Orgel-Aufnahmen: Tops? Flops? (Flips?)

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Freitag, 21. Januar 2011, 15:19 (vor 5749 Tagen) @ Friedrich

Hallo Forum,

im Jahre 2010 (und in den ersten Tagen dieses Jahres) sind mir ein paar CD’s in die Hände gefallen, die hier vielleicht der Erwähnung wert sind.

Beim polnischen Label DUX gibt es ein Orgelportrait aus der reformierten Kirche in Warschau (Schlag & Söhne 1900 Opus 552), gespielt von Michal Markuszewski. Mit Gade, Mendelssohn, Reubke und Reger gibt es ein ansprechendes Programm. Hörenswerte Orgel.

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Bei einem Besuch in Dresden konnte ich in der Kirche in Briesnitz (Bild oben, Jehmlich 1995, 32/II) zwei CD’s kaufen, die im Musikprogramm Werke von Georg Schumann, Camillo Schumann, Max Drischer, Oskar Lindberg und Herbert Gadsch enthalten. Christian Thiele ist der Spieler (HOROS und Eigenverlag). Hoher Repertoirewert

Eine bewegte Geschichte hat die Orgel der Johanneskirche in Malmö. Anders Johnson präsentiert die Orgel von Akerman & Lund mit einem ausgefallenen, schwedisch-symphonischen Programm (Proprius). Friedhelm Flamme ergänzt das skandinavische Programm auf der cpo-SACD mit Orgelwerken von Carl Nielsen und Rued Langgaard (Mühleisen-Orgel 2009, Stiftskirche Bad Gandersheim)

Den positiven Urteilen über van Oostens letzte Dupré-CD kann ich mich nur anschließen. Klanglich wunderbar ausgetüftelt. Sehr empfehlenswert

Sehr erfreulich war das Erscheinen einer neuen CD aus Verden: Per Damiano Perretti hat dort Orgelwerke von Marco Enrico Bossi eingespielt. Schöne spätromantische Literatur. Und ein gut eingefangenes Klangbild einer großartigen Orgel. Auch die Technik spielt mit (Naxos). Sehr empfehlenswert.

Am Tag vor Weihnachten informierte Aeolus über die Flor Peeters-Neuerscheinung. Und lieferte - wie immer “mailwendend” - am Tag nach Weihnachten. Die Schywen-Orgel der Kathedrale Antwerpen kennt und schätzt man ja schon von Portraits bei unda maris (Deriemaeker) und aeolus (van der Velde). Letzterer hat sich jetzt einer Auswahl der Werke Peeters angenommen. Die Musik wirkt etwas zurückhaltend, vornehm gebremst. Sympathisch, daß das Bombastige gemieden wird. Innerlichkeit ist wichtiger. Beim ersten Hören nicht so eingängig wie etwa Grunenwald. Hoher Repertoirewert. Beste Technik (SACD).

Inzwischen ist auch die Grunenwald-CD mit Jeremy Filsell bei mir eingetroffen. Der
Konzerteindruck bestätigt sich. Einfallsstarke Musik von einigem Gewicht und eigener
Klangaesthetik. Mäßig modern, mitunter herb, aber nie abstoßend. Passend offenbar das
Instrument: Eine auf Gern (C.-C.-Mitarbeiter) zurückgehende, mehrfach umgebaute Orgel der Kirche Notre-Dame de France, London (Herald). Sehr empfehlenswert.

Und dann noch Liszts h-moll Sonate für Orgel in der Bearbeitung von Bernhard Haas. Winfried Lichtscheidel (*1980 Friedrichshafen/Bodensee, A-Examen 2008, Konzertexamen 2010) spielt die Woehl-Orgel in St. Martinus, Sendenhorst (1999, 46/III). Das wirkt wie unmittelbar für Orgel geschrieben. Spannend. Natürlich kommt der symphonische Charakter des Werkes einer solchen Transkription entgegen. Die CD enthält ansonsten noch “Ad nos” und Duprés zweite Sonate, ist also randvoll (ambiente). Sehr empfehlenswert.

Gruß Clemens Schäfer

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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