Das ist traurig. Ich habe ihn bewundert als einen kompromisslos ernsthaften und genauen Orgelforscher, der noch dazu einen tadellos klaren und genauen Stil schreiben und hervorragend redigieren konnte. Die Textqualität der von ihm redigierten Jahrgänge von "Ars Organi" ist unerreicht.
Erlebt habe ich ihn 1990 auf einer Tagung in der Freiburger Katholischen Akademie zum Thema französische Orgelmusik. Er hielt einen eindrucksvollen Vortrag über Dupré, der mir noch in vielen Einzelheiten präsent ist -- unter anderem darin, dass er, um ein Beispiel für Duprés reifen Stil zu geben, die C-Dur-Fuge aus op. 36 von Band einspielte, und zwar in der Guillou-Aufnahme. Da war schon sachte Empörung im Raum zu spüren.
Dass er auch Humor hatte, konnte man z. B. einem Absatz in einem Ars-Organi-Artikel zum Registrieren entnehmen. Unscharf aus dem Gedächtnis zitiert (verzeihen Sie, Herr Prof. Busch!): "Nun gibt es Meinungen, man solle von Hand, mit Setzerkombinationen, Walze, Sequenzer oder Fußtritten registrieren. Dabei gibt es nur eine Möglichkeit, zu registrieren, nämlich mit den Ohren."
Auf Wiedersehen, Prof. Jupp!