OT: Dirigieren im Rentenalter

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Dienstag, 08. Februar 2011, 17:42 (vor 5685 Tagen)

Hallo Forum,

lesenswert ist dieser Artikel in der Rheinischen Post von heute.

Gruß Clemens Schäfer

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

Musizieren im Rentenalter

Andreas Scotty Böttcher ⌂ @, Dresden, Mittwoch, 09. Februar 2011, 19:08 (vor 5684 Tagen) @ Clemens Schäfer
bearbeitet von Andreas Scotty Böttcher, Mittwoch, 09. Februar 2011, 19:49

Was mich erst mal grundsätzlich an dem Artikel stört, ist, dass den Dirigenten grundsätzlich Machtstreben unterstellt wird. Kann es nicht vielmehr sein, dass es das Musizieren ist, das eine heilende Wirkung hat?? (Ich habe es mehrmals an eigenem Leib erlebt.)

Natürlich hat das Konzertieren im hohen Alter wie alles immer zwei Seiten. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Dirigent(inn)en, Sänger(innen) oder Instrumentalist(inn)en handelt. Es kann einerseits schon ziemlich peinlich sein, wenn jemand, der sicht- oder hörbar nicht mehr kann, nicht in Würde abzutreten weiß. Andererseits ist gerade das ein Zeichen, dass es diesen Musikern egal ist, was die Leute denken, weil sie Musiker aus Leidenschaft sind und sich diese bis ins hohe Alter bewahren konnten - trotz (oder entgegen!) aller professionellen Routine. Und davor habe ich dann auch wieder Respekt. Diese Leute sind mir persönlich jedenfalls sympathischer als die vielen Musikbeamten, die man zu einem hohen Prozentsatz in jedem noch so guten Orchester finden kann und die gar nichts mehr aus Leidenschaft machen.

P.S. und Edit:
Miles Davis und Dizzy Gillespie hatten zum Schluss überhaupt keinen Ansatz und keine Höhe mehr auf ihren Trompeten. Trotzdem war so viel Ausdruckskraft und Leidenschaft da, mit der die beiden ihre hörbaren technischen Schwächen mühelos kompensieren konnten. Es ist richtige Musik, die ich mir heute noch lieber anhöre als manch glattgebügelte Aufnahme vom viel jüngeren Wynton Marsalis.

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"Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)

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