Couperin - I. Plain-chant du premier Kyrie, en taille

Nachthorn, Montag, 04. März 2013, 16:17 (vor 4977 Tagen)
bearbeitet von Nachthorn, Montag, 04. März 2013, 16:21

Hallo liebe Forum-Kollegen,

ich habe gerade begonnen, die Messe pour paroisses von F. Couperin zu üben.
Ich habe das Vergnügen, dafür das Hauptwerk-Sampleset der Silbermannorgel von Arlesheim nutzen zu können.
Mit klassischer französischer Orgelmusik habe ich noch keine Erfahrung. Die klassischen Registrierungen bekomme ich nach einigem Literaturstudium aber einigermaßen hin. Nur im dem ersten Satz "I. Plain-chant du premier Kyrie, en taille" habe ich Schwierigkeiten.

Wenn ich hier auf dem Hauptwerk ein vollständiges Grand plein jeu registriere, (d.h., Grand orgue mit B16, M8, P4, D2, S1, F & C, dazu gekoppelt das Positif mit B8, P4, D2 und F) kommt das Pedal mit Tr8 und Cl4 nicht mehr durch.

Auch bei einer reduzierten Registrierung ohne 16' und Koppel ist der C.f. mit den beiden Zungen nicht so prominent, wie ich das von Aufnahmen kenne.

Hat einer von Euch erfahrenen Kollegen einen Tip für mich, wie ich das besser machen kann?

Vielen Dank im Voraus für Eure Mühe.

Herzliche Grüße,

Nachthorn

Couperin - I. Plain-chant du premier Kyrie, en taille

Orlos, Montag, 04. März 2013, 20:23 (vor 4977 Tagen) @ Nachthorn

In Arlesheim hatte die Siilbermann-Orgel ursprünglich folgende Pedaldisposition: Subbass 16', Octavbass 8', Trompette 8'. Das war's. Bombarde 16' und Clairon 4' (und der andere Kram) kamen erst 1962 bei der "Restaurierung" durch Metzler hinzu. Ich habe die Orgel noch nicht live gehört, könnte mir aber denken, dass man sich dabei nicht wirklich an französischen Vorbildern des 18. Jahrhunderts orientiert hat, was die Lautstärke angeht. Die Trompette 8' ist übrigens auch nicht original von Silbermann, sondern stammt von 1840.
Wenn man unbedingt die Arlesheimer Orgel "benutzen" will, um Couperin zu spielen, wird man wohl auf den Mixturen-Klang verzichten müssen, was natürlich nicht im Sinne des Komponisten ist. Den 16' im Manual sollte man hingegen nicht weglassen, der gehört schon dazu, um die Basslage klar zu definieren. Vielleicht geht es, wenn man (unhistorisch!) zu den Prinzipalen auch den 1 1/3' und den 1' hinzuzieht, möglicherweise geht noch die Fourniture des Positivs.
Die Mixturen in Arlesheim stammen übrigens auch alle von Metzler 1962, die sind wohl etwas schärfer als beim elsässischen Silbermann, jedenfalls schärfer als bei einer "echten" französischen Orgel.
Außerdem gehört zu Couperin eigentlich eine ziemlich ungleichstufige Temperierung, deutlich "älter" als die in Arlesheim 1981 gelegte (1962 wurde sie gleichschwebend gestimmt!). Dom Bedos beschreibt im Grunde eine mitteltönige Stimmung, was im Offertoire durchaus zu gewöhnsbedürftigen Klängen im Moll-Mittelteil führt.

Couperin - I. Plain-chant du premier Kyrie, en taille

tombecher @, Saarbrücken, Montag, 04. März 2013, 20:32 (vor 4977 Tagen) @ Nachthorn
bearbeitet von tombecher, Montag, 04. März 2013, 20:44

...und wenn Du (gänzlich unpuristisch, aber unwahrscheinlich praktisch) einfach die Trompeten 8 und 4 des Pedals ein wenig lauter machst? "Hauptwerk" bietet da ja vielfältige Möglichkeiten...

Gruß,
Thomas

Couperin - I. Plain-chant du premier Kyrie, en taille

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 04. März 2013, 21:57 (vor 4977 Tagen) @ tombecher

Waas? Ich dachte immer, Hauptwerk bildet die Orgel völlig original ab, und das im heimischen Wohnzimmer! Da kann man doch nicht nach Belieben dran herumschrauben, oder doch!? Ich stell mir schon vor, wie eine Silbermännin zu einer Mutin-Dame mutiert.

--
Gruß vom Niederrhein

Couperin - I. Plain-chant du premier Kyrie, en taille

florianf, Graz, AT, Freitag, 08. März 2013, 19:42 (vor 4973 Tagen) @ Tabernakelwanze

letztlich ist Hauptwerk einzig ein Player, in dem jede einzelne Pfeife als Audio-Datei existiert. Alles was du ändern kannst ist die Lautstärke einzelner Dateien :)

Couperin - I. Plain-chant du premier Kyrie, en taille

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Montag, 04. März 2013, 22:50 (vor 4977 Tagen) @ Nachthorn

Vorschlag:
hier in diesem Falle dann im HW das Siflet 1 und die Cymbale weglassen: die klassisch-franz. Barockmixturen waren in der Gesamtwirkung durchaus etwas gravitätischer als die hohen Kolleginnen im Norden.

Dann: scheinbar war das Pedal oft an die Grand-Orgue angehangen:
insofern ist es durchaus legitim, die Koppel HW-Ped hinzuzufügen - zusammen mit den Trompettes des Pedals zu 8 und 4 (plus eventuell vorhandene offene Flutes (oder in Arlesheim Principale) zu 8 und 4), sollte dann der Tenor-c.f. gut raushörbar sein. Ausprobieren!

Im übrigen: von den erhältlichen HW-Sets sind natürlich Ebersmünster (OrganArtMedia), St. Maximin und das Dom-Bedos-Orgelmodell (beide Sonus Paradisi) durchaus "näher" am franz. Barockideal als die - zugegebenermassen auch herrliche - Silbermännin/Metzlerin in Arlesheim.

Gruss

Thomas

--
Thomas Haubrich

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tombecher @, Saarbrücken, Montag, 04. März 2013, 22:54 (vor 4977 Tagen) @ untersatz32

Im übrigen: von den erhältlichen HW-Sets sind natürlich Ebersmünster (OrganArtMedia), St. Maximin und das Dom-Bedos-Orgelmodell (beide Sonus Paradisi) durchaus "näher" am franz. Barockideal als die - zugegebenermassen auch herrliche - Silbermännin/Metzlerin in Arlesheim.

Gruss

Thomas


...oder auch St. Michel en Thierache (ebenfalls Sonus Paradisi)...

Gruß,
auch Thomas

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untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Montag, 04. März 2013, 22:56 (vor 4977 Tagen) @ tombecher

...rischtisch, die 'atte isch värgässen. Excusez-moi

Thoma'

--
Thomas Haubrich

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