OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
Schreipositiv
, Wetter, Freitag, 28. Juni 2013, 21:41 (vor 4808 Tagen)
Hallo,
schon vor einiger Zeit hat die c't über Sicherheitslücken in Steuerungssystemen berichtet. Betroffen waren unter anderem die Warmwasserstereung einer JVA und eine Brauerei, wo jeder einen Millionenschaden hätte anrichten können, ein komplettes Fernwärmenetz und hunderte Blockheizkraftwerke. In allen Fällen waren die Systeme ungeschützt aus dem Internet erreichbar, und durch eine Sicherheitslücke konnte sich ein Angreifer zugriff auf Fernwartungsfunktionen verschaffen.
Nun hat es auch die Propsteikirche St. Stephanus in Beckum erwischt, wo es möglich gewesen wäre, Glöckner zu spielen oder die Bleuchtung in ein Stroboskop zu verwandeln.
Link
Falls irgendjemand noch eine Kirche mit so einer Steuerungsanlage (Hersteller Saia-Burgess) kennt, so möge er bitte die Zuständigen informieren und den Netzwerkstecker ziehen.
Gruß,
Pascal
PS: Gibt es nicht auch beim SINUA-System die möglichkei des "Fernspielens"? Hoffentlich hat man da an die Sicherheit gedacht.....
OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
3rd_astronaut, Samstag, 29. Juni 2013, 01:08 (vor 4808 Tagen) @ Schreipositiv
Damit nur lose verbunden und hier völlig OT, aber es hat mich gefreut, dass auch Leute die "Pfeife blasen" (ha, Kurve gekriegt), die man nicht einfach wegsperren kann wie den armen Manning: http://de.wikipedia.org/wiki/James_E._Cartwright
(dieser 4-Sterne-General der US-Armee hat vermutlich das Projekt zur Programmierung des Virus Stuxnet verraten, mit dem Industriesteuerungen sabotiert wurden).
OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
schnitgers.anderer.erbe, Samstag, 29. Juni 2013, 07:31 (vor 4808 Tagen) @ 3rd_astronaut
Ja genau. Wir fordern hier mit großer Emotion die Einhaltung der arbeitsvertraglichen Verpflichtungen eines Matthias Eisenberg und wissen ganz genau wie er diesen nachzukommen habe, aber sympathisieren jetzt mit Geheimnisverrätern, die im Grunde auch nichts anderes anderes gemacht haben, als gegen ihren Arbeitsvertrag (und evtl. Eid) zu verstoßen, der einfach mal Klappe halten vorsieht. Nur mit dem kleinen Unterschied, das letztes eine Straftat ist, aber das spielt beim permanent empörten Wutbürger ja keine Rolle. Wir telefonieren stundenlang im ICE (so hin und wieder mal Netzempfang vorhanden ist...) und belästigen Mitreisende mit Kommunikationsmüll, den man früher mal in einer Telefonzelle abgeschirmt hat (Ja Schatz, ich sitze jetzt im Zug, sind grad Kassel raus, melde mich dann in Göttingen nochmal, tschüüüüsssssi...), legen bei Facebook unsere Stasi-Akte inzwischen brav selbst an und empören uns dann in dem festen Glauben dieser Sch...dreck würde irgendeinen Geheimdienst interessieren.
OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Samstag, 29. Juni 2013, 08:41 (vor 4808 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Es ist aber schon ein Unterschied, ob ich meinen Käse freiwillig ins Netz stelle oder ob mein komplettes Surfverhalten und alle meine Mails erst einmal prophylaktisch und ohne auch nur einen allerleisesten Anfangsverdacht und natürlich auch ohne Richterbeschluß abgefangen werden. Bei der Dichte heutiger elektronischer Kommunikation ist das effizienter als eine Hausdurchsuchung. Dann können wir eigentlich gleich jedem Geheimdienst jederzeit die Begehung einer jeden Wohnung zugestehen. Daß Snowden seinen Arbeitsvertrag nicht erfüllt hat, halte ich demokratiepolitisch möglicherweise für hilfreich, mindestens aber ist es wert, darüber zu diskutieren. Es gibt auch moralisch gebotene Rechtsbrüche. Beim Verrat der Stuxnetaktion könnte es anders aussehen. Aber es fehlen mir viel zu viele Infos, um da eine auch nur minimale Bewertung wagen zu können.
Und ein Unterschied zwischen der verlorenen Lust eines Organisten und der Frage, ob der Souverän, also das Volk, nicht doch manches wissen sollte, was ihm seine von ihm angestellten Sachwalter verschweigen, besteht meiner Meinung nach schon.
OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
3rd_astronaut, Samstag, 29. Juni 2013, 12:04 (vor 4808 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
Ja genau. Wir fordern hier mit großer Emotion die Einhaltung der arbeitsvertraglichen Verpflichtungen eines Matthias Eisenberg und wissen ganz genau wie er diesen nachzukommen habe, aber sympathisieren jetzt mit Geheimnisverrätern, die im Grunde auch nichts anderes anderes gemacht haben, als gegen ihren Arbeitsvertrag (und evtl. Eid) zu verstoßen, der einfach mal Klappe halten vorsieht. Nur mit dem kleinen Unterschied, das letztes eine Straftat ist, aber das spielt beim permanent empörten Wutbürger ja keine Rolle. Wir telefonieren stundenlang im ICE (so hin und wieder mal Netzempfang vorhanden ist...) und belästigen Mitreisende mit Kommunikationsmüll, den man früher mal in einer Telefonzelle abgeschirmt hat (Ja Schatz, ich sitze jetzt im Zug, sind grad Kassel raus, melde mich dann in Göttingen nochmal, tschüüüüsssssi...), legen bei Facebook unsere Stasi-Akte inzwischen brav selbst an und empören uns dann in dem festen Glauben dieser Sch...dreck würde irgendeinen Geheimdienst interessieren.
Kurze Antwort: Ja, ich sympathisiere mit Geheimnisverrätern, die unrechtmäßig erworbene Geheimnisse verraten. Und ich unsympathisiere mit dem kleinen dummen Schweden, der bei Wikileaks unrechtmäßig veröffentlichte, aber ebenfalls unrechtmäßig erworbene Geheimnisse dem US-Geheimdienst für 5k$ verraten hat und wegen dem nun Manning im Knast schmort.
OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Samstag, 29. Juni 2013, 06:24 (vor 4808 Tagen) @ Schreipositiv
angeblich soll ja Gabler als Gegenleistung fürs Rezept zur Herstellung seiner Weingartner Vox humana einen Teufelsbund eingegangen sein. Und das Spielen der Vh hätte dazu geführt, daß die Frommen plötzlich anfingen zu tanzen... Da wären doch heute bei einer Orgel mit hackbarem online-Anschluß ganz andere Sperenzien möglich: Sie fängt zb. um Mitternacht selbständig an Unfrommes zu spielen, oder verweigert beim Hochamte den Gehorsam und spielt da Ungewolltes...
Ich weiß von einer Organistin, die hatte mit dem Pfarrer einen kleinen Clinch. Wenn der nun predigte und in ihren Augen der Weintrinker Wasser predigte, so fiel sie ihm mit einem diskreten Tutti in die Parade. Die Textassoziation des gespielten Kirchenliedes war dann der nicht zu überhörende Kommentar zu seinen Worten.
Per Hack ließe sich doch so die Lebendigkeit des kirchlichen Lebens ungemein ausbauen.... Zumal solche Einrichtungen künftig doch eher in Domorgeln als in der Filialkirche von St. Nimmerlein zu Kleingeistingen zu finden sein werden. Man stelle sich vor: Ein Pontifikalamt wird im Fernsehen übertragen, die Eminenz predigt und besagte Organistin hackt sich ein und kommentiert nun auf ganz anderem Niveau... ;-)
OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
ThomasMP
, Samstag, 29. Juni 2013, 23:08 (vor 4807 Tagen) @ Hausorgler
Veronika Sauerzapf
OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 30. Juni 2013, 00:18 (vor 4807 Tagen) @ ThomasMP
;-)
Sauerzapfin, war: Sicherheitslücke in Glockensteureung
fluteceleste
, München, Sonntag, 30. Juni 2013, 16:11 (vor 4806 Tagen) @ Hausorgler
OT: Sicherheitslücke in Glockensteureung
fluteceleste
, München, Sonntag, 30. Juni 2013, 16:12 (vor 4806 Tagen) @ Hausorgler