Weimbs-Orgel

R.Kluth @, Düsseldorf, Sonntag, 23. Januar 2011, 14:11 (vor 5749 Tagen)

Falls noch nicht bekannt: Die Fa. Weimbs baut derzeit in Mönchengladbach-Rheydt in die Marienkirche eine spektakuläre neue Orgel ein. Die Kirche, eine der größten im Bistum Aachen ist auf ungewöhnliche Art und Weise renoviert worden und zeigt sich heute durch reizvolles Lichtspiel in völlig neuem Gewand. Die Orgel erhält auf nur 2 Manualen und Pedal satte 38 Register, die auf einem Principal 16' im HW und Ped. aufbauen. Ein akustischer 32' darf hier nicht fehlen. Die ungemein farbige Orgel lädt zu einem hochinteressanten Spiel sicher durch alle Stilepochen ein. Wer mehr wissen möchte findet alle Einzelheite hier:
http://www.weimbs.de oder einfach hinfahren.

Herzliche Grüße

Weimbs-Orgel

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Sonntag, 23. Januar 2011, 15:31 (vor 5749 Tagen) @ R.Kluth

Die Fa. Weimbs baut derzeit in Mönchengladbach-Rheydt in die Marienkirche eine spektakuläre neue Orgel ein.

Wow, WAHNSINN !!

Die Orgel erhält auf nur 2 Manualen und Pedal satte 38 Register ...

Also Deutschlands drittgrößtes Instrument. (Na ja, so ungefähr...)

Wir sind schwer beeindruckt und wünschen gutes Gelingen!

Weimbs-Orgel

Rolf @, Sonntag, 23. Januar 2011, 15:50 (vor 5749 Tagen) @ R.Kluth

Lieber Zimbelstern,
ohne die Leistungen der Fa. Weimbs, die auch ich sehr schätze, in irgendeiner Weise schmälern zu wollen: Es hat für mich ein gewisses "Geschmäckle" eine noch im Aufbau befindliche 38-Register Orgel mit Attributen wie "spektakulär", "ungemein farbig" oder "lädt ein zu einem hochinteressanten Spiel sicher durch alle Stilepochen" zu belegen. Solche Vorschusslorbeeren passen aus meiner Sicht nicht, erst recht nach Ihrem bereits weiter unten durch Clemens Schäfer kritisierten tendenziösen Beitrag zur Maxkirche in Düsseldorf. Das klingt mir hier zu sehr nach verkappter Werbung für die Fa. Weimbs.

Freundliche Grüße
Rolf

Falls noch nicht bekannt: Die Fa. Weimbs baut derzeit in Mönchengladbach-Rheydt in die Marienkirche eine spektakuläre neue Orgel ein. Die Kirche, eine der größten im Bistum Aachen ist auf ungewöhnliche Art und Weise renoviert worden und zeigt sich heute durch reizvolles Lichtspiel in völlig neuem Gewand. Die Orgel erhält auf nur 2 Manualen und Pedal satte 38 Register, die auf einem Principal 16' im HW und Ped. aufbauen. Ein akustischer 32' darf hier nicht fehlen. Die ungemein farbige Orgel lädt zu einem hochinteressanten Spiel sicher durch alle Stilepochen ein. Wer mehr wissen möchte findet alle Einzelheite hier:
http://www.weimbs.de oder einfach hinfahren.

Herzliche Grüße

Weimbs-Orgel

tiratutti @, Sonntag, 23. Januar 2011, 15:57 (vor 5749 Tagen) @ perotin

Hallo,

Die Fa. Weimbs baut derzeit in Mönchengladbach-Rheydt in die Marienkirche eine spektakuläre neue Orgel ein.

dass immer Superlative solche Vorhaben begleiten müssen, ist irritierend. Zumal sie offensichtlich nicht stimmen. Genau das selbe (mit anderen Vorzeichen) bei der kürzlich hier geposteten "Barock"-Orgel in Düsseldorf St. Maximilian. Nun gut, jeder wie er es braucht.

Bei der Disposition habe ich mich über den 4'-Streicher gefreut. Eine Klangfarbmöglichkeit, der ich viel abgewinnen kann. Leider steht er im Hauptwerk, wo er deutsch-romantisch nun mal überhaupt nicht hingehört. Die Disponenten werden vermutlich ihre Gründe dafür haben, wenn es mir jemand erläutern könnte, wäre ich dankbar.

Grüße von tiratutti

Weimbs-Orgel

hardy, Sonntag, 23. Januar 2011, 18:04 (vor 5749 Tagen) @ Rolf

Die Disposition in den Manualen finde ich recht interessant, aber im Pedal scheinen mir die für die Romantik nahezu unentbehrlichen Streicher (Violon 16', Cello 8') zu fehlen.
Gruß Hardy

Weimbs-Orgel

schnitgers.anderer.erbe, Sonntag, 23. Januar 2011, 18:20 (vor 5749 Tagen) @ hardy

Die Disposition in den Manualen finde ich recht interessant, aber im Pedal scheinen mir die für die Romantik nahezu unentbehrlichen Streicher (Violon 16', Cello 8') zu fehlen.
Gruß Hardy

dem kann ich mich nur anschließen...auch eine 4'-Zunge bei 38 Registern auszusparen ist schon eine reife Leistung, genau so wie Cromorne und Hautbois ins gleiche Werk zu stellen...*gähn*...aber wenns vom halben "organbuilder of the year" fabriziert wird, dann sind selbst die blumigsten Vorschusslorbeeren noch zu blass...man wird hören.

Weimbs-Orgel

Aeolinchen, Sonntag, 23. Januar 2011, 21:06 (vor 5749 Tagen) @ tiratutti

Hallo,

Die Fa. Weimbs baut derzeit in Mönchengladbach-Rheydt in die Marienkirche eine spektakuläre neue Orgel ein.


dass immer Superlative solche Vorhaben begleiten müssen, ist irritierend. Zumal sie offensichtlich nicht stimmen. Genau das selbe (mit anderen Vorzeichen) bei der kürzlich hier geposteten "Barock"-Orgel in Düsseldorf St. Maximilian. Nun gut, jeder wie er es braucht.

Bei der Disposition habe ich mich über den 4'-Streicher gefreut. Eine Klangfarbmöglichkeit, der ich viel abgewinnen kann. Leider steht er im Hauptwerk, wo er deutsch-romantisch nun mal überhaupt nicht hingehört. Die Disponenten werden vermutlich ihre Gründe dafür haben, wenn es mir jemand erläutern könnte, wäre ich dankbar.

Hab da zwar nicht mitdisponiert und kann über die Gründe der Disponenten auch nur rätseln. Aaber: Vielleicht ist ja gerade der unerwartete 4'-Streicher im Hauptwerk das Spektakuläre an der neuen Orgel?

Beim Rumklicken auf der Weimbs-Seite bin ich auf den "Neubau einer Orgel im historischen Gewand" à la Stumm in Rheinberg St. Peter gestoßen. Da ist auch ein Salicional 4' im Hauptwerk disponiert. Allerdings vakant (als einziges Register). Vielleicht will man sich in Mönchengladbach-Rheydt auch noch eine Vacat-Möglichkeit offenhalten, wer weiß?

Weimbs-Orgel Mönchengladbach

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Sonntag, 23. Januar 2011, 21:58 (vor 5749 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

dem kann ich mich nur anschließen...auch eine 4'-Zunge bei 38 Registern auszusparen ist schon eine reife Leistung, genau so wie Cromorne und Hautbois ins gleiche Werk zu stellen...*gähn*...

Alternativ könnte man das Cromorne (immerhin gibt es eins!) in's HW stellen. Aber vielleicht wollte man es gerne schwellbar haben? Für französische Barockliteratur wäre diese Möglichkeit zugegebenermaßen relativ belanglos, für andere Zwecke nicht unbedingt.

Die fehlende 4'-Zunge stört mich nicht besonders. Immerhin gibt es eine Koppel Super II, anscheinend mit entsprechend ausgebauten Registern. Super II/Ped. fehlt leider.

Übrigens: Irre ich mich, oder wäre es vor 20 bis 30 Jahren so gut wie selbstverständlich gewesen, 38 Register auf drei Manuale zu verteilen? Und wäre das nicht auch bei dieser (oder einer sehr ähnlichen) Disposition durchaus vorteilhaft? Meinungen dazu?

Wenn man die klassische Aufteilung HW - Pos. - SW aus irgendwelchen Gründen nicht möchte, könnte man ja auch einige Register (z.B. Doppelflöte, Cornet, Tuba, vielleicht auch einen Bourdon für Begleitzwecke) in einem Solowerk platzieren.

Grüße,
perotin

Weimbs-Orgel Mönchengladbach

Aeolinchen, Sonntag, 23. Januar 2011, 22:23 (vor 5749 Tagen) @ perotin

Übrigens: Irre ich mich, oder wäre es vor 20 bis 30 Jahren so gut wie selbstverständlich gewesen, 38 Register auf drei Manuale zu verteilen? Und wäre das nicht auch bei dieser (oder einer sehr ähnlichen) Disposition durchaus vorteilhaft? Meinungen dazu?

Ich glaube, du irrst dich nicht, und ich bin ganz deiner Meinung.

Wenn man die klassische Aufteilung HW - Pos. - SW aus irgendwelchen Gründen nicht möchte, könnte man ja auch einige Register (z.B. Doppelflöte, Cornet, Tuba, vielleicht auch einen Bourdon für Begleitzwecke) in einem Solowerk platzieren.

Bei diesem Klangkonzept würde ein Positiv vielleicht weniger Sinn machen als ein Solowerk. Mit Solowerken habe ich eigentlich immer gute Erfahrungen gemacht, man hat einfach mehr Möglichkeiten als bei normaler Zweimanualigkeit. Allerdings kostet das Extramanual samt Extratraktur, Extraventilen und Extrakoppeln auch eine Stange Geld.

Weimbs-Orgel Mönchengladbach

Karl-Bernhardin Kropf, Sonntag, 23. Januar 2011, 23:04 (vor 5749 Tagen) @ Aeolinchen

Ich schließe mich Hardy an, mit Zusatz, dass der 32' auch echt sein hätte dürfen. Höhe hat's ja genug.
Zwei dicke Manuale anstelle dreier dünnerer finde ich aber OK.
Und wenn die Orgel "nur unspektakulär" wie eine gute Weimbs klingt, wird sie doch recht schön werden!

Der Prospekt: einige Pfeifen, ja, sonst viel Platz und Latten....
Scheint ja ein Freipfeifenprospekt mit Bilderrahmen zu sein.

Muss ich nicht haben.

(Da fände ich rahmenlos, also "frei", noch schlüssiger - und wie würden sich die Wiener Kauffmann-Fans darüber freuen!)

Diesen Prospekt könnte ich im Prinzip mit den in meinem Haushalt vorhandenen Maschinen nachfertigen, und das ist mir dann doch zu dünne.

Weimbs-Orgel

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Montag, 24. Januar 2011, 08:06 (vor 5748 Tagen) @ R.Kluth

Was mir, ganz unabhängig von der Disposition, störend auffällt: Es ist seit einigen Jahren offenbar "Mode", Registerzüge wieder mit handbeschrifteten Porzellanschildchen zu bestücken. Die sehen aber allüberall gleich aus! An sich finde ich die Dinger schön, angenehme, edle Schrifttype, sehr gut lesbar und trotzdem etwas abseits von Arial und Times New Roman. Nur: Wenn man an diversen Neubauten unterschiedlichster Orgelbauer überall die gleichen Schildchen findet, wirds irgendwann langweilig. Da fehlt mir persönlich dann die Individualität. Ja, zugegeben, es kaufen auch alle Orgelbauer ihre Gebläse bei Laukhuff, aber das ist finde ich etwas anderes.

Für meinen Geschmack sollte der Spieltische einer Orgel nach dem Prospekt geradezu das Aushängeschild für den individuellen Stil eines Orgelbauers sein. Früher war er das auch mal. Einen Klais-Spieltisch erkennt man oft sofort, einen von Ott auch etc. pp.

Wie denkt Ihr darüber?

Spieltischgestaltung, war: Weimbs-Orgel

tiratutti @, Montag, 24. Januar 2011, 08:35 (vor 5748 Tagen) @ Fabian Brackhane

Hallo,

mir scheint, dass es einfach Phasen gibt, wo bestimmte Gestaltungselemente benutzt werden. Weil der Markt es anbietet, weil der Markt es verlangt, oder weil es en vogue ist. Beispiel:
In den 80ern wurden etliche Orgeln gebaut mit gerader terassenförmiger Anordnung, die Züge eingebunden in eine elektrische Registersteuerung (Setzer), mit hellen Holzschildchen und schwarzer Schrift. Damals alles ganz klasse. Wenn man 25 Jahre später dransitzt erkennt man, dass die Schilder relativ schlecht lesbar sind (Hintergrund zu dunkel), dass die Züge manchmal nicht sauber auf das Signal des Setzers reagieren (Einstellungssache), dass die geradlinige terassenförmige Anlage schlechter bedienbar ist als eine sich dem Spieler zuwendende oder gekrümmte Anlage.
Insgesamt versprühen auch diese Orgeln izwischen auf mich den Charme des Vergangenen, ganz ähnlich den Zentralstellwerkspieltischen der 60er.

Langer Rede kurzer Sinn: ich glaube nicht, dass jeder (!) Orgelbauer zwingend einen möglichst individuellen Spieltischstil pflegen muss. Primär ist für mich, dass der Spieler keine Hindernisse in den Weg gelegt bekommt.

Grüße von tiratutti

Spieltischgestaltung, war: Weimbs-Orgel

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 24. Januar 2011, 12:44 (vor 5748 Tagen) @ tiratutti

Guten Tag!

Abgesehen vom Spielttisch finde ich es zumindest nett, dass einige eigenständige Pedalregister vorhanden sind, im Gegensatz zur Orgel in Rheinberg. Wie man da sowas bauen konnte, verstehe ich nicht. Die Kirche ist nicht gerade klein, hat die entsprechende Akustik und dann steht da eine Orgel mit 20 Registern drin, mit lediglich 2 selbständigen Pedalstimmen (Subbaß und Posaune). Ich habe die Orgel nun mehrfach gehört, es fehlt ihr an Fundament und Gravität. Für soviel Geld (über 400.000 Euro) hätte ich mehr erwartet.

Spieltischgestaltung, war: Weimbs-Orgel

Orgelbaumeister, Montag, 24. Januar 2011, 16:02 (vor 5748 Tagen) @ Tabernakelwanze

Guten Tag!

Abgesehen vom Spielttisch finde ich es zumindest nett, dass einige eigenständige Pedalregister vorhanden sind, im Gegensatz zur Orgel in Rheinberg. Wie man da sowas bauen konnte, verstehe ich nicht. Die Kirche ist nicht gerade klein, hat die entsprechende Akustik und dann steht da eine Orgel mit 20 Registern drin, mit lediglich 2 selbständigen Pedalstimmen (Subbaß und Posaune). Ich habe die Orgel nun mehrfach gehört, es fehlt ihr an Fundament und Gravität. Für soviel Geld (über 400.000 Euro) hätte ich mehr erwartet.

Hallo, diese Aussage ist mir zu oberflächlich. Man muss die Hintergründe kennen.
(Sachberater, Kosten, zu Verfügung stehende Platz, oder gar der technische Aufwand)

Spieltischgestaltung, war: Weimbs-Orgel

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 24. Januar 2011, 19:53 (vor 5748 Tagen) @ Orgelbaumeister

Na ja, es werden wohl die Kosten gewesen sein. Es mangelt kaum am Platz, besonders nicht in der Höhe. Und bekanntlich spart es sich am Besten bei den großen Pötten, die bekanntlich im Pedal zu Hause sind. Sehr schade, sowas.

Spieltischgestaltung, war: Weimbs-Orgel

Orgelbaumeister, Montag, 24. Januar 2011, 23:33 (vor 5748 Tagen) @ Tabernakelwanze

Na ja, es werden wohl die Kosten gewesen sein. Es mangelt kaum am Platz, besonders nicht in der Höhe. Und bekanntlich spart es sich am Besten bei den großen Pötten, die bekanntlich im Pedal zu Hause sind. Sehr schade, sowas.

Die meisten hier vergessen, dass den Orgelbauern die Hände gebunden sind an den Weisungen der Sachverständigen. Neuerdings auch bei der Gestaltung und Farbgebung der Orgelentwürfe. Leider wird immer nur der Ausführende erwähnt. Besonders dann, wenn es schlecht ist. Der/Diejenigen, die es veranlasst haben, werden erst gar nicht erwähnt. Es ist sehr bedauerlich, dass man sich als Orgelbauer fast nur noch an Vorgaben zu halten hat.

Dies betrifft auch u.a. die Gestaltung der Manubrien. Man hat gar nicht die Möglichkeiten innovative Ideen - besonders in der Spieltischgestaltung - zu verwirklichen. Möglichkeiten wären genug geboten. Man lässt es aber ungern zu.

Spieltischgestaltung, war: Weimbs-Orgel

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 25. Januar 2011, 10:43 (vor 5747 Tagen) @ Orgelbaumeister

Genau zu diesem Thema gab es in der letzten Ars Organi einen interessanten Bericht. Es ging um den Orgelbau/die Orgelbauer in der ehem. DDR. Unter anderen gab es da ein Kapitel über den Umgang mit Sachverständigen in der BRD. Eule, Schuke und Co. haben sich ganz einfach nicht reinreden lassen. Die haben so gebaut, wie sie es für richtig hielten. Wer damit nicht einverstanden war musste sich einen anderen suchen.

Weimbs-Orgel Mönchengladbach

Friedrich @, Dienstag, 25. Januar 2011, 11:06 (vor 5747 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 25. Januar 2011, 11:13

Der Prospekt: einige Pfeifen, ja, sonst viel Platz und Latten....
Scheint ja ein Freipfeifenprospekt mit Bilderrahmen zu sein.
Muss ich nicht haben.
Diesen Prospekt könnte ich im Prinzip mit den in meinem Haushalt vorhandenen
Maschinen nachfertigen, und das ist mir dann doch zu dünne.

Im Prinzip bin ich der gleichen Meinung. Allerdings nehme ich an, dass sich der optische Eindruck noch ändern wird, sobald der Schwellkasten sichtbar wird: Weniger Leere, mehr Masseeindruck.

Auffällig ist in jedem Fall, dass sich ein ungewöhnlich komplexes Gehäusebild ergeben wird, mit hellem Holz außen wie innen, Blitzen vom Pfeifenzinn, Einblicken in Kastenecken und Zwickel, mit sichtbar sich bewegenden Jalousien und den entsprechenden Schattenspielen durch das Licht, das aus verschiedenen Winkeln in den Kasten hineinfällt. Die "Streupfeifen" im Prospekt sind alles andere als willkürlich geordnet (wie einst Walter Supper es verstand), sondern im Gegenteil sehr rigide, einschließlich Überlängen. Einerseits Lebhaftigkeit im strikten Rahmen, andererseits viele schwer zu integrierende Eindrücke. Also am Ende vielleicht der Typ Orgelarchitektur, bei dem man denkt: Ganz interessant, aber gut, dass es nicht überall so ist.

(Da fände ich rahmenlos, also "frei", noch schlüssiger - und wie würden sich die Wiener Kauffmann-Fans darüber freuen!)

Jaa! Wobei dieser famose Prospekt doch nicht auf K.s Mist gewachsen ist -- da wachsen doch eher Spargel.

Zur Disposition: Solange dem Cromorne auf dem anderen Manual ein echter Cornet gegenübersteht und diesem wiederum ein Echo im Nebenwerk, ist doch französischerseits alles in Butter. Außerdem ergeben sich -- vorausgesetzt, die Stimmung hält -- schöne Mischungsmöglichkeiten der Zungenregister miteinander. Das SW könnte bei einem solchen Gehäuseaufbau ganz frei aus dem Gehäuse herausstrahlen, sodass der Cromorne seinen Charakter schön entfalten könnte. Und: Lieber eine Orgel mit Cromorne im Schwellkasten als eine ganz ohne.

Im übrigen fühle ich mich an die großen zweimanualigen Gemeindeorgeln erinnert, wie sie um 1900 gebaut wurden, etwa in Berlin von Sauer in der Neuen Garnisonskirche oder von Furtwängler in der Lindenkirche. Power, grundlegende Soli, Ensembles und ein Begleitwerk, aber nicht unbedingt mit Gedanken ans Konzertrepertoire konzipiert.

Gruß,
Friedrich

Spieltischgestaltung, war: Weimbs-Orgel

Axel ⌂ @, Mechernich, Dienstag, 25. Januar 2011, 21:48 (vor 5747 Tagen) @ Tabernakelwanze

Ich befürchte, hier war es doch der Platz. Es ist nicht ausreichend Tiefe vorhanden, und das ist ein Problem. Wenn unten das Positiv stehen muss, ist dort der Platz weg. Bei dem Preis kann es nicht am Geld gelegen haben. Andere Angebote sahen vor, das Positiv wieder als Rückpositiv zu bauen, wie es nach Gehäusebefund wohl war. Das wollte aber wohl keiner der Verantwortlichen. Und dann wird es eng. Ich gehe davon aus, dass jeder Orgelbauer bei so einer Lösung auch Bedenken hat, aber wenn man es unbedingt so will?

Schöne Grüße
Axel

Spieltischgestaltung, war: Weimbs-Orgel

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 26. Januar 2011, 07:18 (vor 5746 Tagen) @ Axel

Die Orgel hatte vor dem Neubau durch Walker zwei mächtige Pedaltürme, wohl nicht ursprünglich, aber doch imposant. Die mussten auf Geheiß der Denkmalpflege entfernt werden. Das wäre auch eine Lösung gewesen.

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