Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

stentorgambe, Montag, 02. Februar 2026, 14:50 (vor 206 Tagen)
bearbeitet von stentorgambe, Montag, 02. Februar 2026, 18:02

Mit der Klais-Orgel im Großen Saal der Hochschule für Musik Würzburg ist in zwei Bauphasen (2016 sowie 2024–26) ein Instrument entstanden, das in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen gängiger Hochschul- und Konzertsaalorgeln fällt. Die nun erschienene Festschrift bietet Anlass, dieses Projekt nicht nur als gelungenen Neubau, sondern als grundsätzliches Statement zur heutigen Orgelästhetik zu lesen.

Bemerkenswert ist zunächst der konzeptionelle Ansatz von Christoph Bossert, der dieses Instrument als künstlerischer und ideeller Kopf maßgeblich geprägt hat. Ziel war ausdrücklich weder eine Stilkopie noch eine „Universalorgel“ im additiven Sinn. Stattdessen wird ein Konzept verfolgt, das Bossert selbst als „Multiästhetikon“ bezeichnet: eine bewusst gestaltete Koexistenz unterschiedlicher historischer Klangästhetiken innerhalb eines Instruments, ohne deren jeweilige Eigenlogik zu nivellieren.

Zentral ist dabei die von Bossert entwickelte Unterscheidung zwischen funktionalen Registern, die stilübergreifend tragfähig sind, und sogenannten „Key-Sounds“ – klanglich hochwirksamen Registern oder Registerkombinationen, die eine stilistische Verortung unmittelbar hörbar machen. Stilwechsel erfolgt hier nicht durch Masse oder äußerliche Effekte, sondern durch präzise gesetzte klangliche Marker. Die Orgel wird damit als Werkzeug verstanden, im ursprünglichen Sinne eines organum: pädagogisch, analytisch und künstlerisch gleichermaßen.

Von ebenso grundlegender Bedeutung sind die Beiträge von Andreas Saage, der als verantwortlicher Intonateur der Firma Klais die klangliche Identität dieses Instruments entscheidend geformt hat. Seine Ausführungen gehören zu den substantiellsten Teilen der Festschrift. Deutlich wird, dass historisch überzeugender Klang nicht aus der formalen Kopie historischer Bauformen erwächst, sondern aus einem tiefen Verständnis historischer Klangprinzipien und deren konsequenter intonatorischer Umsetzung.

Saage beschreibt detailliert den Weg über jahrzehntelange gemeinsame Klangforschung mit Bossert an süddeutschen Referenzinstrumenten (u. a. Bad Wimpfen, Neresheim, Weingarten, Giengen). Besonders hervorzuheben ist der Ansatz der 1:1-Übernahme historischer Mensuren einzelner Register bei gleichzeitiger bewusster Akzeptanz der klanglichen Transformation durch den neuen Raum. Vorsprache, Konsonantenanteile, Obertönigkeit, Wärme und die bewusste Gestaltung klanglicher „Ränder“ (Schärfe/Weichheit, Nähe/Ferne) werden nicht als Nebenaspekte, sondern als konstitutive Elemente der Klangbildung verstanden.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Entscheidung für eine deutlich ungleichstufige Temperatur (Bach–Kellner, modifiziert). Diese wird nicht dogmatisch, sondern als klangästhetische Notwendigkeit für historische Differenz verstanden – mit der bewussten Konsequenz, dass romantische Klangbilder dadurch nicht nivelliert, sondern in ihrer Harmonik neu erfahrbar werden.

Technisch wird das Konzept durch die Kombination von mechanischer Kegellade und proportional arbeitenden Magneten getragen. Entscheidend ist hier weniger der technische Aufwand an sich als die klangliche Konsequenz: Erstmals ist es möglich, auch an einem großen Instrument die Windzufuhr tatsächlich kontinuierlich und differenziert über den Anschlag zu steuern – unabhängig von der Zahl gezogener Register. Der vielfach als Gegensatz verstandene Konflikt zwischen historischer Klangorientierung und moderner Technik wird damit auf einer tieferen Ebene aufgelöst.

Die Festschrift macht deutlich, dass dieses Instrument hohe Anforderungen an die Spielenden stellt. Multiästhetik bedeutet nicht Beliebigkeit, sondern verlangt Kenntnis, Hörbereitschaft und bewusste Entscheidungen bei Registrierung und Spielweise. Erst durch den Interpreten entfaltet das Instrument sein Potenzial – und wird dabei jedes Mal anders klingen.

Unabhängig davon, wie man einzelne Aspekte des Konzepts bewertet, handelt es sich bei dieser Festschrift um einen inhaltlich ernstzunehmenden Beitrag zur aktuellen Orgeldiskussion. Sie bietet keine einfachen Antworten, wohl aber klar formulierte Positionen zu Fragen von Stilpluralität, Intonation, Stimmung, Technik und Verantwortung im heutigen Orgelbau.

Für Organistinnen und Organisten, Orgelbauer, Studierende, Lehrende und alle, die sich vertieft mit Orgelklang und Orgelästhetik auseinandersetzen, ist diese Lektüre uneingeschränkt zu empfehlen.

Die Festschrift steht als PDF zur Verfügung:
zur FESTSCHRIFT (PDF)

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Orlos @, Montag, 02. Februar 2026, 15:13 (vor 206 Tagen) @ stentorgambe

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Entscheidung für eine deutlich ungleichstufige Temperatur (Bach–Kellner, modifiziert). Diese wird nicht dogmatisch, sondern als klangästhetische Notwendigkeit für historische Differenz verstanden – mit der bewussten Konsequenz, dass romantische Klangbilder dadurch nicht nivelliert, sondern in ihrer Harmonik neu erfahrbar werden.

"Neu erfahrbar" ist eine sehr freundliche Umschreibung dafür, dass etwa Musik in Des-Dur unerträglich klingt. Vor allem ist es ein bewusstes Ignorieren der Tatsache, dass Komponisten (spätestens!) ab dem 19. Jahrhundert für eine gleichschwebend gestimmte Orgel komponiert haben. Einerseits romantische Register möglichst "originalgetreu" nachbauen, dann aber eine völlig untypische Temperierung legen, darauf muss man erst einmal kommen.

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Orlos @, Montag, 02. Februar 2026, 15:39 (vor 206 Tagen) @ Orlos

Andreas Saage:

"Um es noch einmal an der – zugegeben komplexen – Frage der historischen Stimmung festzumachen: Die romantische Orgel ist gemeinhin gleichstufig, die barocke ungleichstufig. Welcher Ästhetik sollte man nun den Vorzug geben? Wir entschieden uns zugunsten einer generellen Ungleichstufigkeit, an der das gesamte Instrument partizipiert. Die eigene Erfahrung und der vielfältige Austausch mit den Studierenden sowie der Kollegenschaft ließ uns dazu gewissermaßen eine ‚Formel‘ entwickeln: Die Ungleichstufigkeit stellt für alle Stilistiken bis zum Spätbarock eine Notwendigkeit dar und wird für das romantische Klangempfinden dann zu einer Bereicherung
im Sinne einer neuen Erfahrung, sofern man die besonderen harmonischen Konturen, wie sie dort nun anhand der Ungleichstufigkeit besondere Intensität erlangen, schätzen lernt."

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elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 15:42 (vor 206 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 15:56

Andreas Saage:

"Um es noch einmal an der – zugegeben komplexen – Frage der historischen Stimmung festzumachen: Die romantische Orgel ist gemeinhin gleichstufig, die barocke ungleichstufig. Welcher Ästhetik sollte man nun den Vorzug geben? Wir entschieden uns zugunsten einer generellen Ungleichstufigkeit, an der das gesamte Instrument partizipiert. Die eigene Erfahrung und der vielfältige Austausch mit den Studierenden sowie der Kollegenschaft ließ uns dazu gewissermaßen eine ‚Formel‘ entwickeln: Die Ungleichstufigkeit stellt für alle Stilistiken bis zum Spätbarock eine Notwendigkeit dar und wird für das romantische Klangempfinden dann zu einer Bereicherung
im Sinne einer neuen Erfahrung, sofern man die besonderen harmonischen Konturen, wie sie dort nun anhand der Ungleichstufigkeit besondere Intensität erlangen, schätzen lernt."

Vielleicht hätten ein paar Register doch besser Hermode Tuning bekommen sollen...

abgesehen davon, sollte mann sich darüber im Klaren sein, dass es keine "wirkliche" gleichstufige Stimmung (bei realen Instrumenten) geben kann - glücklicherweise sind unsere Ohren nicht besonders präzise und das Gehirn tut dann noch sein Übriges dazu um (in Grenzen) das Gehörte doch noch etwas zu "verbessern" ;-)

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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

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Orgelfritze, Dienstag, 03. Februar 2026, 19:24 (vor 205 Tagen) @ Orlos

Andreas Saage:

"Um es noch einmal an der – zugegeben komplexen – Frage der historischen Stimmung festzumachen: Die romantische Orgel ist gemeinhin gleichstufig, die barocke ungleichstufig. Welcher Ästhetik sollte man nun den Vorzug geben? Wir entschieden uns zugunsten einer generellen Ungleichstufigkeit, an der das gesamte Instrument partizipiert. Die eigene Erfahrung und der vielfältige Austausch mit den Studierenden sowie der Kollegenschaft ließ uns dazu gewissermaßen eine ‚Formel‘ entwickeln: Die Ungleichstufigkeit stellt für alle Stilistiken bis zum Spätbarock eine Notwendigkeit dar und wird für das romantische Klangempfinden dann zu einer Bereicherung
im Sinne einer neuen Erfahrung, sofern man die besonderen harmonischen Konturen, wie sie dort nun anhand der Ungleichstufigkeit besondere Intensität erlangen, schätzen lernt."

Das unterscheidet sich von den Ideologismen der Orgelbewegung jetzt wie!?

Nach dieser Argumentation sollten die Mangelernährten dieser Erde die ihnen eingeräumte Möglichkeit zum Fasten unbedingt im Sinne einer Bewusstseinserweiterung verstehen.

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Grundstimmenplenum, Dienstag, 03. Februar 2026, 19:51 (vor 205 Tagen) @ Orgelfritze

Die Orgelbewegung hat sich an keinen historischen Vorbildern orientiert-sondern an den Ideologien einzelner Protagonisten.

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elias.orgel, Dienstag, 03. Februar 2026, 20:14 (vor 205 Tagen) @ Orgelfritze

Andreas Saage:

"Um es noch einmal an der – zugegeben komplexen – Frage der historischen Stimmung festzumachen: Die romantische Orgel ist gemeinhin gleichstufig, die barocke ungleichstufig. Welcher Ästhetik sollte man nun den Vorzug geben? Wir entschieden uns zugunsten einer generellen Ungleichstufigkeit, an der das gesamte Instrument partizipiert. Die eigene Erfahrung und der vielfältige Austausch mit den Studierenden sowie der Kollegenschaft ließ uns dazu gewissermaßen eine ‚Formel‘ entwickeln: Die Ungleichstufigkeit stellt für alle Stilistiken bis zum Spätbarock eine Notwendigkeit dar und wird für das romantische Klangempfinden dann zu einer Bereicherung
im Sinne einer neuen Erfahrung, sofern man die besonderen harmonischen Konturen, wie sie dort nun anhand der Ungleichstufigkeit besondere Intensität erlangen, schätzen lernt."


Das unterscheidet sich von den Ideologismen der Orgelbewegung jetzt wie!?

Nach dieser Argumentation sollten die Mangelernährten dieser Erde die ihnen eingeräumte Möglichkeit zum Fasten unbedingt im Sinne einer Bewusstseinserweiterung verstehen.

Hey - it's a feature - not a bug...

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Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 02. Februar 2026, 16:56 (vor 206 Tagen) @ Orlos

"Neu erfahrbar" ist eine sehr freundliche Umschreibung dafür, dass etwa Musik in Des-Dur unerträglich klingt. Vor allem ist es ein bewusstes Ignorieren der Tatsache, dass Komponisten (spätestens!) ab dem 19. Jahrhundert für eine gleichschwebend gestimmte Orgel komponiert haben. Einerseits romantische Register möglichst "originalgetreu" nachbauen, dann aber eine völlig untypische Temperierung legen, darauf muss man erst einmal kommen.

Es ging mir etwas ähnlich, aber es ist wirklich temperaturabhängig. Hamburg Nikolai ist auch ungleichstufig, aber fast gar nicht. (Saage irgendwas, vermute ich).

Ich erlebte dieser Tage wieder mal intensiver diese Kuhn-Orgel. Hausorganist Heiner Arden sagte mir, dass die ungleichstufige Ausgangstemperatur mit der Zeit etwas verlorenging, anscheinend hat sich das Material auch selbst in diese Richtung bewegt, wenn man so will. Ein kleiner Rest ist da, gerade so, dass man bei manchen Tonarten fragt: So schön ruhig - ist das ungleichstufig?
Aber man fragt nicht mit verzogenem Gesciht bei Des-Dur: So schrill - ist das ungleichstufig?

Meine erste Begegnung mit einer fragwürdigen Temperierung war 1989 hier. Ich registrierte damals Bine Bryndorf, zum Schluss gab es Reger "Wachet auf". Am Spieltisch lag ein Zettelchen (vom Orgelbauer?) "Stemming Werckmeister III". Vermutlich war er stolz drauf - aber ich erinnere noch gut den Schluss: das prächtige C-Dur des vorletzten Akkordes, das dann in ein recht scharfes E-Dur überging.... Gewissermaßen eine Enttäuschung im letzten Akkordwechsel. War das nicht auch bei Bosserts Einweihungskonzert in WÜ so zu erleben?

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Orlos @, Montag, 02. Februar 2026, 17:09 (vor 206 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

In der Festschrift wird breit erklärt, man wollte bewusst nicht mehrere Instrumente bauen, sondern eine Orgel, die zumindest Barock und Romantik mehr oder weniger abdeckt. Ich bin ein großer Fan von Bach-Kellner, habe es selbst bei einer neobarocken Orgel legen lassen, höre aber die Probleme damit an jedem Sonntag. Wenn man nicht "leiden" möchte, muss man das Repertoire einschränken – und zwar gewaltig!
Umgekehrt haben die Verantwortlichen natürlich völlig recht, wenn sie feststellen, dass Barockmusik ziemlich verliert, wenn man sie an gleichstufig temperierten Instrumenten spielt.
Wenn man unbedingt nur EINE Orgel bauen möchte, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Ein Mischsystem mit mehr als zwölf Tönen pro Oktave (wie zum Beispiel in Flensburg) oder eine so "zahme" Ungleichheit, das alles noch irgendwie geht. Der Reger-C-Dur-Es-Dur-Effekt wird dann aber trotzdem eintreten.

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Grundstimmenplenum, Montag, 02. Februar 2026, 18:42 (vor 206 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Auf die Frage nach der Stimmtemperatur antwortete Thomas Ospital, „ hat das was gestört?“

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Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 03. Februar 2026, 13:55 (vor 205 Tagen) @ Grundstimmenplenum

Auf die Frage nach der Stimmtemperatur antwortete Thomas Ospital, „ hat das was gestört?“

Mich nicht, ich war in seinem Konzert :D

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Grundstimmenplenum, Montag, 02. Februar 2026, 18:37 (vor 206 Tagen) @ Orlos

Hast du das Instrument vor Ort gehört?
Welches Stück war so herb?

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Echinacea, Sonntag, 08. Februar 2026, 00:28 (vor 201 Tagen) @ Orlos

Auf welcher Seite liegt wohl größeres Gewicht?
Ich meine, auf dieser: Die Teiltonreihe ist Naturgesetz; Reibung ergibt sich immer; Reibung ist ein Reiz; Reibung in der Musik führt zu Kunst, zu Ästhetik.
Bläser haben auch im 19. Jahrhundert Akkorde rein intoniert - auch in Des-Dur.
Die Stimmungsfrage war auch im 19. Jahrhundert virulent. 1870 gab es den Japaner Tanaka, der ein Harmonium mit komplexer Klaviatur baute, um jeden Akkord rein greifen zu können.
Als Tanaka seine Erfindung Anton Bruckner vorführte, war dieser begeistert. Dieses Harmonium hat sich erhalten. Ich habe es selbst gespielt!
Bruckner spielte viel auf der Orgel von 1642 in Klosterneuburg bei Wien, diese Orgel hat er sehr geliebt. In welcher Stimmung war sie damals wohl?
Im Walcker-Archiv liegen die Pläne zu Tanakas Entwurf einer mechanischen Orgel in reiner Stimmung. Diese Pläne sind ein klein wenig jünger als 1870...
Und wie war das wohl mit all den Orgeln, die man im 19. Jahrhundert sonst wo vorfand, die dann 100 oder 200 Jahre alt waren und in einer "alten Stimmung" spielten?
Wurden die dann im 19. Jahrhundert alle umgestimmt, damit man endlich auch Des-Dur spielen konnte?
Jedenfalls gab es damals viel mehr derartige alte Orgeln aus dem 18. oder 17. Jahrhundert, als wir sie heute noch kennen würden.

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derorgelinteressierte, Sonntag, 08. Februar 2026, 08:26 (vor 200 Tagen) @ Echinacea

Hallo Echinacea!


Wenn ich es richtig weiß, war Reger in prägenden Jahren sehr aktiv an der teilweise immer noch erhaltenen Walcker-Orgel in der Markt-Kirche Wiesbaden. Das war eine damals moderne Orgel, die sicherlich nicht in historischer Stimmung war. Wie sehr der Reger-Freund Straube die großen Orgeln von Sauer schätzte, auch sicherlich nicht historisch gestimmt, und darauf viele Werke von Reger aufführte, ist ebenfalls bekannt.

Vor diesem Hintergrund klingt etwas wie dies hier in Würzburg für meine Ohren einfach nur unschön. Reibung und Kunst schön und gut, aber das ist einfach nur schwer erträglich. Hat die Orgel Probleme mit dem Wind, ist das jemandem bekannt?


So verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
O.B.

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elias.orgel, Sonntag, 08. Februar 2026, 08:34 (vor 200 Tagen) @ derorgelinteressierte
bearbeitet von elias.orgel, Sonntag, 08. Februar 2026, 08:41

Hat die Orgel Probleme mit dem Wind, ist das jemandem bekannt?

Hey, it's a feature not a bug...

korrekt wäre es zu fragen ob die Orgel Probleme mit dem Wind hatte - schließlich ist das Video fast 10 Jahre alt und das Instrument inzwischen... erweitert worden

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außerdem könnte mann natürlich einwenden, dass Hören auch immer eine Frage der Gewohnheit ist und eine gleichstufig verstimmte Terz ca 14 ct "neben" oder entfernt von schön liegt und damit ebenfalls unschön klingt...
wir haben uns nur mittlerweile so geschönt daran gewöhnt ;-)

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pS in der Regel ist Dein Gehirn deutlich mehr involved als die Ohren...
(höre Koppeln)

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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

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Grundstimmenplenum, Sonntag, 08. Februar 2026, 10:03 (vor 200 Tagen) @ elias.orgel

Es begab sich einmal eine hochrangige Kommission an die Klais-Orgel in Malmö, um zu erfahren, wie sich ein Instrument verhält, welches über ein Multiplexsystem verfügt.
Automatisch hörten sie in den 8 Fuß Stimmen überall Klanglöcher, obwohl es die gar nicht geben konnte, weil diese Register immer voll ausgebaut waren und nicht auf irgendwelche Oktav-Auszüge zurückgriffen.
Es ist schon wahr, unser Gehirn spielt uns da manchmal einen Streich.

Die Tanaka-Orgel und Umgang mit "unzeitgemäßen" Orgeln im 19. Jahrhundert

MCVL @, Sonntag, 08. Februar 2026, 10:45 (vor 200 Tagen) @ Echinacea
bearbeitet von MCVL, Sonntag, 08. Februar 2026, 10:56

Im Walcker-Archiv liegen die Pläne zu Tanakas Entwurf einer mechanischen Orgel in reiner Stimmung. Diese Pläne sind ein klein wenig jünger als 1870...

Das waren nicht nur Pläne, sondern die Orgel wurde real ausgeführt. Ein Exemplar davon gelangte 1894 auf Betreiben des angesehenen dortigen Musiklehrers und Orgelrevidenten Johann Georg Fröhlich in das Lehrerseminar (Bad) Saulgau. Die Orgel wurde als absolute Novität bezeichnet, auf welcher das Spiel eigens erlernt werden muss.
In einer der württembergischen Lehrerzeitschriften (Vereinsbote oder Magazin für Pädagogik - müsste ich jetzt nachschauen) erschien auch ein umfassender Bericht über die Orgel.
Sie war aber nicht mechanisch, sondern mit einer elektropneumatischen Traktur ausgestattet, die nicht wirklich zuverlässig funktionierte und in der Folgezeit häufige Reparaturen erforderlich machte.
Die Akten dazu liegen im Staatsarchiv Sigmaringen, im Bestand Wü 136/20 (Lehrerseminar Saulgau).

Und wie war das wohl mit all den Orgeln, die man im 19. Jahrhundert sonst wo vorfand, die dann 100 oder 200 Jahre alt waren und in einer "alten Stimmung" spielten?
Wurden die dann im 19. Jahrhundert alle umgestimmt, damit man endlich auch Des-Dur spielen konnte?

Die meisten ja, es wurde in der Regel in Gutachten von Orgelrevidenten und Angeboten von Orgelbauern explizit darauf hingewiesen, daß die Orgeln anläßlich Überholungen und Umbauten eine gleichstufige Temperatur erhalten und auf Pariser Tonhöhe gebracht werden.
Beispielsweise bezeichnete der Konstanzer Münsterorganist und Orgelsachverständige Carl Ferdinand Schmalholz, ein sehr schreibfreudiger und mitteilsamer Zeitgenosse, ungleichstufige Stimmungen neben unzeitgemäßer Stimmtonhöhe, kurzen Oktaven und minimalistischen Pedalumfängen als ein Grundübel, welches es zu beseitigen galt.
Auch wurden Versuche unternommen, solche Dinge mittels Ministerialerlassen allgemein zu regeln.

Jedenfalls gab es damals viel mehr derartige alte Orgeln aus dem 18. oder 17. Jahrhundert, als wir sie heute noch kennen würden.

Das ist richtig, aber zumindest im süddeutschen Raum wurden diese Orgeln im Laufe des 19. Jahrhunderts nahezu alle modernisiert und durch neue Temperierung, veränderte Stimmtonhöhe, Ergänzung der Klaviaturumfänge, Einbau neuer Balganlagen an zeitgenössische Standards angepasst, wenn sie nicht gleich aus den genannten Gründen und natürlich wegen den "verfehlten" Dispositionen ("Schreiwerke" usw.) komplett durch Neubauten ersetzt wurden.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Die Tanaka-Orgel und Umgang mit "unzeitgemäßen" Orgeln im 19. Jahrhundert

Uli Skriwan @, Zwischen Inn und Salzach, Sonntag, 08. Februar 2026, 11:25 (vor 200 Tagen) @ MCVL

Jedenfalls gab es damals viel mehr derartige alte Orgeln aus dem 18. oder 17. Jahrhundert, als wir sie heute noch kennen würden.


Das ist richtig, aber zumindest im süddeutschen Raum wurden diese Orgeln im Laufe des 19. Jahrhunderts nahezu alle modernisiert und durch neue Temperierung, veränderte Stimmtonhöhe, Ergänzung der Klaviaturumfänge, Einbau neuer Balganlagen an zeitgenössische Standards angepasst, wenn sie nicht gleich aus den genannten Gründen und natürlich wegen den "verfehlten" Dispositionen ("Schreiwerke" usw.) komplett durch Neubauten ersetzt wurden.

Exemplarisch für deine Aussage kann ich kurz das Tonhöhen-Karrussell der Seuffert-Orgel in Iphofen anführen:

Mutmaßliche ursprüngliche Tonhöhe 1751: ca.450Hz

Höherstimmung durch den Enkel Philipp Seuffert 1817 um “1/4tels Thon": ca.465 Hz

Tieferstimmung 1864 durch Bittner mittels Versetzung des Pfeifenwerks auf knapp 440Hz

Restaurierung 1986: Rückversetzung der Pfeifen und Anlängen auf ca.445Hz

Kurioserweise wurde noch dazu je zweimal der eingebaute Spielschrank auf freistehenden Spieltisch umgebaut und Jahrzehnte später wieder rückgängig gemacht.

Viele Grüße Uli

Die Tanaka-Orgel und Umgang mit "unzeitgemäßen" Orgeln im 19. Jahrhundert

MCVL @, Sonntag, 08. Februar 2026, 11:48 (vor 200 Tagen) @ Uli Skriwan

Kurioserweise wurde noch dazu je zweimal der eingebaute Spielschrank auf freistehenden Spieltisch umgebaut und Jahrzehnte später wieder rückgängig gemacht.

Viele Grüße Uli

Genau, der Einbau freistehender Spieltische "zum Vorwärtsspielen" war ebenfalls ein beliebtes Mittel, um die Orgeln zu modernisieren.
Heute noch existente Beispiele aus dem Raum Südwürttemberg/Hohenzollern dazu, wo Orgeln des 18. Jahrhunderts mit ursprünglich angebauter Spielanlage oder hinterspieliger Ausführung im 19. Jahrhundert mit freistehenden Spieltischen ausgestattet wurden, finden sich u.a. in Bietenhausen bei Rangendingen (Keppner, Umbau durch Joseph Klingler) oder Einhart (vermutlich Johann Baptist Lang, ebenfalls durch Klingler umgebaut und "modernisiert" - dort auch mit Zusatzkanzellen für die fehlenden Töne der kurzen Oktave).
Die Orgeln sind mit den "Modernisierungen" und den freistehenden Spieltischen bis heute erhalten und wurden bei zurückliegenden Restaurierungen von "Reorganisationen"/"Rekonstruktionen" glücklicherweise verschont und ihre gewachsene Substanz respektiert.

Viele Grüße
Mark

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Die Tanaka-Orgel und Umgang mit "unzeitgemäßen" Orgeln im 19. Jahrhundert

Evacuant, Sonntag, 08. Februar 2026, 12:16 (vor 200 Tagen) @ MCVL

Kurioserweise wurde noch dazu je zweimal der eingebaute Spielschrank auf freistehenden Spieltisch umgebaut und Jahrzehnte später wieder rückgängig gemacht.

Viele Grüße Uli


Genau, der Einbau freistehender Spieltische "zum Vorwärtsspielen" war ebenfalls ein beliebtes Mittel, um die Orgeln zu modernisieren.
Heute noch existente Beispiele aus dem Raum Südwürttemberg/Hohenzollern dazu, wo Orgeln des 18. Jahrhunderts mit ursprünglich angebauter Spielanlage oder hinterspieliger Ausführung im 19. Jahrhundert mit freistehenden Spieltischen ausgestattet wurden, finden sich u.a. in Bietenhausen bei Rangendingen (Keppner, Umbau durch Joseph Klingler) oder Einhart (vermutlich Johann Baptist Lang, ebenfalls durch Klingler umgebaut und "modernisiert" - dort auch mit Zusatzkanzellen für die fehlenden Töne der kurzen Oktave).
Die Orgeln sind mit den "Modernisierungen" und den freistehenden Spieltischen bis heute erhalten und wurden bei zurückliegenden Restaurierungen von "Reorganisationen"/"Rekonstruktionen" glücklicherweise verschont und ihre gewachsene Substanz respektiert.


Vor langer Zeit habe ich mal die Orgel in Haigerloch besichtigt, ein ähnlicher Fall (allerdings dazu mit "modernem" Gehäuse):


https://www.stehle-orgelbau.de/restaurierungen/haigerloch-st-nikolaus/

Umgang mit "unzeitgemäßen" Orgeln im 19. Jahrhundert - Klingler in Haigerloch

MCVL @, Sonntag, 08. Februar 2026, 13:09 (vor 200 Tagen) @ Evacuant
bearbeitet von MCVL, Sonntag, 08. Februar 2026, 14:42

Vor langer Zeit habe ich mal die Orgel in Haigerloch besichtigt, ein ähnlicher Fall (allerdings dazu mit "modernem" Gehäuse):


https://www.stehle-orgelbau.de/restaurierungen/haigerloch-st-nikolaus/

Danke für den Hinweis, diese habe ich auch vor über 25 Jahren einmal mit Freude besichtigt. Auch hier war meiner Meinung nach die Erhaltung des gewachsenen Zustands bei der Restaurierung die sinnvollste Lösung.

In Haigerloch war Klingler auch in der Schloßkirche tätig und modernisierte und erweiterte dort 1846 die Johann Georg Aichgasser-Orgel von 1748. Über diese Arbeiten war bislang wenig bis nichts in der einschlägigen Literatur zu lesen. Das Angebot von Klingler ist erhalten und ich möchte es als treffendes Beispiel für den von mir in diesem Thread beschriebenen Umgang mit älteren Orgeln während des 19. Jahrhunderts hier vorstellen. Klingler wollte die Orgel aber nicht im üblichen Kammer-, sondern im Chorton stimmen. Man beachte auch den Passus gleicher Temperatur. Der Manualumfang bis g3 ist für den süddeutschen Orgelbau dieser Zeit völlig ungewöhnlich, war aber bei den Brüdern Joseph und Vitus Klingler auch an kleinen Orgeln Standard. Ansonsten ist mir dieser Umfang aus dem südbadisch/hohenzollerisch/württembergischen Orgelbau nicht bekannt.
1845 reichte Klingler einen weiteren Kostenvoranschlag zur Erweiterung der Orgel um ein II. Manual ein, welcher auch ausgeführt wurde.
Die Orgel wurde unter Verwendung des Aichgasser-Gehäuses und teilweise der Pfeifenbestände in den 1930er Jahren durch einen Stehle-Neubau ersetzt.

(Staatsarchiv Sigmaringen, Bestand Ho 202 T 2 Fürstliches Oberamt Haigerloch, Nr. 1250 Erweiterung und Reparatur der Schlosskirchenorgel Haigerloch)

Kostenvoranschlag I

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Kostenvoranschlag II zur Erweiterung um ein II. Manual

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Die Tanaka-Orgel und Umgang mit "unzeitgemäßen" Orgeln im 19. Jahrhundert

elias.orgel, Sonntag, 08. Februar 2026, 13:08 (vor 200 Tagen) @ Uli Skriwan
bearbeitet von elias.orgel, Sonntag, 08. Februar 2026, 13:19

Exemplarisch für deine Aussage kann ich kurz das Tonhöhen-Karrussell der Seuffert-Orgel in Iphofen anführen:

Mutmaßliche ursprüngliche Tonhöhe 1751: ca.450Hz

Höherstimmung durch den Enkel Philipp Seuffert 1817 um “1/4tels Thon": ca.465 Hz

Tieferstimmung 1864 durch Bittner mittels Versetzung des Pfeifenwerks auf knapp 440Hz

Restaurierung 1986: Rückversetzung der Pfeifen und Anlängen auf ca.445Hz

nur zur groben Einordnung

440 Hz zu 465 Hz entspricht knapp einem Halbton

Das ist ein Längenunterschied von ca 14cm (Länge 8')
entsprechend 7cm (4') usw

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... für Gott

"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

MCVL @, Sonntag, 08. Februar 2026, 16:30 (vor 200 Tagen) @ MCVL

Im Walcker-Archiv liegen die Pläne zu Tanakas Entwurf einer mechanischen Orgel in reiner Stimmung. Diese Pläne sind ein klein wenig jünger als 1870...


Das waren nicht nur Pläne, sondern die Orgel wurde real ausgeführt. Ein Exemplar davon gelangte 1894 auf Betreiben des angesehenen dortigen Musiklehrers und Orgelrevidenten Johann Georg Fröhlich in das Lehrerseminar (Bad) Saulgau. Die Orgel wurde als absolute Novität bezeichnet, auf welcher das Spiel eigens erlernt werden muss.
In einer der württembergischen Lehrerzeitschriften (Vereinsbote oder Magazin für Pädagogik - müsste ich jetzt nachschauen) erschien auch ein umfassender Bericht über die Orgel.
Sie war aber nicht mechanisch, sondern mit einer elektropneumatischen Traktur ausgestattet, die nicht wirklich zuverlässig funktionierte und in der Folgezeit häufige Reparaturen erforderlich machte.

Hier der erwähnte Aufsatz aus dem "Magazin für Pädagogik", Jg. 56 (1893) Nr. 5 (31. Januar) und Nr. 6 (7. Februar).

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"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

Echinacea, Montag, 09. Februar 2026, 14:33 (vor 199 Tagen) @ MCVL

Vielen Dank für diese Quelle!!!
Ab 1997 war ich im Zuge der Einweihung der Konzertsaal-Orgel in Trossingen intensiv mit Werner Mohrlok im Gespräch, Inhaber von Hermode Tuning e.K. Er entwickelte die sog. "intelligente digitale Temperaturkorrektur von Musik". Etliche Jahre später rief er mich an und berichtete, dass der damalige Diskurs Früchte getragen hatte: Orgelbau Voigt / Bad Liebenwerda hatte mittlerweile in Kooperation mit der Hochschule Mittweida (Sachsen) den Prototyp der "sich selbst stimmenden" bzw. "dynamisch stimmenden Orgel" erbaut.
2012 besuchte ich zusammen mit Kollegen und Studierenden dieses Instrument in Bad Liebenwerda, das per Knopfdruck eine der 99 Stimmungen ausführen konnte, da jede Pfeife mit einer eigenen Stimmvorrichtung ausgestattet ist, die nicht mehr manuell, sondern mechanisch/elektronisch verstellbar ist.
Am Test-Stück Reger op. 57 wurden unterschiedlichste Stimmungen erprobt. Dabei war eine der Befehle, die man eingeben konnte: "Alle Dur-Akkorde in reiner Stimmung".
2016-2019 wurde das Instrument in Eisleben aufgestellt.
Wo es sich nach 2019 befindet, entzieht sich meiner Kenntnis.
Um es ganz einfach zu sagen: Ich halte die Methode der 99 verfügbaren Stimmungen für exzellent. Die Register aber mit elektronisch steuerbaren Stimmschiebern auszustatten ist kostspielig. Wo auch immer man diesen Pfad beschreiten könnte, wäre eine Umsetzung dessen m. E. unbedingt wünschenswert!

"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

Violonbass @, Montag, 09. Februar 2026, 14:46 (vor 199 Tagen) @ Echinacea

Die dynamisch stimmbare Orgel der Fa. Voigt befindet sich jetzt in den Räumen der Südbrandenburgischen Orgelakademie in Bad Liebenwerda (https://www.orgel-akademie.de).
Gruß
Violonbass

"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

elias.orgel, Montag, 09. Februar 2026, 15:37 (vor 199 Tagen) @ Echinacea
bearbeitet von elias.orgel, Montag, 09. Februar 2026, 15:50

Am Test-Stück Reger op. 57 wurden unterschiedlichste Stimmungen erprobt. Dabei war eine der Befehle, die man eingeben konnte: "Alle Dur-Akkorde in reiner Stimmung".

Wo habe ich das mit hermode tuning nur kürzlich noch gelesen...

unwichtig - tatsächlich ist noch viel interessanter als eine (von ziemlich vielen) Stimmung vorzugeben,
die Möglichkeit der Stimmungsanpassung in Echtzeit

Das bedeutet, dass ein Computer die gedrückten Tasten analysiert und blitzschnell gewisse Muster erkennen kann (Dur, Moll, Sept Akkord...) und während des Spiels die Aktoren der Pfeifen und damit jede Pfeife einzeln entsprechend umstimmen kann

also genau das, was ein geübter Musiker (Sänger, Geiger, Flöter...) intuitiv macht um die Töne den Intervallen entsprechend zu intonieren...

wer zB mit einer DAW arbeitet kann das einfach ausprobieren (cubase bietet dafür einen eigenen Modus an)
ich habe mal vor vielen Jahren ein paar Abendlieder per Hand in reine Stimmung umgerechnet und dann über Hauptwerk gerendert - ein höllischer Aufwand - hermode macht das quasi im Alleingang und auch noch während mann spielt - das ist grandios

eine wahre Fundgrube für alle die sich für Stimmung interessieren sind die Seiten von Joachim Mohr
Tanaka-Stimmung

mit dem kostenlosen Programm TT-Musik wo sich einfach reine Akkorde und ganze Stücke programmieren lassen

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

MCVL @, Montag, 09. Februar 2026, 22:12 (vor 199 Tagen) @ Echinacea

Gerne geschehen!

Danke für diese interessanten und umfassenden Ergänzungen zu diesem Thema.

--
__________
Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

oHo, Dienstag, 10. Februar 2026, 00:32 (vor 199 Tagen) @ Echinacea

Um es ganz einfach zu sagen: Ich halte die Methode der 99 verfügbaren Stimmungen für exzellent. Die Register aber mit elektronisch steuerbaren Stimmschiebern auszustatten ist kostspielig. Wo auch immer man diesen Pfad beschreiten könnte, wäre eine Umsetzung dessen m. E. unbedingt wünschenswert!

Das klappt bei langsamen Stücken wohl schon passabel. Es ist daher kein Wunder, dass beim Ausprobieren beispielsweise das Adagio für Glasharmonika von Mozart aufgenommen wurde. Das konnte ich mal hören.

Für schnellere Stücke war die Unstimmgeschwindigkeit wohl noch nicht ausreichend, was vermutlich nicht an der Berechnung durch dan Computer, sondern an der physischen Umsetzung gelegen haben dürfte.

Ich vermute mal, dass man erst dann mehr von diesem System in Pfeifenorgeln hören wird, wenn es hierfür eine praktikable Lösung gibt.

prognostiziert, wohlgestimmt grüßend,
Oliver

"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

elias.orgel, Dienstag, 10. Februar 2026, 04:49 (vor 198 Tagen) @ oHo

Um es ganz einfach zu sagen: Ich halte die Methode der 99 verfügbaren Stimmungen für exzellent. Die Register aber mit elektronisch steuerbaren Stimmschiebern auszustatten ist kostspielig. Wo auch immer man diesen Pfad beschreiten könnte, wäre eine Umsetzung dessen m. E. unbedingt wünschenswert!

Das Leben ist schön, aber teuer
man kann es auch billiger haben
dann ist es nur meist nicht mehr so schön...

Das klappt bei langsamen Stücken wohl schon passabel. Es ist daher kein Wunder, dass beim Ausprobieren beispielsweise das Adagio für Glasharmonika von Mozart aufgenommen wurde. Das konnte ich mal hören.

Für schnellere Stücke war die Unstimmgeschwindigkeit wohl noch nicht ausreichend, was vermutlich nicht an der Berechnung durch dan Computer, sondern an der physischen Umsetzung gelegen haben dürfte.

Ich vermute mal, dass man erst dann mehr von diesem System in Pfeifenorgeln hören wird, wenn es hierfür eine praktikable Lösung gibt.

???

auf der Homepage sind drei Videos mit live Einspielungen an der Orgel - ich kann da keine Probleme mit den Aktionen der Aktoren erkennen...

Auch die Zacharias Zungen funktionieren einwandfrei - werden aber trotzdem nicht gebaut...

--
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"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

MAT @, Dienstag, 10. Februar 2026, 07:56 (vor 198 Tagen) @ elias.orgel

Die Zacharias-Zungen klingen einfach nicht.

--
Gruß
MAT

"Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

Florian-L @, Dienstag, 10. Februar 2026, 09:42 (vor 198 Tagen) @ MAT

Die Zacharias-Zungen klingen einfach nicht.

Doch, tun sie:
https://www.walcker-stiftung.de/Blog.html#kap35

Oder gefallen sie dir einfach nicht?

Zacharias, war: "Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 10. Februar 2026, 12:39 (vor 198 Tagen) @ Florian-L

Die Zacharias-Zungen klingen einfach nicht.


Doch, tun sie:
https://www.walcker-stiftung.de/Blog.html#kap35

Oder gefallen sie dir einfach nicht?

Oh danke, auf der Seite war ich lange nicht mehr. Eine Gelegenheit, den VLC-Player mal wieder zu entrosten :-)

Ja, das klingt nicht verkehrt (trotz gewendeter Zunge). Blöd ist natürlich, dass das quasi eine Wohnzimmer-Aufnahme ist. Gegen eine klassische durchschlagende Klarinette wäre das schon ein Wettbewerber. Wären solche Register an einem Ort über-lokaler Aufmerksamkeit und mit schönem Klang - beides in Poppenbüttel nicht der Fall - wäre die Wahrnehmung in der Szene wohl eine bessere.

Allzu lange möchte man die Dinger aber nicht hören, klingt doch nach Harmonium - wie auch die durchschlagende Klarinette. Ich halte diese Registerfamilie für eine Gelegenheits-Zutat, wie auch eine englische Tuba oder ein Regal. Meine Erfahrung jedenfalls, unabhänig von der Qualität der Stimmen.

In sich allein (Stücke für Harmonium oder Physharmonica) kann man das schon mal länger haben.

Der Anschaffungspreis fällt ja nur am Anfang an. Wartungsmögichkeit und Stimmbarkeit/stabilität (bei Zacharias wohl gegeben) sind ein Thema, und dann natürlich der Platzbedarf für die Grundsatzentscheidung.

Zacharias, war: "Dr. Tanakas reingestimmte Orgel"

MAT @, Mittwoch, 11. Februar 2026, 08:15 (vor 197 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Ja genau, es klingt nach Harmonium. Das mag ich auch nur als Hausbar.

--
Gruß
MAT

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Wolfgang Gourgé @, Sonntag, 08. Februar 2026, 18:12 (vor 200 Tagen) @ Echinacea

Auf welcher Seite liegt wohl größeres Gewicht?
Ich meine, auf dieser: Die Teiltonreihe ist Naturgesetz; Reibung ergibt sich immer; Reibung ist ein Reiz; Reibung in der Musik führt zu Kunst, zu Ästhetik.
Bläser haben auch im 19. Jahrhundert Akkorde rein intoniert - auch in Des-Dur.
Die Stimmungsfrage war auch im 19. Jahrhundert virulent. 1870 gab es den Japaner Tanaka, der ein Harmonium mit komplexer Klaviatur baute, um jeden Akkord rein greifen zu können.
Als Tanaka seine Erfindung Anton Bruckner vorführte, war dieser begeistert. Dieses Harmonium hat sich erhalten. Ich habe es selbst gespielt!

....da...


[image]


...ist es, in der Ludwigsburger Oscar-Walcker-Schule. Aufnahme von 2008.

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Florian-L @, Sonntag, 08. Februar 2026, 19:53 (vor 200 Tagen) @ Echinacea

Die Stimmungsfrage war auch im 19. Jahrhundert virulent. 1870 gab es den Japaner Tanaka, der ein Harmonium mit komplexer Klaviatur baute, um jeden Akkord rein greifen zu können.

Hier ein Hinweis auf das Archicembalo:

https://de.wikipedia.org/wiki/Archicembalo

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

elias.orgel, Sonntag, 08. Februar 2026, 20:00 (vor 200 Tagen) @ Florian-L

Die Stimmungsfrage war auch im 19. Jahrhundert virulent. 1870 gab es den Japaner Tanaka, der ein Harmonium mit komplexer Klaviatur baute, um jeden Akkord rein greifen zu können.

Hier ein Hinweis auf das Archicembalo:

https://de.wikipedia.org/wiki/Archicembalo

und hier der "Rest"

https://de.wikipedia.org/wiki/Reine_Stimmung_bei_Tasteninstrumenten

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Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Orlos @, Montag, 09. Februar 2026, 00:02 (vor 200 Tagen) @ Florian-L

Es gibt auch ein(e) Archiorgano: Video.

Ich finde das klangliche Ergebnis ziemlich scheußlich, wenn man es so im Zusammenhang hört.

Vicentino, war: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 09. Februar 2026, 11:30 (vor 199 Tagen) @ Orlos

Es gibt auch ein(e) Archiorgano: Video.

Ich finde das klangliche Ergebnis ziemlich scheußlich, wenn man es so im Zusammenhang hört.

Man gewöhnt sich, nach eineinhalb Minuten ist man etwas mehr drin - aber worin eigentlich?

Die Berliner Festspiele schreiben:

Wie kaum ein anderer Musiker seiner Zeit hat Nicola Vicentino (1511–1576) den Titel eines spekulativen Avantgardisten verdient. Eine Mischung aus praktischen Erfahrungen und theoretischen Überlegungen führte ihn dazu, ein Tonsystem mit verschiedenartig gestimmten Terzen und Halbtönen zu entwerfen und so im 16. Jahrhundert die Mikrotonalität unserer Zeit vorwegzunehmen.

Vicentino wurde 1511 in Vicenza in Venetien geboren, schlug die Laufbahn eines Geistlichen ein und ließ sich zum Priester weihen. Wohl im Laufe der 1530er Jahre trat Vicentino in den Dienst am Hof des Kardinals d’Este in Ferrara ein, anscheinend sowohl als Geistlicher wie als Musiker. Von 1551 an machte er seine Überlegungen in Gestalt einer öffentlichen Disputation in Rom und in einer gelehrten Abhandlung publik. Danach baute er ein Tasteninstrument mit 36 Tasten pro Oktave, auf dem seine Vorstellungen klanglich umsetzbar waren, und bereiste mit seiner Musik italienische und europäische Städte, darunter Paris und München. 1576 wurde Vicentino Opfer der Pestepidemie in Mailand. Seine musikalische Ausnutzung der Chromatik wirkte wegweisend für jüngere Komponisten wie Carlo Gesualdo und Claudio Monteverdi.

Wenn man das Arhiorgano mit Vicentino hört, ist letzterer der Grund des "Ärgernisses". Sein Suchen nach neuen Sounds blieb dann ja doch recht im Rahmen der damnaligen Kunst, was für uns zu sehr seltsamer Wirkung (ggf. "scheußlich") führt. Vielleicht ist das aktuell auch so, wenn mit dem Blick unserer Zeit nach noch neuerem Klang gesucht wird, doch am Ende kommt nur so etwas wie 1950+ heraus.

Also, Vicentino war ja sicher auch etwas extra. Hätte er nicht dieses System entwickelt, würden wir von ihmn wohl gar nichts mehr wissen.

Lässt man das Spekulative weg und nutzt das Instrument nur zur Behebung intonatorischer Mängel, dann kann so etwas klingen wie im nächsten Video der Youtube-Kette - Violine und 17töniges Cembalo mit Georg Muffat - also einfach gut!
(Leider siehr man nicht, wann genau die Sondertasten genutzt werden)

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel CAVE Canem Lincus

elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 15:21 (vor 206 Tagen) @ stentorgambe
bearbeitet von elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 15:39

Die Festschrift steht als PDF zur Verfügung:
Zur FESTSCHRIFT (PDF)

Was ist denn das für ein Link?

Ich bekomme nur Warnungen...

--
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Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

link1907 @, Montag, 02. Februar 2026, 15:27 (vor 206 Tagen) @ elias.orgel

Ich auch!

Lesenswert: Festschrift Hier der ECHTE Link !!!

elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 15:31 (vor 206 Tagen) @ stentorgambe
bearbeitet von elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 15:36

Lesenswert: Festschrift Wer liest das?

elias.orgel, Dienstag, 03. Februar 2026, 12:40 (vor 205 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von elias.orgel, Dienstag, 03. Februar 2026, 13:53

FestSchrift Würzburg Orgel 2026
(pdf ca 44 Seiten ;-)

Ich frage mal ganz neutral und allgemein in die Richtung:
findet jemand diese Festschrift lesenswert?
und falls ja, was daran genau?

--
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Festschrift(en)

Dorforganist, Dienstag, 03. Februar 2026, 12:46 (vor 205 Tagen) @ elias.orgel

findet jemand diese Festschrift lesenswert?
und falls ja, was daran genau?

Ich finde grundsätzlich Orgel-Festschriften eher langweilig, denn neben den üblichen Selbstbeweihräucherungen (im kirchlichen Umfeld halt Bischof, Pfarrer, Kirchenpfleger, im universitären die Honoratioren) findet sich selten Substanzielles über die Orgel selber.

Insofern ist bei der HfM-Festschrift ja direkt relativ viel geboten, aber mehr als zum Überfliegen hat sie mich auch nicht gereizt. Das Interessanteste ist die Aussage, daß man nachbarocke Musik auf einer barocken Temperatur derart gut anhören kann. Naja, ich weiß nicht...

Festschrift(en)

Orlos @, Dienstag, 03. Februar 2026, 13:50 (vor 205 Tagen) @ Dorforganist

Als junger Mensch habe ich Orgelfestschriften gesammelt. Das Spannenste waren Entwurfszeichnungen, Photos vom Aufbau und technische Zeichnungen. Auch Texte, welche die Disposition erklären, den Werkaufbau, die Entscheidungswege zu den gewählten Lösungen. Besonders interessant finde ich, wenn in der Festschrift erklärt wird, warum man sich für die eine und gegen die anderen Lösungen entschieden hat, z. B. beim Werkaufbau oder einzelnen Registern.

Festschrift(en)

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 03. Februar 2026, 13:56 (vor 205 Tagen) @ Orlos

Als junger Mensch habe ich Orgelfestschriften gesammelt. Das Spannenste waren Entwurfszeichnungen, Photos vom Aufbau und technische Zeichnungen. Auch Texte, welche die Disposition erklären, den Werkaufbau, die Entscheidungswege zu den gewählten Lösungen. Besonders interessant finde ich, wenn in der Festschrift erklärt wird, warum man sich für die eine und gegen die anderen Lösungen entschieden hat, z. B. beim Werkaufbau oder einzelnen Registern.

Dito.
Ich finde, dass man in dieser Festschrift schon Einiges in diese Richtung erfährt. Sie ist allerdings nicht die einzige Quelle dafür, aber das liegt ja vor allem an Bosserts starker Präsenz in der online-Vermittlung.

Festschrift(en)

hintersatz ⌂ @, Dienstag, 03. Februar 2026, 23:10 (vor 205 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Dito.
Sie ist allerdings nicht die einzige Quelle dafür, aber das liegt ja vor allem an Bosserts starker Präsenz in der online-Vermittlung.

Das mit der Vermittlung hast du sehr schön gesagt. Hat man die online denn mittlerweile vermittelt?

--
Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi

Festschrift(en)

Florian-L @, Dienstag, 03. Februar 2026, 16:34 (vor 205 Tagen) @ Orlos

Als junger Mensch habe ich Orgelfestschriften gesammelt. Das Spannenste waren Entwurfszeichnungen, Photos vom Aufbau und technische Zeichnungen. Auch Texte, welche die Disposition erklären, den Werkaufbau, die Entscheidungswege zu den gewählten Lösungen. Besonders interessant finde ich, wenn in der Festschrift erklärt wird, warum man sich für die eine und gegen die anderen Lösungen entschieden hat, z. B. beim Werkaufbau oder einzelnen Registern.

Und so manche Stilblüten. ;-)

Festschrift(en)

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 03. Februar 2026, 16:45 (vor 205 Tagen) @ Florian-L

Als junger Mensch habe ich Orgelfestschriften gesammelt. Das Spannenste waren Entwurfszeichnungen, Photos vom Aufbau und technische Zeichnungen. Auch Texte, welche die Disposition erklären, den Werkaufbau, die Entscheidungswege zu den gewählten Lösungen. Besonders interessant finde ich, wenn in der Festschrift erklärt wird, warum man sich für die eine und gegen die anderen Lösungen entschieden hat, z. B. beim Werkaufbau oder einzelnen Registern.


Und so manche Stilblüten. ;-)

Obwohl ich den Thread damals gestartet hatte, kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern.

HERRLICH!

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

fluteceleste @, Montag, 02. Februar 2026, 22:44 (vor 206 Tagen) @ stentorgambe

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 03. Februar 2026, 14:07 (vor 205 Tagen) @ fluteceleste

[image]

Wie weiland Kraftwerk! :-)

Die Ständer sind von Millenium, was für Keyboards stehen drauf?

Der abschließende Text, auch auf der Website, scheint mir doch zutreffend zu sein - ich würde das auf jeden Fall so sehen:
Mit der Hyper-Orgel erhält Würzburg damit nicht nur ein außergewöhnliches Konzertinstrument, sondern auch ein zukunftsweisendes Projekt für Forschung und Lehre – ein Beispiel dafür, wie sich musikalische Tradition und technische Innovation miteinander verbinden lassen.

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

elias.orgel, Dienstag, 03. Februar 2026, 16:39 (vor 205 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

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Wie weiland Kraftwerk! :-)

Die Ständer sind von Millenium, was für Keyboards stehen drauf?

Der abschließende Text, auch auf der Website, scheint mir doch zutreffend zu sein - ich würde das auf jeden Fall so sehen:
Mit der Hyper-Orgel erhält Würzburg damit nicht nur ein außergewöhnliches Konzertinstrument, sondern auch ein zukunftsweisendes Projekt für Forschung und Lehre – ein Beispiel dafür, wie sich musikalische Tradition und technische Innovation miteinander verbinden lassen.

Bei diesem offenem Konzept kann mann besonders gut die "Beinarbeit" jeder/s (uadua) einzelnen sehen.

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

hintersatz ⌂ @, Dienstag, 03. Februar 2026, 23:16 (vor 205 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Wenn's jetzt hübschere Studentinnen gäbe,
würde ich mir bei Klais auch drei von denen bestellen,
nur so zu Forschungszwecken...

--
Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi

Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Florian-L @, Donnerstag, 05. Februar 2026, 22:08 (vor 203 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

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Die Ständer sind von Millenium, was für Keyboards stehen drauf?

Philicorda? :-D

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