The Planets von Holst für zwei Orgeln

Orlos @, Sonntag, 26. Januar 2014, 20:47 (vor 4596 Tagen)

In der Wiesbadener Lutherkirche fand heute ein eindrucksvolles Orgelkonzert statt: Kantor Jörg Endebrock hat die Suite "The Planets" von Holst für zwei Orgeln bearbeitet und dieses Stück zusammen mit Susanne Rohn, Kantorin an der Erlöserkirche in Bad Homburg (wo auch zwei Orgeln in der Kirche stehen), an den beiden Orgeln in der Lutherkirche aufgeführt. Nach der Neuintonation der Klais-Orgel sind sich die beiden Instrumente ähnlicher geworden, der Gesamtklang (immerhin ca. 90 Register) ist erstaunlich homogen. Sehr interessant ist es, wenn man ähnliche Registrierungen hintereinander hört (die zwei Oboen, die beiden Streicherschwebungen, die Soloflöten, die Trompettes harm.). Ich hatte ein tollen Platz genau in der Mitte zwischen beiden Orgeln. Das hatte den Effekt, dass ich oft gar nicht bestimmen konnte, welche Orgel gerade spielte. Die Orgeln stehen ja an den Stirnseiten der Kirche, die über eine schöne Akustik verfügt (nicht zu viel Hall, etwas Schmelz, aber sehr ausgeglichen in den Frequenzen und auch Details nicht verwischend). Man musste den Kopf um 90 Grad drehen, damit jedes Ohr zu einer Orgel zeigte, erst dann konnte man die erklingende Orgel lokalisieren. Das Zusammenspiel war perfekt (die Organisten benutzten Kopfhörer), auch bei sehr virtuosen Passagen.
Wie immer bei solchen Transkriptionen darf man nicht ständig an die Orchesterfassung denken. Viele Stellen klangen auch auf den Orgeln durchaus passend, bei manchen Passagen fand ich das Resultat nicht so überzeugend. Interessanterweise klingen bei der Orgelfassung die Klänge dissonanter als bei der Orchesterversion. Für die gewaltigen fff-Stellen fehlte mir sogar mit zwei Orgeln der "Wumms", da ist ein großes Orchester klar im Vorteil. Sehr schön aber klingen Streicherteppiche und Solomischungen, da finde ich die Orgeln sogar farbiger als das Orchester.
Vom "Uranus" hat Gabriel Dessauer eine Fassung für eine Orgel auf CD eingespielt, die fand ich immer ganz nett, doch die Fassung für zwei Orgeln ist natürlich viel reicher und näher am Original.
Insgesamt eine schöne Bereicherung für die Literatur zu zwei Orgeln.


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