Iveta Apkalna in Kevelaer, der Bericht
Hallo Forum,,
Tabernakelwanze rief (Dank für den Tip!), Clemens non Papa folgte. 75 Kilometer, die sich lohnten. Iveta (ohne “k” im Vornamen!) Apkalna war wieder großartig. Und ihr Programm auch:
Bach Es-Dur BWV 552
Hindemith, 2. Sonate
Kalejs, Lux aeterna
Glass, Mad Rush
Escaich, Evocation II
In zügigem Tempo ging Apkalna das Es-Dur-Praeludium an; von etwas eigenwilliger Agogik, die Echostellen. Sehr prägnant und durchhörbar die Fuge; deutlich wurde die Verwandtschaft der drei Themen. Das war ein Auftakt nach Maß. Da hieß es erst mal durchatmen.
Erstaunlich, wie gut sich nach diesem dicken Brocken die Hindemith-Sonate behauptete. Geschickt registriert, traf Apkalna den Charakter der Sätze bis zur heiteren Fuge, die am Ende aber doch ernsthafter wurde.
Eine Entdeckung war Lux aeterna von Aivars Kalejs (*1951). Ganz im Stil von église éternelle war dieses im memoriam Olivier Messiean geschriebene Stück gehalten. Changierende Akkordfolgen mit langsamer, großartiger Steigerung - ruhiger Abgesang. Ein sehr wirkungsvolles Stück, das gut ins Ohr ging. Möge es Eingang in den allgemeinen Konzertbetrieb finden!
Mad Rush hatte ich 2011 von Apkalna in St. Lambertus, Düsseldorf, gehört. Damals schrieb ich:
Dann zwei abfallende Liegetöne, etwas Konstrukt darum herum, zeitweilig Auflösung in Girlanden (mal vom SW der Chor- dann vom SW der Hauptorgel). Im letzten Drittel ein aufsteigender Dreiklang als Melodie, vielfach wiederholt; Tonrepetitionen langer Werte im Legato. Wieder Girlanden, abfallende Zweisamkeit...Lapidares Ende. 15 Minuten. Große Andachtsmusik.
Auch diesmal: Das Durchhaltevermögen bei dieser litaneihaften Musik war berückend. Man dachte an perpetuum mobile, aber dann ist doch kurz Schluß. Einnehmende, spannende Musik, die freilich angespannte Aufmerksamkeit erfordert..
Am Ende Escaich. Apkalna ging volles Risiko und gewann. Über pochendem Baß-Ostinato schlugen einem die Akkordfetzen nur so um die Ohren. Klar, daß die Orgel gerne und willig mitmachte. So wirken zu dürfen, muß die reine Freude sein.
Als sich Iveta Apkalna an der Emporenbrüstung zeigte, waren schon alle Hörer aufgestanden und applaudierten zur Künstlerin gewandt dankbar und heftig. Aber auch in Kevelaer wachsen die Bäume nicht n den Himmel: Mehr als 70 Hörer dürften es kaum gewesen sein.
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)