vorteil, dass man keine Verblendungen mehr bauen muss, um die Kondukte zu verstecken. Andererseits geht so die klassische Pfeifenform verloren.

Was haltet ihr davon?

In diesem Fall finde ich es nicht störend, daß die Pfeifen keinen herkömmlichen Fuß haben.

Wenn ich das 2. Foto hier richtig deute, sind unten runde Deckel aufgelötet? Irgendeine "Sperre" ist ja sicherlich notwendig, um Windverlust zu vermeiden.

Auf den ersten Blick schien mir der Prospekt ein wenig nervös. Aber originell und künstlerisch ist er auf jeden Fall!

Grüße,
perotin

Mainz, St. Stephan - Füße der Prospektpfeifen

Orgelbaumeister, Sonntag, 24. Februar 2013, 15:42 (vor 4986 Tagen) @ perotin

Hallo Zusammen,

auf der Homepage der Gemeinde findet man viele weitere Fotos und Informationen.

Ich finde diesen Entwurf sehr gelungen und der Fa. Klais ein Kompliment dafür.

Grüße

Mainz, St. Stephan - Füße der Prospektpfeifen

kjz1, Sonntag, 24. Februar 2013, 18:48 (vor 4986 Tagen) @ perotin

Auf den ersten Blick schien mir der Prospekt ein wenig nervös.

Ja, nervös trifft es ziemlich genau. Dies ist auch mein Eindruck. Für mich strahlt dieser Prospekt zu viel Unruhe aus. Ansonsten hat der Raum durch die blauen Chagall-Fenster ja eher einen meditativen Charakter.

Mainz, St. Stephan - Füße der Prospektpfeifen

Friedrich @, Sonntag, 24. Februar 2013, 20:09 (vor 4986 Tagen) @ kjz1

Auf den ersten Blick schien mir der Prospekt ein wenig nervös.


Ja, nervös trifft es ziemlich genau. Dies ist auch mein Eindruck. Für mich strahlt dieser Prospekt zu viel Unruhe aus.

Ich würde ihn gern im Raum sehen, bevor ich ein Urteil abgebe. Die Fotos vermitteln einen gemischten Eindruck. Der Grundaufbau ist ziemlich streng, ein typisch Klaisscher Orgelturm im Kastengehäuse. Die Pfeifen bilden eine Verkleidung, wie die curtain wall um ein Stahlskelett-Hochhaus. Da kann man jetzt alte Prospektgehäuse-Ideologie hervorholen und sagen, das ist ja bloß ein maskierter Kistenstapel. Aber warum nicht?

Die Verkleidung selber hat ebenfalls einen strengen horizontalen Rhythmus, der aber so kleinteilig ist, dass er durch die Tiefenstaffelung von Feldern und Türmen in wechselnden Perspektiven immer wieder verschleiert wirkt. Es wäre interessant, wie man den Prospekt erlebt, wenn man um ihn herum- oder den Mittelgang des Hauptschiffs hinuntergeht: Wird der Eindruck des strengen Rhythmus sich dabei verstärken, oder ergibt sich ein wechselnd diffuser Eindruck, wie beim Kaleidoskop?

Auf den Fotos hat der Prospekt für mich einen eigentümlichen Klang – wie ein Schuke-Cluster mit vielen Mixturen, hell, kühl, diffus, aber doch mit Substanz.

Egal, wie das Urteil am Ende ausfällt, das wird sicher einer der denkwürdigen Prospekte des Jahrzehnts bleiben.

Gruß,
Friedrich

Mainz, St. Stephan - Füße der Prospektpfeifen

daggies @, Sonntag, 24. Februar 2013, 20:46 (vor 4986 Tagen) @ Friedrich

Kaleidoskop triffts gut! Im Raum strahlt der Prospekt auf keinem Fall Unruhe aus. In der Kirche ist's recht dunkel (auch wenn draußen die Sonne scheint), die Fotos sind da deutlich "aufgehellt". In diesem relativ dunklen Raum passt der Prospekt einfach super (finde ich zumindest...)

Am besten einfach hinfahren, selber anschauen (und spielen!)...

Mainz, St. Stephan - Füße der Prospektpfeifen

stein @, Montag, 25. Februar 2013, 09:33 (vor 4986 Tagen) @ daggies
bearbeitet von stein, Montag, 25. Februar 2013, 09:41

Der lange Orgelfuss zerstört die Proportionen, dem Pfeifenwald kann ich schon was abgewinnen.
Seit die neuen Fenster neben den alten Chagallfenstern installiert wurden, ist die Kirche dunkler und die verschiedenen Blautöne passen nicht zueinander.

Mainz, St. Stephan - Füße der Prospektpfeifen

Hilbrands, Montag, 25. Februar 2013, 19:01 (vor 4985 Tagen) @ stein

Gestern ist übrigens Monsignore Klaus Mayer, der Chagall für die Fenster gewinnen konnte, 90 Jahre alt geworden.

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