Orgelweihe

Trombetten @, Samstag, 09. März 2013, 23:23 (vor 4970 Tagen)
bearbeitet von Trombetten, Samstag, 09. März 2013, 23:26

Morgen findet in der Klosterkirche in Rehburg Loccum die Weihe der neuen Seifert Orgel statt. Um 10h beginnt der Festgottesdienst und um 17h dann das Begrüßungskonzert für das neue III/44 Register Instrument. Ausführende sind der Stiftskantor Michael Merkel, Birgit Pape, Reinhard Ruge, Wolfgang Westphal, Martin Ehlbeck, Adolphe Kreuser, Johannes Hadem, Christian Scheel, Christian Richter und andere. Für Kurzentschlossene sicher ein interessanter Tipp.

Orgelweihe

doppelfloete_h @, Hannover, Samstag, 09. März 2013, 23:31 (vor 4970 Tagen) @ Trombetten

Für nicht ganz so kurzentschlossene sicher noch interessanter: Die Konzertreihe zum 850jährigen Jubiläum des Klosters mit Bernhard Haas (24.3.), Pier Damiano Peretti, Peter Planyavsky, Wolfgang Rübsam, Daniel Roth und anderen "internationalen Größen".

Orgelweihe

Trombetten @, Samstag, 09. März 2013, 23:34 (vor 4970 Tagen) @ doppelfloete_h

Vielen Dank für den Tipp Doppelflöte. Sind Sie morgen dort? Hannover ist doch nicht weit von Loccum oder? Wäre an Reaktionen dankbar interessiert.

Orgelweihe

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 11. März 2013, 09:07 (vor 4969 Tagen) @ Trombetten

Ich werde versuchen, mir einige der Sonntagskonzerte anzuhören und bei den "angehängten" Kursen dabeizusein; just die Einweihung lag terminlich ungünstig. Berichte folgen gerne.

Orgelweihe

Orlos, Sonntag, 10. März 2013, 00:05 (vor 4970 Tagen) @ Trombetten

Hier der Link zur Disposition (ganz nach rechts schauen).

Orgelweihe

ado @, Berlin, Sonntag, 10. März 2013, 06:56 (vor 4970 Tagen) @ Orlos

"Nach vielen Überlegungen und intensiver Beratung mit Sachverständigen und Orgelbauern, haben sich Abt, Prior und Konvent des Kloster [sic] Loccum dafür entschieden, die [Ott-]Orgel durch einen Neubau [die neue Seifert-Orgel] zu ersetzen."

so zu lesen auf der der alten ott-orgel gewidmeten seite im internet-auftritt des klosters (das link sei zu lang, bescheidet mich die forums-software, ich kann es hier nicht einbauen).

vielleicht wurde das vor meiner zeit im forum schon einmal erörtert -- aber kann mir jemand nochmal kurz sagen, was an der ott-orgel auszusetzen war? die disposition finde ich klar und logisch (typisch neobarock halt, aber da habe ich keine berührungsängste), die gestaltung der orgel ansprechend (ja ich bekenne, ich mag diesen 50er-jahre-stil ;-)).

jetzt dagegen von seifert sowas romantisch-symphonisches (ich unterdrücke beim lesen der disposition ein gähnen). müßte ich allein anhand der disposition zwischen beiden orgeln wählen, ich würde mich jederzeit für ott entscheiden, selbst wenn es das kleinere instrument ist, und keine wechselschleifen und zig sub- und superkoppeln und ein drangeklebtes "spanisches werk" hat.

das ganze wirkt auf mich zugleich unausgegoren und einigermaßen großspurig, so mercedesmäßig irgendwie und ziemlich unzisterzienserisch oder auch un-(nachkriegs-)evangelisch. und das spanische werk paßt zum rest wie die faust aufs auge...

was hätte man nicht für die ausgegebene million euros mit der alten orgel machen können (im sinne einer renovierung und vielleicht vorsichtigen optimierung oder ergänzung durch ein zusätzliches instrument), und dabei wahrscheinlich geld überbehalten?

dabei nichts gegen seifert, ich hätte den auftrag natürlich auch angenommen an deren stelle.

Orgelweihe

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Sonntag, 10. März 2013, 07:35 (vor 4970 Tagen) @ ado

Ja soweit sind wir schon, dass die vor zehn Jahren als "Mustergültige Instrumente der Orgelbewegung mit Denkmalswert" bezeichneten Instrumente geopfert werden. Meiner Meinung nach gehört sowas unter Denkmalschutz gestellt.
Wann wird Bonn, Kreuzkirche abgerissen? Bad Oeynhausen?

War die eigentlich nirgends zum Verkauf angeboten? Ich hätte sie gerne genommen...

Orgelweihe

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Sonntag, 10. März 2013, 08:04 (vor 4970 Tagen) @ MichaelS

... und ganz ehrlich träume ich von so einer Ott-Orgel während ich grad am Walcker-Negativ (1962, II-P-11) sitze...

Orgelweihe

FranzS. @, Montag, 11. März 2013, 10:17 (vor 4968 Tagen) @ MichaelS

... und ganz ehrlich träume ich von so einer Ott-Orgel während ich grad am Walcker-Negativ (1962, II-P-11) sitze...

in der evangelischen Kirche in Freising steht eine Ott-Orgel aus den 50ern und ich war von der handwerklichen und klanglichen Qualität absolut überrascht. Alles ist hier mit sehr viel Liebe zum Detail gemacht und solche massiven Pfeifen gab es in unserer Gegend erst ab Georg Jann. Der Klang dieser Orgel ist eben teilweise SEHR herb und kräftig ohne zu laut zu sein. Buxtehude klang für meine Ohren auf dieser Orgel sehr gut.

Orgelweihe

Friedrich @, Dienstag, 12. März 2013, 18:01 (vor 4967 Tagen) @ MichaelS
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 12. März 2013, 18:09

Wann wird Bonn, Kreuzkirche abgerissen? Bad Oeynhausen?
War die eigentlich nirgends zum Verkauf angeboten? Ich hätte sie gerne genommen...

Die zweite Frage ist ja nun beantwortet – die Ott-Orgel genießt südliches Seeklima in Nizza. Es sei ihr gegönnt.

Die Bonner Kreuzkirchenorgel hat schon 1982 neue Zungen von Walker (UK) bekommen und wurde 2001 von Schuke (Berlin) renoviert, dabei wurde die mechanische Registertraktur durch eine elektrische ersetzt und die Intonation überarbeitet. Ich war damals sehr skeptisch, eben weil es nur noch so wenige große Ott-Orgeln gibt, die noch im guten Sinn ottig klingen, und weil ich meine, dass mit der mechanischen Registertraktur etwas Wesentliches (wenn auch für heutige Spieler Unpraktisches) verloren gegangen ist. Weil ich die Orgel seitdem nicht gehört habe, kann ich dazu aber auch nichts sagen. Sicher muss man spätestens so in zehn, zwölf Jahren, wenn die nächste Reinigung oder Renovierung ansteht, ein waches Auge auf diese Orgel haben, denn das grundlegende Klangbild und seine Motivation wird immer fremder. Wie viele Musiker wie Johannes Geffert wird es dann noch geben, die mit Fantasie und feinem Ohr einfach alles auf so einer Orgel spielen?

Wäre mal interessant, was genau orgelwilli von so einem Instrument hält.

Gruß,
Friedrich

Orgelweihe

Friedrich @, Sonntag, 10. März 2013, 08:20 (vor 4970 Tagen) @ ado

Das Thema Loccum hatten wir hier schon mal. War interessant. Jetzt wäre es schön, zu wissen, ob die Orgel ein neues Zuhause gefunden hat. Ich weiß es nicht.

Gruß,
Friedrich

Orgelweihe

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 11. März 2013, 09:11 (vor 4969 Tagen) @ Friedrich

Hier:

L'association ACCRORGUE a le plaisir de vous inviter à
l'Eglise Saint Etienne , 32 rue Vernier—06000 Nice
pour
l'inauguration du Grand Orgue
Construit par le facteur d’orgue allemand Paul Ott de 1956 à 1963
pour l’église du « Kloster Loccum » en Allemagne.
Remonté par le facteur François Delangue en 2012 dans l’église Saint Etienne.
Il comprend 3 claviers et pédalier, 40 jeux et 3291 tuyaux.
Samedi 9 Mars 2013 à 16h30

Bénédiction par Mgr JL Balsa, Vicaire Général
Dimanche 10 Mars 2013 à 15h30
Récital d’inauguration par Jean Cyrille Gandillet,
organiste de l'église Sainte Rita à Nice, titulaire de l’orgue de Choeur de la cathédrale de Monaco et professeur au conservatoire de Grasse.
Bach, Pachelbel, Vivaldi, Mendelssohn, Liszt

Scheint auch eine schicke neue Farbfassung bekommen zu haben! :)

Orgelweihe

ado @, Berlin, Montag, 11. März 2013, 11:11 (vor 4968 Tagen) @ doppelfloete_h

Orgelweihe

Exposition, Sonntag, 10. März 2013, 08:28 (vor 4970 Tagen) @ ado

kann mir jemand nochmal kurz sagen, was an der ott-orgel auszusetzen war? die disposition finde ich klar und logisch (typisch neobarock halt,

unterdrückt auch gerade jemand ein gähnen?

aber da habe ich keine berührungsängste), die gestaltung der orgel ansprechend (ja ich bekenne, ich mag diesen 50er-jahre-stil ;-)).
Ist auch nicht schlecht gemacht, finde ich.


jetzt dagegen von seifert sowas romantisch-symphonisches (ich unterdrücke beim lesen der disposition ein gähnen). müßte ich allein anhand der disposition zwischen beiden orgeln wählen, ich würde mich jederzeit für ott entscheiden,

Ich nicht!
selbst wenn es das kleinere instrument ist, und keine wechselschleifen und zig sub- und superkoppeln und ein drangeklebtes "spanisches werk" hat.


das ganze wirkt auf mich zugleich unausgegoren und einigermaßen großspurig, so mercedesmäßig irgendwie und ziemlich unzisterzienserisch oder auch un-(nachkriegs-)evangelisch. und das spanische werk paßt zum rest wie die faust aufs auge... hmm... starke Worte, gibts dafür auch Argumente?

was hätte man nicht für die ausgegebene million euros mit der alten orgel machen können (im sinne einer renovierung und vielleicht vorsichtigen optimierung oder ergänzung durch ein zusätzliches instrument), und dabei wahrscheinlich geld überbehalten?

dabei nichts gegen seifert, ich hätte den auftrag natürlich auch angenommen an deren stelle.


Was hätten Sie mit der Ottorgel denn anfangen wollen? Und: was darauf spielen?

Orgelweihe

ado @, Berlin, Sonntag, 10. März 2013, 08:57 (vor 4970 Tagen) @ Exposition

na zugegeben, ORIGINELL ist die ott-disposition natürlich auch nicht gerade ;-) ich mag sie nur mehr.

zum spanischen werk: gehört zur interpretation einer sehr speziellen literaturgattung, nämlich iberischer orgelmusik des 16.-18.jhs.

wie oft hört man cabanilles, arauxo, cabezón, usw. denn aber hierzulande? wobei keiner der drei zungenstimmen voraussetzt (die sich erst nach ihrer zeit auf der iberischen halbinsel verbreiteten)... sie ließen sich etwa auf der ott-orgel fast ebensogut spielen wie auf seiferts neuem "spanischen werk"!

letzteres ist im kontext der gesamtdisposition der neuen orgel ein völliger fremdkörper -- allein schon wegen der unterschiedlichen temperierung. ein solches spanisches werk hätte man also ganz genausogut zusätzlich zur alten orgel aufstellen können.

Orgelweihe

Exposition, Sonntag, 10. März 2013, 09:04 (vor 4970 Tagen) @ ado

na zugegeben, ORIGINELL ist die ott-disposition natürlich auch nicht gerade ;-) ich mag sie nur mehr.

zum spanischen werk: gehört zur interpretation einer sehr speziellen literaturgattung, nämlich iberischer orgelmusik des 16.-18.jhs.

wie oft hört man cabanilles, arauxo, cabezón, usw. denn aber hierzulande? wobei keiner der drei zungenstimmen voraussetzt (die sich erst nach ihrer zeit auf der iberischen halbinsel verbreiteten)... sie ließen sich etwa auf der ott-orgel fast ebensogut spielen wie auf seiferts neuem "spanischen werk"!

letzteres ist im kontext der gesamtdisposition der neuen orgel ein völliger fremdkörper -- allein schon wegen der unterschiedlichen temperierung. ein solches spanisches werk hätte man also ganz genausogut zusätzlich zur alten orgel aufstellen können.

Das sehe ich absolut genauso.

Orgelweihe

willscher, Sonntag, 10. März 2013, 11:29 (vor 4969 Tagen) @ ado

wie oft hört man cabanilles, arauxo, cabezón, usw. denn aber hierzulande?

Ohne Ende hört man sie, so in Hamburg (nicht nur in St. Joseph). Also nicht jammern,
sondern mal 'nen Ausflug machen ;-))

Orgelweihe

chp, Sonntag, 10. März 2013, 14:54 (vor 4969 Tagen) @ ado

Hallo,

zum spanischen werk: gehört zur interpretation einer sehr speziellen literaturgattung, nämlich iberischer orgelmusik des 16.-18.jhs.

wie oft hört man cabanilles, arauxo, cabezón, usw. denn aber hierzulande? wobei

Och, ich spiele relativ regelmäßig Spanisches, gerade heute eine Suite von José de Torres vorab, Versetten aus dem Orgelheft von Schwester Maria Clara aus Oaxaca (Mexico) zur Kommunion und ein Tiento LLeno von Cabanilles nach dem Gottesdienst.

keiner der drei zungenstimmen voraussetzt (die sich erst nach ihrer zeit auf der iberischen halbinsel verbreiteten)... sie ließen sich etwa auf der ott-orgel fast ebensogut spielen wie auf seiferts neuem "spanischen werk"!

Zungenbatterien und Horizontalzungen verbreiteten sich in Spanien beriets zwischen 1650 und 1700. Cabanilles rechnete wohl da schon damit, z.B. für die Batailla Imperial (falls das Stück von ihm ist). Das Spanische Werk hier enthält aber bis auf die Viejas (eine Art Regal) keine Zungenstimmen, sondern eine Art zerlegtes Cornett. Charakteristisch sind eher die mitteltönige Stimmung und die geteilten Schleifen. Letztere erlauben es, bei geeigneter Literatur natürlich, den Eindruck von Zweimanualigkeit zu vermitteln (z.B. Flautado vs. "Corneto"). Geteilte Schleifen waren aber nicht überall im spanischen Kulturraum verbreitet, beispielsweise nicht in Katalonien.

letzteres ist im kontext der gesamtdisposition der neuen orgel ein völliger fremdkörper -- allein schon wegen der unterschiedlichen temperierung. ein solches spanisches werk hätte man also ganz genausogut zusätzlich zur alten orgel aufstellen können.

Das ist natürlich richtig. Nett fände ich ein solches Werk persönlich aber schon. Außerdem kann man darauf auch andere einmanualige, mitteltönige Literatur spielen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

iberische Orgelmusik -- war: Orgelweihe

ado @, Berlin, Sonntag, 10. März 2013, 16:05 (vor 4969 Tagen) @ chp

Zungenbatterien und Horizontalzungen verbreiteten sich in Spanien beriets zwischen 1650 und 1700.

nicht in "spanien" -- in kastilien, erst später aber, glaube ich, nämlich deutlich nach 1700, in katalonien und anderen reichen der krone aragón (wie valencia). definitiv wurde etwa die orgel der augustinerkirche in palma de mallorca -- wie es heißt die größte erhaltene iberische barockorgel mit drei manualen -- 1703 noch komplett ohne zungenstimmen erbaut. jetzt hat sie sie en masse -- aber alles im späteren 18.jh. (wohl erst gegen mitte oder noch später) nachgerüstet.

ich habe schon einmal versucht, die disposition der orgel der kathedrale zu valencia zu ermitteln, als cabanilles dort organist war, ohne erfolg. nach dem was ich über die ausbreitung der trompeterías weiß, gehe ich aber eher davon aus, daß er sie -- 1712 gestorben -- in seiner orgel noch nicht hatte.

zum stichwort "oaxaca": das finde ich sehr interessant. ich war letztes jahr dort und ganz verblüfft über den reichtum an historischen orgeln (17./18.jh., auch noch 19.jh.) in stadt und bundesstaat (info dazu zB http://www.iohio.org/eng/home.htm). deswegen hatte ich mich auch für die frage interessiert, ob es aus der damaligen zeit orgelliteratur aus oaxaca gibt, stieß aber nur auf den namen manuel de sumaya (http://es.wikipedia.org/wiki/Manuel_de_Sumaya) und konnte keiner orgelnoten von ihm habhaft werden. wer ist denn diese maria clara?

iberische Orgelmusik -- war: Orgelweihe

chp, Sonntag, 10. März 2013, 20:56 (vor 4969 Tagen) @ ado

Hallo,

Zungenbatterien und Horizontalzungen verbreiteten sich in Spanien beriets zwischen 1650 und 1700.

nicht in "spanien" -- in kastilien, erst später aber, glaube ich, nämlich deutlich nach 1700, in katalonien und anderen reichen der krone aragón (wie valencia). definitiv wurde etwa die orgel der augustinerkirche in palma de mallorca -- wie es heißt die größte erhaltene iberische barockorgel mit drei manualen -- 1703 noch komplett ohne zungenstimmen erbaut. jetzt hat sie sie en masse -- aber alles im späteren 18.jh. (wohl erst gegen mitte oder noch später) nachgerüstet.

ich kann es jetzt auf die Schnelle nicht nachprüfen, aber neben Kastilien halte ich auch Andalusien für einen Kandidat für Zungen vor/bis 1700. In Katalonien scheint tatsächlich manches ein bisschen anders zu sein.

ich habe schon einmal versucht, die disposition der orgel der kathedrale zu valencia zu ermitteln, als cabanilles dort organist war, ohne erfolg. nach dem was ich über die ausbreitung der trompeterías weiß, gehe ich aber eher davon aus, daß er sie -- 1712 gestorben -- in seiner orgel noch nicht hatte.

Das gibt es nicht? Spanien (bzw. spanische Pfarreien usw.) und Internet ist aber auch ein Ding für sich.

zum stichwort "oaxaca": das finde ich sehr interessant. ich war letztes jahr dort und ganz verblüfft über den reichtum an historischen orgeln (17./18.jh., auch noch 19.jh.) in stadt und bundesstaat (info dazu zB http://www.iohio.org/eng/home.htm). deswegen hatte ich mich auch für die frage interessiert, ob es aus der damaligen zeit orgelliteratur aus oaxaca gibt, stieß aber nur auf den namen manuel de sumaya (http://es.wikipedia.org/wiki/Manuel_de_Sumaya) und konnte keiner orgelnoten von ihm habhaft werden. wer ist denn diese maria clara?

Es geht um das Heft von Sor María Clara del Santísimo Sacramento, das ich hier bei Wayne Leupold entdeckt habe. Maria Clara war nach Ansicht des Herausgebers vermutlich Besitzerin des Heftes (also Organstin im Kloster), nicht Komponistin. Es ist Musik vom Ende 18./Anfang 19. Jh., also schon mit Alberti-Bässen usw., Versetten für die Alternatimpraxis für die Psalmen der Morgenandacht/Messe ("maitines"). Danke auch für die Links, werde ich in Ruhe mal durchsehen. Hablando de Torres: auf dieses Manuskript, das ursprünglich aus einem Kloster bei Puebla stammt, hatte ich schon mal hingewiesen. Eine Zusammenfassung der Dissertation gibt es hier. Zentrale These: Musik im Prinzip von Jose de Torres y Martinez Bravo (Madrid), Heft aber entstanden im "Kompositionsunterricht" in Puebla/Mexico. Gibt es von Sumaya Orgelmusik und kommt man da heran?

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

iberische Orgelmusik -- war: Orgelweihe

ado @, Berlin, Montag, 11. März 2013, 11:30 (vor 4968 Tagen) @ chp

vielen dank für die hinweise! (wayne leupold ist doch immer gut für etwas ausgefallenere sachen.)

zu sumaya: die angegebene seite der spanischen wikipedia enthält ein werkverzeichnis und verweise, es scheint sich aber durchgehend um vokalmusik zu handeln; ebenso bei dem einzigen werk von sumaya, das aktuell bei imslp zu haben ist -- eine kantate für altstimme, zwei violinen und continuo. ich vermute, er muß auch orgelwerke hinterlassen haben (der wikipedia-artikel nimmt mehrfach auf seine organistentätigkeit bezug), konnte aber dazu bisher nichts näheres ermitteln -- habe auch noch keine vertieften recherchen angestellt.

Orgelweihe

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 11. März 2013, 09:23 (vor 4969 Tagen) @ ado

Über das für und wider dieses "Konzeptes" wurde ja, wie gesagt, an anderem Ort schon diskutiert.

Ich kann nur betonen, dass ich sehr neugierig bin, wie sich solch ein unorthodoxes Instrument im Konzertbetrieb bewährt.

Vom Papier her befällt mich auch eine ungeheure Skepsis ob des fehlenden zweiten "echten" Prinzipalchores. Ich hätte diesen um alles in der Welt in ein "echtes" zweites Manual gestellt, anstatt in ein solches mitteltöniges Werk zu investieren. Ich finde es zwar grundsätzlich sehr wünschenswert, die Musik des 16./17. Jh. auch durch eine entsprechende Stimmung adäquat wiedergeben zu können - aber insgesamt ist das doch alles denkbar weit entfernt vom "Rest" der Orgel. Aber wer weiß, vielleicht macht gerade das am Ende den Reiz aus? Wir werden sehen - bzw. hören...

Warum es dann auch ausgerechnet "spanisch" sein musste, erschließt sich mir angesichts der nicht allzufern stehenden "spanischen" Orgel in Hannovers Neustädter Hof- und Stadtkirche ehrlich gesagt nicht. Das ist ein Instrument, von dem man zu Recht begeistert sein kann und sollte - der Reiz der spanischen Musik ist schon ungeheuer groß - aber das hätte ich nun nicht unbedingt als Anlass genommen, mich in dieser Form inspirieren zu lassen, wie es dann möglicherweise in Loccum der Fall gewesen sein mag.

Orgelweihe

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Montag, 11. März 2013, 10:28 (vor 4968 Tagen) @ doppelfloete_h
bearbeitet von untersatz32, Montag, 11. März 2013, 10:32

Warum es dann auch ausgerechnet "spanisch" sein musste, erschließt sich mir angesichts der nicht allzufern stehenden "spanischen" Orgel in Hannovers Neustädter Hof- und Stadtkirche ehrlich gesagt nicht. Das ist ein Instrument, von dem man zu Recht begeistert sein kann und sollte - der Reiz der spanischen Musik ist schon ungeheuer groß - aber das hätte ich nun nicht unbedingt als Anlass genommen, mich in dieser Form inspirieren zu lassen, wie es dann möglicherweise in Loccum der Fall gewesen sein mag.<

Vermutlich haben sie sich auch tüchtig in Speyer von der Chororgel des Domes inspirieren lassen. Ich war noch nicht da, allerdings auf mehreren CDs macht dieses Konzept einen guten und musikalisch überzeugenden Eindruck. Eine CD-Aufnahme kann allerdings natürlich einen Besuch vor Ort nicht ersetzen...

Gruss

Thomas

--
Thomas Haubrich

Orgelweihe

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 11. März 2013, 10:31 (vor 4968 Tagen) @ untersatz32

...richtig, das liegt natürlich bei Seifert nahe. Ich fand das da aber insgesamt irgendwie schlüssiger "eingebettet" in die ganze Orgel. Dort ist z.B. grunsätzlich ein dreimanualiges Konzept vorhanden. Bei Loccum ist mir auf dem Papier zuviel Kompromiss, zuviel von allem gewollt. Aber ich werde hoffentlich genug Gelegenheit haben, mir ein eigenes Urteil vor Ort zu bilden.

Orgelweihe

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Montag, 11. März 2013, 10:34 (vor 4968 Tagen) @ doppelfloete_h

Hehe, du hast natürlich die glückliche Nähe zu beiden Orgeln (Neustädter Kirche & Loccum), sowie in der Marktkirche nochmal was ganz anderes... ;-) (Schöne Doppelflöten...!)

Grüsse

Thomas

--
Thomas Haubrich

Orgelweihe, Konzertprogramme Loccum

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 11. März 2013, 10:47 (vor 4968 Tagen) @ untersatz32

Dem geneigten Leser anbei eine Übersicht über die Konzerte in der ersten Jahreshälfte. Mehr unter www.klosterloccum2013.de - da muss man ob der schieren Menge der Veranstaltungen immer etwas suchen... ;)

LOCCUM, 24. März, 17.30 Uhr: BERNHARD HAAS
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Partite diverse sopra "Sey gegrüßet, Jesu gütig" BWV 768
Francisco Correa de Arauxo (1584 – 1654)
Zwei Tientos aus "Libro de Tientos y Discursos de musica practica, y theorica de organo" (1626):
- Segundo Tiento de medio registro de tiple de septimo tono (NR. 26)
- Segundo Tiento de quarto tono" (NR. 16)
Heinz Holliger (geb. 1939)
Fuga aus der Partita (1999)
Franz Liszt (1811 - 1886)
Fantasie und Fuge über "Ad nos, ad salutarem undam" (1850)

LOCCUM, 7. April, 17.30 Uhr: EMMANUEL LE DIVELLEC
Francisco Correa de Arauxo (ca. 1583 - 1654)
Tiento de sexto tono (VI)
Tiento de medio registro de tiple de septimo tono (XXVI)
aus der Facultad Organica (1626)
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Präludium und Fuge a-Moll BWV 543
Emmanuel Le Divellec (geb. 1966)
Improvisation einer „Biblischen Sonate“ über eine gegebene Geschichte
César Franck
Aus Trois Pièces (1878) :
- Cantabile
- Pièce héroïque
Emmanuel Le Divellec (geb. 1966)
Improvisation über ein gegebenen Text « Wort halten »
Charles Tournemire (1870 - 1939)
Fantaisie für den Sonntag Epiphania Domini op. 55
aus L’Orgue mystique (1929)

LOCCUM, 5. Mai, 17.30 Uhr: KAY JOHANNSEN
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Sonate V C-Dur BWV 529
Allegro
Largo
Allegro
Kay Johannsen
Freie Improvisation über einen Text
Charles-Marie Widor (1844-1937)
Symphonie Romane op. 73 (1900)
I. Moderato
II. Choral
III. Cantilène
IV. Final
Kay Johannsen
Freie Improvisation über Choralmotive

LOCCUM, 2. Juni, 17.30 Uhr: WOLFGANG RÜBSAM
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Prelude and Fugue in B Minor, BWV 544
Helmut Walcha (1907 - 1991)
Choraleprelude: Jesu, deine Passion
Wolfgang Rübsam (geb. 1946)
O Heiland, reiß die Himmel auf
Entree, Communio et Toccata
Helmut Walcha (1907 - 1991)
Wer weiß, wie nahe mir mein Ende
Improvisation on a given theme
Helmut Walcha (1907 - 1991)
Ein feste Burg ist unser Gott
Wolfgang Rübsam (geb. 1946)
Wie soll ich Dich empfangen
Helmut Walcha (1907 - 1991)
Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Passacaglia in C Minor, BVW 582

Orgelweihe

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 11. März 2013, 10:49 (vor 4968 Tagen) @ ado

Ich kann mich dem nur anschließen.


Ich sehe auch die Gefahr, daß "romantisch-symphonisch" in 20 Jahren das sein wird, was "neobarock" vor 50 Jahren war: Allgegenwärtiger Einheitsbrei.
Aber für meine Sorgen, was das betrifft, hab ich hier ja schon oft genug Gegenwind bekommen.

Orgelweihe

Karl-Bernhardin Kropf, Montag, 11. März 2013, 12:08 (vor 4968 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ich hatte die Loccumer Ott vor vielen Jahren ja mal gespielt und war recht enttäuscht. Allerdings war sie auch schlecht gepflegt. Von daher könnte ihr die Translokation wirklich gut getan haben, nicht nur farblich.
Die Mitteltönige Geschichte ist nett, aber ich hätte da wohl auch eher eine separate Orgel gewählt - vielleicht sogar mobil - wenn man schon, was für so einen raum adäquat sicherlich ist, in ältere Klänge abtauchen will.

Zur Analogie von "Neo-Barock" und "romantisch-symphonisch": Bei der Abschaffung der letzteren Mode werden vermutlich weniger die Argumente des "schlechten Materials" benutzt werden können. Naja, vielleicht für die Steuerelektroniken und die ausgetatschten Touchpads. (All dies sehe ich ohnehin als Verschleißteil ein, dann ist alles wieder gut.)

Orgelweihe

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 11. März 2013, 12:15 (vor 4968 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Naja, ich bin wohl eher so gepolt, daß ich es vorziehen würde, wenn man's gleich besser macht ... anstatt sich jetzt schon Gedanken darüber zu machen, mit welchen Ausreden man in ferner Zukunft die Dinger wieder los wird ;-)

Filmbeitrag Seifert Orgel

Trombetten @, Montag, 11. März 2013, 15:09 (vor 4968 Tagen) @ Trombetten

Zumindest hier ein FGilm von der Orgelweihe, wenn auch in schlechter tonqualität...


http://www.tv2020.de/index_5.htm#Loccum-Orgel

Filmbeitrag Seifert Orgel

doppelfloete_h @, Hannover, Montag, 11. März 2013, 15:42 (vor 4968 Tagen) @ Trombetten

...musste eben doch gleich nochmal blättern: Ist ja derselbe Architekt wie in Lüneburg/Johannis (Chororgel von Kuhn) - die spiegelnde Leiste/Sims kam mir doch irgendwie bekannt vor! ;) Auch sonst erinnert die grobe Form stark an das Lüneburger Instrument. Ein bisschen arm dran ist ja der Orlos, der doch arg gedeckelt ist. Den kriegt nun bestimmt der Spieler voll ab...

Ich bin wirklich mal SEHR gespannt, wie sich die unterschiedlichen Charaktere BAROCKES Mixturplenum, ROMANTISCHES Schwellwerk und SPANISCHES Werk im Praxistest beweisen...

Filmbeitrag Seifert Orgel

Trombetten @, Montag, 11. März 2013, 15:48 (vor 4968 Tagen) @ doppelfloete_h

Das Plenum klingt in der Aufnahme ziemlisch schrill, aber das kann man natürlich nicht als Leitfaden für eine Beurteilung nehmen. Soweit ich weiss stand die Lüneburger Orgel auch optisch Pate für Loccum. Das spanische Werk ist einer Orgel in Senselles entlehnt.

Filmbeitrag Seifert Orgel

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 11. März 2013, 16:04 (vor 4968 Tagen) @ Trombetten

Das Plenum klingt überraschenderweise, soweit man das aus der Aufnahme dort überhaupt sagen kann, ziemlich "rheinisch".

Nicht so mollig wie was mitteldeutsches, nicht so herb und prägnant wie was norddeutsches, sondern irgendwie ... hell und dick gleichzeitig. Breit, aber glitzernd. Sowas habe ich persönlich eigentlich mehr von rheinisch-barock-motivierten Instrumenten im Ohr, also, sagen wir's so, von modernen Restaurierungen oder Nachbauten diesen Stils.

Filmbeitrag Seifert Orgel

Xrot, Montag, 11. März 2013, 16:48 (vor 4968 Tagen) @ Poupoulcorouse

Weiß jemand, wer intoniert hat?

Filmbeitrag Seifert Orgel

JSBach @, Aachen, Montag, 11. März 2013, 16:57 (vor 4968 Tagen) @ Xrot

in der Ansprache sagt er iwas von "Oberintonateur Fischer und seine Leute"

Filmbeitrag Seifert Orgel

Trombetten @, Montag, 11. März 2013, 19:33 (vor 4968 Tagen) @ Xrot

In der Festschrift welche ich mir postalisch zukommen liess steht unter dem Punkt Intonation: Klaus Fischer & Marco Ellmer

Filmbeitrag Seifert-Orgel

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Donnerstag, 14. März 2013, 21:29 (vor 4965 Tagen) @ Trombetten

In der Festschrift steht unter dem Punkt Intonation: Klaus Fischer & Marco Ellmer.

Marco war einst fleißiger Teilnehmer dieses Forums (bzw. der Vorgängerversion), noch während seiner (Lehr-)Zeit bei Orgelbau Scholz.

Filmbeitrag Seifert Orgel

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Montag, 11. März 2013, 15:56 (vor 4968 Tagen) @ Trombetten

Wurde der Prospekt eigentlich hier schon verrissen? Also ich hab das Gerät grade zum ersten Mal gesehen in dem Beitrag und muss also mein blankes Entsetzen versuchen irgendwie runterzuschlucken.

Über den Ott kann man sich streiten, aber jetzt steht da ein Klotz (nein, nicht Hans, der hätte sowas nie gemacht), der sich nicht einfügt sondern nur dasteht wie hingestellt. Ein Gartenzaun aus Pfeifen und so langsam kann ich auch einen Orgelbaumeister verstehen, der vor einigen Jahren zum Freipfeifenprospekt der Stuttgarter Stiftskirche meinte: "Sowas haben wir vor ein paar Jahren auf Geheiß der Sachverständigen abgerissen!"

Und dann steht es da wie eine überdimensionale Tragorgel, wenn man es dann wenigstens nach Vorbild Alpirsbach verschiebbar gemacht hätte oder nach selbem Vorbild künstlerisch gestaltet.

Dieses Pfeifendurcheinander geht ja wohl gar nicht. Mikado

Orgelweihe ist ja besonders gut besucht, also anderswo is da der Dom voll. Das Bach Fantsiestück da wird auch das einzige Sein, was von Bach noch drauf klingt, man braucht keine concertierenden Plena usw.

Wieso gibt es bei einer Orgelweihe ein Eingangsstück? Dann dieser Pastor der da rumfeixt wie Kulenkampf ...

So jetzt hör ich auf mich aufzuregen und ja, es ist eine ganz subjaktive Meinung und muss nicht geteilt werden.

Filmbeitrag Seifert Orgel

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 11. März 2013, 16:08 (vor 4968 Tagen) @ MichaelS

An den Pastoren finde ich jetzt nichts auszusetzen.

Über Design und Konzeption hingegen kann man allerdings streiten. Aber, das kann man den Loccumern, in Anbetracht der Tatsache, wie heute Orgelplanungen ablaufen, kaum zur Last legen.

Filmbeitrag Seifert Orgel

ado @, Berlin, Montag, 11. März 2013, 16:25 (vor 4968 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von ado, Montag, 11. März 2013, 16:44

...also ich muß auch sagen, diese beiden geistlichen, die wie schlechte talkmaster agieren, finde ich auch zum weglaufen...kein wunder, daß kaum jemand da war ;o)

süß finde ich, wie der abt ganz unschuldig und offenbar des nachgedachthabens frei sagt "wolln wer mal sehen, wie lange diese orgel dann stehen wird"...und 500 oder auch gleich 850 jahre andeutet...

die formgebung der orgel als solche... hm...

irgendwie brav. ott war optisch interessanter. das design als solches finde ich gar nicht mal SOO schlecht, was mich allerdings stört, sind die proportionen... das ganze ding sieht man erst am schluß des beitrags, ungefähr bei minute 13.00 -- und dann sieht man erst wie riesig es aufragt, für den raum in meinen augen viel zu groß und klobig!

Filmbeitrag Seifert Orgel

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 11. März 2013, 16:41 (vor 4968 Tagen) @ ado

Was genau hast du denn an den Pastoren noch auszusetzen, inhaltlich?

Filmbeitrag Seifert Orgel

ado @, Berlin, Montag, 11. März 2013, 16:46 (vor 4968 Tagen) @ Poupoulcorouse

von inhalten kann ja wohl gar nicht die rede sein!! da fängt es doch an. beide belassen es bei onkelhaftem gelaber, das nichts mitteilt.

man achte nur mal auf das publikum -- wie höflich gelangweilt und leicht peinlich berührt die dreinblicken. zu recht!

Filmbeitrag Seifert Orgel

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 11. März 2013, 17:19 (vor 4968 Tagen) @ ado

Bevor ich jetzt mir dir über die Körpersprache der Besucher diskutiere:


Was hättest du denn gerne gesehen?

Filmbeitrag Seifert Orgel

ado @, Berlin, Montag, 11. März 2013, 18:00 (vor 4968 Tagen) @ Poupoulcorouse

nichts für ungut...aber gehört diese diskussion hierher? das dann doch lieber bei einem getränk oder sowas.

Filmbeitrag Seifert Orgel

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 11. März 2013, 19:13 (vor 4968 Tagen) @ ado

Naja, du hast die Diskussion ja angestoßen.

Und es gab in diesem Forum auch schon viele legitime Beispiele für Pastorenschelte ... aber hier kann ich's wirklich nicht verstehen.

Filmbeitrag Seifert Orgel

daggies @, Dienstag, 12. März 2013, 10:43 (vor 4967 Tagen) @ Poupoulcorouse

Prof. Drehsen aus Tübingen sagte immer zum Thema liturgische Gestaltung: "Wer moderiert ist moderat"

Soviel dazu....

Filmbeitrag Seifert Orgel

ArnezN, Donnerstag, 14. März 2013, 08:05 (vor 4966 Tagen) @ daggies

Also ich habe von Pastor Hirschler schon eine sehr gute Predigt hier in Göttingen gehört, er kann predigen. Allerdings sagt man von ihm auch, er sei der Erfinder des Predigteinstiegs "Als ich neulich bei Hertie an der Käsetheke stand..." Aber als Protestant sind mir solche Predigten, die meist den Inhalt anschaulich und verständlich, dabei aber nicht verkürzt, rüberbringen, lieber, als solche, die nur aus den üblichen frommen Floskeln zusammengestückelt sind oder irgendeine vermeintliche "Spititualität" (was für ein Modewort!) wecken wollen.

Zur Orgel sage ich besser nichts und plane stattdessen lieber eine Reise nach Nizza...

Viele Grüße aus Ott-City,
Arne

Filmbeitrag Seifert Orgel

LDZ, Hannover, Montag, 11. März 2013, 16:21 (vor 4968 Tagen) @ MichaelS
bearbeitet von D. Hausmann, Samstag, 16. März 2013, 16:33

[Beitrag auf Wunsch des Forenmitgliedes entfernt]

Filmbeitrag Seifert Orgel

Friedrich @, Montag, 11. März 2013, 17:10 (vor 4968 Tagen) @ LDZ
bearbeitet von Friedrich, Montag, 11. März 2013, 20:05

Ooch, LDZ,

das ist sicher nicht Dein Stil, und übertrieben elegant finde ich die Orgel auch nicht. Leider sieht man sie nie aus dem anderen Querhaus oder mit schrägem Blick nach Nordosten.

Was ungefähr gemeint ist, kann man hier sehen. Die Kubatur bezieht sich auf den Südostpfeiler, das Kranzgesims auf die Kanzel, die Vertikalen der Pfeifen mit den lebhaften Mündungsverläufen auf den gotischen Schrein hinten im Chor. So weit, so klar.

Im ganzen ist das Ding natürlich ein Trum und den Fotos nach tatsächlich nicht sehr elegant. Erinnert mich an das Bühnenturmdilemma der Opernhäuser: Für ein Haus zu hoch, für einen Turm zu dick, was also tun? Das Untergehäuse scheint sozusagen gar nicht gestaltet worden zu sein. Und dann ist da eine Gitterpartie, was ich bei Orgelgehäusen tendenziell immer peinlich finde (»Und was machmer hier? Hm. Dann eben Gitter«).

Aber man müsste es eben im Ganzen sehen und drumherum wandern.

Gruß,
Friedrich

Filmbeitrag Seifert Orgel

ado @, Berlin, Montag, 11. März 2013, 18:05 (vor 4968 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von ado, Montag, 11. März 2013, 18:18

aua. gerade dieses foto zeigt, wieviel besser, im kontext des raums, der ott-prospekt war. der neue ragt einfach nur unmotiviert ins bild! man sieht das vom standort des fotografen und denkt erstmal, moment, was ist das denn? das gehört doch nicht dahin? dann kapiert man: ach, die orgel -- wie sieht die denn WIRKLICH aus? genau das erschließt sich allenfalls aus der nähe, was bei einem so relativ riesigen gebilde eigentlich ein unding ist. dagegen hatte der ott-prospekt eine fernwirkung, die sofort signalisierte "orgel".

Filmbeitrag Seifert Orgel

JSBach @, Aachen, Montag, 11. März 2013, 18:12 (vor 4968 Tagen) @ ado

gibt es noch Fotos der alten Ott-Orgel? Wo stand diese? Auch im Westen oder geht da baulich nicht wegen Fenster?

Filmbeitrag Seifert Orgel

Friedrich @, Montag, 11. März 2013, 18:18 (vor 4968 Tagen) @ JSBach

gibt es noch Fotos der alten Ott-Orgel? Wo stand diese? Auch im Westen oder geht da baulich nicht wegen Fenster?

Siehe hier.

Gruß,
Friedrich

Filmbeitrag Seifert Orgel

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 11. März 2013, 19:14 (vor 4968 Tagen) @ Friedrich

Die jetztige "Farbgebung" am neuen Standort sollte man zarten Gemütern übrigens ersparen.

Filmbeitrag Seifert Orgel

kjz1, Montag, 11. März 2013, 19:23 (vor 4968 Tagen) @ Friedrich

gibt es noch Fotos der alten Ott-Orgel? Wo stand diese? Auch im Westen oder geht da baulich nicht wegen Fenster?


Siehe hier.

Erinnert mich entfernt an die Ottilie in der Bonner Kreuzkirche.

Filmbeitrag Seifert Orgel

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 11. März 2013, 19:35 (vor 4968 Tagen) @ Friedrich

Ich erkenne nicht, dass der Prospekt irgendwas vom Raum aufnimmt, sorry.

--
Gruß vom Niederrhein

Ausflug nach Hildesheim, St. Michael...

Max Reger, Montag, 11. März 2013, 18:48 (vor 4968 Tagen) @ LDZ

....mit einer ganz vergleichbaren Situation.
Aber was hat Gerald Woehl mit dem Entwurf und dem Klangkonzept dort für eine Leistung hingelegt! Von meiner Warte aus betrachtet: um Längen besser!

Das Ott-Werk ist wirklich nicht zwangsläufig zu beseitigen gewesen, das meine auch ich.
Gefällt jemandem diese Streckmetall-Optik des Architekten aus Lüneburg ?
Die unmaßstäblich viel zu große Kubatur des Orgelkorpus ?
Diese Wechselschleifen-Disposition, die jedes Registrieren zum Eiertanz werden läßt ?

In Loccum ist Geld ohne Ende verbraucht worden. Das Schöpfen aus dem Vollen (Zisterzienser ?!?) sieht man auf schritt und Tritt.
Orgelkonzert-Eintritt liegt bei 16 Euro!!
Das kann der "einfache Christenmensch" oftmals gar nicht aufbringen.

Hier kann und hier muss man vieles sehr kritisch sehen.

Ausflug nach Hildesheim, St. Michael...

Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Dienstag, 12. März 2013, 13:32 (vor 4967 Tagen) @ Max Reger

Exakt, so sehe ich das auch. Schön ist das allemal nicht. Ein Vergleich mit Hildesheim oder Alpirsbach hinkt da gewaltig. Und die Kosten sind m.E. auch immens.
Reinhard Kluth

Ausflug nach Hildesheim, St. Michael...

ado @, Berlin, Dienstag, 12. März 2013, 15:34 (vor 4967 Tagen) @ Reinhard Kluth

mich würde mal interessieren, ob jemand weiß, warum die neue orgel in loccum so teuer war oder was man üblicherweise für eine orgel dieser größe rechnen würde? mit der finanziellen seite des orgelbaus kenne ich mich wirklich nicht aus...

Ausflug nach Hildesheim, St. Michael...

Orgelbaumeister, Dienstag, 12. März 2013, 17:00 (vor 4967 Tagen) @ ado

Hallo,

13.000 EURO/Register + MwSt. Das ist ein realistischer Wert, der zwar je nach Firma variieren kann.

Grüße

Ausflug nach Hildesheim, St. Michael...

Max Reger, Dienstag, 12. März 2013, 22:39 (vor 4967 Tagen) @ Orgelbaumeister

Ich gehe davon aus, dass alleine die gläserne Einfassung des Untergeschosses richtig ins Geld gegangen ist, der Architekt nicht "für lauh" gearbeitet hat und viele weitere Dinge, die beim Bau eines "durchschnittlichen" Instrumentes so nicht auftreten.
Hier dürfte der "Registerpreis" durch Komponenten, die in der Regel so nicht auftreten, sehr in die Höhe geschnellt sein.

Filmbeitrag Seifert Orgel

Trombetten @, Montag, 11. März 2013, 19:31 (vor 4968 Tagen) @ MichaelS

Der Architekt wollte bewusst eine Störung des Raumes herbeizielen wie seinen Worten zu entnehmen ist. Das ist ihm wohl gelungen.

Filmbeitrag Seifert Orgel

Paradiesflöte @, Jena, Dienstag, 12. März 2013, 12:15 (vor 4967 Tagen) @ MichaelS

Hallo, was mich am meisten erschreckt hat, war der Preis von 970.000€...Wenn ich mir überlege, das die neue Orgel in dar kath. Gemeinde Jena (37+9/III/P), "nur" 385.000€ kostete, hab ich etwas Angst um unser "Billigmodell" :-)
Grüße aus Thüringen vom Thomas

Definition Orgelmusik

Martin78 @, Dienstag, 12. März 2013, 12:43 (vor 4967 Tagen) @ Paradiesflöte

Hallo, was mich am meisten erschreckt hat, war der Preis von 970.000€...Wenn ich mir überlege, das die neue Orgel in dar kath. Gemeinde Jena (37+9/III/P), "nur" 385.000€ kostete, hab ich etwas Angst um unser "Billigmodell" :-)
Grüße aus Thüringen vom Thomas

Hah, ein lustiges Fundstück im Grußwort des OB in der Festschrift zur Orgelweihe ebenjener Kutter-Orgel (das ist sie doch, die du meintest, oder?):

(...) Auch wenn Orgelmusik im ursprünglichen Sinn eigentlich
eine für den gottesdienstlichen Bereich bestimmte
Musik war, hat sie doch im Laufe ihrer Geschichte bis
zum heutigen Tag auch außerhalb der Kirche zahlreiche
Zuhörer gefunden. Zu den wohl bekanntesten
Werken zählen sicher die Kantaten, Passionen,
Motetten und Orgelwerke von J.S. Bach oder aber die
Oratorien von G.F. Händel. (...)

:-)

Martin

Definition Orgelmusik

Paradiesflöte @, Jena, Dienstag, 12. März 2013, 13:02 (vor 4967 Tagen) @ Martin78

Naja, Bitte um Nachsicht, zwar ist der OB ehemaliger Pastor und Chorsänger, aber so richtig auseinanderhalten kann er halt Orgel-, Chor- und Instrumentalmusik nicht... :-)
Thomas

Definition Orgelmusik

JSBach @, Aachen, Dienstag, 12. März 2013, 13:04 (vor 4967 Tagen) @ Paradiesflöte

alles dat selbe Geklimper...

Definition Orgelmusik

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Dienstag, 12. März 2013, 13:16 (vor 4967 Tagen) @ JSBach

".... Aber dass sind doch Bubenstreiche... !!! "

;-)

--
Thomas Haubrich

Filmbeitrag Seifert Orgel

FranzS. @, Dienstag, 12. März 2013, 14:47 (vor 4967 Tagen) @ Paradiesflöte
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 12. März 2013, 16:21

Gemeinde Jena (37+9/III/P), "nur" 385.000€ kostete, hab ich etwas Angst um unser "Billigmodell" :-)

das ist in der Tat ein sehr guter Preis. Ich kenne auch eine Orgel mit 23 Registern, die mit Setzeranlage ca. 270000€ gekostet hat (laut Festschrift) und es ist vielleicht der beste Neubau der Diözese. Eine gute Orgel muss also nicht immer viel kosten und eine teuere Orgel muss auch nicht immer schön klingen (was ich jetzt NICHT auf die Seifert-Orgel beziehe, sondern auf ein anderes Instrument in Oberbayern.)

Filmbeitrag Seifert Orgel

JSBach @, Aachen, Dienstag, 12. März 2013, 15:07 (vor 4967 Tagen) @ FranzS.

oder gut aussehen...

Filmbeitrag Seifert Orgel

jori @, Dienstag, 12. März 2013, 15:52 (vor 4967 Tagen) @ Paradiesflöte

Hallo, was mich am meisten erschreckt hat, war der Preis von 970.000€...Wenn ich mir überlege, das die neue Orgel in dar kath. Gemeinde Jena (37+9/III/P), "nur" 385.000€ kostete, hab ich etwas Angst um unser "Billigmodell" :-)
Grüße aus Thüringen vom Thomas

Hallo,

das ist bestimmt diese Orgel.

Filmbeitrag Seifert Orgel

Exposition, Mittwoch, 13. März 2013, 10:34 (vor 4966 Tagen) @ Paradiesflöte

Hallo, was mich am meisten erschreckt hat, war der Preis von 970.000€...Wenn ich mir überlege, das die neue Orgel in dar kath. Gemeinde Jena (37+9/III/P), "nur" 385.000€ kostete, hab ich etwas Angst um unser "Billigmodell" :-)
Grüße aus Thüringen vom Thomas

wie bitteschön soll ein Orgelbauer bei solch einem Preis überleben können?

Filmbeitrag Seifert Orgel

Schreipositiv @, Wetter, Montag, 11. März 2013, 19:36 (vor 4968 Tagen) @ Trombetten

Mir gefällt die Orgel. Der Raum scheint ist doch eher schlicht gehalten, da finde ich es gut, dass sich auch die Orgel zurückhält. Und besser als die alte Ott-Orgel auch, von der hat man nämlich kaum was gesehen wenn man richtung Altar geschaut hat.

Filmbeitrag Seifert Orgel

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Dienstag, 12. März 2013, 15:48 (vor 4967 Tagen) @ Trombetten

Zumindest hier ein FGilm von der Orgelweihe, wenn auch in schlechter tonqualität...

Ebendeswegen sollte man sich tunlichst hüten, hier schon definitive und abschliessend-vernichtende Urteile über den Klang und die Intonation abzugeben, besonders, wenn man nicht vor Ort war.
Was hier, mit Abstrichen gefiltert durchs Netz und die Filmerei, hörbar ist, klingt doch gar nicht soooo furchtbar, und muss sicher durchs Hören und Spielen vor Ort fundiert - oder widerlegt - werden.

Das Klangkonzept scheint (per Papier) insgesamt gesehen gar nicht so schrecklich,
und, wenn es - wovon bei Seifert auszugehen ist - in annähernd gleicher Qualität wie die Speyrer Chororgel geliefert wurde, ist dies Instrument zumindest klanglich eine Bereicherung.

Viele Grüsse

Thomas

--
Thomas Haubrich

Filmbeitrag Seifert Orgel

Trombetten @, Donnerstag, 14. März 2013, 19:17 (vor 4965 Tagen) @ untersatz32

Soweit ich weiss haben aber in Speyer andere Intonateure gearbeitet.
Ich werde mich bald vor Ort überzeugen und dann einen Bericht dazu schreiben. Bis dahin erlaube ich mir kein urteil zur Orgel. Weder über die Wirkung im Raum als die Klanggestaltung.

Orgelweihe; Internationales Orgelpodium mit Bernhard Haas

doppelfloete_h @, Hannover, Sonntag, 24. März 2013, 23:35 (vor 4955 Tagen) @ Trombetten

...welches sich am 24.3. um 17.30 zutrug.

Jetzt also aus bescheidener erster Hand ein paar Eindrücke - mehr vielleicht morgen nach dem Meisterkurs. Aber manchmal sind ja erste Eindrücke recht aussagekräftig.

Vorweg sei gesagt, dass das neue Loccumer Instrument mit Sicherheit eine gute Orgel ist - bevor gleich Stimmen laut werden, ob man da nicht vorschnell etwas schlecht macht ;)

Mein erster Eindruck der "Skupltur" im Raum ist, dass es eigentlich nur eine einigermaßen "glückliche" Ansicht der Orgel gibt; und die ist Vis a Vis vom Spieltisch. Da erklären sich für mich die Proportionen. Schräg (so wie sie ja der Gottesdienstbesucher und Konzertgänger wahrnimmt) und von den Seiten her kommt das arg kistig und klobig daher und vermittelt in den verschiedenen Elementen (Sockel, Pfeifen, goldenes "Gitter" und holzsichtiges Schwellwerk) einen uneinheitlichen Eindruck, der nicht weiß, wohin... Das spannendste ist noch die Spiegelleiste.

Der klangliche Eindruck ist ebenso uneinheitlich. Insofern ergibt sich doch ein schlüssiges Ganzes?
Nein, im Ernst: Vieles ist im Detail sehr schön, ich mag die Jubalflöte und die Gambe im HW (welche ganz schön süddeutsch ist), die Streicher im SW. Auch das spanische Werk scheint gelungen - inklusive ganz schön lautstarker kurzbechriger Horizontalzunge.
Beeindruckend ist insgesamt das Fundament, die Manual-16' grundieren sehr gut, der 32' hat ganz schön Volumen, genauso wie die durchaus rustikale 16'-Posaune.
Prinzipiell mag ich auch die kernige Mixtur im HW, das Mixturplenum klingt sehr barock.
Gewöhnungsbedürftig fand ich die ganz schön "quintenden" Quinten und den 2'-Prinzipal, die bei aller konsonantenreichen Ansprache (die in dem überakustischen Raum Vorteile hat) doch fast schon zuviel "Glottis" haben. Ganz schön aggressiv... Wenig überzeugt hat mich auch die Rohrflöte an ihrem Platz im SW, die hat für mich zu wenig "romantischen Schmelz", da hätte man lieber eine Flauto amabile oder Cor de nuit gehört an manchen leisen Stellen von "Ad nos" (übrigens, wie auch "Sei gegrüßet" selbstverständlich auswendig und phänomenal musikalisch gespielt von Bernhard Haas).
Und das ist momentan der springende Punkt: Ich habe mir Mühe gegeben, aber ich habe keine klare klangliche Ausrichtung der Orgel erkennen können. Die Mixturen beispielsweise gaben beim Liszt stellenweise doch recht eigentümliche Effekte - solange nicht die gelungenen Trompeten das ganze gehörig abrunden konnten. An der Stelle beißen sich Barock und Romantik hier sehr. Und dem barocken HW wiedrum fehlt schon der Dialogpartner. Die hier realisierte Form mit einem kompletten Manual aus Wechselschleifen halte ich an dieser Stelle für verfehlt; das wäre in der Tat etwas für insgesamt kleiner dimensionierte Instrumente. So schön das spanische Werk ist, mit einigen "echten" Positivregistern hätte man die Chance gehabt, HW und SW besser zu verbinden.

Aber ich bin mal gespannt, morgen noch ein paar Details zu hören...

powered by my little forum