Widor....und andere

FranzS. @, Montag, 27. Mai 2013, 20:23 (vor 4842 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von FranzS., Montag, 27. Mai 2013, 21:14

leider entgeht mir Humor und Ironie in der Musik bisher... könntest du es vielleicht in Worte fassen, wie genau sich das ausdrückt bzw wo auch z.b. der von dir genannte "Gag" liegt?

(das mit dem Link war mir schon klar)

Dann gibt es gleich noch einen Link. In den Stück "Fantomes" wird programmatisch ein groteskes Gespräch verschiedener Personen über die Zukunft geschildert:

Person 1: Geisterbeschwörer: "Wem also gehört die Zukunft?"
Person 2: Der junge Ästhet: "Mir... Ich bin frei!"
Person 3: Der alte Pedant: "Mir... Ich bewahre die Tradition!"
Person 4: Der Neger: "Die Zukunft gehört dem Tänzer."
Person 5: Der Affe: "Die Zukunft gehört der Fantasie..."
Person 6. Der Bettler: "Sie gehört dem Elend... ‹O Sole Mio›"
Person 7. Schicksal: "Sie gehört niemandem und allen."

Im Notentext sind die Nummern eingetragen, welche Person gerade durch die Musik "spricht". Diese Art von Humor ist natürlich heute nicht mehr aktuell, dafür geht es uns zu gut.

Auch das Finale der letzen Symphonie ist doch schon sehr überdreht und parodiert mit den markanten Synkopen und nicht zuletzt mit dem Schlussakkord die damalige Unterhaltungsmusik, ähnlich wie bei Karg-Elert (zB. der "Valse Mignonne"). Auf den Kopf getroffen hat es Hofmannstahl: »Die Tiefe muss man verstecken. Wo? An der Oberfläche!«. Jedenfalls höre ich das so.

Der "Gag" bei der Messe ist sehr subjektiv, aber die schwülen Akkorde des Benedictus kommen genau dann, wenn der Großteil des Weihrauchs ins Mittelschiff einer großen Kathedrale aufsteigt. Ich habe die Messe vor vielen Jahren in einer relativ großen Kathedrale (einiges größer als der Regensburger Dom) mitgesungen, auf der Westempore ganz genau diesen Effekt bemerkt und bei mir gedacht "Ha! a Matz war a scho, der Luggi!".


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