Thorsten Göbel i. d. Auferstehungskirche, D-Oberkassel

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Donnerstag, 16. Mai 2013, 10:24 (vor 4855 Tagen)

Hallo Forum,

viel gewagt, nicht alles gewonnen. So etwa könnte man den Gesamteindruck des letzten, sechsten Konzerts im 9. Oberkasseler Orgelfrühling charakterisieren. Kantor Thorsten Göbel hatte sich Francks großes symphonisches Stück op. 17 und die Sechste von Widor vorgenommen.

In den Franck stieg Göbel mit angezogener Handbremse ein, sehr ruhig im Tempo. So fehlte ein wenig der Schwung beim Übergang ins Pedalthema. Und auch sonst zog es sich. Schön waren allerdings alle Registrierungen, die langsamen Stellen wurden fein ausgesungen.

Bei Widor ging Göbel dagegen mit Kraft und Vorwärtsdrang ins Allegro. Hier und in den weiteren Sätzen überzeugte das Tempo. Soweit Raumakustik (sehr trocken) und Orgel (nicht prononciert französisch) es zuließen, gelang eine respektable Interpretation. Daß die Oboe im Cantabile etwas mager daherkommt, kann man dem Spieler nicht anlasten.

Fast 150 Hörer waren zum Abschluß dieser Konzertreihe gekommen und applaudierten herzlich. Zugabe BWV 618 (?).

Dankbar stellen wir fest, daß der diesjährige Orgelfrühling höchstes Niveau hatte. Da ist Göbel eine wirklich gute Veranstaltungsreihe gelungen - Chapeau! Im nächsten Jahr sind Daniel Zaretzky, Andrzey Chorosinski, Michael Schöch, Heike Ittmann, ein Überraschungsgast und Göbel selbst vorgesehen. Am 30.04.2014, 18:30h, geht es los. Vormerken!

Gruß Clemens Schäfer

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

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