Jetzt muss ich aber mal die Boellmann-Frage stellen

Friedrich @, Mittwoch, 26. November 2025, 11:59 (vor 276 Tagen)

Liebe Profis,

ich habe nun so oft diesen einen Fehler in der Boellmann-Toccata gehört, auch von Könner:innen, dass ich euch fragen muss: Wo ist der Fallstrick? Zum ersten Mal fiel mir das bei einer Debut-CD eines Hauptstadt-Organisten vor knapp 25 Jahren auf: Im Synkopenthema (zum ersten Mal T. 20) verkürzte der die letzten beiden Noten (Viertel plus Achtel) zu einer punktierten Achtel plus Sechzehntel. Man merkt das, wenn man die Viertel mitklopft. Da kommt man nicht durch einen einzigen Takt durch.

Mir als Nichtspieler, aber Gernhörer fehlt dann massiv das relativ schwere Achtel als Auftakt zur Schlussnote der Phrase. Und ich frage mich, wo die beiden Sechzehntel in der linken Hand bleiben. Hier ein Beispiel von einem Musiker, den ich sonst sehr schätze und der das Stück für mein Gefühl an dieser Orgel ganz herrlich managt -- und er ist nur einer von vielen. Selbst Cochereau passiert das einmal beinahe in einer Plattenaufnahme -- er verkürzt da merklich, aber nur an einer Stelle.

Ich habe das jetzt so oft gehört, dass ich die Schuld inzwischen beim Stück suche. Warum passiert das so vielen? Wo auf der Übestrecke biegen da selbst Profis so bereitwillig falsch ab? Was sagt ihr Metronom dazu?

Wahrscheinlich ist die Toccata heute zu kleines Geld, als dass sie in einem Examen erklänge. Aber so würde ich sie nicht durchwinken. Das wäre doch ein klarer Übefehler.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum