Joseph Bonnet, Variations de Conert op. 1
JFK, Samstag, 27. April 2013, 13:18 (vor 4921 Tagen) @ Contrebasson 32'
Auf Youtube existieren auch Versionen von Latry oder Stoiber, aber diese ist für meinen Geschmack "gehudelt", wie man in Bayern sagen würde.
Joseph Bonnet, Variations de Concert op. 1
Contrebasson 32'
, Samstag, 27. April 2013, 22:03 (vor 4921 Tagen) @ JFK
Auf Youtube existieren auch Versionen von Latry oder Stoiber, aber diese ist für meinen Geschmack "gehudelt", wie man in Bayern sagen würde.
Naja, "gehuddelt" (wie man entsprechend im Rheinland sagen würde) würde ich es nicht nenne, da es technisch präzise und schön ausmusiziert ist. Man kann höchstens bemängeln, dass das Grundtempo zu hoch gewählt ist, so dass es zum virtuosen Schaustück verkommt. Seien wir aber ehrlich, die kleine (improvisierte???) Pedal-Kadenz ab 5:01 ist wirklich eine schöne Idee.
Von den beiden von dir genannten Videos kann mich nur die Stoiber-Version überzeugen. Zwar hört man auch bei der Latry-Aufnahme sein Können, aber die Aufnahmequalität ist eine Beleidigung...
Mit besten Grüßen
Contrebasson 32'
PS: Ich hatte wirklich nicht darauf geachtet, dass es eine digitale und keine Pfeifenorgel ist. Klingt trotzdem nicht schlecht...
Joseph Bonnet, Variations de Concert op. 1
Karsten, Samstag, 27. April 2013, 23:24 (vor 4920 Tagen) @ Contrebasson 32'
[...] Seien wir aber ehrlich, die kleine (improvisierte???) Pedal-Kadenz ab 5:01 ist wirklich eine schöne Idee. [...]
Das wird Bonnet freuen, dass seine ausgeschriebene ad libitum Kadenz Gefallen findet :)
Gruß
Karsten
Joseph Bonnet, Variations de Concert op. 1
willscher, Sonntag, 28. April 2013, 14:56 (vor 4920 Tagen) @ Karsten
Das wird Bonnet freuen, dass seine ausgeschriebene ad libitum Kadenz Gefallen findet :)
Gruß
Karsten
eigentlich nicht ad libitum. Hat mir übrigens Albert Leblanc mal vorgespielt - mit Ballettschuhen.
Weglassen tut man das nur bei verstauchten Füßen, oder wenn man über 90 ist....
Joseph Bonnet, Variations de Concert op. 1
Karsten, Montag, 29. April 2013, 14:35 (vor 4919 Tagen) @ willscher
bearbeitet von Karsten, Montag, 29. April 2013, 14:43
Hallo!
Explizit "ad libitum" ist die Pedalkandenz zwar nicht bezeichnet, aber
- einmal scheint es wohl auch Ausgaben zu geben, die die Pedalkadenz nicht abdrucken (siehe eine der beiden Scans auf IMLSP) (sind das Erstdrucke udn wurde die Kadenz später ergänzt?),
- zudem ist die Solokadenz auf einer Exraseite mit Verweisen im Notentext auf eben die Kadenz abgedruckt, und
- eben diese Bemerkung "Cette cadence pour pédale seule pourra être exécutée entre la 25e et 26e mésure de la 4e Variation." habe ich mit meinen weit zurückliegenden Französischkenntnissen aus Schulzeiten bisher etwa so verstanden/übersetzt: "Diese Kadenz für Pedal allein wird zwischen dem 25. und 26 Takt der 4. Variation ausgeführt werden können." Das "pourra" (wird können) und das Layout des Druckbildes scheinen mir daher für eine Ermessensentscheidung auf Seiten des Interpreten hinzudeuten.
Aber ich lasse mich gerne überzeugen.
Gruß
Karsten
Joseph Bonnet, Variations de Concert op. 1
Cor de Basset, Montag, 29. April 2013, 16:41 (vor 4919 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Cor de Basset, Montag, 29. April 2013, 17:08
Hallo!
Explizit "ad libitum" ist die Pedalkandenz zwar nicht bezeichnet, aber
- einmal scheint es wohl auch Ausgaben zu geben, die die Pedalkadenz nicht abdrucken (siehe eine der beiden Scans auf IMLSP) (sind das Erstdrucke udn wurde die Kadenz später ergänzt?),
- zudem ist die Solokadenz auf einer Exraseite mit Verweisen im Notentext auf eben die Kadenz abgedruckt, und
- eben diese Bemerkung "Cette cadence pour pédale seule pourra être exécutée entre la 25e et 26e mésure de la 4e Variation." habe ich mit meinen weit zurückliegenden Französischkenntnissen aus Schulzeiten bisher etwa so verstanden/übersetzt: "Diese Kadenz für Pedal allein wird zwischen dem 25. und 26 Takt der 4. Variation ausgeführt werden können." Das "pourra" (wird können) und das Layout des Druckbildes scheinen mir daher für eine Ermessensentscheidung auf Seiten des Interpreten hinzudeuten.
Aber ich lasse mich gerne überzeugen.Gruß
Karsten
Die korrekte Übersetzung lautet: "Diese Kadenz für Pedal solo kann man zwischen dem 25. und 26. Takt der 4. Variation ausführen." Bonnet überlässt somit dem Interpreten die Entscheidung, die Pedalsolo-Kadenz auszuführen oder sie auszulassen. Ich kenne allerdings niemanden, der oder die dieses Stück öffentlich spielt und es ernsthaft wagen würde, die Pedalkadenz zu überspringen, die sich exakt am Kulminationspunkt des Werkes befindet.
Seit der Veröffentlichung 1908 sind die Variations de Concert von Bonnet ins Standardrepertoire vieler Konzertorganisten aufgenommen worden, und zwar mit der Kadenz. Eine Frage der Aufführungspraxis? Ich denke nicht. Ohne sie würde ein entscheidender Punkt in der Dramaturgie dieses Stückes fehlen, bevor man die feurigen Läufe in den Manualen mit dem Thema im Pedal auf den letzten zwei Seiten hört, und auch die aufsteigende "Brio"-Passage im Pedal unten auf S. 8 wirkt ohne die vorher einzufügende Solokadenz seltsam unmotiviert und "amputiert". Ich persönlich spiele dieses schöne Werk sehr gerne, und die Pedalkadenz bereitet mir viel Vergnügen, nicht zuletzt auch unter einem "sportlichen" Aspekt! Sie aber einfach nur kaltblütig "herunterzudonnern" ist mir dabei zu wenig. Gerade hier kann man rhetorisch und dramaturgisch viel gestalten und aussingen, und dort, wo gefordert, natürlich auch das nötige "Feuerwerk" zünden und Brillanz zeigen...
Wenn man die Kadenz nicht spielt, sollte man es lieber lassen, die Variations de Concert von Joseph Bonnet im Konzert zu spielen.
Joseph Bonnet, Variations de Concert op. 1
Karsten, Montag, 29. April 2013, 17:25 (vor 4919 Tagen) @ Cor de Basset
Die korrekte Übersetzung lautet: "Diese Kadenz für Pedal solo kann man zwischen dem 25. und 26. Takt der 4. Variation ausführen." Bonnet überlässt somit dem Interpreten die Entscheidung, die Pedalsolo-Kadenz auszuführen oder sie auszulassen. Ich kenne allerdings niemanden, der oder die dieses Stück öffentlich spielt und es ernsthaft wagen würde, die Pedalkadenz zu überspringen, die sich exakt am Kulminationspunkt des Werkes befindet.
Danke für die Hinweise.
Kalevi Kiviniemi hat 1991 in seiner Einspielung in Orléans die Kurzfassung gespielt.
Gruß
Karsten
Joseph Bonnet, Variations de Concert op. 1
Florian-L, Montag, 29. April 2013, 18:54 (vor 4919 Tagen) @ Karsten
Die korrekte Übersetzung lautet: "Diese Kadenz für Pedal solo kann man zwischen dem 25. und 26. Takt der 4. Variation ausführen." Bonnet überlässt somit dem Interpreten die Entscheidung, die Pedalsolo-Kadenz auszuführen oder sie auszulassen. Ich kenne allerdings niemanden, der oder die dieses Stück öffentlich spielt und es ernsthaft wagen würde, die Pedalkadenz zu überspringen, die sich exakt am Kulminationspunkt des Werkes befindet.
Danke für die Hinweise.
Kalevi Kiviniemi hat 1991 in seiner Einspielung in Orléans die Kurzfassung gespielt.
A propos Kalevi Kiviniemi:
Es gibt zwei recht aktuelle Videos aus Rouen, St-Ouen auf seinem YouTube-Kanal:
"Widor's 'Toccata'"
"Improvisation 'Alarme'"
Bisweilen ziemlich furchteinflößend: "Hell and Heaven for organ and tape" aus der Sibelius Hall in Lahti.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Joseph Bonnet, Variations de Conert op. 1
Tabernakelwanze
, Niederrhein, Samstag, 27. April 2013, 16:41 (vor 4921 Tagen) @ Contrebasson 32'
bearbeitet von Tabernakelwanze, Samstag, 27. April 2013, 16:49
Erst fand ich es ja sehr gut, klanglich wie technisch - als ich dann später las, dass es sich um ein satanisches Digitalium handelt - war es natürlich ganz schlecht, man hört ja sofort, dass das nicht "echt" sein kann; zumindest der, der vom Herrn das Gehör einer Eule geschenkt bekommen hat. ;-)
Mutig, den Link h i e r zu setzen.
--
Gruß vom Niederrhein
Joseph Bonnet, Variations de Conert op. 1
florianf, Graz, AT, Samstag, 27. April 2013, 19:17 (vor 4921 Tagen) @ Tabernakelwanze
;)
Also ich muss sagen, obwohl ich das Stück nach deinem Beitrag mit einer gewissen "Vorbelastung - Elektronium" angehört habe - Wow! Das klingt wirklich Klassen besser als die netten kleinen Ahlborns und Johannusse unserer Sakralkapellen hierzulande..
weitergedacht: So ein Walker-Instrument wär sicherlich eine gute Alternative mittlerweile, wenn ein historisch wertloses Flickenwerk aus der Fabrikorgelzeit mit <10 Registern nicht repariert werden kann/soll.
*grabs popcorn*
Joseph Bonnet, Variations de Conert op. 1
Tabernakelwanze
, Niederrhein, Samstag, 27. April 2013, 20:03 (vor 4921 Tagen) @ florianf
Das "Gerät" klingt phantastisch! Man muss das gleiche Stück ja nur auf YT auf anderen "echten" Orgeln hören. Mir macht eh keiner mehr weiß, dass er einen Unterschied hört..jedenfalls dann nicht, wenn man Geld fürs Instrument in die Hand nimmt! Klar, da kommen die kleinen Örgelchen unter 10.000 Euronen nicht mit.
--
Gruß vom Niederrhein
Joseph Bonnet, Variations de Conert op. 1
untersatz32
, Amriswil, Samstag, 27. April 2013, 23:15 (vor 4920 Tagen) @ florianf
Isss aber wohl nich ganz billich datt Ding, wenn schon ne Walker-Digitalposaune 32' so um die 20000 bis 30000 Euro kostet...
Grüsse TH
--
Thomas Haubrich
Joseph Bonnet, Variations de Conert op. 1
kjz1, Sonntag, 28. April 2013, 13:08 (vor 4920 Tagen) @ florianf
Also ich muss sagen, obwohl ich das Stück nach deinem Beitrag mit einer gewissen "Vorbelastung - Elektronium" angehört habe - Wow! Das klingt wirklich Klassen besser als die netten kleinen Ahlborns und Johannusse unserer Sakralkapellen hierzulande..
Wobei man sagen muss, dass es sich um eine Walker handelt. Das ist nichts 'von der Stange' und auch nicht ganz billig. Also 'custom built', für jeden Kunden nach dessen Wünschen einzeln auf Maß zusammengebaut und angepasst.
Viele Grüße,
- Karl-Josef
Joseph Bonnet, Variations de Conert op. 1
Tabernakelwanze
, Niederrhein, Sonntag, 28. April 2013, 16:19 (vor 4920 Tagen) @ kjz1
Das können andere ganz in der Nähe auch, z. B. Monarke aus dem Hause Johannus, aber mit den von dort bekannten Modellen in keiner Weise zu vergleichen, klanglich, haptisch und natürlich auch preislich.
--
Gruß vom Niederrhein
Joseph Bonnet, Variations de Concert op. 1
kjz1, Sonntag, 28. April 2013, 19:50 (vor 4920 Tagen) @ Tabernakelwanze
Das können andere ganz in der Nähe auch, z. B. Monarke aus dem Hause Johannus,
Handelt es sich da nicht doch um eine 'Kleinserie'? Mein Kenntnisstand über Walker ist so, dass da Orgel für Orgel ein Unikat darstellt.
aber mit den von dort bekannten Modellen in keiner Weise zu vergleichen, klanglich, haptisch und natürlich auch preislich.
Was die Haptik betrifft: in den USA ist bei größeren Orgeln die elektropneumatische Traktur ja sehr weit verbreitet. Und ob man dann per elektrischem Großspieltisch elektropneumatische Windladen oder halt einen Computer ansteuert, dürfte bei der Haptik wenig Unterschied machen. Vielleicht gibt es auch deshalb in den USA nur geringe Berührungsängste, was Digitalorgeln betrifft.
Viele Grüße,
- Karl-Josef