„Klang“-Verschleiß

HARP64, Montag, 20. Oktober 2025, 12:41 (vor 313 Tagen)

Liebe Mitlesende, insbesondere Orgelbauer.
Beim Improvisieren an meiner erst etwa 30 Jahre alten Orgel fällt mir immer wieder mal auf, dass ich für bestimmte Stile lieber in C-, D-, oder F-Dur spiele, für andere eher in Des, Es und Fis. Ich fragte mich, warum das so ist und stelle eine möglicherweise gewagte These auf:
Die wahrscheinlich von der wesentlich größeren Mehrheit der Orgelspieler genutzten vorzeichenarmen Werke vornehmlich des Barocks „verschleißt“ die entsprechenden Töne und Pfeifen mehr als die vorzeichenreicheren Werke aus Romantik und Moderne.
Meine These beruht jetzt allerdings auf der Annahme, dass z. B. das vielgenutzte C, D, und F im Pedal gewissermaßen abgenutzt klingt (schwächer, weniger füllig), wohingegen Es, Fis und As ein wenig frischer, präsenter und fülliger klingen. Es fällt mir besonders bei den Tiefen im Pedal auf. Gibt es so eine Abnutzung des Materials nur durch Setzung, Luftabrieb, Materialermüdung durch Schalleinwirkung?

Oder ist das einfach nur weniger Staub in den Labien und alles müsste nach 12 Jahren mal wieder ausgereinigt werden - und dann klingen alle Töne wieder gleich „frisch“?

Sonnige Grüße
HARP


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