300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
FranzS.
, Montag, 29. April 2013, 20:52 (vor 4873 Tagen)
bearbeitet von FranzS., Montag, 29. April 2013, 20:57
Hallo zusammen,
zum Jubiläum gibt es die Seite www.krebs300.de. Besonders erfreulich sind die angekündigten Einspielungen der Kantaten (Ersteinspielungen?). Krebs Musik empfinde ich als äußerst künstlich und das macht für mich den besonderen Reiz aus. Also mein Appell; Perücken aufsetzen, Näschen pudern und den Krebs Hans-Lugge aufs Notenpult legen. Das Gute ist, dass die Krebschen Orgelwerke sehr gut in den Fingern liegen, allerdings sind die Sachen oft äußerst lang. Außerdem kann man sich auch mal dieses schöne Concerto anhören.
Grüße
Franz
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
Reinhard Kluth
, Tübingen, Montag, 29. April 2013, 21:02 (vor 4873 Tagen) @ FranzS.
Johann Ludwig Krebs war einfach ein toller Komponist. Ich spiele schon seit Beginn des Jahres (und auch vorher natürlich) seine Orgelwerke. Das B-Dur Konzert sollte allerdings mal neu aufgenommen werden, denn: schön gespielt ist es m.E. nicht, wenn ich mir die Kritik erlauben darf.
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
FranzS.
, Dienstag, 30. April 2013, 12:28 (vor 4872 Tagen) @ Reinhard Kluth
Das B-Dur Konzert sollte allerdings mal neu aufgenommen werden, denn: schön gespielt ist es m.E. nicht, wenn ich mir die Kritik erlauben darf.
...na ja, man wird ja bescheiden und freut sich, dass es wenigstens EINE Aufnahme gibt....
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
Reinhard Kluth
, Tübingen, Dienstag, 30. April 2013, 13:56 (vor 4872 Tagen) @ FranzS.
das ist allerdings richtig. In dem Zusammenhang fällt mir ein, daß es bis heute keine einzige Aufnahme mit dem Cembalosonaten von Christlieb Siegmund Binder gibt. Der Mann hat immerhin über 45 Sonaten komponiert, die allesamt erhältlich sind (sehr anspruchsvoll übrigens), aber keiner scheint es zu bemerken.
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
FranzS.
, Dienstag, 30. April 2013, 20:00 (vor 4872 Tagen) @ Reinhard Kluth
bearbeitet von FranzS., Dienstag, 30. April 2013, 20:05
das ist allerdings richtig. In dem Zusammenhang fällt mir ein, daß es bis heute keine einzige Aufnahme mit dem Cembalosonaten von Christlieb Siegmund Binder gibt. Der Mann hat immerhin über 45 Sonaten komponiert, die allesamt erhältlich sind (sehr anspruchsvoll übrigens), aber keiner scheint es zu bemerken.
Den Komponisten kenne ich ehrlich gesagt gar nicht. Diese Zeit (also quasi nach Bach) ist aber sehr interessant und generell relativ unbekannt. Von Georg Pasterwitz zum Beispiel gibt es auch so gut wie keine Einspielungen, obwohl seine 24 Fugen alles Andere als anspruchslos sind. Im fünften Band von "Cantantibus Organis" finden sich einige Exemplare daraus. Das Beste an den Fugen ist, dass sie in einer Zeit entstanden sind, in der alle Tasteninstrumente gängig waren. Sie sind gültig auf dem Cembalo, auf der Orgel, auf dem Fortepiano und nicht zuletzt auf der Physharmonika.
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
IvesDKerne
, Mittwoch, 01. Mai 2013, 07:44 (vor 4872 Tagen) @ FranzS.
Binder, da gibts einen band mit netten choralvorspielen bei bärenreiter, sollte ich mal wieder spielen?
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
jori
, Mittwoch, 01. Mai 2013, 09:41 (vor 4872 Tagen) @ IvesDKerne
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
Martin78
, Mittwoch, 01. Mai 2013, 22:54 (vor 4871 Tagen) @ jori
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
jori
, Donnerstag, 02. Mai 2013, 08:01 (vor 4871 Tagen) @ Martin78
Hallo,
nimm doch einfach diese Noten - dieses Stück meintest du doch?
LG
Martin
Hallo Martin,
ja das sind die gesuchten Noten.
Herzlichen Dank!
Ich werde in diesem Jahr verstärkt Krebs spielen.
Gruß
jori
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
untersatz32
, Amriswil, Donnerstag, 02. Mai 2013, 09:36 (vor 4871 Tagen) @ jori
Dem Organisten - BACH vergeb's - schenkt man das Orgelwerk von KREBS.
--
Thomas Haubrich
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
jori
, Donnerstag, 02. Mai 2013, 12:09 (vor 4870 Tagen) @ untersatz32
Dem Organisten - BACH vergeb's - schenkt man das Orgelwerk von KREBS.
Wie hätte J. S. Bach auf die Kompositionen von J. L. Krebs reagiert.
Er hatte ja schon mit dem Stil seines Sohnes so seine Schwierigkeiten.
Gruß
jori
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
Axel
, Mechernich, Donnerstag, 02. Mai 2013, 12:41 (vor 4870 Tagen) @ jori
Welches Sohnes? Das kann ja sehr unterschiedlich sein. Gibt es da eindeutige Kommentare von Gevatter Bach?
Grüße
Axel
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
jori
, Donnerstag, 02. Mai 2013, 13:05 (vor 4870 Tagen) @ Axel
Welches Sohnes? Das kann ja sehr unterschiedlich sein. Gibt es da eindeutige Kommentare von Gevatter Bach?
Grüße
Axel
Hallo,
hier ein Auszug aus Wiki:
"Carl Philipp Emanuel Bach gilt als einer der bedeutendsten Komponisten in der Zeit zwischen Barock und Wiener Klassik. Er war zu seinen Lebzeiten berühmter als sein Vater Johann Sebastian. Bei den Wiener Klassikern stand er hoch im Ansehen."
Grüße
jori
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
3rd_astronaut, Donnerstag, 02. Mai 2013, 16:00 (vor 4870 Tagen) @ jori
Axel
Welches Sohnes? Das kann ja sehr unterschiedlich sein. Gibt es da eindeutige Kommentare von Gevatter Bach?
jori
hier ein Auszug aus Wiki:
"Carl Philipp Emanuel Bach gilt als einer der bedeutendsten Komponisten in der Zeit zwischen Barock und Wiener Klassik. Er war zu seinen Lebzeiten berühmter als sein Vater Johann Sebastian. Bei den Wiener Klassikern stand er hoch im Ansehen."
Das klingt jetzt aber wie die Logikspielchen im anderen Faden:
1. Wiener Klassiker mögen CPEBs Stil
2. Wiener Klassiker mögen JSBs Stil nicht
-> JS mag CPEs Stil nicht
;-)
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
Reinhard Kluth
, Tübingen, Donnerstag, 02. Mai 2013, 16:41 (vor 4870 Tagen) @ Axel
Es gibt keinerlei Hinweise von J.S.Bach, daß er mit den Stilen seiner Söhne Probleme hatte. Diese Stile sind ja wohl sehr sehr unterschiedlich. Man kann Friedemann nicht mit Carl Philipp und den nicht mit Johann Christian vergleichen. Geschweige denn Johann Christoph Friedrich.
Und über Krebs hat sich Bach sen. sehr sehr wohlwollend geäußert: er sei der einzige Krebs im Bache.
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
jori
, Donnerstag, 02. Mai 2013, 17:01 (vor 4870 Tagen) @ Reinhard Kluth
Es gibt keinerlei Hinweise von J.S.Bach, daß er mit den Stilen seiner Söhne Probleme hatte. Diese Stile sind ja wohl sehr sehr unterschiedlich. Man kann Friedemann nicht mit Carl Philipp und den nicht mit Johann Christian vergleichen. Geschweige denn Johann Christoph Friedrich.
Und über Krebs hat sich Bach sen. sehr sehr wohlwollend geäußert: er sei der einzige Krebs im Bache.
Vor langer, langer Zeit sah ich einen Film über J.S.Bach. Da hat der Vater an dem Kompositionsstil vom Sohnemann rum gemeckert. Vermutlich hat man sich da beim Drehbuch sehr viel Freiheit genommen.
Grüße
jori
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
Hilbrands, Donnerstag, 02. Mai 2013, 17:25 (vor 4870 Tagen) @ Reinhard Kluth
Es gibt keinerlei Hinweise von J.S.Bach, daß er mit den Stilen seiner Söhne Probleme hatte.
Carl Friedrich Cramer überliefert im Jahre 1792 eine Tradition, die auf Wilhelm Friedemann Bach zurückgehen soll:
»Der alte Sebastian hatte drey Söhne: Er war nur mit dem Friedemann, dem großen Orgelspieler, zufrieden. Selbst von Carl Philipp Emanuel sagte er (ungerecht!): ´s is Berliner Blau! ´s verschießt! – Auf den Londoner Bach wandte er den Gellertschen Vers immer an: Der Jürge kümmt gewiß durch seine Dummheit fort! Auch hat dieser wirklich unter den drey Bachen die größte Fortüne gemacht«.
Gruß, Walter
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
Tastenhalter
, Mittwoch, 01. Mai 2013, 08:43 (vor 4872 Tagen) @ FranzS.
Im fünften Band von "Cantantibus Organis" finden sich einige Exemplare daraus.
Die in diesem Band unter der Nr. 14 zu findende (Präludium und)Fuge d-Moll von Placidus Metsch ist eigentlich eine Umarbeitung und Verkürzung der Sonate in g-Moll (K.30 L 499) von Domenico Scarlatti. ("Katzenfuge" mit dem Thema g b es' fis' b' cis'' d'')
Metsch transponiert nach d-Moll, hält sich mehr oder weniger eng an die harmonische Anlage Scarlattis, ändert die Reihenfolg einzelner Phasen, vertauscht die Stimmen, versetzt eine Moll-Passage nach Dur und lässt längere Abschnitte wegfallen.
Mag man sich heute über einen solchen Umgang mit dem Werk eines anderen Komponisten wundern, so war das im 18. Jh. eine durchaus verbreitete Praxis ohne den Makel des geistigen Diebstahls, im Gegenteil, es galt sogar als Ehrung des "Bestohlenen", dessen Werk als so hervorragend angesehen wurde, dass man sich seiner bediente. So hat z.B. Händel in seinem Oratorium "Israel in Egypt" Kompositionen von Krieger, Schütz, Gallus, Steffani, Pachelbel, Stradella, Strungk, Kerll, Erba sowie eigene Instrumentalfugen eingearbeitet, oder Zelenka hat das "Recercar con obligo del Basso come appare" aus der "Messa delli Apostoli" von Frescobaldi in einem seiner Vokalwerke (welches genau ist mir im Augenblick nicht präsent) zum Vokalsatz umgearbeitet und auf die doppelte Länge erweitert, indem er es einfach wiederholt.
Und in diesen Fällen wurde nicht auf die tatsächliche Urheberschaft hingewiesen.
Heute wären Plagiatsprozesse deswegen gang und gäbe.
Gruß
Tastenhalter
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
FranzS.
, Mittwoch, 01. Mai 2013, 10:19 (vor 4872 Tagen) @ Tastenhalter
Mag man sich heute über einen solchen Umgang mit dem Werk eines anderen Komponisten wundern, so war das im 18. Jh. eine durchaus verbreitete Praxis ohne den Makel des geistigen Diebstahls, im Gegenteil, es galt sogar als Ehrung des "Bestohlenen", dessen Werk als so hervorragend angesehen wurde, dass man sich seiner bediente.
...und Scarlatti könnte diese Ehrung sogar zu Kenntnis genommen haben, da Metsch besonders in Italien bekannt und geschätzt war.
300 Jahre Johann Ludwig Krebs
perotin
, Rhein-Neckar-Raum, Mittwoch, 01. Mai 2013, 15:05 (vor 4871 Tagen) @ FranzS.
Das Beste an den Fugen ist, dass sie in einer Zeit entstanden sind, in der alle Tasteninstrumente gängig waren. Sie sind gültig auf dem Cembalo, auf der Orgel, auf dem Fortepiano und nicht zuletzt auf der Physharmonika.
Und so eine gültige Fuge ist doch allemal besser als eine unerlaubte Division durch Null !
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
IvesDKerne
, Mittwoch, 01. Mai 2013, 07:47 (vor 4872 Tagen) @ Reinhard Kluth
gibt es eine ausgabe der sonaten?
300 Jahre Johann Ludwig Krebs (1713-1780).
Reinhard Kluth
, Tübingen, Mittwoch, 01. Mai 2013, 08:53 (vor 4872 Tagen) @ IvesDKerne
Die Sonaten von Binder sind in 6 Heften bei Armelin (Cerutti ) erschienen.