Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
Die Entscheidung der Gemeinde war gefallen: Wenn die Weise-Orgel aufgrund der Innenrenovierung von St. Eligius ohnehin abgebaut und renoviert werden muss, so soll sie in diesem Zuge gleich auf die riesige Empore (vgl. Teil 1) umgesetzt werden. Bei dieser Gelegenheit bot es sich an einige der bisherigen Unzulänglichkeiten der Orgel zu verbessern. Ausgeführt wurden und werden die Arbeiten durch die Firma Mayer in Heusweiler.
Die Einzelnen Maßnahmen sind im Folgenden:
1. Geringfügige Räumliche Umstrukturierung der Teilwerke
Die Zugänglichkeit des Hauptwerkes war aufgrund der streng begrenzten verfügbaren Tiefe in der Apsis nicht gegeben. Zusätzlich behinderten die beiden Pedalladen links und rechts den Zugang zur Hauptwerkslade. Auf der Empore ist dagegen reichlich Tiefe vorhanden, sodass die Orgel nun schmäler und etwas niedriger, und dafür räumlich tiefer als am ursprünglichen Standort aufgestellt werden wird. Die Werkanordnung wird im Prinzip beibehalten, aber in der Tiefe entzerrt. Lediglich die beiden Pedalwindladen wandern ganz nach hinten. Des Weiteren baut die Firma Mayer neue massive Seitenwände, die die Orgel zuvor nicht besaß.
2. Anpassung des Prospektes an die räumlichen Gegebenheiten auf der Empore
Das Mittlere Prospektfeld inklusive des Unterwerkes bleibt weitgehend unverändert. Die stummen Rohre über den Mittelpfeifen entfallen und werden durch die äußeren Prospektpeifen ersetzt, die von der Seite hinter das Mittelfeld wandern. Auch C und Cis des Principalbass 16' werden zu Innenpfeifen. Schließlich werden die äußeren 16'-Felder nach außen abfallend angeordnet und im Gesamten nach unten neben das Positiv heruntergezogen.
Alter Prospekt:
![[image]](images/uploaded/2025030507344967c7fe99468a2.jpg)
Neuer Prospekt
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![[image]](images/uploaded/2025030507353667c7fec86c37a.jpg)
Nebenbemerkung: Die beiden Fotos des neuen Prospektes in der Montagehalle der Firma Mayer zeigen Pfeifen und Gehäuse in unlackiertem Zustand während der Umbauarbeiten: Diese werden selbstverständlich neu lackiert. Des Weiteren ist auch geplant einzelne Pfeifen durch farbliche Akzente hervorzuheben. Eine schlichte, nicht maßstabsgetreue (und in Details nicht exakte) Visualisierung aus meiner Feder, soll an dieser Stelle den ersten Eindruck unterstützen:
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3. Änderungen der Disposition
Kommen wir nun zum spannenden Teil :)
3.1 Positiv
- Die in den 80er/90er Jahren ins Hauptwerk eingebaute Rohrflöte 4' wandert ins Positiv und ersetzt dort die Quintade 4' von Weise, welche die Orgel verlässt.
- Die Cimbel 3f 1/2' wird unter anderem durch Pfeifen des Scharff 5f 1' aus dem Schwellwerk zu einer Cimbel 2-3f 1'. Durch die Rückung von Mensuren handelt es sich um keine 60er Jahre-Cimbel mehr.
- Anstelle der Musette 8', auf die wir später noch zu sprechen kommen, wird der Dulcian 16' des Schwellwerks zu einem ordentlich mensurierten Cromorne 8' aufgerückt und entsprechend umintoniert.
- ein eigener Tremulant für's Positiv ist an dieser Stelle auch drin.
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![[image]](images/uploaded/2025030508033467c80556e7a4a.jpg)
3.2 Hauptwerk
- Die ursprünglich nicht überblasende Holzflöte 8', die von Weise aus verschiedenen Koulen-Registern zusammengestellt worden war (vgl. Teil 1), wird durch englisches Pfeifenmaterial ergänzt und dadurch zu einer überblasenden Holzflöte 8' aufgerückt. Intonatorisch wird sie so ausgerichtet sein, dass sie sich selbst begleiten kann.
- Auf den Platz der ins Positiv gewanderten Rohrflöte 4' kommt die Querflöte 4' des Schwellwerks. Diese war ja trotz ihres Namens original nicht überblasend, wird aber jetzt ebenfalls ergänzt und ihrem Namen gerecht zum Überblasen gebracht.
- Die Mixtur 5f 1 1/3' wird zur Mixtur 4f 1 1/3'
- Neues aufgebänktes Cornettino 3f 2 2/3' auf einer kleinen Zusatzlade über dem Diskant des Hauptwerks
- Die Musette 8' des Positivs findet auf einer Zusatzlade eine neue Heimat als zweite Zunge im Hauptwerk.
3.3 Schwellwerk
Vorab ist zu sagen, dass die Registeranzahl im Schwellwerk aufgrund des vorhandenen Schwellkastens nicht vergrößert werden konnte, weshalb bei der Auswahl der Register ein Kompromiss gefunden werden musste. Ziel war es sich in den Grundstimmen insbesondere wieder in Richtung Koulen zu bewegen und der Orgel gerade in diesem Werk mehr Grundtönigkeit zu verleihen.
- Der irreführend Prästant 4' genannte Prinzipal 4' war ohnehin bereits eher eine Principalflöte 4' und wird umbenannt und umintoniert als Hornflöte 4' zum einzigen 4' des Schwellwerks
- Innerhalb des Schwellwerks wandert der Gedackt 8' von der Rückwand auf den Platz der Querflöte 4' (die nun im Hauptwerk steht).
- Dadurch wurde es möglich im Schwellwerk auf dem ehem. Platz des Gedackt einen neuen offenen Violprincipal 8' aus englischem Bestand einzubauen. Für die größten Pfeifen wurde der Schwellkasten um einen kleinen Aufsatz erhöht.
- Anstelle des Scharff 5f 1' tritt eine Celeste 8' (ab c0)
- Anstelle des Dulcian 16' (der nun eine Umwandlung zum Cromorne hinter sich hat) tritt eine französisch intonierte Trompette 8' aus englischem Pfeifenmaterial.
- Die Schalmei 8' wird zur Hautbois 8' umbenannt und umintoniert.
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![[image]](images/uploaded/2025030508125067c807821e2fe.jpg)
3.4 Pedal
- Das Pedal erhält eine neue Quintschaltung des Principalbass 16' in eigener Quinte, die als Contrabass 32' bezeichnet wird. Eine solche Schaltung gab es auch des Öfteren bei Haerpfer & Erman in den 1950ern.
- Als zweiter, leiserer akustischer 32', wird ein Quintbass 10 2/3' aus englischem Bestand auf einer Zusatzlade ergänzt.
- Anstelle des Hintersatz 4f 2 2/3' tritt ein Fagott 8' aus englischem Bestand.
3.5 Spieltisch, Koppeln und Spielhilfen
Der Spieltisch wurde inklusive der Elektronik selbstverständlich völlig überarbeitet und die Registerwippen erneuert (weiß statt crèmefarben). Darüberhinaus wurden die zwei freien Pedalkombinationen aufgegeben, um Platz für eine Reihe neuer Wippen zur Aufnahme der Koppeln zu schaffen.
![[image]](images/uploaded/2025030508441867c80ee2207b3.jpg)
Ursprünglich besaß die Orgel nur 5 Normalkoppeln, da die Koppel III/I (Schwellwerk an Positiv) fehlte. Diese wird nun selbstverständlich ergänzt.
Darüberhinaus erhält die Orgel folgende Oktavkoppeln:
III/I (Sub/Super), III/II (Sub/Super), III/III (Sub/Super), I/II (Sub)
Auf Wunsch des Kirchenmusikers wurde die Manualzuteilung nicht verändert, d.h. weiterhin ist Positiv auf I, Hauptwerk auf II, Schwellwerk auf III. Seine Begründung liegt im recht dünn besetzten neobarocken Positiv mit nur einem labialen 8', sodass dieses nicht wirklich im Sinne einer romantischen "Terassendynamik" zwischen Schwellwerk und Hauptwerk passt.
Stattdessen wird es auf meine Anregung nun zusätzlich eine siebte Normalkoppel II/I sowie eine weitere Oktavkoppel I/I (Sub) geben:
Der Einbau dieser beiden Koppeln ermöglicht es das I. Manual optional als "Hauptmanual" zu verwenden, da nun auf I dieselben Registrierungen möglich sind, wie auf II (II/I kehrt I/II um und I/I Sub ist das Pendant zu I/II (Sub).
Ein weiterer Vorteil dieser beiden Koppeln gegenüber einer variablen Manualzuteilung ist die Option des Rollentauschs von Hauptwerk und Positiv:
Klassische Variante mit II als Hauptmanual: I/II, III/II, III/I sind gezogen, d.h. es gibt die drei Ebenen:
SW, SW+POS, SW+POS+HW
Alternative Variante mit I als Hauptmanual: II/I, III/I, III/II sind gezogen, d.h. es gibt die drei Ebenen:
SW, SW+HW, SW+HW+POS
Dadurch nimmt das Hauptwerk quasi die Rolle eines großen Positivs ein (im Sinne der Terassendynamik), das (optional Subgekoppelte) Positiv wird auf I zum Grand Choeur. Mir ist bewusst, dass diese Idee insofern etwas hinkt, da z.B. die Trompete 8' nur dem Hauptwerk aber nicht dem Positiv zugeschaltet werden kann. Dennoch ist es eine Erweiterung der Klangvielfalt der Orgel gegenüber dem ursprünglichen Konzept.
Abgesehen davon ergeben sich natürlich neue Einzelregistrierungen durch die beiden Koppeln.
4. Die neue Disposition
Einige weitere Register wurden in der neuen Disposition umbenannt.
I Positiv
Lieblich Gedeckt 8'
Principal 4'
Rohrflöte 4'
Schwegel 2'
Sifflöte 1 1/3'
Cimbel 2-3f 1'
Cromorne 8'
Tremolo
II Hauptwerk
Bourdon 16'
Principal 8'
Holzflöte 8'
Octave 4'
Querflöte 4'
Quinte 2 2/3'
Superoctave 2'
Mixtur 4f 1 1/3'
Cornettino 3f 2 2/3'
Trompete 8'
Musette 8'
III Schwellwerk
Violprincipal 8'
Gedecktflöte 8'
Salicional 8'
Celeste 8'
Hornflöte 4'
Nasard 2 2/3'
Piccolo 2'
Terz 1 3/5'
Trompette 8'
Hautbois 8'
Tremolo
Pedal
Contrabass 32' (akustische Schaltung aus Principalbass 16')
Principalbass 16'
Subbass 16'
Quintbass 10 2/3'
Octavbass 8'
Bassflöte 8'
Choralbass 4'
Feldflöte 2'
Posaune 16'
Fagott 8'
Koppeln:
Normalkoppeln: II/I, III/I, I/II, III/II, I/P, II/P, III/P
Suboktavkoppeln: I/I, I/II, III/I, III/II, III/III
Superoktavkoppeln: III/I, III/II, III/III
Spielhilfen: Setzeranlage, 2 freie Kombinationen, Tutti, Crescendowalze
Nebenregister: Celesta (frei an jede Klaviatur zuschaltbar)
5. Ausblick
Seit Juli 2023 ist die Orgel abgebaut, die Umbaumaßnahmen durch die Firma Mayer sind mittlerweile abgeschlossen. Der Wiedereinbau wird allerdings voraussichtlich erst 2026 nach Abschluss der Innenrenovierung der Pfarrkiche St. Eligius stattfinden. Ein genauer Termin steht noch nicht fest
Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
Danke für die detaillierten Einblicke! Als ehemaliger (damit nicht immer glücklicher) Bewohner des Kraus/Weise-Lands (Niederbayern) finde ich die in letzter Zeit hier erfolgte Würdigung dieser Orgelbauanstalt äußerst aufschlußreich und bin überrascht, wo überall die Firma ihre Spuren hinterlassen hat.
Viel Erfolg bei Eurem Projekt und hoffentlich ein klangvolles Ergebnis!
Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
Danke für die sehr lesenswerte und detaillierte Dokumentation! Das wird sicher eine schöne Wiedergeburt und ist, wie es der Dorforganist schon sagte, ist eine Würdigung einer häufig zu Unrecht verurteilten Orgelbauepoche.
Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
Danke für die sehr lesenswerte und detaillierte Dokumentation! Das wird sicher eine schöne Wiedergeburt und ist, wie es der Dorforganist schon sagte, ist eine Würdigung einer häufig zu Unrecht verurteilten Orgelbauepoche.
Danke!
Ja das Konzept respektiert durchaus die klanglichen Gegebenheiten und Charakteristika der Erbauungszeit (nicht umsonst wird auch die klangschöne Musette 8' erhalten), mildert aber objektive Schwächen der vorherigen Disposition ab und erweitert das Klangbild in Richtung Romantik sowie liturgischer "Gebrauchsfähigkeit" durch neue Klangfarben (Violprincipal, Schwebung, SW-Trompette, zwei überblasende Flöten, 32', ...)
Daher war es auch Anspruch möglichst mit dem vorhandenen Bestand von Koulen und Weise zu arbeiten und durch sinnvollen Platztausch und Mensurrückungen viele der Dispositionsänderungen durch das vorhandene Material abzudecken.
Die einzigen nicht wiederverwendeten Register sind die Quintade 4' sowie der Hintersatz 4f 2 2/3', was ich für verschmerzbar halte.
Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
- Die ursprünglich nicht überblasende Holzflöte 8', die von Weise aus verschiedenen Koulen-Registern zusammengestellt worden war (vgl. Teil 1), wird durch englisches Pfeifenmaterial ergänzt und dadurch zu einer überblasenden Holzflöte 8' aufgerückt. Intonatorisch wird sie so ausgerichtet sein, dass sie sich selbst begleiten kann.
Hier erwarte ich nun ein Protestschreiben von MartinH über den fortschreitenden kirchlichen Verfall - nun sollen sich Flöten auch noch selbst begleiten! :D
Spaß beiseite, das ist ein sehr interessanter Bericht. Die Lösung mit den neuen Koppeln für den Beibehalt von Pos=I halte ich für geschickt.
Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
Danke für die detaillierten Einblicke! Als ehemaliger (damit nicht immer glücklicher) Bewohner des Kraus/Weise-Lands (Niederbayern) finde ich die in letzter Zeit hier erfolgte Würdigung dieser Orgelbauanstalt äußerst aufschlußreich und bin überrascht, wo überall die Firma ihre Spuren hinterlassen hat.
Ich habe mal begonnen, alles was mir an Quellen und Literatur zur Verfügung steht, herauszusuchen und werde in nächster Zeit versuchen, ein möglichst umfassendes Verzeichnis der Weise-Orgeln zu erstellen.
Womöglich kann der eine oder andere noch etwas dazu beitragen.
Ich bin mittlerweile selbst überrascht, welchen Aktionsradius die Firma hatte. Von Bayern abgesehen wurden Orgeln nach Sachsen, Thüringen, Nordböhmen, Baden, Württemberg, die Saarregion, in die Eifel und bis nach Westfalen gebaut, von den Exportaufträgen nach Südeuropa und Übersee ganz abgesehen.
Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
Lohnt möglicherweise ein Vergleich mit den beiden anderen Weise-Orgeln in unmittelbarer Nachbarschaft? Saarbrücken/Rodenhof, St. Albert und Malstatt, St. Josef - Bauzeit dürfte in etwa gleich sein.
Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
Lohnt möglicherweise ein Vergleich mit den beiden anderen Weise-Orgeln in unmittelbarer Nachbarschaft? Saarbrücken/Rodenhof, St. Albert und Malstatt, St. Josef - Bauzeit dürfte in etwa gleich sein.
Ja das stimmt! Die drei Instrumente stammen in etwa aus derselben Zeit und doch sind sie gewissermaßen etwas unterschiedlich - auch durch die völlig unterschiedlichen akustischen Gegebenheiten der Räume.
In St. Josef hängt die Weise-Orgel III/31 mit einem offenen Prospekt im Querhaus. Der Spieltisch befindet sich fahrbar darunter. Das Positiv besitzt keine Zunge und ist hier auf II. zugeordnet.
Der Raum würde definitiv mehr vertragen (vor dem Krieg stand dort eine Weigle mit II/40 und HD-Stimmen!), allerdings besitzt die Kirche einen solch enormen Nachhall, dass die kathedralartige Akustik wirklich alles veredelt.
![[image]](images/uploaded/2025030607495367c953a1a26af.jpg)
St. Albert dagegen ist ein Rundbau mit entsprechend schwieriger Akustik. Hier steht die Orgel ebenerdig und ziemlich niedrig, dafür in die Breite gezogen hinter einem wellenförmigen Prospekt.
Diese Weise-Orgel habe ich noch nicht selbst gespielt, sie wurde mir aber von einem Kollegen im direkten Vergleich zu den anderen beiden als gröber beschrieben. Auch fehlt ihr der offene 16' im Pedal und sie hat wohl meines Wissens im Gegensatz zu den anderen beiden Taschenladen.
![[image]](images/uploaded/2025030607561967c955232468c.jpg)
Umbau der Weise-Orgel in Saarbrücken (Teil 2: Das neue Konzept)
Lohnt möglicherweise ein Vergleich mit den beiden anderen Weise-Orgeln in unmittelbarer Nachbarschaft? Saarbrücken/Rodenhof, St. Albert und Malstatt, St. Josef - Bauzeit dürfte in etwa gleich sein.
Ja ich denke es lohnt auf jeden Fall.
Werkverzeichnis Weise - Eine Zwischenbilanz
Ich bin mit diesem Projekt nun schon gut vorangeschritten, mein Verzeichnis ist nunmehr auf fast 14 volle Seiten (Hochformat, Schriftgröße 11, keine Leerzeilen) angewachsen, ohne das mir von Christopher zugänglich gemachte Verzeichnis bislang hinzugezogen zu haben.
Nun zu einer Zwischenbilanz der bis zum Ende des II. Weltkriegs erbauten Orgeln.
Gerade die exakten Baujahre der für Ober- und Niederbayern erbauten Instrumente herauszufinden, ist ein ziemlicher Irrgarten. Die Datierungen in den Aufsätzen von Georg Brenninger und in dessen Werk "Orgeln in Altbayern" sind in vielen Fällen nicht korrekt, von vielen der Orgeln sind nicht einmal die exakten Baujahre zu ermitteln.
Aber, eine große Hilfe, auch zum Abschätzen der Zahl der bislang unbekannten Orgeln ist ein mir für die Jahre 1919, 1920 und das erste Halbjahr 1921 vollständig vorliegendes Verzeichnis. Vergleicht man das mit den von Brenninger ermittelten Orgeln, dürfte nur etwa die Hälfte der für Niederbayern in den Jahren bis etwa 1935 erbauten Werke bekannt sein. Ebenfalls nur gut zur Hälfte dürfte die Zahl der für die Oberpfalz entstandenen Orgeln bekannt sein, gerade in der Ecke Cham/Waldmünchen/Furth dürfte noch einiges zu finden sein.
Ebenfalls überrascht bin ich über die ab etwa 1923 für Baden erbauten Orgeln, darunter recht beachtliche Instrumente aus den 1930er Jahren u.a. für Karlsruhe.
An Instrumenten für den Export konnte ich u.a. für 1921 eine weitere Orgel nach Rom und ein etwas merkwürdiges Projekt nach Madrid ermitteln, aus den 1930er Jahren ein Instrument nach St. Louis in die USA.
Die vom Forenkollege "Stimmeisen" präsentierte Salonorgel nach Essen entstand übrigens 1920.
Ab etwa 1935 wurde auch eine beachtliche Anzahl Orgeln für das Bistum Würzburg geliefert, die bislang ebenfalls nur teilweise bekannt sind.
Es bleibt alles sehr spannend. Wenn die Sache weiter gediehen ist, werde ich mich wieder in der Angelegenheit melden.
Werkverzeichnis Weise - Eine Zwischenbilanz
Herzlichen Dank für Deinen Zwischenbericht! Äußerst interessant. Reinhard Weise hat mir vor einigen Jahren ein Werkverzeichnis gegeben, das allerdings recht fehler- und lückenhaft ist, besonders für die Zeit vor dem II. WK, denn in den 1940 Jahren gab es einen Wertkstattbrand, der auch das Archiv beschädigt hat.
Am Rande: Das Werkstattgebäude war früher eine Brauerei, der Montagesaal das alte Sudhaus.
Weise arbeitete auch mit dem in Spanien tätigen Albert Merklin zusammen. Für die Kathedralorgel von Badajoz (III/28) hatte er - wenn ich mich recht entsinne - mindestens die Windladen geliefert.
Werkverzeichnis Weise - Eine Zwischenbilanz
Herzlichen Dank für Deinen Zwischenbericht! Äußerst interessant. Reinhard Weise hat mir vor einigen Jahren ein Werkverzeichnis gegeben, das allerdings recht fehler- und lückenhaft ist, besonders für die Zeit vor dem II. WK, denn in den 1940 Jahren gab es einen Wertkstattbrand, der auch das Archiv beschädigt hat.
Mich mit den ersten beiden Seiten dieser Liste von Reinhard Weise zu beschäftigen, war meine Wochenend-Arbeit. Da ist natürlich einiges an Hechenberger, Siemann, Edenhofer, Steinmeyer etc. pp. dabei und ich habe kräftig ausgemistet, aber es sind auch einige Weise auf diesen ersten beiden Seiten, die ich datieren und teilweise sogar die Opusnumnern ermitteln konnte.
Momentan arbeite ich die ganzen mir vorliegenden Fischer-Publikationen über den mainfränkischen Raum ein, das gibt auch noch einmal einen guten Zuwachs und einige Opusnummern.
Der nächste Arbeitsschritt meinerseits ist dann noch eine gezielte Suche im Internet mit verschiedenen Begriffen, vielleicht stoße ich auf Webseiten von Pfarreien usw. noch auf das eine oder andere unbekannte Instrument.
Am Schluss folgt dann noch das Einarbeiten und Abgleichen des von Reinhard Weise erstellten Verzeichnis ab der Seite 3. Ich schätze, daß ich dann gegen 1000 Opera erfassen konnte, bei etwa 1200 erbauten Orgeln gar kein so schlechter Schnitt.
Dann wird alles noch einmal korrigiert und mit Postleitzahlen versehen.
Am Rande: Das Werkstattgebäude war früher eine Brauerei, der Montagesaal das alte Sudhaus.
Weise arbeitete auch mit dem in Spanien tätigen Albert Merklin zusammen. Für die Kathedralorgel von Badajoz (III/28) hatte er - wenn ich mich recht entsinne - mindestens die Windladen geliefert.
Ich vermute, die etwas merkwürdige Arbeit für Madrid aus dem Jahr 1921 ist ebenfalls in Zusammenhang mit Albert Merklin zu sehen. In den frühen 1920er Jahren wurde über diese Zusammenarbeit auch einmal in der Zeitschrift für Instrumentenbau berichtet.
Werkverzeichnis Weise - Eine Zwischenbilanz
Noch ein kurzer Zwischenbericht.
Durch Franz Xaver Buchners Werk über das Bistum Eichstätt sind nun auch die bis 1937 dorthin gebauten Weise-Orgeln mit Registerzahl und Baujahr vollständig erfasst.
Die Orgeln für das Bistum Eichstätt sind größtenteils nicht auf Reinhard Weises Liste und in der Literatur erwähnt.
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Für das Weise-Werkverzeichnis fehlen mir momentan nähere Angaben zum Erhaltungszustand bzw. zur Größe der folgenden Orgeln:
- 1920 Abensberg Karmelitenkirche: erhalten? Wenn ja: Laden- und Traktursystem?
- 1930 Riedenburg Kloster St. Anna: erhalten? Größe? Laden- und Traktursystem?
- 1937 Stadtlauringen: Größe? Laden- und Traktursystem?
- ca. 1937 Bad Reichenhall St. Aegidien: erhalten? Größe? Laden- und Traktursystem?
Auf Antworten würde ich mich freuen, es kann sein, daß ich die kommenden Tage noch mit weiteren Fragen nerve...
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Abensberg (ich habe Bj. 1921, II/18): nicht erhalten, ersetzt durch Neubau von August Hartmann (Regensburg), 1991, II/29
Riedenburg: II/11, erhalten, pneum. Kegelladen. Es könnte eine Erweiterung der Binder & Siemann -Orgel von 1894 (I/7) sein.
Bad Reichenhall: Bei Wikipedia findet sich ein Orgelneubau für 1947 und (!) 1948. Seltsam.
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Herzlichen Dank!
Abensberg (ich habe Bj. 1921, II/18): nicht erhalten, ersetzt durch Neubau von August Hartmann (Regensburg), 1991, II/29
Ja, war mein Fehler, bei so viel Weise... Auf dem erwähnten Werklisten-Fragment 1919-1921 ist sie 1921 zwischen Ascholtshausen und Waldmünchen aufgeführt.
Riedenburg: II/11, erhalten, pneum. Kegelladen. Es könnte eine Erweiterung der Binder & Siemann -Orgel von 1894 (I/7) sein.
Das schätze ich ebenso ein, vermutlich wurde da alles von 1894 verwendet, was noch brauchbar war. Solche Fälle habe ich schon einige gefunden.
Bad Reichenhall: Bei Wikipedia findet sich ein Orgelneubau für 1947 und (!) 1948. Seltsam.
Ich habe da noch drei Trümpfe in der Hand, von denen ich mir eventuell noch weitere Erkenntnisse erhoffe. Von mir wurden die Bistumsarchive München, Passau und Würzburg angeschrieben wegen den Orgelmeldebogen von 1944. Wenn diese noch vorhanden wären, würde ich mich mal auf den Weg in die Archive machen. Jedenfalls dürften die Antworten die nächsten Tage eintreffen.
In Regensburg existieren die Meldebogen auf jeden Fall noch, das ist schon mal positiv.
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Hallo Mark
Zu Reichenhall:die Weise-Orgel in der Ägidikirche existiert noch. Laut Kirchenführer stammt sie von 1947/1948, wobei die relativ dekorativen Gehäuseteile den Eindruck erwecken, dass sie schon etwas älter sind. Die Disposition sieht aber eher nach Nachkriegszeit aus.
![[image]](images/uploaded/2025031414302367d43d7fb5b48.jpg)
![[image]](images/uploaded/2025031414443267d440d007fb0.jpg)
Viele Grüße Uli
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Hallo Uli,
auch dir herzlichen Dank. Ja, der Prospekt könnte gut auch 10 oder noch mehr Jahre früher entstanden sein, aber ich habe gerade in Unterfranken auch Weise-Prospekte aus den späten 1940er Jahren gefunden, die diesem sehr ähnlich sehen. Auch solche Dispositionen wurden dort schon in den späten 1930er Jahren ausgeführt (sehr standardisiert, oftmals im II. Manual auch mit 2', der Quinte und Terz als Sesquialter zusammengeführt und dazu noch eine Cymbel 1').
Schwer einzuschätzen, aber ich übernehme nun mal mit aller Vorsicht 1948 als Jahr der Fertigstellung. Auf Reinhard Weises Liste ist die Orgel nicht datiert, die Angabe ca. 1937 habe ich angenommen, da 1936/37 die Kirche umfassend renoviert und überarbeitet wurde.
Nun hätte ich nochmals zwei Fragen am Start.
Eine betrifft ein von Reinhard Weise aufgelistetes Instrument, welches unter den Ungesicherten auf den ersten beiden Seiten erwähnt wird: Mietraching bei Deggendorf. Zu dieser Orgel konnte ich nirgendwo einen Erbauer ermitteln, aber im
Netz gibt es eine Fotoserie, welche auch den Spieltisch zeigt: https://www.pfarrei-mietraching-greising.de/pfarrei/kirchenmusik/orgel/
Mir scheint von der Spieltischgestaltung Edenhofer am naheliegendsten zu sein. Kennt die Orgel womöglich jemand?
Dann eine Orgel, auf die ich durch Zufall gestoßen bin, diejenige der Pfarrkirche zu Altmühlmünster. Die Kirche wurde 1911/13 erbaut. Weder in der mir zugänglichen Literatur, noch in der Orgeldatenbank Bayern, noch im www ist etwas über den Erbauer und weitere Details zu finden. Lediglich ein Bild der Orgel auf Wikipedia ist vorhanden. Das Gehäuse passt gut zur Entstehungszeit der Kirche und erinnert etwas an das Weise-Gehäuse in Bayerisch Eisenstein. Auch geographisch wäre Weise naheliegend.
Auch hier die Frage: Ist die Orgel jemandem bekannt und kann nähere Angaben zu ihr liefern?
Vielen Dank schon jetzt einmal.
P.S. noch etwas zu den Exportorgeln: 1939 wurde eine Orgel für die französische Mission in Mossul (Irak) gebaut, diese konnte aber wegen den Kriegsereignissen nicht mehr exportiert werden und steht bis heute im Unterfränkischen.
Werkverzeichnis Weise - Fragen
- In Stadtlauingen St. Johannes der Täufer gab es 1975 einen Neubau durch Hey mit II/19
Werkverzeichnis Weise - Fragen
- In Stadtlauingen St. Johannes der Täufer gab es 1975 einen Neubau durch Hey mit II/19
Wo wir schon in Unterfranken sind: ich bin dort auf eine große, noch original erhaltene Weise mit III/34 aus dem Jahr 1940 gestoßen. Die Orgel der kath. Pfarrkirche Kahl am Main. Das dürfte tatsächlich mit eine der größten noch erhaltenen Weise-Orgeln in Bayern aus der Zeit vor 1945 sein. Mitbewerber waren seinerzeit Hindelang und Späth.
Ganz in der Nachbarschaft, in Feldkahl, steht übrigens das ursprünglich für Mossul bestimmte Werk.
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Altmühlmünster: Ludwig Edenhofer 1913, I/7, Umbau durch Hirnschrodt 1974
Mietraching: da hab ich leider auch keine näheren Informationen. Der Spieltisch sieht eher nach Edenhofer aus, die Freikombinationszüge wiederum nach Weise. Auch die Disposition läßt auf einen Umbau (durch Weise?) schließen.
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Ganz in der Nachbarschaft, in Feldkahl, steht übrigens das ursprünglich für Mossul bestimmte Werk.
Verrückt diese Wendung zu Feldkahl! Dieses Instrument habe ich noch 2021 mit Ralf Schramm (†) besucht und gespielt! Das 1999 leicht erweiterte Instrument hat es mir klanglich sehr angetan!
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Vielen Dank, ich versuche jedenfalls die nächste Zeit etwas über die Orgel in Mietraching herauszufinden.
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Ganz in der Nachbarschaft, in Feldkahl, steht übrigens das ursprünglich für Mossul bestimmte Werk.
Verrückt diese Wendung zu Feldkahl! Dieses Instrument habe ich noch 2021 mit Ralf Schramm (†) besucht und gespielt! Das 1999 leicht erweiterte Instrument hat es mir klanglich sehr angetan!
In Unterfranken wurden von Weise ab etwa 1932 bis in die 1940er Jahre viele ähnliche Instrumente gebaut, alle mit einer gewissen standardisierten Grunddisposition, aber trotzdem immer wieder variiert und mit neuen Ideen.
Ich finde diese Orgeln weitaus spannender, als die spätromantisch-impressionistischen Instrumente, die die Werkstatt vor dem I. Weltkrieg (und auch noch eine Weile danach) gebaut hat. Das sind tatsächlich sehr schablonenmäßige Dispositionen nach einem Baukastenprinzip und das Transmissions- und Kombinationsprinzip mit x Oktavkoppeln dazu wurde von Weise auf die Spitze getrieben, wie wohl von keinem anderen Orgelbauer dieser Zeit im süddeutschen Raum.
Auch relativ voluminöse Kirchen wie Pocking wurden dort mit einer minimalen Stammregisterzahl oftmals auf den ersten Blick täuschend zu Orgeln mit über 20 Registern gebracht, ich wundere mich, daß die Firma mit diesen Instrumenten tatsächlich sehr erfolgreich war.
Werkverzeichnis Weise - kurze Rückmeldung
Ich habe da noch drei Trümpfe in der Hand, von denen ich mir eventuell noch weitere Erkenntnisse erhoffe. Von mir wurden die Bistumsarchive München, Passau und Würzburg angeschrieben wegen den Orgelmeldebogen von 1944. Wenn diese noch vorhanden wären, würde ich mich mal auf den Weg in die Archive machen. Jedenfalls dürften die Antworten die nächsten Tage eintreffen.
In Regensburg existieren die Meldebogen auf jeden Fall noch, das ist schon mal positiv.
Heute kam als erstes die Antwort aus München. Für München-Freising sind die Meldebogen überwiegend in den sogenannten "Localia", also die Akten der einzelnen Pfarreien, die beim Ordinariat über Kirchenbau/Glocken/Orgeln geführt wurden, enthalten. Man müsste also die verdächtigen Ortschaften systematisch durchsehen. Da habe ich schon schlimmere Dinge erlebt und München liegt nicht aus der Welt.
Werkverzeichnis Weise - kurze Rückmeldung
Die Arbeiten zu den Orgeln für das Erzbistum München-Freising haben mit der Durchsicht der Pfarrbeschreibungen von 1936/44 begonnen (an dieser Stelle herzlichen Dank für den Hinweis) und mit deren Hilfe können vermutlich alle bis zum II. Weltkrieg dorthin gelieferten Weise-Orgeln erfasst werden. Im Zweifelsfall lassen sich Unklarheiten wohl noch durch das Auswerten der entsprechenden Localia erheben.
Große Überraschung, obwohl ich bisher vielleicht 1/6 der Beschreibungen ausgewertet habe: es gab am Fuß der Alpen eine beachtliche Weise mit III/36, die in der Literatur und in der ODB nicht erwähnt wird... auch sonst gab es einige Überraschungen, es scheint sehr interessant zu werden.
Antwort aus Passau ist auch eingetroffen, die Orgelmeldebogen sind in einem Sammelakt, aber unvollständig überliefert, das Archiv hat mir eine Liste der erhaltenen Bogen übermittelt, da scheint sich durchaus eine Sichtung zu lohnen.
Wie ich ebenfalls heute erfahren habe, sind die Meldebogen für Bamberg vollständig in drei Faszikeln überliefert.
Bislang alles keine schlechten Voraussetzungen.
Werkverzeichnis Weise - kurze Rückmeldung
Die Auswertung der Pfarrbeschreibungen für München-Freising ist meinerseits nunmehr auch abgeschlossen und es dürften somit auch alle bis 1945 für dieses Bistum entstandenen Weise-Orgeln erfasst sein.
Den größten Zuwachs gab es aus Landstrichen, welche von Georg Brenninger nicht systematisch erforscht wurden, d.h. Werdenfels, Chiemgau und Berchtesgadener Land. Ansonsten konnten noch für die meisten von Brenninger nur ungefähr datierten Instrumente die exakten Baujahre ermittelt werden. Man muss wirklich lobend erwähnen, daß Georg Brenninger sehr sauber gearbeitet hat.
Nächste Woche bin ich dann einen Tag in Bamberg im Bistumsarchiv und beschäftige mich mit den dort aufbewahrten Orgelmeldebogen von 1944, es dürfte sicherlich noch das eine oder andere für Mittel- bzw. Oberfranken gebaute Instrument unbekannt sein bzw. durch die Meldebogen bislang unscharfe Angaben ergänzt werden können. Vor allem im Großraum Nürnberg/Fürth vermute ich noch unbekannte Orgeln, es wären (von Augsburg einmal abgesehen) die einzigen bayerischen Großstädte, die von Weise nicht beliefert worden wären.
By the way, die Zahl der nun von mir erfassten Weise-Orgeln strebt nun gegen 900, wobei ich weder zweifelhafte Kandidaten aufgenommen habe, noch die Orgelmeldebogen für Regensburg und Würzburg ausgewertet sind und ich ebenso wenig bislang die Werkliste von Reinhard Weise eingearbeitet habe. So schlecht sieht es also nicht aus...
Werkverzeichnis Weise - kurze Rückmeldung
Sehr spannend. Danke, daß Du Dich so reinhängst! Hast Du vor, Deine Forschungsergebnisse unters Volk zu bringen?
Werkverzeichnis Weise - kurze Rückmeldung
Sehr spannend. Danke, daß Du Dich so reinhängst! Hast Du vor, Deine Forschungsergebnisse unters Volk zu bringen?
Sobald das Verzeichnis meinerseits fertiggestellt ist, stelle ich es gerne daran interessierten Mitmenschen zur Verfügung, vielleicht ist es ja für den einen oder anderen eine Hilfe oder es regt zum Weiterforschen an.
Ich selbst interessiere mich seit über 30 Jahren für das Werk von Weise und habe immer gehofft, daß evtl. eines Tages ein gedrucktes Verzeichnis oder dergleichen auftaucht. Das ist nie eingetroffen und das Thema Weise hier hat mich dazu gebracht, nun endlich selbst einmal die Angelegenheit anzugehen und ein möglichst umfassendes Verzeichnis zusammenzustellen.
Werkverzeichnis Weise - Fragen zu Erfurt St. Crucis
Ich bin gerade noch an einer harten Nuss, zu der ich nirgendwo eine exakte Angabe finden kann.
Es betrifft den Neubau unter Verwendung historischer Substanz in der Kirche St. Crucis in Erfurt.
Meine Frage: in welchem Jahr fanden die Arbeiten durch Weise statt, wer kennt die genaue Zahl der Register und der Manuale?
Bislang habe ich die Arbeiten auf etwa 1935 datiert.
Vielen Dank schon im Voraus
Werkverzeichnis Weise - Fragen zu Erfurt St. Crucis
Silvius von Kessel hat in AO 4/2004 (S.223) einen Artikel über St. Crucis geschrieben: Demnach 1930 (Gut geschätzt also!), dabei wurde "die gesamte technische Anlage verändert und auf pneum. Taschen umgestellt. Es spricht für Weise, dass er vom orig. Pfeifenbestand etwa 60% erhalten hat(...) Überhaupt hat Weise das Pfeifenwerk offenbar behutsam behandelt und nicht 'massakriert' oder mit zusätzlichen Kernstichen versehen..."
Werkverzeichnis Weise - Fragen zu Erfurt St. Crucis
Wunderbar, an AO als Literaturquelle habe ich noch nicht gedacht. Glücklicherweise gibt es dazu Inhaltsverzeichnisse...
Werkverzeichnis Weise - Altes und Neues aus Bamberg
Liebe Weise-Freunde,
nun sind auch die bis 1945 für das Bistum Bamberg erbauten Orgeln aus Plattling komplett erfasst, es waren aber tatsächlich weniger, als ich mir erhofft hatte.
Absoluter Platzhirsch im wahrsten Sinne des Wortes war in den 1920er und 1930er Jahren die Orgelbauanstalt Eusebius Dietmann aus Lichtenfels, die zu dieser Zeit eine Orgel nach der anderen gebaut hat. Auffällig auch eine ganze Reihe Orgeln aus den 1930er Jahren von Mertel in Salzburg für die Ecke um Kulmbach und Weismain. Dabei dürften Connections von Mertel in seine alte Heimat Oberfranken (er stammte aus Bayreuth und wurde dort bei Wolf ausgebildet) eine Rolle gespielt haben.
Nun aber zu Weise.
- 1925 Forchheim, kath. Stadtpfarrkirche III/34 + 1 Tm, Traktur pneumatisch
- 1937 Memmelsdorf II/12 + 1 Tm, Traktur pneumatisch, Gehäuse und Pfeifenwerk der Vorgängerorgel von Bittner/Nürnberg verwendet
- 1938 Troschenreuth II/11 (Teilbau), Traktur pneumatisch
- 1939 Neuhaus an der Pegnitz II/20 + 1 Tm, Traktur elektrisch
- 1940 Bamberg, Benediktiner III/40, Traktur elektrisch
- 1940 Hersbruck, kath. Stadtpfarrkirche
II/11 (Teilbau, für insgesamt 18 Register vorbereitet), Traktur pneumatisch
- 1941 Michelfeld II/24, Traktur pneumatisch, historisches Rokokogehäuse wiederverwendet
- 1942 Stegaurach II/19 + 1 Tm, Traktur pneumatisch
Als Fehlzuschreibung hat sich die Orgel für die Friedhofskirche Michelfeld 1941 erwiesen (laut Fischer/Wohnhaas Organa Benedictina Bavariae 1977).
Als Bonus gab es noch eine Opusnummer und zwar die 461 für Hersbruck.
Soweit für heute.
Dietmann
Absoluter Platzhirsch im wahrsten Sinne des Wortes war in den 1920er und 1930er Jahren die Orgelbauanstalt Eusebius Dietmann aus Lichtenfels, die zu dieser Zeit eine Orgel nach der anderen gebaut hat.
Ich kenne keine Dietmann-Orgel aus dieser Zeit, kann sich jemand hier ein qualitatives Urteil über diese Instrumente erlauben? Was die Werkstätte in ihren letzten Jahren (so um 1960) abgeliefert hat, war nicht gerade erste Sahne.
Dietmann
Absoluter Platzhirsch im wahrsten Sinne des Wortes war in den 1920er und 1930er Jahren die Orgelbauanstalt Eusebius Dietmann aus Lichtenfels, die zu dieser Zeit eine Orgel nach der anderen gebaut hat.
Ich kenne keine Dietmann-Orgel aus dieser Zeit, kann sich jemand hier ein qualitatives Urteil über diese Instrumente erlauben? Was die Werkstätte in ihren letzten Jahren (so um 1960) abgeliefert hat, war nicht gerade erste Sahne.
Wir hatten von Dietmann aus den 1930er Jahren zwei Orgeln in Wartung.
Die eine stand in Schwarzenbach am Wald, eigentlich ein pneumatischer Umbau einer Orgel von Ludwig Weineck. Das Obergehäuse war abgenommen und durch eine Freipfeifenfront ersetzt worden, vieles nicht klingend. Klanglich war es weder Fisch noch Fleisch, viele Weineck-Register umgearbeitet, abgesägt, Aufschnitte teilweise primitiv erniedrigt.
Technisch ein Laukhuff-Spieltisch, kein Wechselwindsystem, sondern rein Zustrom. Die Spieltraktur war nicht die schnellste, aber auch nicht unterirdisch schlecht. Weinecks Kegelladen aus Eiche waren teilweise recht primitiv mit Zusatzkanzellen angestückelt, keine wirklich schöne handwerklicher Arbeit. Aber, es war alles gut erreichbar und ich habe aus dieser Zeit selten einen massiveren Schwellkasten mit extrem dicken Wänden gesehen. Die Schwellwirkung war absolut exzellent.
Alles in allem eine Arbeit, an die man im Vergleich zu anderen Werkstätten dieser Zeit eine Schulnote 3 vergeben konnte.
Die andere stand im Windsheimer Becken (Ergersheim ?), klanglich langweilig, technisch gut und sicher funktionierend, aber keine Orgel, die sich in irgend einer Form von seinerzeitigen Durchschnitt abhob
Werkverzeichnis Weise - Fragen zu Erfurt St. Crucis
Ich meine dort steht eine Orgel von Franziskus Volckland.(So es die sogenannte Neuwerkskirche ist.)
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Musik wäscht den Dreck des Lebens von der Seele
Werkverzeichnis Weise - Fragen zu Erfurt St. Crucis
Ich meine dort steht eine Orgel von Franziskus Volckland.(So es die sogenannte Neuwerkskirche ist.)
Von Weise wurde 1931 ein technisch neues Orgelwerk mit pneumatischen Membranladen eingebaut, wobei das vorhandene Pfeifenwerk größtenteils wiederverwendet wurde. 1999 erfolgte dann ein historisierender Neubau in Anlehnung an Volckland durch Schuke.
Die letzte Weise-Orgel
Neben den älteren Orgeln von Weise haben mich die vergangenen Tage auch die letztgebauten, bislang nicht datierten Orgeln der Firma beschäftigt.
Nunmehr steht fest: der letzte Orgelneubau der Werkstatt entstand 2004 für die katholische Filialkirche in Reuth bei Erbendorf.
Die Orgel wurde in ein barockes Gehäuse aus dem Jahr 1692 eingebaut. Die Montagearbeiten vor Ort begannen am 26. Oktober 2004 und waren mitsamt der Überarbeitung der Gehäusefassung im Dezember abgeschlossen. Die Orgelweihe erfolgte am 23. Januar 2005 durch Domkapitular Reinhard Pappenberger, als Sachverständiger fungierte Norbert Düchtel.
Für die Dispositions-Freaks:
MANUAL
1. Copula 8′
2. Amorosa 8′
3. Prinzipal 4'
4. Flöte 4′
5. Quinte 2 2⁄3′
6. Octave 2′
7. Mixtur 3fach 1′
PEDAL
8. Subbaß 16′
9. Baßflöte 8′
Schleifladen mit mechanischer Spiel- und Registertraktur
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Hallo MCVL,
ich habe meine Unterlagen durchgesehen, die leider nicht vollständig sind, weil ich als Schüler hauptsächlich an Dispositionen und nicht so sehr an Baujahr und Opusnummer interessiert war.
Sind die folgenden Orgeln in Deinem Werkverzeichnis bereits enthalten?
Teilweise steht im Spieltisch als Erbauer nur "M. Weise, Plattling".
- Haibach (Bayr. Wald), St. Laurentius, II/13
- Leidersbach/Ufr., St. Jakobus, II/21 (neueres Werk)
- Kleinostheim/Ufr., St. Laurentius, III/32, 1981
- Großheubach, St. Petrus ex Kathedra, III/48
- Cham, St. Josef, II/24 (neueres Werk)
Viele Grüße
Flautino.
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Hallo MCVL,
ich habe meine Unterlagen durchgesehen, die leider nicht vollständig sind, weil ich als Schüler hauptsächlich an Dispositionen und nicht so sehr an Baujahr und Opusnummer interessiert war.
Sind die folgenden Orgeln in Deinem Werkverzeichnis bereits enthalten?
Teilweise steht im Spieltisch als Erbauer nur "M. Weise, Plattling".
- Haibach (Bayr. Wald), St. Laurentius, II/13
- Leidersbach/Ufr., St. Jakobus, II/21 (neueres Werk)
- Kleinostheim/Ufr., St. Laurentius, III/32, 1981
- Großheubach, St. Petrus ex Kathedra, III/48
- Cham, St. Josef, II/24 (neueres Werk)Viele Grüße
Flautino.
Hallo Flautino,
vielen herzlichen Dank für deine Hinweise. Gerade kontrolliert, ob die Orgeln schon erfasst sind: ja, habe sie alle.
Baujahre sind:
- 1959 Großheubach
- 1969 Haibach
- 1974 Leidersbach
- 1980 Cham
- 1981 Kleinostheim
Viele Grüße
Mark
Werkverzeichnis Weise - Fragen
Vielen Dank, Mark!
Ich habe meine Datenbank gleich aktualisiert.
Viele Grüße
Flautino.
Die letzte Weise-Orgel
Weil es hier gerade um Weise-Orgeln geht: In der Region Reutlingen war Weise auch für eine gewisse Zeit tätig - so wurden um 1970 zwei Neubauten für die katholischen Kirchen in Bad Urach und Metzingen erstellt. Weiß jemand, wer für diese Aufträge gesorgt haben könnte? Sonst tauchen Weise-Orgeln in Ba-Wü ja eher in Nordbaden auf...
Die letzte Weise-Orgel
Hallo David,
das waren im nördlichen Württemberg sogar noch mehr. Öhringen kath. Stadtpfarrkirche und Schwaikheim fallen mir spontan ein, ohne jetzt auf das Werkverzeichnis gesehen zu haben.
Meines Wissens liefen diese Aufträge über Verbindungen zwischen Rudolf Walter und Hans Böhringer. Genaueres müsste ich aber erst in Erfahrung bringen.
Werkverzeichnis Weise - Eine Vorschau meinerseits
Für alle Weise-Interessierten: ich möchte einmal die erste Seite meines nun auf 18 Seiten angewachsenen Weise-Werkverzeichnis präsentieren. Die Seite umfasst die frühen Orgeln, die zum größten Teil noch für das Bistum Passau geliefert wurden.
Es ist alles noch eine Baustelle, da mehrere Archivbesuche und Literaturauswertungen noch ausstehen, aber es soll mal eine vorläufige Bilanz dessen zeigen, was ich in den letzten Wochen alles erarbeitet habe.
Ich gehe davon aus, daß ich das Verzeichnis Mitte Mai dann vollständig fertiggestellt habe.
Wer irgendwelche Anmerkungen, Ergänzungen, Korrekturen oder auch Fragen dazu hat, kann sich gerne melden.
Die letzte Weise-Orgel
Danke für die Info! Das ist ja interessant. Habe ja meine Bachelorarbeit über Böhringer geschrieben, aber diese Verbindung war mir nicht bekannt. Die Dispositionen der Weise-Orgeln in Württemberg tragen jedenfalls so gar nicht die Handschrift von Böhringer und sind wesentlich grundtöniger disponiert als ihre Schwesterinstrumente von Späth, Vleugels etc.
Die letzte Weise-Orgel
Danke für die Info! Das ist ja interessant. Habe ja meine Bachelorarbeit über Böhringer geschrieben, aber diese Verbindung war mir nicht bekannt. Die Dispositionen der Weise-Orgeln in Württemberg tragen jedenfalls so gar nicht die Handschrift von Böhringer und sind wesentlich grundtöniger disponiert als ihre Schwesterinstrumente von Späth, Vleugels etc.
Die Dispositionen stammen meines Wissens auch alle von Rudolf Walter. Böhringer fungierte nur als Sachberater seitens der Diözese Rottenburg. Walter spielte auch die Inaugurationskonzerte wie beispielsweise in Öhringen.
Das Thema müsste man sich aber einmal näher betrachten.
Weise-Orgeln in Württemberg
Eine weitere habe ich noch parat: Unterboihingen bei Wendlingen.
Damit hätten wir vorerst:
- 1974 Schwaikheim
- 1975 Metzingen, kath. Stadtpfarrkirche
- 1976 Unterboihingen
- 1978 Bad Urach, kath. Stadtpfarrkirche
- 1984 Öhringen, kath. Stadtpfarrkirche
Unbekannte Weise-Orgel bei Ladach - Wer kennt sie?
Wie mir heute mitgeteilt wurde (herzlichen Dank dafür) wird bei Ladach eine bislang nicht identifizierte Weise-Orgel, angeblich von 1955, zum Verkauf angeboten:
https://www.pipeorgans.eu/en/pipeorgans/Weise-12-II-P/
Gerade habe ich die mir zur Verfügung stehenden Unterlagen durchgesehen, es ist mir aber nicht gelungen, ein passendes Instrument zu ermitteln.
Meine Frage daher: erkennt jemand diese Orgel und kann mitteilen, wo sie stand/steht?
Am ehesten dürfte die Region Unterfranken oder das Bistum Bamberg in Frage kommen. Oder womöglich eine ganz andere Region (Weise hat zu dieser Zeit ja auch an der Mosel, in der Eifel und in Westfalen gebaut)?
Unbekannte Weise-Orgel bei Ladach - Wer kennt sie?
Meine Frage daher: erkennt jemand diese Orgel und kann mitteilen, wo sie stand/steht?
Am ehesten dürfte die Region Unterfranken oder das Bistum Bamberg in Frage kommen. Oder womöglich eine ganz andere Region (Weise hat zu dieser Zeit ja auch an der Mosel, in der Eifel und in Westfalen gebaut)?
Ich kenne das Instrument leider nicht, aber die Architektur der Kirche (insbesondere die Bögen, in denen die Orgel steht) sehen sehr nach dem Architekten Hans Herkommer aus. Vielleicht ist das eine Spur, die man weiterverfolgen könnte.
vgl. weitere Herkommer-Kirchen
Frankfurt (Main), Frauenfriedenskirche
Schneidemühl, St. Antonius (hier auch mit Orgel in den Bögen)
St. Wendel, St. Anna (Keine Bögen mehr aber dafür mit Weise-Orgel von 1955)
Unbekannte Weise-Orgel bei Ladach - Wer kennt sie?
Meine Frage daher: erkennt jemand diese Orgel und kann mitteilen, wo sie stand/steht?
Am ehesten dürfte die Region Unterfranken oder das Bistum Bamberg in Frage kommen. Oder womöglich eine ganz andere Region (Weise hat zu dieser Zeit ja auch an der Mosel, in der Eifel und in Westfalen gebaut)?
Ich kenne das Instrument leider nicht, aber die Architektur der Kirche (insbesondere die Bögen, in denen die Orgel steht) sehen sehr nach dem Architekten Hans Herkommer aus. Vielleicht ist das eine Spur, die man weiterverfolgen könnte.vgl. weitere Herkommer-Kirchen
Frankfurt (Main), Frauenfriedenskirche
Schneidemühl, St. Antonius (hier auch mit Orgel in den Bögen)
St. Wendel, St. Anna (Keine Bögen mehr aber dafür mit Weise-Orgel von 1955)
Herkommer oder evtl. Boßlet (Münsterschwarzach) würde ich auch vermuten. Jedenfalls sehr unkonventionell, daher war ich eigentlich der Meinung, daß die Orgel recht schnell identifiziert werden kann.
Unbekannte Weise-Orgel bei Ladach - Wer kennt sie?
Meine Frage daher: erkennt jemand diese Orgel und kann mitteilen, wo sie stand/steht?
Am ehesten dürfte die Region Unterfranken oder das Bistum Bamberg in Frage kommen. Oder womöglich eine ganz andere Region (Weise hat zu dieser Zeit ja auch an der Mosel, in der Eifel und in Westfalen gebaut)?
Ich kenne das Instrument leider nicht, aber die Architektur der Kirche (insbesondere die Bögen, in denen die Orgel steht) sehen sehr nach dem Architekten Hans Herkommer aus. Vielleicht ist das eine Spur, die man weiterverfolgen könnte.vgl. weitere Herkommer-Kirchen
Frankfurt (Main), Frauenfriedenskirche
Schneidemühl, St. Antonius (hier auch mit Orgel in den Bögen)
St. Wendel, St. Anna (Keine Bögen mehr aber dafür mit Weise-Orgel von 1955)
Herkommer oder evtl. Boßlet (Münsterschwarzach) würde ich auch vermuten. Jedenfalls sehr unkonventionell, daher war ich eigentlich der Meinung, daß die Orgel recht schnell identifiziert werden kann.
In Dieter Weisels Datenbank werden in den 1950ern folgende Weise-Orgeln mit II/12 genannt:
land jahr manuale reg name plz ort kirche info
D 1950 2 12 WEISE/PLATTLING 94501 UTTIGKOFEN MARIA HIMMELFA
D 1950 2 12 WEISE/PLATTLING 54340 KOEWERICH ST.KUNIBERT
D 1952 2 12 WEISE/PLATTLING 97657 WALDBERG ST.JOSEF
D 1953 2 12 WEISE/PLATTLING 97070 WUERZBURG AUGUSTINER CHOR EHEMALIGE ORGEL
D 1958 2 12 WEISE/PLATTLING 94152 MITTICH MARIA HIMMELFAHRT
Da die Registerzahl in der Datenbank aber auch manchmal nicht genannt ist, hier mal eine Liste aller zwischen 1950 und 1950 genannten 2manualigen Instrumente:
land jahr manuale reg name plz ort kirche info
D 1950 2 0 WEISE/PLATTLING 97230 MUEHLHAUSEN ST.GEORG
D 1950 2 0 WEISE/PLATTLING 96106 BRAMBERG KATH.
D 1950 2 12 WEISE/PLATTLING 54340 KOEWERICH ST.KUNIBERT
D 1950 2 12 WEISE/PLATTLING 94501 UTTIGKOFEN MARIA HIMMELFA
I 1950 2 16 WEISE/PLATTLING 00100 ROM AUGUSTINER
D 1950 2 17 WEISE/PLATTLING 84323 MASSING ST.STEPHANUS EHEMALIGE ORGEL
D 1950 2 18 WEISE/PLATTLING 84175 WIPPSTETTEN MARIA GEBURT
D 1950 2 20 WEISE/PLATTLING 68782 ROHRHOF ST.MICHAEL
D 1950 2 26 WEISE/PLATTLING 94315 STRAUBING SCHUTZENGELKIRC
D 1951 2 0 WEISE/PLATTLING 97285 STRUETH ST.J.NEPOMUK
D 1951 2 26 WEISE/PLATTLING 93333 NEUSTADT ST.LAURENTIUS EHEMALIGE ORGEL
D 1952 2 0 WEISE/PLATTLING 97657 SCHMALWASSER M.HIMMELFAHR
D 1952 2 9 WEISE/PLATTLING 94496 UNTERIGLBACH ST.VITUS EHEMALIGE ORGEL
D 1952 2 9 WEISE/PLATTLING 94542 RAINDING ST.MICHAEL VON UNTERIGLBACH
D 1952 2 10 WEISE/PLATTLING 91235 HARTENSTEIN DREIFALTIGKEI
D 1952 2 12 WEISE/PLATTLING 97657 WALDBERG ST.JOSEF
D 1952 2 15 WEISE/PLATTLING 63872 HEINRICHSTHAL ST.GEORG
D 1952 2 24 WEISE/PLATTLING 97447 FRANKENWINHEIM ST.JOHANNE
D 1953 2 0 WEISE/PLATTLING 97334 NORDHEIM/MAIN KATH.
D 1953 2 8 WEISE/PLATTLING 84389 NEUHOFEN ST.JOHANNES
D 1953 2 11 WEISE/PLATTLING 84375 SEIBERSDORF ST.JACOBUS
D 1953 2 12 WEISE/PLATTLING 97070 WUERZBURG AUGUSTINER CHOR EHEMALIGE ORGEL
D 1953 2 18 WEISE/PLATTLING 91257 TROSCHENREUTH ST.MARTIN
D 1953 2 22 WEISE/PLATTLING 97616 BRENDLORENZEN ST.J.TAEUFER
D 1953 2 38 WEISE/PLATTLING 97070 WUERZBURG AUGUSTINERKIRCHE EHEMALIGE ORGEL
D 1954 2 0 WEISE/PLATTLING 97737 LANGENPROZELTEN ST.WENDEL
D 1954 2 11 WEISE/PLATTLING 94424 MITTERSHAUSEN ST.STEPHANU
D 1955 2 0 WEISE/PLATTLING 97447 BRUENNSTADT KATH.
D 1955 2 13 WEISE/PLATTLING 84030 ERGOLDING MARIA HILF
D 1955 2 15 WEISE/PLATTLING 66115 FUELLENGARTEN ST.HELENA
D 1955 2 15 WEISE/PLATTLING 85354 FREISING PALLOTTINER ST.J.TAEUFER
D 1955 2 17 WEISE/PLATTLING 97688 AURA ST.LAURENTIUS
D 1955 2 18 WEISE/PLATTLING 97688 HAUSEN HL.KREUZ
D 1955 2 23 WEISE/PLATTLING 94327 BOGEN ST.FLORIAN EHEMALIGE ORGEL
D 1955 2 26 WEISE/PLATTLING 63741 NILKHEIM ST.KILIAN
D 1956 2 20 WEISE/PLATTLING 63906 ERLENBACH ST.JOSEF
D 1956 2 21 WEISE/PLATTLING 97723 OBERTHULBA ST.J.TAEUFER EHEMALIGE ORGEL
D 1957 2 17 WEISE/PLATTLING 97705 STRALSBACH ST.OSWALD
D 1957 2 24 WEISE/PLATTLING 54538 KINHEIM ST.MARTIN BILD VON WEISEL
D 1958 2 10 WEISE/PLATTLING 97723 WITTERSHAUSEN KATH.
D 1958 2 12 WEISE/PLATTLING 94152 MITTICH MARIA HIMMELFAHRT
D 1958 2 16 WEISE/PLATTLING 97717 SULZTHAL M.HIMMELFAHRT
D 1958 2 19 WEISE/PLATTLING 85126 MUENCHSMUENSTER ST.SIXTUS
D 1958 2 20 WEISE/PLATTLING 94565 WINDORF ST.JACOBUS
D 1959 2 18 WEISE/PLATTLING 54516 WENGEROHR ST.PETER
D 1959 2 19 WEISE/PLATTLING 97702 GROSSWENKHEIM M.HIMMELFAHR
D 1959 2 21 WEISE/PLATTLING 97440 SCHRAUDENBACH ST.J.AELTERE
Vielleicht hilft es etwas?!?
Grüße
Jörg
Unbekannte Weise-Orgel bei Ladach - Wer kennt sie?
Hallo Jörg,
vielen Dank, das muss ich jetzt erst einmal abgleichen. Auf dem ersten Blick sind viele "alte Bekannte" darunter : -)
Viele Grüße
Mark
Werkverzeichnis Weise - Altes und Neues aus Würzburg
Liebe Weise-Freunde,
gestern verbrachte ich einen langen Tag im Bistumsarchiv Würzburg, wo ich einiges an Material zu Weise-Orgeln gesichtet habe.
Zunächst waren mehrere Orgelakten aus Pfarrarchiven an der Reihe.
Die mir schon lange suspekte Orgel in der Kirche zu Diebach bei Bad Kissingen, die bislang als "Weise 1925" bekannt war, entpuppte sich als ein Instrument aus der Werkstatt Hochrhein in Münnerstadt von 1923.
Einem Angebot von Weise aus den 1930er Jahren lag eine maschinengeschriebene Liste mit Orgeln bei, die von Michael Weise offensichtlich als besonders werbewirksam angesehen wurden. Die Liste enthält neben "alten Bekannten" wie Niederaltaich, Regensburg St. Anton, Badajoz, den beiden Orgeln für die evangelische und katholische Stadtkirche Kehl (Baden) und die Orgel für die katholische Stadtpfarrkirche Abenberg mehrere Exportorgeln. Nun sind erstmals auch konkrete Instrumente bekannt, die nach Südamerika gingen. Interessante Orgeln aus der Liste:
- Klosterkirche Guadalupe/Spanien (mit Alberto Merklin)
- eine Orgel für Buenos Aires (leider ohne konkreten Aufstellungsort) mit 24 Registern
- eine Orgel für die Kathedrale Ibague in Kolumbien mit 14 Registern
- eine weitere Kinoorgel für Darmstadt mit 44 Registern (leider ohne Aufstellungsort, besaßen die Helia dort mehrere Kinos?)
Dann wurden von mir die sogenannten "Realschematismen" des Bistums Würzburg, welche in dem 1990er Jahren erschienen sind, durchgearbeitet. Diese Handbücher, welche sämtliche Pfarr-, Filial- und Nebenkirchen aufführen, enthalten jeweils kurze Angaben zu den vorhandenen Orgeln mit Erbauer, Jahreszahl und Registerzahl. Das Weise-Werkverzeichnis erhielt dadurch einen stattlichen Zuwachs. Wer hat beispielsweise schon von den Weise-Orgeln in Sulzfeld, Wargolshausen oder für die Pfarrkirche und für die Friedhofskapelle Wülfershausen an der Saale gelesen (alle 1930er Jahre)?
Auch an Nachkriegsorgeln gab es aus den Realschematismen Zuwachs, u.a. zwei bislang nicht erfasste Orgeln in Würzburg (u.a Hauskapelle des Karmelitenklosters).
Leider sind die Realschematismen nur für etwa 2/3 der Dekanate des Bistums Würzburg erschienen und wurden nie fortgesetzt. Mit ihnen hätte man höchstwahrscheinlich die Nachkriegsorgeln von Weise in Unterfranken, die in den 1990er Jahren noch nahezu vollständig erhalten waren, komplett erfassen können.
Schließlich galt es für mich noch, die Unterlagen zu Weise aus dem Nachlass von Hermann Fischer, welcher nun im Bistumsarchiv Würzburg aufbewahrt wird, durchzuarbeiten.
Aus dem Fischer-Nachlass gab es jetzt nicht (wie erhofft) wirklich viel Zuwachs für die Werkliste, aber Hermann Fischer hat von vielen fränkischen Weise-Orgel aus den 1930er und 1940er Jahren, welche mittlerweile nicht mehr existieren, die Opusnumnern notiert, was sehr wertvoll ist. Weiters hat Hermann Fischer von vielen der fränkischen Weise-Orgeln Prospektskizzen angefertigt, für das Werkverzeichnis nicht relevant, aber trotzdem interessant. Aus dem Fischer-Nachlass ergab sich übrigens auch, welche Orgel das Opus 1000 der Firma Weise darstellt: das 1976 erbaute Werk für die katholische Stadtpfarrkirche Marktredwitz.
Jedenfalls war es doch ein sehr lohnender Tag in Würzburg.
Als nächstes steht dann die Archivarbeit für die Oberpfalz und Niederbayern an. Bis dann...
Werkverzeichnis Weise - Altes und Neues aus Würzburg
Ich finde das einfach wunderbar, mit welcher Akribie Du das aufarbeitest!
Werkverzeichnis Weise - Altes und Neues aus Würzburg
Dem schließe ich mich an. Respekt! Und: Danke!
Weise - Orgel in Schwandorf, St. Paul, 1979, II/19![[image]](images/uploaded/2025041716321668012d10d1776.jpg)
Werkverzeichnis Weise - Altes und Neues aus Würzburg
Vielen lieben Dank, ihr beiden! So etwas spornt natürlich zusätzlich an, genauso wie das immer präzisere Gesamtbild, welches sich nach und nach hinsichtlich des Wirkens der Plattlinger Werkstätte ergibt.
Werkverzeichnis Weise - Altes und Neues aus Würzburg
Wau - was für ein wunderschöner Raum...
obwohl ganz anders, musste ich sofort an die
hannerup kirke in Fredericia
denken
mit einer nahezu "schwebenden" Orgel
die rechts und links zwei komplett gleiche Register Tableaus hat (habe ich so sonst noch nie gesehen)
.
.
.
und ganz offensichtlich täuscht mich mein Gedächtnis in der Hinsicht:
Orgel Spieltisch Hannerup Kirke
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Werkverzeichnis Weise - Altes und Neues aus Würzburg
Von mir auch herzlichen Dank. Aber das weißt Du ja, dass ich Deine Arbeit sehr schätze :-)
Werkverzeichnis Weise - Wieder mal eine Zwischenbilanz
Liebe Weise-Freunde,
mein Verzeichnis ist nunmehr auf 19 Seiten angewachsen, wobei die Archivbesuche in Regensburg und Passau noch ausstehen (diese Woche geht es aber in der Oberpfalz los).
Fazit: von den bis 1945 etwa 500 erbauten Weise-Orgeln sind nun rund 460 Instrumente erfasst, wobei manches noch überprüft und sortiert werden muss. Ich bin selbst erstaunt, wie viele Orgeln bisher ermittelt werden konnten, wenn auch von einigen das konkrete Baujahr momentan noch unklar ist.
Wie sagt man so schön auf Neudeutsch: spoilern. Ich gebe mal eine Vorschau auf das Jahr 1922. Für dieses Jahr konnte ich bislang 14 Orgelbauten ermitteln. Davon gingen:
- 6 Orgeln in die Oberpfalz
- 4 Orgeln nach Niederbayern
- 3 Orgeln nach Baden
- 1 Orgel nach Sachsen
Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.
Die zweite Kinoorgel von Weise für Darmstadt
- eine weitere Kinoorgel für Darmstadt mit 44 Registern (leider ohne Aufstellungsort, besaßen die Helia dort mehrere Kinos?)
Nun konnte ich dazu weitere Details ermitteln.
Die Orgel entstand 1929 für den "Union-Palast". Die Disposition liegt mir vor. Das Instrument verfügte über III/42, eine Unmenge Spielhilfen und mehrere Effektstimmmen.
Die zweite Kinoorgel von Weise für Darmstadt
- eine weitere Kinoorgel für Darmstadt mit 44 Registern (leider ohne Aufstellungsort, besaßen die Helia dort mehrere Kinos?)
Nun konnte ich dazu weitere Details ermitteln.
Die Orgel entstand 1929 für den "Union-Palast". Die Disposition liegt mir vor. Das Instrument verfügte über III/42, eine Unmenge Spielhilfen und mehrere Effektstimmmen.
bei Kinoorgeln ist die reine Angabe der Register ja eher weniger hilfreich zur Einschätzung der tatsächlichen Größe / Anzahl der vorhandenen Pfeifen...
weißt Du aus wievielen Pfeifen oder PfeifenReihen (Muddis Multiplex) die 42 Register gebildet werden?
Frage:
42... ???
Wo ist mir diese Zahl nur schon mal begegnet...
--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Die zweite Kinoorgel von Weise für Darmstadt
Leider geht aus der Disposition rein gar nichts darüber hervor, aus wievielen Grundregistern und ausgezogenen bzw. transmittierten Stimmen die Orgel bestand.
Wenn mein Tag morgen in der Oberpfalz nicht zu anstrengend wird (was aber zu befürchten ist : -) ), dann stelle ich die Disposition abends noch ein, sonst am Donnerstag.
Jedenfalls verfügte die Orgel auch über eine der hier schon diskutierten Hornflöten.
Die zweite Kinoorgel von Weise für Darmstadt
ich vermute mal ähnlich wie die im Helia-Theater. Da kann man auch rätseln :-)
Einschätzungen zu einer Weise von 1914 gesucht
Mein gestriger Besuch im Bistumsarchiv Regensburg brachte etliche neue Erkenntnisse, über die ich aber ein anderes Mal berichten werde, wenn meine Arbeiten dort abgeschlossen sind.
Heute geht es mir um eine Weise-Orgel von 1914, deren Disposition interessante, aber auch etwas rätselhafte Anmerkungen beigefügt sind.
Die Orgel wurde für die Kirche in Oberviehbach erbaut und stellt eines der typischen Transmissionsinstrumente dar, von welchen Weise zwischen etwa 1908 und 1920 eine stattliche Anzahl erbauen konnte.
I. & II. Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Salicional 8'
5) Aeoline 8'
Vox coelestis (Sammelzug 4+5)
Clarinette (Sammelzug 2+3)
6) Traversflöte 4'
7) Mixtur 2 2/3' (nur auf I. spielbar)
Pedal
8) Subbaß 16'
Zartbaß 16' (Abschwächung)
II-I
I-P
II-P
I 16'
II-I 16'
II-I 4'
P 4'
Automatisches Pianopedal
Multiplex mit Einstellregistern u. 9 Druckknöpfen (Multiplex mit 9 fertigen Kombinationen)
Meine Frage nach Einschätzungen bezieht sich auf den letzten kursiven Passus. Was kann sich dahinter verbergen? Einstellregister? Die Orgel wird nicht bei ihrer Größe 9 feste Kombinationen besessen haben?
Vielleicht kennt ja jemand eine erhaltene Weise-Orgel dieser Zeit mit einer solchen Vorrichtung?
Auf Antworten bin ich sehr gespannt.
Einschätzungen zu einer Weise von 1914 gesucht
Mein gestriger Besuch im Bistumsarchiv Regensburg brachte etliche neue Erkenntnisse, über die ich aber ein anderes Mal berichten werde, wenn meine Arbeiten dort abgeschlossen sind.
Heute geht es mir um eine Weise-Orgel von 1914, deren Disposition interessante, aber auch etwas rätselhafte Anmerkungen beigefügt sind.
Die Orgel wurde für die Kirche in Oberviehbach erbaut und stellt eines der typischen Transmissionsinstrumente dar, von welchen Weise zwischen etwa 1908 und 1920 eine stattliche Anzahl erbauen konnte.I. & II. Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Salicional 8'
5) Aeoline 8'
Vox coelestis (Sammelzug 4+5)
Clarinette (Sammelzug 2+3)
6) Traversflöte 4'
7) Mixtur 2 2/3' (nur auf I. spielbar)Pedal
8) Subbaß 16'
Zartbaß 16' (Abschwächung)II-I
I-P
II-P
I 16'
II-I 16'
II-I 4'
P 4'Automatisches Pianopedal
Multiplex mit Einstellregistern u. 9 Druckknöpfen (Multiplex mit 9 fertigen Kombinationen)
Meine Frage nach Einschätzungen bezieht sich auf den letzten kursiven Passus. Was kann sich dahinter verbergen? Einstellregister? Die Orgel wird nicht bei ihrer Größe 9 feste Kombinationen besessen haben?
Vielleicht kennt ja jemand eine erhaltene Weise-Orgel dieser Zeit mit einer solchen Vorrichtung?Auf Antworten bin ich sehr gespannt.
Zufälligerweise war ich einige Zeit Organist in dieser Kirche und ich muss ich zumindest diesbezüglich enttäuschen. Selbst die alte Organistin (eine sehr fähige Klosterschwester aus Niederviehbach, an der einzig erhaltenen zweimanualigen Johann Ehrlich Orgel), die mit über 90 Jahren vor ein paar Jahren gestorben ist, hat diese Orgel nie spielbar erlebt. Seyboldsdorf, ein paar Kilometer weiter (wo ich auch zwei Jahre lang georgelt habe), hatte die absolut selbe Disposition, wurde aber bereits in den 30er Jahren umgebaut. Möglicherweise weiß Johannes Schädler etwas mehr, er hat die neue Orgel in Oberviehbach gebaut und die Register Gedeckt, Salicional, Aeoline (jetzt Vox coelestis) und Traversflöte wiederverwendet. Leider nicht die Gamba....
VG Franz
Einschätzungen zu einer Weise von 1914 gesucht
Danke für deine Antwort.
Das bestätigt genau das, was ich in Regensburg noch zu anderen Weise-Orgeln aus dieser Zeit gefunden habe: mindestens vier oder fünf Transmissionsnstrumente, die in den 1930er Jahren auf "Normalorgeln" (nicht meine Wortwahl, sondern tatsächlich so bezeichnet) umgebaut wurden und offensichtlich erhielten diese Umbauten auch Opusnumnern.
Beispiele:
- Egglkofen 1932
- Wörth an der Isar 1937
- Weng 1940
Viele Grüße
Einschätzungen zu einer Weise von 1914 gesucht
Danke für deine Antwort.
Das bestätigt genau das, was ich in Regensburg noch zu anderen Weise-Orgeln aus dieser Zeit gefunden habe: mindestens vier oder fünf Transmissionsnstrumente, die in den 1930er Jahren auf "Normalorgeln" (nicht meine Wortwahl, sondern tatsächlich so bezeichnet) umgebaut wurden und offensichtlich erhielten diese Umbauten auch Opusnumnern.
Beispiele:
- Egglkofen 1932
- Wörth an der Isar 1937
- Weng 1940Viele Grüße
Egglkofen steht nicht mehr, da ist jetzt eine Ismyayr ;-)
Weng könnte noch vorhanden sein, da steht aber seit Jahrzehnten ein Elektronium
Wörth an der Isar hab ich jahrelang gespielt und persönlich mit abgebaut! Sämtliche wertvollen Register aus dieser Orgel erklingen bereits wieder in alter Schönheit in anderen Orgeln. Allerdings wurde in Wörth die Kirche 1937 neu gebaut und auch die Orgel war eine völlig normale Weise Membranlade. Der Spieltisch war aus der Zeit von 1937. Jetzt steht dort eine Jann, die ich aber noch nicht ausprobiert habe.
Einschätzungen zu einer Weise von 1914 gesucht
Danke für deine Antwort.
Das bestätigt genau das, was ich in Regensburg noch zu anderen Weise-Orgeln aus dieser Zeit gefunden habe: mindestens vier oder fünf Transmissionsnstrumente, die in den 1930er Jahren auf "Normalorgeln" (nicht meine Wortwahl, sondern tatsächlich so bezeichnet) umgebaut wurden und offensichtlich erhielten diese Umbauten auch Opusnumnern.
Beispiele:
- Egglkofen 1932
- Wörth an der Isar 1937
- Weng 1940Viele Grüße
Egglkofen steht nicht mehr, da ist jetzt eine Ismyayr ;-)
Weng könnte noch vorhanden sein, da steht aber seit Jahrzehnten ein Elektronium
Wörth an der Isar hab ich jahrelang gespielt und persönlich mit abgebaut! Sämtliche wertvollen Register aus dieser Orgel erklingen bereits wieder in alter Schönheit in anderen Orgeln. Die Mixtur daraus sogar völlig unverändert, die war wie neu (Näheres gerne via Privat Mail).
So machen wir es.
Allerdings wurde in Wörth die Kirche 1937 neu gebaut und auch die Orgel war eine völlig normale Weise Membranlade. Der Spieltisch war aus der Zeit von 1937. Jetzt steht dort eine Jann, die ich aber noch nicht ausprobiert habe.
Dort wurde offenbar das meiste Pfeifenwerk von 1910 übernommen, jedenfalls nach den Archivalien.
Weise und seine Transmissionsorgeln
Mittlerweile sind eine stattliche Anzahl von Transmissionsorgeln aus der Werkstatt Weise nachzuweisen, wobei die Archivarbeiten zur Oberpfalz und zu Niederbayern noch nicht abgeschlossen sind und noch weitere solcher Instrumente zu erwarten stehen. An dieser Stelle möchte ich eine kurze Übersicht über die bislang bekannt gewordenen Transmissionsorgeln geben.
Über das frühe Ende vieler der Transmissionsorgeln kann ich bislang nur spekulieren. Ich bin aber mittlerweile der Ansicht, daß nicht unbedingt musikalische Aspekte dafür eine Rolle spielten, sondern die Technik dieser Instrumente anfällig war. Wenn mir eine im Ursprungszustand erhaltene Transmissionsorgel von Weise bekannt wäre, würde ich diese jederzeit einmal besichtigen um der Konstruktionsart und eventuellen Schwachstellen näherzukommen.
Hier zunächst eine Übersicht der bislang bekannten Instrumente (* = später auf "Normalorgel" umgebaut):
- 1908 Pilsting, kath. Pfarrkirche II/9
- 1909 Sünching, kath. Pfarrkirche II/10
- 1909 Metten, kath. Abteikirche der Benediktiner Hauptorgel II/24
- 1909 Vilsbiburg, kath. Wallfahrtskirche Maria Hilf II/10
- 1909 Aigen am Inn, kath. Pfarrkirche II/8
- 1910 Ettling, kath. Pfarrkirche II/8
- 1910 Stallwang, kath. Pfarrkirche II/10
- 1910 Schwarzach (Niederbayern), kath. Pfarrkirche II/10
- 1910 Ganacker, kath. Benefiziumskirche II/7
- 1910 *Gumattenkirchen, kath. Filialkirche II/12
- ~1910 Großköllnbach, kath. Pfarrkirche II/6
- 1911 Obernzell, kath. Pfarrkirche II/11
- 1911 *Seyboldsdorf, kath. Pfarrkirche II/8
- 1911 Margarethenberg, kath. Pfarrkirche II/7
- 1911 *Egglkofen, kath. Pfarrkirche II/8
- 1912 Gangkofen, kath. Pfarrkirche II/12
- 1912 Pocking, kath. Stadtpfarrkirche II/11
- 1912 *Weng, kath. Kuratiekirche
- 1912 Wald an der Alz, kath. Pfarrkirche II/7
- 1912 Heiligenstatt, kath. Wallfahrtskirche II/7
- 1912 Osterwaal, kath. Pfarrkirche II/7
- 1912 Bayerisch Eisenstein, kath. Pfarrkirche II/12
- 1913 *Wörth an der Isar, kath. Pfarrkirche II/10
- 1913 Wolnzach, kath. Pfarrkirche II/20
- 1913 *Rimbach, kath. Filialkirche II/5
- 1913 Mainkofen, kath. Anstaltskirche II/8
- 1914 Oberviehbach, kath. Pfarrkirche II/8
- 1914 *Obersüßbach, kath. Pfarrkirche II/11
- 1914 Moosthenning, kath. Filialkirche II/5
- 1914 Ursulapoppenricht, kath. Pfarrkirche II/10
- 1914 Otzing, kath. Pfarrkirche II/20
- 1915 Rettenbach (DEG), kath. Filialkirche II/11
- 1915 Adldorf, kath. Filialkirche II/8
- 1915 Oberviechtach, kath. Stadtpfarrkirche II/10
- 1918 Bayerbach an der Rott, kath. Pfarrkirche II/9
- 1918 München-Haidhausen, Alte Pfarrkirche II/7
Und nun möchte ich noch drei Dispositionen von Weiseschen Transmissionsorgeln vorstellen, die meines Wissens bislang noch nirgendwo veröffentlicht wurden.
Als erstes das Werk für die Pfarrkirche der Marktgemeinde Wolnzach aus dem Jahr 1913, neben der Hauptorgel für die Benediktinerabtei Metten wohl die größte von Weise erbaute Transmissionsorgel. Der schöne Neurokokoprospekt ist bis heute mit neuer Weise-Orgel erhalten.
Manual I. & II.
1) Bourdon 16'
2) Principal 8'
3) Tibia 8'
4) Gedeckt 8'
5) Quintatön 8'
6) Gamba 8'
7) Gemshorn 8'
8) Salicional 8'
9) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)
10) Octav 4'
11) Traversflöte 4'
12) Dolce 4'
13) Quintflöte 2 2/3'
14) Superoctav 2'
Mixtur 2 2/3' (Sammelzug)
15) Trompete 8'
Oboe 8' (labialer Sammelzug)
Clarinette 8' (labialer Sammelzug)
Pedal
16) Subbaß 16'
17) Violon 16'
18) Octavbaß 8'
19) Cello 8'
20) Posaune 16'
Die Orgel für die Pfarrkirche Otzing bei Plattling entstand im darauffolgenden Jahr 1914. In der Literatur wird für Otzing ein Neubau 1901 durch Maerz genannt; ob die Maerz-Orgel nur 13 Jahre hielt (was ich mir nicht recht vorstellen kann), die Orgel von Weise 1914 in ein Transmissionswerk umgebaut wurde oder Ortsname eine Verwechslung darstellt, ist nicht geklärt.
Manual I. & II.
1) Bourdon 16'
2) Principal 8'
3) Tibia 8'
4) Gedeckt 8'
5) Quintatön 8'
6) Gamba 8'
7) Salicional 8'
8) Aeoline 8'
9) Dolce 8'
10) Octav 4'
11) Traversflöte 4'
12) Quintflöte 2 2/3'
13) Piccolo 2'
14) Terzflöte 1 3/5'
15) Trompete 8'
Pedal
16) Subbaß 16'
17) Violon 16'
18) Octavbaß 8'
19) Cello 8'
20) Posaune 16'
Und als drittes die Orgel für die Kirche der Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen bei Deggendorf, die 1913 entstand:
Manual I. & II.
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Salicional 8'
5) Aeoline 8'
6) Traversflöte 4'
7) Quintflöte 2 2/3'
Pedal
8) Subbaß 16'
Wolnzach, Weise und seine Transmissionsorgeln
Vielen Dank. Wolnzach mit dem hübschen Prospekt und der Dispo 1965 gibts auf OI:
https://organindex.de/index.php?title=Wolnzach,_St._Laurentius
Otzing, Weise und seine Transmissionsorgeln
In Otzing habe ich einen noch sehr jungen 3man. Neubau (1989) von Welse gefunden. Auf eine frühere Weise dort kein Hinweis.
Das vermutlich von Maerz stammende Gehäuse scheint ein stilgetreues RP erhalten zu haben. Vielleicht ist da noch altes Material drin?
Die Prospektpfeifen sehen irgendwie nicht nach 1989 aus..
Weise und seine Transmissionsorgeln
Ich wüsste nicht, dass Ganacker (übrigens 1907) eine Transmissionsorgel ist (was der Begriff auch immer zu bedeuten hätte...). Die Orgel hat zwei Manuale und ist eine "normale" pneumatische Orgel. Im Krieg wurden jedoch einige Pfeifen eingeschmolzen und durch billiges "Blech" ersetzt. Die Bestrebungen, die Pfeifen wieder zurückzuführen hat man natürlich aus Kostengründen nicht realisiert.
Otzing, Weise und seine Transmissionsorgeln
In Otzing habe ich einen noch sehr jungen 3man. Neubau (1989) von Welse gefunden. Auf eine frühere Weise dort kein Hinweis.
Das vermutlich von Maerz stammende Gehäuse scheint ein stilgetreues RP erhalten zu haben. Vielleicht ist da noch altes Material drin?
Die Prospektpfeifen sehen irgendwie nicht nach 1989 aus..
Danke, für Weihmichl 1999 hat Weise eine ähnliche Erweiterung in Anlehnung an das Hauptgehäuse geplant gehabt, stilistisch und von den Proportionen her wirklich gelungen.
Das Hauptgehäuse erinnert mich an irgend einen anderen Entwurf von Maerz (es könnte eine Orgel sein, die wir in Pflege hatten, ich meine, irgendwo in Mittelschwaben um Krumbach/Thannhausen), daher halte ich die Theorie am plausibelsten, daß die Maerz-Orgel 1914 von Weise in ein Transmissionsinstrument umgebaut wurde, vielleicht mit neuen oder zusätzlichen Windladen und neuem Spieltisch, aber unter Verwendung von Gehäuse, Pfeifenwerk, Windversorgung.
Nach den Archivalien im Bistumsarchiv Regensburg war dort jedenfalls eine Weise-Orgel von 1914 vorhanden und auch die Disposition ist im Vergleich mit Wolnzach und Metten unzweifelhaft Weise.
Den Autoren der auf der ODB zitierten Literatur waren diese Unterlagen offebar nicht bekannt. Interessant ist aber, daß Reinhard Weise auf seiner Liste die Orgel aufführt, unter Baujahr 1920. Auch das spricht für meine These.
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Ich wüsste nicht, dass Ganacker (übrigens 1907) eine Transmissionsorgel ist (was der Begriff auch immer zu bedeuten hätte...). Die Orgel hat zwei Manuale und ist eine "normale" pneumatische Orgel. Im Krieg wurden jedoch einige Pfeifen eingeschmolzen und durch billiges "Blech" ersetzt. Die Bestrebungen, die Pfeifen wieder zurückzuführen hat man natürlich aus Kostengründen nicht realisiert.
Aus den Archivalien im Bistumsarchiv Regensburg geht für Ganacker das Baujahr 1912 hervor und folgende Disposition:
I. & II. Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Salicional 8'
5) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug 4+5)
6) Octav 4'
Clarinette 8' (Sammelzug 2+3)
Pedal
7) Subbaß 16'
Die Orgel befand sich noch 1944 in diesem Zustand. Es ist durchaus denkbar, daß sie in den Nachkriegsjahren zu einer "Normalorgel" umgebaut wurde, wie dies auch in anderen Fällen geschah.
P.S. 1907 ist jetzt das vierte Baujahr, welches für die Orgel in Ganacker genannt wird. Brenninger nennt 1910, auch 1911 ist im Umlauf.
Ich bin am überlegen, ob ich nicht nach Abschluß der Forschungen in den kirchlichen Archiven mir noch die Akten der Regierung für Niederbayern hinsichtlich Kirchenbauten/Kirchenvermögen im Staatsarchiv Landshut durchsehe. Wenn das dort so lief wie im Kreis Schwaben und Neuburg und in der Pfalz, ist in diesen Akten der Schriftverkehr zur Genehmigung der Orgelbauten erhalten und von den Bezirksämtern musste die Fertigstellung der Orgeln an die Regierung gemeldet werden.
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Also die Disposition in Ganacker lautet:
I. Man
Principal 8'
Gamba 8'
Oktave 4'
II. Man
Gedeckt 8'
Salicional 8'
Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)
Ped.
Subbass 16'
Manualkoppel II-I
Oberoctav II-I
Oberoctav I-I
Pedal Oberoctav
II-P
I-P
Piano-Pedal-Absteller
Ich muss mal nach dem Gutachten von Gerhard Siegl suchen, er hatte die Orgel damals in Augenschein genommen (müsste Mitte der 90er gewesen sein)
Clarinette war nie da, auch sieht es nicht so aus, dass da jemals was geändert worden wäre.
Einziger Hinweis: Einige Registerschilder sind schon in "standardisierter" Schrift, andere sind noch per Hand gemalt...
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Also die Disposition in Ganacker lautet:
I. Man
Principal 8'
Gamba 8'
Oktave 4'II. Man
Gedeckt 8'
Salicional 8'
Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)Ped.
Subbass 16'
Manualkoppel II-I
Oberoctav II-I
Oberoctav I-I
Pedal Oberoctav
II-P
I-P
Piano-Pedal-AbstellerIch muss mal nach dem Gutachten von Gerhard Siegl suchen, er hatte die Orgel damals in Augenschein genommen (müsste Mitte der 90er gewesen sein)
Clarinette war nie da, auch sieht es nicht so aus, dass da jemals was geändert worden wäre.
Einziger Hinweis: Einige Registerschilder sind schon in "standardisierter" Schrift, andere sind noch per Hand gemalt...
Das sind genau die standardisierten Spielhilfen und Koppeln, wie sie Weise für seine Transmissionsorgeln verwendet hat. Auch die ganze Disposition riecht danach, ebenso die Registerschilder mit unterschiedlicher Schrift. Meiner Meinung spricht vieles dafür, daß hier einmal etwas ähnliches geschehen ist, wie in Seyboldsdorf, nämlich ein Umbau, wohl in den 1950er Jahren.
Dazu müsste man aber einmal genau im Spieltischinneren und an den Relaisapparaten im Orgelinneren nach Spuren suchen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.
Nachdem mir nun dankenswerterweise der Standort einer original erhaltenen Weise-Transmissionsorgel mitgeteilt wurde (Stallwang), müsste man dieses Instrument mit jenem in Ganacker genau vergleichen und dann käme man sicher einen großen Schritt weiter.
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Dispostion Ganacker nach Brenninger (1974):
I (C-f''''): P 8', Ga 8', O 4'
II (C-f''''): Ge 8', Sa 8', Ae 8', Vox 8'
P (C-d'): SB 16'
Koppeln: OK I, II-I, OK II-I, I-P, II-P, OK Pedal
Brenninger nennt Kegelladen, so daß ein Umbau nach dem Krieg in der Tat nicht unwahrscheinlich erscheint.
Ein Fall einer umgebauten Transmissionsorgel von Weise, ich habe bisweilen auch den Ausdruck "Translationsorgel" gefunden, ist z.B. auch Bayerisch Eisenstein von 1912 mit seinem imposanten Prospekt (siehe unten). Hier wurde neben der Einrichtung auf zwei konventionelle Manualladen auch kräftig umdisponiert.
Aus
I + II: P 8', Ge 8', Ga 8', Ti 8', Sa 8', Ae 8', Qu 8', Fu 4', Trfl 4', Mx 2 2/3', und Clarinette 8', Vox 8', Oboe 8' als Gruppenzüge
P: SB 16', GeB 8'
wurde
I: P 8', Ge 8', O 4', Piccolo 2' Mx 4f. 1 1/3'
II: Qu 8', Sa 8', Trfl 4', P 2', Scharff 3f. 2/3'
P: SB 16', OB 8'
![[image]](images/uploaded/20250426123941680cd40d3fc25.jpg)
ODB, Weise und seine Transmissionsorgeln
Danke für die weitergehende Recherche!
Natürlich ist ODB mit sehr vielen Lücken und Fehlern behaftet, in Zweifel bringt die eigene Recherche da viel zuverlässigere Daten. Ich sehe das Projekt als einen ehrenwerten Versuch, einmal einen Überblick über die bayerische Orgellanschaft zu haben, davor gab es ja nur regional begrenzte Aufsätze und Bücher, und ich denke, da waren einfach nicht genügend Leute da, um das alles im Detail zu erfassen (und auch mal Korrektur zu lesen!).
ich bin jedenfalls sehr dankbar, dieses Tool zu haben, da man sonst in vielen Fällen nicht mal einen Anhaltspunkt hätte.
Man sollte mal eine Neuauflage angehen :-)
Ich hatte mir die Datenbank damals eigens als CD in der verrauchten Geschäftsstelle der GfBM erworben, das muss so 15 Jahre her sein, damals war die ja auch noch nicht anders verfügbar..
Davor bin ich zuweilen extra in der Bay. Staatsbibliothek gewesen, um mir Dispositionen zu kopieren..
Bayerisch Eisenstein - Weise und seine Transmissionsorgeln
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Also die Disposition in Ganacker lautet:
I. Man
Principal 8'
Gamba 8'
Oktave 4'II. Man
Gedeckt 8'
Salicional 8'
Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)Ped.
Subbass 16'
Manualkoppel II-I
Oberoctav II-I
Oberoctav I-I
Pedal Oberoctav
II-P
I-P
Piano-Pedal-AbstellerIch muss mal nach dem Gutachten von Gerhard Siegl suchen, er hatte die Orgel damals in Augenschein genommen (müsste Mitte der 90er gewesen sein)
Clarinette war nie da, auch sieht es nicht so aus, dass da jemals was geändert worden wäre.
Einziger Hinweis: Einige Registerschilder sind schon in "standardisierter" Schrift, andere sind noch per Hand gemalt...
Das sind genau die standardisierten Spielhilfen und Koppeln, wie sie Weise für seine Transmissionsorgeln verwendet hat. Auch die ganze Disposition riecht danach, ebenso die Registerschilder mit unterschiedlicher Schrift. Meiner Meinung spricht vieles dafür, daß hier einmal etwas ähnliches geschehen ist, wie in Seyboldsdorf, nämlich ein Umbau, wohl in den 1950er Jahren.Dazu müsste man aber einmal genau im Spieltischinneren und an den Relaisapparaten im Orgelinneren nach Spuren suchen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.
Nachdem mir nun dankenswerterweise der Standort einer original erhaltenen Weise-Transmissionsorgel mitgeteilt wurde (Stallwang), müsste man dieses Instrument mit jenem in Ganacker genau vergleichen und dann käme man sicher einen großen Schritt weiter.
Zumal die Disposition wie sie heute ist, überhaupt keinen Sinn hat, ähnlich wie in Seyboldsdorf. Zu 100% war das eine Transmissionsorgel. In Seyboldsdorf erkennt man das auch nicht auf den ersten Blick, dass das umgebaut wurde. Alles schön kaschiert. Ob der OSV diesbezüglich so tief Bescheid weiß, wage ich stark zu bezweifeln.....
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Dispostion Ganacker nach Brenninger (1974):
I (C-f''''): P 8', Ga 8', O 4'
II (C-f''''): Ge 8', Sa 8', Ae 8', Vox 8'
P (C-d'): SB 16'Koppeln: OK I, II-I, OK II-I, I-P, II-P, OK Pedal
Brenninger nennt Kegelladen, so daß ein Umbau nach dem Krieg in der Tat nicht unwahrscheinlich erscheint.
Brenninger hat viele Fehler drin und ein Umbau nach dem Krieg wäre einhergehenden mit einer kräftigen verzimbelung. So wie ich das sehe lag das Problem der Transmissionsorgeln eher im Spieltisch. Die Membranladen vom Weise sind in Seyboldsdorf, auch eine umgebaute Translationsorgel, noch original. Auch hier ist der Eintrag auf Wiki falsch, wo Kegelladen erwähnt sind.
Ein Fall einer umgebauten Transmissionsorgel von Weise, ich habe bisweilen auch den Ausdruck "Translationsorgel" gefunden, ist z.B. auch Bayerisch Eisenstein von 1912 mit seinem imposanten Prospekt (siehe unten). Hier wurde neben der Einrichtung auf zwei konventionelle Manualladen auch kräftig umdisponiert.Aus
I + II: P 8', Ge 8', Ga 8', Ti 8', Sa 8', Ae 8', Qu 8', Fu 4', Trfl 4', Mx 2 2/3', und Clarinette 8', Vox 8', Oboe 8' als Gruppenzüge
P: SB 16', GeB 8'wurde
I: P 8', Ge 8', O 4', Piccolo 2' Mx 4f. 1 1/3'
II: Qu 8', Sa 8', Trfl 4', P 2', Scharff 3f. 2/3'
P: SB 16', OB 8'
So sieht nach dem Krieg aus.
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Dispostion Ganacker nach Brenninger (1974):
I (C-f''''): P 8', Ga 8', O 4'
II (C-f''''): Ge 8', Sa 8', Ae 8', Vox 8'
P (C-d'): SB 16'Koppeln: OK I, II-I, OK II-I, I-P, II-P, OK Pedal
Brenninger nennt Kegelladen, so daß ein Umbau nach dem Krieg in der Tat nicht unwahrscheinlich erscheint.
Brenninger hat viele Fehler drin und ein Umbau nach dem Krieg wäre einhergehenden mit einer kräftigen verzimbelung. So wie ich das sehe lag das Problem der Transmissionsorgeln eher im Spieltisch. Die Membranladen vom Weise sind in Seyboldsdorf, auch eine umgebaute Translationsorgel, noch original. Auch hier ist der Eintrag auf Wiki falsch, wo Kegelladen erwähnt sind.
Ich bin hier so weit, daß ich auf dem Weise-Werkverzeichnis, wo bei Brenninger Kegelladen angegeben werden, nur noch pneumatische Traktur eintrage.
Der Übergang zu den Membranladen muss um 1907 herum erfolgt sein, etwa zu dem gleichen Zeitpunkt, ab dem die Transmissionsorgeln auftauchen.
Ab einem noch nicht genau datierbaren Zeitpunkt in der ersten Hälfte der 1930er Jahre wurde dann wieder die Kegellade eingeführt, teilweise in ein und derselben Orgel mit Membranladen kombiniert. Aber auch reine Membranladenorgeln entstanden noch zu dieser Zeit. Das ist momentan alles noch sehr undurchsichtig.
Weise und seine Transmissionsorgeln
Hat sich Faber&Greve mit seinem Reichspatent bei Weise bedient? Die Disposition und Anlage der Orgel in Parchim St. Georgen ähnelt der Orgel von Weise doch sehr - auch hier sind Manual I und II mit dem gleichen, frei wählbaren Registerfundus bestückt.
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"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)
Weise und seine Transmissionsorgeln
Hat sich Faber&Greve mit seinem Reichspatent bei Weise bedient? Die Disposition und Anlage der Orgel in Parchim St. Georgen ähnelt der Orgel von Weise doch sehr - auch hier sind Manual I und II mit dem gleichen, frei wählbaren Registerfundus bestückt.
Von Binder und Siemann gab und gibt es auch ein paar solcher Orgeln, ist also nicht primär eine Weise Erscheinung. Zumindest im Bistum Regensburg war Peter Griesbacher ein Befürworter dieses Systems. Möglicherweise ist die Orgel in 86495 Eurasburg relativ nah an MCVL dran und er kann mal darüber berichten. Die Weise Orgel in Adldorf scheint auch noch zu stehen mit dem originalen System. Da könnte ich im Sommer mal vorbei schauen. Die Brauerei ist auch gegenüber der Kirche.
Weise und seine Transmissionsorgeln
Hat sich Faber&Greve mit seinem Reichspatent bei Weise bedient? Die Disposition und Anlage der Orgel in Parchim St. Georgen ähnelt der Orgel von Weise doch sehr - auch hier sind Manual I und II mit dem gleichen, frei wählbaren Registerfundus bestückt.
Von Binder und Siemann gab und gibt es auch ein paar solcher Orgeln, ist also nicht primär eine Weise Erscheinung. Zumindest im Bistum Regensburg war Peter Griesbacher ein Befürworter dieses Systems. Möglicherweise ist die Orgel in 86495 Eurasburg relativ nah an MCVL dran und er kann mal darüber berichten. Die Weise Orgel in Adldorf scheint auch noch zu stehen mit dem originalen System. Da könnte ich im Sommer mal vorbei schauen. Die Brauerei ist auch gegenüber der Kirche.
Man müsste hier mal genau nachschauen, zu welchem Zeitpunkt die erste Transmissionsorgel im süddeutschen Raum nachweisbar ist.
Derart zum Exzess getrieben hat es aber nur Weise.
In Württemberg hat gelegentlich Goll aus Kirchheim ähnliche Orgeln geliefert, aber dort waren nur einzelne Register unter anderer Bezeichnung vom einem auf das andere Manual transmittiert.
Einer Verbindung Weise-Faber & Greve müsste man mal nachgehen.
Eurasburg wäre mal einen Ausflug wert...
Weise und seine Transmissionsorgeln
Hat sich Faber&Greve mit seinem Reichspatent bei Weise bedient? Die Disposition und Anlage der Orgel in Parchim St. Georgen ähnelt der Orgel von Weise doch sehr - auch hier sind Manual I und II mit dem gleichen, frei wählbaren Registerfundus bestückt.
Von Binder und Siemann gab und gibt es auch ein paar solcher Orgeln, ist also nicht primär eine Weise Erscheinung. Zumindest im Bistum Regensburg war Peter Griesbacher ein Befürworter dieses Systems. Möglicherweise ist die Orgel in 86495 Eurasburg relativ nah an MCVL dran und er kann mal darüber berichten. Die Weise Orgel in Adldorf scheint auch noch zu stehen mit dem originalen System. Da könnte ich im Sommer mal vorbei schauen. Die Brauerei ist auch gegenüber der Kirche.
Man müsste hier mal genau nachschauen, zu welchem Zeitpunkt die erste Transmissionsorgel im süddeutschen Raum nachweisbar ist.
Derart zum Exzess getrieben hat es aber nur Weise.
In Württemberg hat gelegentlich Goll aus Kirchheim ähnliche Orgeln geliefert, aber dort waren nur einzelne Register unter anderer Bezeichnung vom einem auf das andere Manual transmittiert.Einer Verbindung Weise-Faber & Greve müsste man mal nachgehen.
Eurasburg wäre mal einen Ausflug wert...
Edit zu Adldorf, steht leider nicht mehr...So wie es aussieht ist das alte Orgelgehäuse von Ehrlich (bin ich mir fast sicher) noch vorhanden und es wurde eine Schleifladenorgel mit ein paar Registern eingebaut, wobei Registerschwerter verbaut worden sind, wie es Ehrlich (egal welcher) gemacht hat. Die Disposition liest sich allerdings eher wie die einer II Manualigen Walcker Serienorgel (das Basemodel ohne Zungen)....
Weise und seine Transmissionsorgeln
Da fällt mir die Brucker Orgel (heute im Museum Kelheim) ein.
Das Gregoriuswerk unter Georg Glatzl hat ja auch gern von dem Prinzip Gebrauch gemacht, zB. Emmering.
Weise - Einfach mal Danke!
Ich möchte mich an dieser Stelle einfach einmal bei allen Beteiligten an diesem Thread für alles bedanken, was wir in dieser Zeit zusammengetragen haben.
Danke an FranzS, der die ganze Angelegenheit durch seinen Link auf die Stockmeier-Aufnahme ausgelöst hat, herzlichen Dank an "Stimmeisen", "cmcmcm1", "flauteceleste", "jrbecker", "supperoktav" und alle anderen die mich bisher unterstützt haben.
So etwas ist nicht selbstverständlich und nur so können wirklich gute Endergebnisse erzielt werden. Wenn nicht jeder wie eine Gans auf ihrem Gelege sitzt und es schnatternd verteidigt und für sich behält, sondern wenn weitergegeben und ausgetauscht wird in freundschaftlicher, netter und fairer Atmosphäre, dann ist es einen Asbach Uralt wert : -) oder mal eine Zusammenkunft in einer geeigneten Gastronomie unter Weise-Freunden/Interssierten.
Weise und seine Transmissionsorgeln
Da fällt mir die Brucker Orgel (heute im Museum Kelheim) ein.
Ja, an die muss ich hier auch die ganze Zeit denken:
Brucker-Orgel (Weise mit SuperOktavkoppel)
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Die Brucker Transmissionsorgel
Da fällt mir die Brucker Orgel (heute im Museum Kelheim) ein.
Offensichtlich nicht nur Dir...
Ich habe die mal gespielt und war überrascht, was für eine Klangfülle aus dieser eigentlich recht sparsamen Dispo rauskommt. Der Beurteilung von Sixtus Lampl kann ich vollumfänglich zustimmen. Dem Vernehmen nach haben die Brucker es inzwischen auch schon bereut, das Werk gegen ein wohl weitaus weniger zuverlässiges Opus von Weise abgegeben zu haben...
Werkverzeichnis Weise - Planung für Niederbayern
Liebe Weise-Freunde,
nach längerem Überlegen habe ich heute für Juni vorerst zwei Besuche im Staatsarchiv Landshut eingeplant und mich dort angemeldet.
Der Fall Ganacker mit den vier verschiedenen Baujahren hat mich schlußendlich dazu bewogen, die exakten Baujahre der Weise-Orgeln bis 1919 zu klären.
Folgendes habe ich mir dabei vorgenommen:
- Durchsicht der Akten Regierung von Niederbayern - Kammer des Innern, welche den Schriftverkehr zu Kirchen- und Orgelbauten mit den Bezirkämtern und den Kirchenbehörden in Regensburg und Passau enthalten.
- Durchsicht der Findbücher der 22 während den Jahren 1900-1919 existierenden Bezirksämtern des "Kreis Niederbayern" nach den Akten der bayernweit 1928/29 durchgeführten Orgelerfassung, die, wie ich es von schwäbischen Bezirksämtern kenne, exakte Beschreibungen des vorhandenen Orgelbestands enthält mit Dispositionen, technischen Angaben usw.
Durch die Akten der Regierung von Niederbayern erhoffe ich mir, die exakten Baujahre bis 1919 klären zu können, da die Bezirksämter, nachdem die Regierung die Genehmigung zu den Orgelneubauten erteilt hatte und die Instrumente schließlich errichtet wurden, die Fertigstellung der Orgeln an die Regierung melden mußte. So lief es jedenfalls in Schwaben und in der Rheinpfalz und ich kann mir nicht vorstellen, daß es in Niederbayern anders gehandhabt wurde.
Nun hoffe ich auch, daß in den Bezirksamtsakten möglichst viele der Unterlagen zu der erwähnten Orgelerfassung von 1928/29 enthalten sind, damit können evtl. auch noch bislang nicht erfasste Weise-Orgeln aufgefunden werden sowie die Dispositionen möglichst vieler Instrumente, die zu diesem Zeitpunkt überwiegend noch original erhalten gewesen sein dürften. Sollten diese Unterlagen für möglichst viele Bezirksämter aufgefunden werden können (für Schwaben sind sie etwa zu 80 % der Amtsbezirke erhalten), können dadurch auch die durch die nur fragmentarisch erhaltenen Orgelmeldebogen von 1944 für das Bistum Passau unvollständigen Informationen kompensiert werden.
Ob ich mir dieses auch noch für die Oberpfalz antue, muß ich mir nach Abschluß der Akteneinsicht im Bistumsarchiv Regensburg noch überlegen.
In der Hoffnung, daß das Werkverzeichnis am Ende möglichst vollständig und fehlerfrei werden wird...
Als Beispiel, wie sich die Endfassungen der von den Bezirksämtern an die jeweiligen Kreisregierungen eingeschickten Erfassung 1928/29 darstellten, die ersten beiden Seiten der Orgelerfassung des Bezirksamts Illertissen, die 1930 fertiggestellt wurde. Ich darf nicht daran denken, wenn dieses Aktenmaterial auch für Niederbayern zu großen Teilen erhalten ist...
Weise-Exportorgeln - Erstaunlicher Fund mit Frage
1924 wurden vom Pfarramt Forchheim im Zuge des geplanten Orgelneubaus beim Bischöflichen Ordinariat in Regensburg Erkundigungen über die Firma Weise eingeholt.
Das Antwortschreiben vom 4. Oktober 1924 enthält folgende bemerkenswerte Passage:
U.a. lieferte sie Orgeln: nach Kloster Metten zu ca. 40 Registern, nach Kehl bei Straßburg zu 50 Registern; nach Guadalupe zu über 60 Registern; im vorigen Jahre 3 Orgeln nach Rom (S. Ignacio, Giacomo, Alfonso). Gegenwärtig baut sie ein großes Werk mit 190 Registern nach [...].
Mir geht es um die Identifizierung des Ortsnamens der 190-Register-Orgel (!?!?). Ich rätsel nun schon eine Ewigkeit herum, aber komme auf keinen grünen Zweig. Hat jemand eine Idee?
(Ob es tatsächlich 190 Register waren, sei einmal dahingestellt. Bei Kehl sind vermutlich die Register der beiden 1922 erbauten Orgeln für diesen Ort zusammengezählt).
Fast schon sensationell sind die beiden nun weiter nachgewiesenen Orgelbauten für Rom.
Weise-Exportorgeln - Erstaunlicher Fund mit Frage
1924 wurden vom Pfarramt Forchheim im Zuge des geplanten Orgelneubaus beim Bischöflichen Ordinariat in Regensburg Erkundigungen über die Firma Weise eingeholt.
Das Antwortschreiben vom 4. Oktober 1924 enthält folgende bemerkenswerte Passage:
U.a. lieferte sie Orgeln: nach Kloster Metten zu ca. 40 Registern, nach Kehl bei Straßburg zu 50 Registern; nach Guadalupe zu über 60 Registern; im vorigen Jahre 3 Orgeln nach Rom (S. Ignacio, Giacomo, Alfonso). Gegenwärtig baut sie ein großes Werk mit 190 Registern nach [...].
Mir geht es um die Identifizierung des Ortsnamens der 190-Register-Orgel (!?!?). Ich rätsel nun schon eine Ewigkeit herum, aber komme auf keinen grünen Zweig. Hat jemand eine Idee?
(Ob es tatsächlich 190 Register waren, sei einmal dahingestellt. Bei Kehl sind vermutlich die Register der beiden 1922 erbauten Orgeln für diesen Ort zusammengezählt).
Fast schon sensationell sind die beiden nun weiter nachgewiesenen Orgelbauten für Rom.
nachdem ich mich ja durch einige Seiten der Walcker Opus Bücher gekämpft habe - kann es sein, dass die zweite Ziffer (ebenfalls) eine Null sein soll... also "nur" 100 Register gemeint sind... (nur so eine Idee !!!)
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Weise-Exportorgeln - Erstaunlicher Fund mit Frage
Ich lese Toledo
Weise-Exportorgeln - Erstaunlicher Fund mit Frage
Ich lese Toledo
Stimmt! Vielen Dank. Wohl eine weitere Zusammenarbeit mit Alberto Merklin.
Weise-Exportorgeln - Erstaunlicher Fund mit Frage
Ich lese auch Toledo. Vielleicht war eine Erneuerung der drei großen Orgeln in der Kathedrale mit zusammen 190 Registern geplant. 1924 besaßen die vorhandenen, alten Orgeln nach meiner Zählung zusammen 127 Register, davon viele Halbregister, Bass-Diskant-Teilungen habe ich nicht als 2 Register gerechnet - wenn man es tut, kommt man wahrscheinlich nahe 190 Registern. Ein Neubau ist nicht ausgeführt worden 1924ff, die alten Orgeln existieren noch heute.
Weise-Exportorgeln - Erstaunlicher Fund mit Frage
Ich lese auch Toledo. Vielleicht war eine Erneuerung der drei großen Orgeln in der Kathedrale mit zusammen 190 Registern geplant. 1924 besaßen die vorhandenen, alten Orgeln nach meiner Zählung zusammen 127 Register, davon viele Halbregister, Bass-Diskant-Teilungen habe ich nicht als 2 Register gerechnet - wenn man es tut, kommt man wahrscheinlich nahe 190 Registern. Ein Neubau ist nicht ausgeführt worden 1924ff, die alten Orgeln existieren noch heute.
Ja, das passt alles zusammen, zumal Alberto Merklin die Orgeln in Toledo offensichtlich auch bekannt waren. Womöglich wurde das Projekt dann durch den frühen Tod von Merklin nicht mehr ausgeführt.
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Liebe Weise-Freunde,
ab etwa 1970 wurden von Weise für seine Orgelbauten nicht nur Orgelgehäuse/Prospektfronten des 18. Jahrhunderts wiederverwendet, sondern auch solche des Historismus aus dem 19. Jahrhundert.
Bei einigen konnte bislang der Erbauer bzw. das Alter nicht eindeutig geklärt werden, da dazu in der mir vorliegenden Literatur bzw. in Internetdatenbanken keine Angaben vorhanden sind.
Ich möchte einige der unklaren Fälle nachstehend vorstellen. Vielleicht kann jemand zum einen oder anderen Gehäuse etwas beitragen.
Grattersdorf - Orgelneubau Weise II/15 1969 - zumindest den mittleren Teil über dem Brust-Schwellwerk möchte ich dem 19. Jahrhundert zuschreiben (Orgelneubau lt. Georg Brenninger 1896 von Martin Hechenberger):
https://www.kirchen-galerie.de/de/?m=kirche&p=11048 (etwas herunterscrollen, das dritte Bild)
Kemnath bei Fuhrn - Orgelneubau Weise I/10 1971 - hier handelt es sich meiner Einschätzung nach eindeutig um das Gehäuse von Max Maerz 1867:
https://www.kirchen-galerie.de/de/?m=kirche&p=14971 (etwas herunterscrollen, das dritte Bild)
Weihmörting - Orgelneubau Weise II/16 1973 - das scheint mir unzweifelhaft das Edenhofer-Gehäuse von 1893 zu sein:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:St._Martin_Weihm%C3%B6rting_Rotthalm%C3%BCnster_05....
Pilsting - Orgelneubau Weise II/16 1975 - laut Orgeldatenbank Bayern (ODB) soll dort ein Denkmalprospekt des 19. Jahrhunderts vorhanden sein, was ich aber für ein Gerücht halte. Hier steht eindeutig ein Weise-Gehäuse von 1975:
https://www.kirchen-galerie.de/de/?m=kirche&p=11817 (etwas herunterscrollen - drittes Bild)
Hohenfels (Oberpfalz) - Orgelneubau Weise II/17 1975 - prächtiger Rundbogenprospekt des 19. Jahrhunderts unbekannter Herkunft (ähnliche Entwürfe wurden öfters von der Firma Link/Giengen geliefert):
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:St_Ulrich_-_Hohenfels_NM_022.JPG
Penting (Krs. Schwandorf) - Orgelneubau Weise II/13 1976 in historischem Gehäuse des 19. Jahrhunderts unbekannter Herkunft:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Penting_Orgel.jpg
Winzer (Krs. Deggendorf) - Orgelneubau Weise II/22 1977 - für 1943 wird im Handbuch des Bistums Passau ein Orgelneubau genannt ohne Erbauer. Ich halte das Hauptgehäuse (das Brüstungspositiv stammt von Weise) für dasjenige von 1943. Für dieses Jahr und Bistum Passau scheinen als Erbauer Hiendl & Becker nicht unwahrscheinlich:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Orgel_St._Georg_%28Winzer%29.jpg
Lalling - Orgelneubau Weise II/14 1980 - an diesem Prospekt beiße ich mir nach wie vor die Zähne aus. Stammt er aus dem 18. Jahrhundert oder ist das eine (gelungene) Neukreation im "Oberammergauer Jodlerstil" (Dieter Wieland) von 1980?
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Weise_Orgelbau_st._Stephanus_(Lalling).jpg
Aiterhofen - Orgelneubau Weise II/18 1981 - die ODB liefert keinen Hinweis auf ein historisches Gehäuse, Wikipedia schreibt es Anton Ehrlich 1874 zu. Ich halte es dagegen für dasjenige von der Edenhofer-Orgel 1914:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/32/Aiterhofen-Kirche-Sankt-Margaretha-...
Über Einschätzungen und Anmerkungen würde ich mich freuen!
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Ich nehme an, Du hast es Dir zur Gewohnheit gemacht, erstmal den Laukhuff-Katalog aus AOl 19 abzusuchen?
Aber so etwas wie Winzer findet man dort nicht. Krasses Ding, erinnert fast ans Anthro-Barock.
Viele Grüße
Friedrich
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Ich nehme an, Du hast es Dir zur Gewohnheit gemacht, erstmal den Laukhuff-Katalog aus AOl 19 abzusuchen?
Ja, hatte ich schon in der Hand und es finden sich dort auch einige Entwürfe, auf die unzweifelhaft mehrere der vor mir angeführten zurückgehen.
Aber so etwas wie Winzer findet man dort nicht. Krasses Ding, erinnert fast ans Anthro-Barock.
Das sehe ich genauso... Momentan gehe ich davon aus, daß das Ding tatsächlich von dem Neubau 1943 stammt.
Viele Grüße
Mark
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Lalling - Orgelneubau Weise II/14 1980 - an diesem Prospekt beiße ich mir nach wie vor die Zähne aus. Stammt er aus dem 18. Jahrhundert oder ist das eine (gelungene) Neukreation im "Oberammergauer Jodlerstil" (Dieter Wieland) von 1980?
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Weise_Orgelbau_st._Stephanus_(Lalling).jpg
Faszinierend.
Ich habe nach schematischen Elementen gesucht, die auf Schablonen oder Industriearbeit schließen ließen. Die Schleierbretter sind alle symmetrisch bis auf den zentralen Rundturm. Dort sind sie asymmetrisch mit dem klaren Ziel, einer Ladenteilung mit C links zu folgen. Das spricht für einen Fachmann -- keinen Möbeltischler -- zumindest beim Entwurf. Nicht daraus schließen lässt sich, ob eine C/D-Teilung oder eine C-Cis-Teilung gemeint ist, was ein weiterer Hinweis auf die Erbauungszeit hätte sein können.
Die breiten Lisenen und offensichtlich zu weit mensurierten Prospektpfeifen sorgen für einen eher groben Eindruck. Ich kann mir einen ursprünglichen C/E-Umfang und mit sieben Pfeifen im Rundturm und zierlicheren Pfeifen in den Spitztürmen vorstellen, aber das hilft natürlich erstmal nicht weiter. Was mir aber auffällt, ist, dass das Kranzgesims sehr schmal ausfällt für eine solche Architektur. Eigentlich fehlt es. Die Profile unter den Türmen sind zu schwach für eine klassische Architektur. Allerdings fehlen mir da Vergleichsbilder, ich könnte nicht sagen, ob das ein Stilfehler ist oder auch historisch vorkommt, um Höhe zu sparen.
Aiterhofen - Orgelneubau Weise II/18 1981 - die ODB liefert keinen Hinweis auf ein historisches Gehäuse, Wikipedia schreibt es Anton Ehrlich 1874 zu. Ich halte es dagegen für dasjenige von der Edenhofer-Orgel 1914:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/32/Aiterhofen-Kirche-Sankt-Margaretha-...
Einen solchen Prospekt direkt habe ich im Laukhuff-Katalog in AOl 19 nicht gesehen, wohl aber mindestens einen Jugendstil-Entwurf mit zentraler Engelsfigur.
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
P. S.
Lalling - Orgelneubau Weise II/14 1980 - an diesem Prospekt beiße ich mir nach wie vor die Zähne aus. Stammt er aus dem 18. Jahrhundert oder ist das eine (gelungene) > Die breiten Lisenen und offensichtlich zu weit mensurierten Prospektpfeifen sorgen für einen eher groben Eindruck. Ich kann mir einen ursprünglichen C/E-Umfang und mit sieben Pfeifen im Rundturm und zierlicheren Pfeifen in den Spitztürmen vorstellen ...
Bei genauem Hinsehen bilden die Abstufungen im Rundturm-Schleierwerk auch sieben Pfeifen ab, nicht die heutigen fünf. Die ursprünglichen müssten dann auch deutlich enger gewesen sein, was wiederum für einen C/E-Umfang spricht, wenn nicht gar für eine kurze Oktave CDEFGAB.
Das könnte nun aber wirklich ein Hinweis sein, dass zumindest das Schleierwerk alt ist.
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Bei Lalling habe ich einen ähnlichen Ansatz verfolgt wie du und bin eigentlich zu dem gleichen Resultat gelangt.
Die Schleierbretter sind zwar symmetrisch, aber sie weichen teilweise in der Ausführung voneinander ab, wenn man es genau betrachtet. Unter allem Vorbehalt tendiere ich auch dazu, das Schleierwerk als eine aus dem 18. Jahrhundert stammende handwerkliche Arbeit anzusehen und es nicht als Schablonenanfertigung von 1980 zu betrachten.
Ich bin gespannt, ob zu diesem Prospekt noch jemand etwas beitragen kann.
Aiterhofen könnte auch aus der Feder eines Architekten wie beispielsweise Heinrich Hauberriser stammen.
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Lalling - Orgelneubau Weise II/14 1980 - an diesem Prospekt beiße ich mir nach wie vor die Zähne aus. Stammt er aus dem 18. Jahrhundert oder ist das eine (gelungene) Neukreation im "Oberammergauer Jodlerstil" (Dieter Wieland) von 1980?
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Weise_Orgelbau_st._Stephanus_(Lalling).jpg
Faszinierend.Ich habe nach schematischen Elementen gesucht, die auf Schablonen oder Industriearbeit schließen ließen. Die Schleierbretter sind alle symmetrisch bis auf den zentralen Rundturm. Dort sind sie asymmetrisch mit dem klaren Ziel, einer Ladenteilung mit C links zu folgen. Das spricht für einen Fachmann -- keinen Möbeltischler -- zumindest beim Entwurf. Nicht daraus schließen lässt sich, ob eine C/D-Teilung oder eine C-Cis-Teilung gemeint ist, was ein weiterer Hinweis auf die Erbauungszeit hätte sein können.
ich sehe da nicht so viel Symmetrie...
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Hallo, Prospekte wie in Lalling wurden bei uns bis 1850 gebaut. Könnte Ehrlich sein. Der neugotische Prospekt in Kirchberg/Kröning ist auch nicht ursprünglich. Die Vorgängerorgel hatte einen Freipfeifenprospekt und der jetztige Prospekt wurde von Weise 1992 mit der Orgel aufgestellt. Er ist in Teilen historisch und lag wohl beim Weise auf Lager.
VG Franz
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Das sehe ich genauso... Momentan gehe ich davon aus, daß das Ding tatsächlich von dem Neubau 1943 stammt.
Glaube ich auch, ist ja auch Art Decó.
Heinrich Hauberrisser hat da noch gelebt, hätte auf ihn getippt. Er hat in der Spätphase seines Lebens ein paar originelle Prospekte gemacht. Siehe Hohengebraching.
Werkverzeichnis Weise - Hauberrisser
Heinrich Hauberrisser hat da noch gelebt, hätte auf ihn getippt. Er hat in der Spätphase seines Lebens ein paar originelle Prospekte gemacht. Siehe Hohengebraching.
Erkennbar verwandt mit Hausham...
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Hallo, Prospekte wie in Lalling wurden bei uns bis 1850 gebaut. Könnte Ehrlich sein. Der neugotische Prospekt in Kirchberg/Kröning ist auch nicht ursprünglich. Die Vorgängerorgel hatte einen Freipfeifenprospekt und der jetztige Prospekt wurde von Weise 1992 mit der Orgel aufgestellt. Er ist in Teilen historisch und lag wohl beim Weise auf Lager.
VG Franz
Ich bin auf jeden Fall noch zweimal in Landshut und ich hoffe, dort etwas über die Sache in Erfahrung bringen zu können.
Viele Grüße
Mark
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Ich glaube nicht, dass der Prospekt von Heinrich Hauberrisser ist. Er hat Orgelprospekte für Kirchen entworfen, die er entweder selbst neu geplant oder entscheidend umgestaltet hat. Und diese Prospekte sind sich sehr ähnlich bzw. gleich.
Zuerst Hausham (Koulen 1911), weiter Leiblfing/Hailing (Edenhofer 1915), St. Andreas Parsberg (Kirche geweiht 1924, jetzige Orgel wsl. von Weise 1993 hinter dem Hauberrisser-Prospekt) und Pentling/Hohengebraching (Siemann 1929). Das waren aber alles keine Prospekte aus einer „Spätphase“. Der Prospekt in Winzer ist völlig andersartig. Ich dachte beim Hauptgehäuse dort spontan an frühe Arbeiten von Franz und Leopold Hafner. Das wird aber wohl nicht zutreffen.
Thomas
Werkverzeichnis Weise - anonyme historische Gehäuse
Ich glaube nicht, dass der Prospekt von Heinrich Hauberrisser ist. Er hat Orgelprospekte für Kirchen entworfen, die er entweder selbst neu geplant oder entscheidend umgestaltet hat. Und diese Prospekte sind sich sehr ähnlich bzw. gleich.
Zuerst Hausham (Koulen 1911), weiter Leiblfing/Hailing (Edenhofer 1915), St. Andreas Parsberg (Kirche geweiht 1924, jetzige Orgel wsl. von Weise 1993 hinter dem Hauberrisser-Prospekt) und Pentling/Hohengebraching (Siemann 1929). Das waren aber alles keine Prospekte aus einer „Spätphase“. Der Prospekt in Winzer ist völlig andersartig. Ich dachte beim Hauptgehäuse dort spontan an frühe Arbeiten von Franz und Leopold Hafner. Das wird aber wohl nicht zutreffen.Thomas
Der Prospekt ist jedenfalls so grotesk, dass es nicht viel Mühe kosten sollte den Schöpfer ausfindig zu machen. Hernach ist es noch ein Frühwerk von Pfarrer Striedl?
Weise und seine Transmissionsorgeln
Hat sich Faber&Greve mit seinem Reichspatent bei Weise bedient? Die Disposition und Anlage der Orgel in Parchim St. Georgen ähnelt der Orgel von Weise doch sehr - auch hier sind Manual I und II mit dem gleichen, frei wählbaren Registerfundus bestückt.
Nein, das Patent stammte von 1902, die Konstruktion ist aber eine andere als derjenigen von Weise angewandten.
Die Entwicklung der Zwillingslade in Süddeutschland ging von dem Lehrer Gerhardinger aus Marzoll in Oberbayern aus, der zusammen mit Siemann eine gegenüber Faber & Greve stark vereinfachte Transmissionsvorrichtung konstruiert hatte. Die erste Orgel, die nach diesem System Kegellade mit Transmissionsapparaten entstand, wurde 1908 mit II/13 für die Münchner Jahresausstellung erbaut und gelangte später als Chororgel in die Klosterkirche St. Ludwig zu Wipfeld in Unterfranken. Die Orgel für Bruck (Oberpfalz) war also nicht Siemanns erste "Translationsorgel", wie es in der Literatur angegeben ist.
Weise begann ebenfalls 1908 mit dem Bau von Transmissionsorgeln, die erste stellte einen Umbau der einmanualigen mechanischen Maerz-Orgel von 1889 in der Pfarrkirche Münsing am Starnberger See dar, welche im Juli 1908 nach einem etwas komplizierten Verfahren fertiggestellt worden war. Die nächste "Translationsorgel", ebenfalls noch mit Kegelladen, war ein reiner Neubau und entstand für die Kirche Gündlkofen bei Landshut. Ihr folgte als erste Translationsorgel von Weise mit Membranenladen und 11 cm Gesamthöhe für die Windlade (im Gegensatz zu 35 cm beim System von Gerhardinger/Siemann) das Instrument für Grainet im Bayerischen Wald.
Als weitere Lektüre zu diesem Thema empfehle ich u.a. den Aufsatz von Peter Griesbacher "Die Orgel der Zukunft" (!), erschienen im Kirchenmusikalischen Jahrbuch Jg. 22 (1909). Griesbacher schließt mit den Worten: Da fällt mir eben zum Schlusse noch ein hochmodernes Paralogon ein. Vor einem Jahrzehnte kannte man in der Radfahrerwelt noch keinen "Freilauf"; heute ist derselbe obligat geworden und niemand sieht noch auf die Mehrkosten. Die Translation ist nichts anderes als der "Freilauf" der Register und wird sich unbedingt auch die Welt erobern.
Die Siemann-Orgel auf der Münchner Ausstellung 1908:
Weise und seine Transmissionsorgeln
Als weitere Lektüre zu diesem Thema empfehle ich u.a. den Aufsatz von Peter Griesbacher "Die Orgel der Zukunft" (!), erschienen im Kirchenmusikalischen Jahrbuch Jg. 22 (1908). Griesbacher schließt mit den Worten: Da fällt mir eben zum Schlusse noch ein hochmodernes Paralogon ein. Vor einem Jahrzehnte kannte man in der Radfahrerwelt noch keinen "Freilauf"; heute ist derselbe obligat geworden und niemand sieht noch auf die Mehrkosten. Die Translation ist nichts anderes als der "Freilauf" der Register und wird sich unbedingt auch die Welt erobern.
Da wüsste ich doch nur zu gerne, was "Elektoantrieb" und "LiAkku" der Orgel sind oder werden (um beim Rat zu bleiben ;-)
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Weise und seine Transmissionsorgeln
Als weitere Lektüre zu diesem Thema empfehle ich u.a. den Aufsatz von Peter Griesbacher "Die Orgel der Zukunft" (!), erschienen im Kirchenmusikalischen Jahrbuch Jg. 22 (1908). Griesbacher schließt mit den Worten: Da fällt mir eben zum Schlusse noch ein hochmodernes Paralogon ein. Vor einem Jahrzehnte kannte man in der Radfahrerwelt noch keinen "Freilauf"; heute ist derselbe obligat geworden und niemand sieht noch auf die Mehrkosten. Die Translation ist nichts anderes als der "Freilauf" der Register und wird sich unbedingt auch die Welt erobern.
Da wüsste ich doch nur zu gerne, was "Elektoantrieb" und "LiAkku" der Orgel sind oder werden (um beim Rat zu bleiben ;-)
: -D
Ich stehe leider nicht in Kontakt mit Peter Griesbacher. In manches zu fragen, wäre natürlich höchst interessant...
Weise und seine Transmissionsorgeln
Zu diesem Thema habe ich heute ein zehnseitiges Schreiben des Orgelrevidenten Josef Salisko an die Regierung von Niederbayern aufgefunden, welches hinsichtlich Griesbacher und seiner als fast schon pathologisch zu bezeichnenden Hingabe zum "Translationssystem" aufschlußreiche Dinge enthält und welchem Äußerungen Griesbachers über Saliskos Ansichten vorausgegangenen waren, die nicht der feinen Art zwischenmenschlichen Umgangs entsprachen.
Der Titel des von mir erwähnten Aufsatz von Griesbacher, "Die Orgel der Zukunft", war natürlich mit vollster Absicht gewählt. Griesbacher begegnete allen Dingen, welche nur im Entferntesten mit "Wiener Regulativ", mit Rupp, Schweitzer usw. zu tun hatten, mit völliger Häme und war von Transmissionsorgeln mit allen möglichen Koppeln als das einzige Wahre überzeugt. Das sei nur einmal kurz erwähnt.
Weise und seine Transmissionsorgeln
Es lässt sich nun immer mehr ein Muster erkennen, nach welchem die Transmissionsorgeln von Ignaz Weise angelegt waren.
Das kleinste Modell bestand lediglich aus 4 klingenden Manualregistern, Principal 8' - Gedeckt 8' + Salicional 8' oder Gamba 8' plus eine Traversflöte 4' und im Pedal Subbaß 16', dazu für das Manual ein Sammelzug "Clarinette". Die Dispositionen mit größerer Registerzahl bauten nach einem klar erkennbaren Schrma darauf auf, der Standard waren die "Translationsorgeln" mit 8 Manual- und 2 Pedalregistern. Zumindest bei dem späteren Instrumenten war die Pedal-Superoktavkoppel voll ausgebaut, d.h. bei einem Pedalumfang C-d1 waren tatsächlich 39 Töne für das Pedal vorhanden.
War ein Schwellkasten vorhanden, so standen im Prospekt nur Blindpfeifen und das ganze Manual im Schweller.
Typische Vertreter dieser 10-Register-Transmissonsinstrumente waren beispielsweise Schwarzach bei Bogen, Stallwang oder Ursulapoppenricht.
Heute habe ich noch das erwähnte Schreiben des Orgelrevidenten Josef Salisko an die Regierung von Niederbayern traskribiert. Salisko, ein Anhänger der Elsässer Reformideen und Griesbacher, der Verfechter des Translationssystem, da prallten Welten aufeinander.
Unschön, daß Salisko sich in einem Punkt aus der Reserve locken gelassen hat. Griesbacher schrieb in seinem Abnahmegutachten zur Orgel in Stallwang, die Holzpfeifen seien aus engjährig und astfrei gewachsenem Holz gefertigt und mit Bolusfarbe gestrichen. Saliskos Bemerkung darüber: wie hat denn Griesbacher die Holzauswahl durch den Farbanstrich erkennen können? ; -)
Weise und seine Transmissionsorgeln
Unschön, daß Salisko sich in einem Punkt aus der Reserve locken gelassen hat. Griesbacher schrieb in seinem Abnahmegutachten zur Orgel in Stallwang, die Holzpfeifen seien aus engjährig und astfrei gewachsenem Holz gefertigt und mit Bolusfarbe gestrichen. Saliskos Bemerkung darüber: wie hat denn Griesbacher die Holzauswahl durch den Farbanstrich erkennen können? ; -)
soweit ich weiß kam Griesbacher aus einer Industriellenfamilie die einen Getreidemühle und ein Sägewerk betrieben hat. Ich glaube er hats erkannt, trotz der Farbe.
Das Haus soll fast ein Schloss gewesen sein, wie es üblich war bein den "Mühlenbaronen" in Niederbayern. Ob es noch steht, weiß ich nicht.
Weise und seine Transmissionsorgeln
Unschön, daß Salisko sich in einem Punkt aus der Reserve locken gelassen hat. Griesbacher schrieb in seinem Abnahmegutachten zur Orgel in Stallwang, die Holzpfeifen seien aus engjährig und astfrei gewachsenem Holz gefertigt und mit Bolusfarbe gestrichen. Saliskos Bemerkung darüber: wie hat denn Griesbacher die Holzauswahl durch den Farbanstrich erkennen können? ; -)
soweit ich weiß kam Griesbacher aus einer Industriellenfamilie die einen Getreidemühle und ein Sägewerk betrieben hat. Ich glaube er hats erkannt, trotz der Farbe.
Das Haus soll fast ein Schloss gewesen sein, wie es üblich war bein den "Mühlenbaronen" in Niederbayern. Ob es noch steht, weiß ich nicht.
Vorstellen könnte ich mir noch eine dritte Variante: Griesbacher hat es wortwörtlich aus Ignaz Weises Kostenvoranschlag übernommen und in Vertrauen auf und in Kenntnis dessen Fähigkeiten einfach so ins Gutachten übernommen.
Orgel und Fahrrad
Orgel und Fahrrad
ich habe mir mal ein sehr interessantes Buch über Cavaille Coll ausgeliehen - leider finde ich das nicht mehr - und ich bin mir ziemlich sicher, dass darin ein wissenschaftliches Patent oder Erfindung von ihm erwähnt wurde - aber dazu finde ich nichts entsprechendes online - evtl etwas mit einer absolut gleichbleibenden Drehzahl oder Frequenz (was im Prinzip das gleiche wäre) und nicht direkt im Zusammenhang mit Orgel...
was viele ja nur zu leicht vergessen ist, dass zB Temperierungen für uns nur deshalb so "einfach" sind, weil unsere Messsysteme so präzise arbeiten - was nützen denn Cent Angaben, wenn ich sie nicht hören oder richtig messen kann.
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Orgel und Fahrrad
ich habe mir mal ein sehr interessantes Buch über Cavaille Coll ausgeliehen - leider finde ich das nicht mehr - und ich bin mir ziemlich sicher, dass darin ein wissenschaftliches Patent oder Erfindung von ihm erwähnt wurde
"1833 erfand Cavaillé-Coll auch eine Kreissäge, für die er am 19. März 1834 mit der Bronzemedaille der Société d’Encouragement ausgezeichnet wurde."
https://de.wikipedia.org/wiki/Aristide_Cavaill%C3%A9-Coll#Kindheit_und_Ausbildung_(1811...
Orgel und Fahrrad mit Lichtgeschwindigkeit...
"1833 erfand Cavaillé-Coll auch eine Kreissäge, für die er am 19. März 1834 mit der Bronzemedaille der Société d’Encouragement ausgezeichnet wurde."
https://de.wikipedia.org/wiki/Aristide_Cavaill%C3%A9-Coll#Kindheit_und_Ausbildung_(1811...
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ja, aber die meinte ich nicht - ich bin mir fast sicher, dass ich über folgendes gelesen hatte:
... Den Kessel ersetzte er durch einen Windkanal, den der berühmte Orgelbauer Cavaillé-Coll für ihn gebaut hatte...
nicht ganz so spektakulös wie ich es gehofft hatte, aber tatsächlich stimmte die Erinnerung (irgendwas mit Drehung und feste Frequenz ;-) zumindest ein kleines bisschen
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...Liebling auch wir werden älter...
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Orgel und Fahrrad mit Lichtgeschwindigkeit...
In Cécile und Emmanuel Cavaillé-Coll: "Aristide Cavaillé-Coll Seine Herkunft- Sein Leben- Sein Werk", übersetzt von Chr. Glatter-Götz, gibt es ab S. 80 eine Passage zu dem Thema:
Monsieur Foucault benötigte zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit einen Spiegel, der sich genau vierhundertmal in der Sekunde dreht, und Cavaillé-Coll konnte ihm mit Hilfe einer Sirene ("Sirene von Cagniard de la Tour") und deren Frequenz helfen. Zu diesem Zweck baute er ein Präsisonsgebläse.
Meinst Du diese Textstelle?
Orgel und Fahrrad mit Lichtgeschwindigkeit...
In Cécile und Emmanuel Cavaillé-Coll: "Aristide Cavaillé-Coll Seine Herkunft- Sein Leben- Sein Werk", übersetzt von Chr. Glatter-Götz, gibt es ab S. 80 eine Passage zu dem Thema:
Monsieur Foucault benötigte zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit einen Spiegel, der sich genau vierhundertmal in der Sekunde dreht, und Cavaillé-Coll konnte ihm mit Hilfe einer Sirene ("Sirene von Cagniard de la Tour") und deren Frequenz helfen. Zu diesem Zweck baute er ein Präsisonsgebläse.Meinst Du diese Textstelle?
Danke
ich muß (zu meinem Bedauern) gestehen, dass ich mich nicht mehr richtig erinnere (vielleicht Corona, vielleicht das Alter oder zuviel georgelt...)
"früher" hätte ich die Stelle incl Seitenzahl und Bildbeschreibung "gewusst"
heute muß ich leider feststellen, dass da ganz oft riesige Lücken sind...
wahrscheinlich geht es mir wie Immanuel Kant in "die Vermessung der Welt" ;-)
aus dem trüben Gefühl der schwammigen Erinnerung heraus hätte ich vermutet, dass das Buch (welches ich meine) mindestens 500 Seiten hatte...
aber wie gesagt - leider gähnende Lehre
der Zusammenhang aber ist genau das, was ich gesucht hatte
(also vielleicht doch noch nicht vollständig senil)
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Nachdem mir nun ein sehr aufschlußreicher Kostenvoranschlag von Michael Weise aus dem Jahr 1935 zum Umbau der Translationsorgel Lalling 1910 in eine Normalorgel vorliegt, aus welchem auch mehrere technische Details hervorgehen, möchte ich auch nochmal anfügen: Ganacker war hundertprozentig eine Translationsorgel.
Lalling war der Standard-Typ mit 10 Registern, Ganacker eine kleinere Version mit 7 klingenden Registern. In Lalling war im Manual zusätzlich Quintatön und eine Mixtur disponiert, im Pedal zusätzlich ein Violon 8'
Ob die 1944 für Ganacker genannte Octav 4' noch original war, möchte ich bezweifeln, mit höchster Wahrscheinlichkeit stand dort ursprünglich eine Traversflöte 4' wie bei den anderen Translationsorgeln von Weise.
Lalling wurde folgendermaßen in eine Normalorgel umgebaut:
I. Manual
1. Principal 8'
2. Gamba 8'
3. Octav 4' (1935 anstelle Traversflöte 4' eingebaut)
4. Mixtur 2 2/3' 4fach
I. Manual
5. Gedeckt 8'
6. Quintatön 8'
7. Salicional 8'
8. Vox celestis 8' (1910 als Aeoline bezeichnet und schwebend gestimmt)
Pedal unverändert, die Sammelzüge Vox coelestis, Oboe und Clarinette wurden entfernt.
Bis auf die Entfernung des Sammelzug für die Vox celestis war das in Ganacker 1:1 die gleiche Vorgehensweise wie in Lalling.
Es ist gut möglich, daß in Ganacker das Blendbrett im Bereich der Registerschalter vollständig erneuert wurde, vermutlich wurde auch der Schaltapparat für die zweite Registerklaviatur wie in Lalling entfernt. Die automatische Pedalumschaltung dürfte auch erneuert worden sein. Neu hinzu kam die bei den Translationsorgeln grundsätzlich nicht vorhandene Manualkoppel II-I.
Aus dem Kostenvoranschlag von Michael Weise zu Lallig gehen übrigens mehrere interessante Details zur Technik der Translationsorgeln hervor.
Die Translationsorgeln von Weise waren mit Doppelkanzellen für jedes Manualregister ausgestattet, was bei Kegelladen nicht notwendig ist, aber bei den reinpneumatischen Weise-Laden. In den Stöcken müssen die beiden Bohrungen von den Doppelkanzellen dann zusammengeführt worden sein. Ob in diesem Bereich Rückschlagklappen angebracht waren, ist mir noch ein Rätsel, es kann aber technisch mit solchen Klappen meiner Meinung nach nicht funktioniert haben, beispielsweise wenn ein Register in beiden Manualen gezogen war und die Superoctavkoppel II-I verwendet wurde. Das muss ich mir aber einmal an einer erhaltenen Orgel anschauen.
Jedenfalls müssen an umgebauten Translationsorgeln wie in Ganacker noch die Doppelkanzellen vorhanden sein, jeweils eine natürlich stillgelegt. Bei abgenommenen Stöcken wäre das sofort zu erkennen. Ebenso müssten die Stöcke durch die Doppelkanzellen und Verführungen breiter angelegt sein als bei gewöhnlichen Windladen. Der Sache werde ich jedenfalls auf den Grund gehen.
Das Baujahr für Ganacker muss 1908 oder später anzusetzen sein, ich hoffe, im "Landauer Boten" etwas über die Orgelweihe/Abnahmeprüfung zu finden.
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Ich bin tatsächlich hoch erfreut darüber, diese Infos hier über meine "erste Orgel" zu lesen - herzlichen Dank dafür, dass Sie sich hier so in die Weise-Orgelwelt eingearbeitet haben.
Wenn das Instrument einmal besichtigt werden soll, kann ich das gerne möglich machen - von Nürnberg aus natürlich nicht ohne gewissen Vorlauf.
Ganacker - Weise und seine Transmissionsorgeln
Ich bin tatsächlich hoch erfreut darüber, diese Infos hier über meine "erste Orgel" zu lesen - herzlichen Dank dafür, dass Sie sich hier so in die Weise-Orgelwelt eingearbeitet haben.
Wenn das Instrument einmal besichtigt werden soll, kann ich das gerne möglich machen - von Nürnberg aus natürlich nicht ohne gewissen Vorlauf.
Vielen Dank, auf das Angebot werde ich sicherlich zurückkommen, es kann aber noch etwas dauern. Jedenfalls werde ich mich rechtzeitig melden.
Leider ist die Quellenlage zu Ganacker (und Großköllnbach) momentan mit eine der schlechtesten zu einer Ignaz-Weise-Orgel.
Ganacker - Baujahr nun geklärt!
Hallo zusammen,
endlich konnte ich das Baujahr der Orgel in Ganacker klären. Wie ich vermutet habe, ist die Orgel später entstanden, als bislang angenommen. Sie wurde 1913 erbaut.
Eine größere Arbeit fand 1940 statt, vermutlich war das der Umbau vom Translationssystem in eine Normalorgel.
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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)
Ganacker - Baujahr nun geklärt!
Herzlichen Dank für diese Infos! Darf ich fragen, wo Sie fündig geworden sind?
Ganacker - Baujahr nun geklärt!
Herzlichen Dank für diese Infos! Darf ich fragen, wo Sie fündig geworden sind?
In einem opulenten heimatgeschichtlichen Werk: Ernst Schütz, Ganacker - Von Wallfahrt und Wirtshaus, von Benefiziaten und Bauern, Ganacker 2002.
Auch mit hervorragenden Quellenangaben. Das Pfarrarchiv Pilsting mit der Orgelakte zur Benefiziumskirche Ganacker liegt im Bischöflichen Zentralarchiv Regensburg und ist geordnet und benutzbar. Ich werde die Akten im Laufe des Jahres in Regensburg persönlich einsehen.
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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)
Ganacker - Baujahr nun geklärt!
Lustig, Ernst Schütz ist/war mein Nachbar in Ganacker. Er, sein Bruder und ich waren allesamt in Metten. aber über das Thema hatten wir es nie ;-)
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