Marcel Andreas Ober in St. Martin, D-Unterbilk, 31.01.2011

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Dienstag, 01. Februar 2011, 11:20 (vor 5739 Tagen)

Hallo Forum,

das fünfte “Winterliche” gab es gestern in St. Martin. Dort war im Frühjahr des vergangenen Jahres die von Friedrich Kampherm reorganisierte Kreienbrinck-Orgel auf der neuen Empore geweiht worden. Wie erfolgreich diese Arbeiten waren, konnte man jetzt wieder bestaunen.
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Marcel Andreas Ober eröffnete das Konzert mit “Litanies” von Alain - just heard by Hanjo Robrecht. Hier kam es direkter, rhythmisch akzentuierter, frisch und lebensfroh.

Von andächtiger Ruhe dann Liszts “Ave Maria von Arcadelt”. Klangschön und ausgefeilt.

Von Alain folgte danach die Suite pour orgue. Eindrucksvoll die Variationenfolge, Vierne-nah das Scherzo, von fast archaischer Strenge der Choral.

Jean Guillou servierte sodann zunächst einmal zwei Gläschen Champagner: Prickelnd perlten die aufgelösten Akkorde in zwei Anläufen - dann ging es mit Liszt weiter: Orpheus in der Guillou-Fassung. Herrliche Klangfarben; bis ins letzte ausgespielt. Am Schluß dann sehr dunkle Mousse au chocolat, bestreut mit etwas rotem Pfeffer und einem Hauch von Puderzucker. Musik und Darbietung mit Suchtpotential.

Mit Verve begann Ober Guilmants Fünfte Sonate (c-moll op. 80). Klar - steht ja auch “Allegro appassionato” drüber. Genau so war es. Das Adagio mit der nötigen Ruhe, das Scherzo recht schnell. Kurzes Innehalten im Selbstgespräch beim Rezitativo. Jetzt ein wunderbar schlichter, in seiner scheinbaren Einfachheit ausgekosteter Choral, ehe die Fuge mit ihren punktierten Rhythmen als frohe Zustimmung zur Glaubensaussage einfiel.

Kräftiger, anhaltender Beifall der etwa 70 Hörer, Zugabe Escaich. Noch lange nach dem Konzert verblieben diskutierende Gruppen in der Kirche - man wollte mit dem Erlebten nicht alleine sein.

Gruß Clemens Schäfer

P.S. das sechste "Winterliche" in St. Hubertus, D-Itter wird nicht von Johannes Koop (erkrankt) sondern von Reinhard Kluth gespielt. Der will das angekündigte Programm übernehmen (Richter, Boyce, Liszt, Ritters Zweite, Guilmant, Westering und Duro). Ich werde da vermutlich in St. Lambertus sitzen, wo Stefan Schmidt (Würzburg) spielen wird: 07.02.2011, 19:30h. Denn mir fehlt die Fähigkeit, gleichzeitig an zwei Orten sein zu können.

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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