Josephs-Kapelle, Düsseldorf. Infos und Konzert
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Josephs-Kapelle Düsseldorf. Aus der Festschrift zur neu aufgestellten Orgel auf der Empore, gebaut 1795 von Samuel Green, London:
Disposition
I. Great GG, AA-e3, 57 Töne, Lade erhalten
1 Open Diapason 8’ Prospekt, original vergoldete Pfeifen
2 Sesquialtera 3-fach, Bass/Diskantteilung zwischen h0/c1
3 Fifteenth 2’
4 Twelfth 2 2/3’
5 Principal 4’
6 Corbnet 4-fach, alle Pfeifen neu
7 Stop Diapason 8’, Bass-Diskantteilung zwischen h0/c1
8 Trumpet 8’
II. Swell, g0-e3, 34 Töne, Lade neu
9 Open Diapason 8’
10 Dulciana 8’
11 Stop Diapason 8’
12 Principal 4’
13 Sesquialtera 3-fach
14 Hoboy 8’
Pfeifen weitgehend (bis ins einzelne gehende Spezifikation in der Festschrift) original, neue Zungen
Tonhöhe 440 Hz (original), Winddruck k.A.
Stimmung lt. Festschrift Valotti, lt. Aussage von Markus Belmann Bach-Kellner; vermutlich hat man sich nach Drucklegung noch umentschieden.
Gehäuse original, massiv Mahaghony Spielanlage, Registermechanik und Klaviaturen neu.
Restaurierung und Rekonstruktion Fa. Klais, Bonn.
Eigentum des Erzbistums Köln, Dauerleihgabe an die Josephs-Kapelle.
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Die Angaben über das Vorleben der Orgel sind dürftig. Möglicherweise hat der Vortrag von Dr. Theobald (Klais) am 09.03. hier weitere Informationen gebracht - oder die Ansprachen zur Orgelweihe. Diese Termine konnte ich nicht wahrnehmen. Wer dabei war, möge weitere Informationen beisteuern. Lt. Festschrift wurde die Orgel ursprünglich in der Pfarrkirche Sr. Mary in Chatham aufgestellt. Nachdem sie bereits Anfang der 70-iger Jahre lange Zeit unbenutzt geblieben war, wurde sie abgebaut und zunächst bei Prof. Rudolf Ewerhart, ab 1992 bei Fa. Klais eingelagert. Wie und warum sie nach Deutschland kam, weshalb die Spiel- und Registertraktur, die Balganlage wie auch alle Teile des Spieltisches verloren gingen, bleibt in der Festschrift unerläutert. Bezüglich Umbauten wird nur eine Gehäuseverbreiterung (wg. Erweiterung der Great-Lade auf GG-g3) erwähnt, die bei der Restaurierung rückgängig gemacht wurde. Vorbilder für die Rekonstruktionsmaßnahmen waren Green-Orgeln in Attingham Hall (1788) und Durrow, Ireland (1797?)
Was auch immer die Orgel erlebt haben mag, es ist ein überaus sympathisches Instrument. Eine schlanke, kecke Diskanttrompete sticht etwas heraus (und darf das auch!), ansonsten sonorer Zusammenklang vom Feinsten. Besonders die Verschmelzung der Zungen ist herrlich. Und überraschend ist auch, welche Vielfalt mit diesem Registerfundus möglich ist.
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Ein “Engelskonzert” am 19.03.2013 gab darüber Aufschluß. Markus Belmann begann mit einem mutwilligen Stück (Voluntary!) von William Boyce. Es folgte eine Sonate für Flöte und Tasteninstrument von Händel in F-Dur HWV 160. Stefan Oechsle blies stilsicher und mit vollem Ton. Dann nutzte Belmann in Joh. Chr. Bachs Sonate W.A.10b die Möglichkeit, im Variationssatz die verschiedenen Stimmen vorzustellen. Nun nahm Oechsle an der Orgel Platz und spielte ein Voluntary von John Stanley. Belmann schlug dazu die Pauken, so daß eine festliche Intrada entstand. Als Abschluß gab es Mozarts Doppelkonzert für Flöte und Harfe (Esther Langer) (Bearb. Belmann). Zwar verschwammen in der dortigen Akustik die tieferen Lagen der Harfe, im übrigen aber war es ein frisches, klangschönes Musizieren. Bei alledem erwies sich die Orgel ihren Aufgaben und dem voll besetzten Raum gewachsen. Großer Beifall.
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Ein echter Gewinn für die Orgelstadt Düsseldorf.
Gruß Clemens Schäfer
P.S. zu den Fotos: In der Luft hingen Schwaden von Weihrauch; vor dem Konzert hatte es ein Hochamt zum Patrozynium gegeben.
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
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