St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Dienstag, 19. Mai 2026, 18:28 (vor 99 Tagen)
bearbeitet von domorgelfan, Dienstag, 19. Mai 2026, 18:54

Inzwischen gibt es einige österlich-vorpfingstliche Videos mit Prof. Bernhard Leonardy (weil Basilika St. Johann zu ist), die den Klang und die neuen Spielmöglichkeiten des neuen modernen Spieltisches unterstreichen, u.a. TikTok saarmaxi bzw. auf Facebook.
Am Mittwoch, 27.5.2026, 19 Uhr zudem Konzert mit Prof. Vincent Dubois, HfM Saar u. ND de Paris, Eintritt frei.

St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Samstag, 23. Mai 2026, 22:16 (vor 95 Tagen) @ domorgelfan
bearbeitet von domorgelfan, Samstag, 23. Mai 2026, 22:24

Bernhard Leonardy weiß nicht , wie man an dem neuen MIDI usw. Spielisch eine Quarte reinprogrammien kann, Pedal auf 2. Manual programmieren kann ( Mithilfe 4. Manual Ausweich) damit es sich wie 32' Zunge anhört...
Ohne 32' ist alles nix.... gib mir eine passende Quarte für die Pedal 16' Zunge, z.B. aus dem Schwellwerk....spannendes Klangphysikkolloquium bei den Prof. Bernhard Leonardy bzw. Vincent Dubois
Digitalspieltischentdeckungen und Experimentierfreude

St. Michael Saarbrücken

MCVL @, Samstag, 23. Mai 2026, 22:41 (vor 95 Tagen) @ domorgelfan

Bernhard Leonardy weiß nicht , wie man an dem neuen MIDI usw. Spielisch eine Quarte reinprogrammien kann, Pedal auf 2. Manual programmieren kann ( Mithilfe 4. Manual Ausweich) damit es sich wie 32' Zunge anhört...
Ohne 32' ist alles nix.... gib mir eine passende Quarte für die Pedal 16' Zunge, z.B. aus dem Schwellwerk....spannendes Klangphysikkolloquium bei den Prof. Bernhard Leonardy bzw. Vincent Dubois
Digitalspieltischentdeckungen und Experimentierfreude

Naja, vielleicht sollte man sich dem Instrument eher mit den Möglichkeiten nähern, die Späth 1925 zur Verfügung gestellt hat, ohne Einprogrammieren usw usw. Wahrscheinlich wäre das vernünftiger und authentischer.
Ein moderner Spieltisch mit seinen Zusätzen mag immer praktisch sein, aber er verfälscht an einem solchen historischen Instrument auch die ursprünglichen Möglichkeiten und verwischt damit das einstige Grundkonzept.
Leonardy und Dubois wären besser beraten, sich mit den ursprünglich vorhandenen Spielhilfen und Koppeln zu beschäftigen und daraus ihren Umgang mit dieser Orgel zu erarbeiten. Wäre ehrlicher und manchmal muss man halt auch die historischen Hintergründe und Gegebenheiten akzeptieren, mehr Respekt gegenüber einer historischen Konzeption wagen.

--
__________
Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

St. Michael Saarbrücken

Karsten @, Samstag, 23. Mai 2026, 22:59 (vor 95 Tagen) @ MCVL

Bernhard Leonardy weiß nicht , wie man an dem neuen MIDI usw. Spielisch eine Quarte reinprogrammien kann, Pedal auf 2. Manual programmieren kann ( Mithilfe 4. Manual Ausweich) damit es sich wie 32' Zunge anhört...
Ohne 32' ist alles nix.... gib mir eine passende Quarte für die Pedal 16' Zunge, z.B. aus dem Schwellwerk....spannendes Klangphysikkolloquium bei den Prof. Bernhard Leonardy bzw. Vincent Dubois
Digitalspieltischentdeckungen und Experimentierfreude


Naja, vielleicht sollte man sich dem Instrument eher mit den Möglichkeiten nähern, die Späth 1925 zur Verfügung gestellt hat, ohne Einprogrammieren usw usw. Wahrscheinlich wäre das vernünftiger und authentischer.
Ein moderner Spieltisch mit seinen Zusätzen mag immer praktisch sein, aber er verfälscht an einem solchen historischen Instrument auch die ursprünglichen Möglichkeiten und verwischt damit das einstige Grundkonzept.
Leonardy und Dubois wären besser beraten, sich mit den ursprünglich vorhandenen Spielhilfen und Koppeln zu beschäftigen und daraus ihren Umgang mit dieser Orgel zu erarbeiten. Wäre ehrlicher und manchmal muss man halt auch die historischen Hintergründe und Gegebenheiten akzeptieren, mehr Respekt gegenüber einer historischen Konzeption wagen.

Hallo!

Das sehe ich ganz ähnlich. Es gibt sicher noch manche Beispiele mehr, aber mir fallen zum Beispiel die Sauer-Orgel in Bremen, die Steinmeyer-Orgel in der Christuskirche Mannheim und nun auch die Orgel in St. Michael in Saarbrücken ein, wo bei großangelegten Restaurierungen leider nur historisierende Spieltische gebaut wurden, die vor allem auf moderne Spielhilfen "setzten" (pun intended). In der Christuskirche Mannheim wurde eine Freie Kombination realisiert, aber wohl nur deswegen, um Gastorganisten eine Spielhilfe zu bieten, ohne dass sie sich durch die komplexe Setzeranlage kämpfen müssen.

Zugegeben, da der Spieltisch original ist, passt das in dem Zusammenhang nur bedingt. Aber vor vielen Jahren gab Bernhard Haas ein Konzert an der historischen Klais-Orgel in der Marienkirche Kaiserslautern, u.a. mit einer Reger-Choralfantasie. Nach dem Konzert meinte einer der Ortsansässigen, der sich wohl für die Restaurierung der Orgel sehr engagiert hatte, sinngemäß zu Haas: Sie sind der erste Organist, der unsere neue Setzeranlage verschmäht hat. Worauf Haas erwiderte, dass Reger an so einer Orgel mit diesen alten Spielhilfen gespielt werden müsse.

Gruß
Karsten

St. Michael Saarbrücken

elias.orgel, Sonntag, 24. Mai 2026, 08:23 (vor 94 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von elias.orgel, Sonntag, 24. Mai 2026, 08:37

Bernhard Leonardy weiß nicht , wie man an dem neuen MIDI usw. Spielisch eine Quarte reinprogrammien kann, Pedal auf 2. Manual programmieren kann ( Mithilfe 4. Manual Ausweich) damit es sich wie 32' Zunge anhört...
Ohne 32' ist alles nix.... gib mir eine passende Quarte für die Pedal 16' Zunge, z.B. aus dem Schwellwerk....spannendes Klangphysikkolloquium bei den Prof. Bernhard Leonardy bzw. Vincent Dubois
Digitalspieltischentdeckungen und Experimentierfreude

Naja, vielleicht sollte man sich dem Instrument eher mit den Möglichkeiten nähern, die Späth 1925 zur Verfügung gestellt hat, ohne Einprogrammieren usw usw. Wahrscheinlich wäre das vernünftiger und authentischer.
Ein moderner Spieltisch mit seinen Zusätzen mag immer praktisch sein, aber er verfälscht an einem solchen historischen Instrument auch die ursprünglichen Möglichkeiten und verwischt damit das einstige Grundkonzept.
Leonardy und Dubois wären besser beraten, sich mit den ursprünglich vorhandenen Spielhilfen und Koppeln zu beschäftigen und daraus ihren Umgang mit dieser Orgel zu erarbeiten. Wäre ehrlicher und manchmal muss man halt auch die historischen Hintergründe und Gegebenheiten akzeptieren, mehr Respekt gegenüber einer historischen Konzeption wagen.

Das sehe ich ganz ähnlich. Es gibt sicher noch manche Beispiele mehr, aber mir fallen zum Beispiel die Sauer-Orgel in Bremen, die Steinmeyer-Orgel in der Christuskirche Mannheim und nun auch die Orgel in St. Michael in Saarbrücken ein, wo bei großangelegten Restaurierungen leider nur historisierende Spieltische gebaut wurden, die vor allem auf moderne Spielhilfen "setzten" (pun intended). In der Christuskirche Mannheim wurde eine Freie Kombination realisiert, aber wohl nur deswegen, um Gastorganisten eine Spielhilfe zu bieten, ohne dass sie sich durch die komplexe Setzeranlage kämpfen müssen.

Zugegeben, da der Spieltisch original ist, passt das in dem Zusammenhang nur bedingt. Aber vor vielen Jahren gab Bernhard Haas ein Konzert an der historischen Klais-Orgel in der Marienkirche Kaiserslautern, u.a. mit einer Reger-Choralfantasie. Nach dem Konzert meinte einer der Ortsansässigen, der sich wohl für die Restaurierung der Orgel sehr engagiert hatte, sinngemäß zu Haas: Sie sind der erste Organist, der unsere neue Setzeranlage verschmäht hat. Worauf Haas erwiderte, dass Reger an so einer Orgel mit diesen alten Spielhilfen gespielt werden müsse.


das sehe ich überhaupt nicht so...

generell habe ich große Probleme damit, wenn mir jemand erklären möchte, dass nur ein Weg, und selbstverständlich "sein" Weg der einzig richtige, wahre und seeligmachende Weg ist
- Loriot: nur so werden sie richtig gemischt

wenn ich das richtig verstanden habe, dann war gerade die Aera der großen pneumatischen Orgeln geprägt von vielen technischen Innovationen welche vorher kaum denkbar waren
darf mann, muß mann, soll mann überhaupt ein Stück aus der Zeit auf einem mechanischen Instrument spielen oder in einem anderen Land oder bei OBI

ich fand Bach auf der Sauer Orgel in Dortmund Dorstfeld durchaus überzeugend (Thomaz Nowak) auch wenn ich die Orgel selbst nicht so geschätzt habe...

und wenn ich ganz ehrlich bin, ist es mir persönlich sogar ziemlich egal was Reger oder Bach oder... zu meinen Transkriptionen (Orgel 4.0 ist wahrscheinlich weniger eine Interpretation - but that's another story - never mind ;-) sagen würden

natürlich mag es eine durchaus ambitionierte Idee sein die Musik genau so erklingen zu lassen wie "zu der Zeit", wie "der Komponist es gemeint hat" oder...
ich finde aber die Vorstellung äußerst charmant, dass zu einer wahren historischen Aufführungspraxis auch die Läuse in den Perücken gehören und und und

auch kann ich nachvollziehen, dass bei Orgelneubauten gänzlich auf diese ganzen technischen Spielereien verzichtet wird (aus welchen Gründen auch immer)

aber was weiß ich schon... ich habe Kirchenmusik ja nicht ordentlich studiert...

macht das Schreiben mit Federkiel und Tinte das Geschriebene automatisch besser?
abgesehen davon ist jedes Instrument Teufelszeug und lenkt nur von der reinen wahren Musik der menschlichen Stimme (Vox Humana) ab...

-
-
-

im übrigen bin ich der Meinung, dass kein Forum zerstört werden
- aber wirklich jeder unbedingt öffentlich mitteilen muss wenn er gedenkt dasselbe zu...
verklären - verklagen - verlassen - Zutreffendens bitte streicheln

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

St. Michael Saarbrücken

MCVL @, Sonntag, 24. Mai 2026, 09:35 (vor 94 Tagen) @ elias.orgel

Bernhard Leonardy weiß nicht , wie man an dem neuen MIDI usw. Spielisch eine Quarte reinprogrammien kann, Pedal auf 2. Manual programmieren kann ( Mithilfe 4. Manual Ausweich) damit es sich wie 32' Zunge anhört...
Ohne 32' ist alles nix.... gib mir eine passende Quarte für die Pedal 16' Zunge, z.B. aus dem Schwellwerk....spannendes Klangphysikkolloquium bei den Prof. Bernhard Leonardy bzw. Vincent Dubois
Digitalspieltischentdeckungen und Experimentierfreude

Naja, vielleicht sollte man sich dem Instrument eher mit den Möglichkeiten nähern, die Späth 1925 zur Verfügung gestellt hat, ohne Einprogrammieren usw usw. Wahrscheinlich wäre das vernünftiger und authentischer.
Ein moderner Spieltisch mit seinen Zusätzen mag immer praktisch sein, aber er verfälscht an einem solchen historischen Instrument auch die ursprünglichen Möglichkeiten und verwischt damit das einstige Grundkonzept.
Leonardy und Dubois wären besser beraten, sich mit den ursprünglich vorhandenen Spielhilfen und Koppeln zu beschäftigen und daraus ihren Umgang mit dieser Orgel zu erarbeiten. Wäre ehrlicher und manchmal muss man halt auch die historischen Hintergründe und Gegebenheiten akzeptieren, mehr Respekt gegenüber einer historischen Konzeption wagen.

Das sehe ich ganz ähnlich. Es gibt sicher noch manche Beispiele mehr, aber mir fallen zum Beispiel die Sauer-Orgel in Bremen, die Steinmeyer-Orgel in der Christuskirche Mannheim und nun auch die Orgel in St. Michael in Saarbrücken ein, wo bei großangelegten Restaurierungen leider nur historisierende Spieltische gebaut wurden, die vor allem auf moderne Spielhilfen "setzten" (pun intended). In der Christuskirche Mannheim wurde eine Freie Kombination realisiert, aber wohl nur deswegen, um Gastorganisten eine Spielhilfe zu bieten, ohne dass sie sich durch die komplexe Setzeranlage kämpfen müssen.

Zugegeben, da der Spieltisch original ist, passt das in dem Zusammenhang nur bedingt. Aber vor vielen Jahren gab Bernhard Haas ein Konzert an der historischen Klais-Orgel in der Marienkirche Kaiserslautern, u.a. mit einer Reger-Choralfantasie. Nach dem Konzert meinte einer der Ortsansässigen, der sich wohl für die Restaurierung der Orgel sehr engagiert hatte, sinngemäß zu Haas: Sie sind der erste Organist, der unsere neue Setzeranlage verschmäht hat. Worauf Haas erwiderte, dass Reger an so einer Orgel mit diesen alten Spielhilfen gespielt werden müsse.

das sehe ich überhaupt nicht so...

generell habe ich große Probleme damit, wenn mir jemand erklären möchte, dass nur ein Weg, und selbstverständlich "sein" Weg der einzig richtige, wahre und seeligmachende Weg ist
- Loriot: nur so werden sie richtig gemischt

wenn ich das richtig verstanden habe, dann war gerade die Aera der großen pneumatischen Orgeln geprägt von vielen technischen Innovationen welche vorher kaum denkbar waren
darf mann, muß mann, soll mann überhaupt ein Stück aus der Zeit auf einem mechanischen Instrument spielen oder in einem anderen Land oder bei OBI

ich fand Bach auf der Sauer Orgel in Dortmund Dorstfeld durchaus überzeugend (Thomaz Nowak) auch wenn ich die Orgel selbst nicht so geschätzt habe...

und wenn ich ganz ehrlich bin, ist es mir persönlich sogar ziemlich egal was Reger oder Bach oder... zu meinen Transkriptionen (Orgel 4.0 ist wahrscheinlich weniger eine Interpretation - but that's another story - never mind ;-) sagen würden

natürlich mag es eine durchaus ambitionierte Idee sein die Musik genau so erklingen zu lassen wie "zu der Zeit", wie "der Komponist es gemeint hat" oder...
ich finde aber die Vorstellung äußerst charmant, dass zu einer wahren historischen Aufführungspraxis auch die Läuse in den Perücken gehören und und und

auch kann ich nachvollziehen, dass bei Orgelneubauten gänzlich auf diese ganzen technischen Spielereien verzichtet wird (aus welchen Gründen auch immer)

aber was weiß ich schon... ich habe Kirchenmusik ja nicht ordentlich studiert...

macht das Schreiben mit Federkiel und Tinte das Geschriebene automatisch besser?
abgesehen davon ist jedes Instrument Teufelszeug und lenkt nur von der reinen wahren Musik der menschlichen Stimme (Vox Humana) ab...

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im übrigen bin ich der Meinung, dass kein Forum zerstört werden
- aber wirklich jeder unbedingt öffentlich mitteilen muss wenn er gedenkt dasselbe zu...
verklären - verklagen - verlassen - Zutreffendens bitte streicheln

Ich glaube, es hat niemand hier erklärt, daß es nur einen alleine gültigen Weg gibt.
Es gibt genügend moderne Orgeln mit Setzeranlagen, wo diese auch Sinn machen. Aber bei einer Orgel von 1925 hat so etwas meiner ganz persönlichen Meinung nach wenig bis gar nichts verloren, im Gegenteil, es ist doch eine Herausforderung, mit den damaligen technischen Möglichkeiten zu arbeiten. Außerdem ist es auch ein wenig ein Mangel an Respekt vor solchen Instrumenten, wenn man meint, man müsse ihnen die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts aufs Auge drücken und ohne diese Möglickeiten solche Orgeln womöglich sogar als minderwertig ansieht.
Oder sollen wir demnächst zulassen, daß in Rot an der Rot oder Freiberg eine elektrische Registertraktur eingebaut wird, um Setzer zu realisieren? Ja, mag etwas Äpfel mit Birnen verglichen sein, aber würde in dieselbe Richtung gehen.

Hut ab vor Bernhard Haas und seinen Umgang mit der Orgel in Kaiserslautern!

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

St. Michael Saarbrücken

elias.orgel, Sonntag, 24. Mai 2026, 09:50 (vor 94 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von elias.orgel, Sonntag, 24. Mai 2026, 09:54

Ich glaube, es hat niemand hier erklärt, daß es nur einen alleine gültigen Weg gibt.

Aber bei einer Orgel... hat so etwas... wenig bis gar nichts verloren...

???

Wahrscheinlich bin ich der einzigstere, der hier einen Widerspruch sieht

und was spricht dagegen bei einer historischen Orgel ohne in die Substanz einzugreifen (!) die zusätzliche Möglichkeit einer Registerschaltung einzubauen, die nichts anderes tut als mehrere Registranten tun...

die Orgel hat aber hoffentlich kein El Gebläse ?
und wird nur mit Kerzen erleuchtet...

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

St. Michael Saarbrücken

Evacuant, Sonntag, 24. Mai 2026, 10:21 (vor 94 Tagen) @ elias.orgel

Ich glaube, es hat niemand hier erklärt, daß es nur einen alleine gültigen Weg gibt.

Aber bei einer Orgel... hat so etwas... wenig bis gar nichts verloren...


???

Wahrscheinlich bin ich der einzigstere, der hier einen Widerspruch sieht

Natürlich bist Du der einzigste.
Du hast ja das Zitat sinnentstellend gekürzt, um einen Widerspruch zu konstruieren, der sich in MCVLs Aussage gar nicht findet. Eine persönliche Meinung zu äußern und als solche zu kennzeichnen ist etwas ganz anderes als die eigene Meinung zum einzigen Weg zu erklären.

St. Michael Saarbrücken

Karsten @, Sonntag, 24. Mai 2026, 11:25 (vor 94 Tagen) @ elias.orgel

Ich glaube, es hat niemand hier erklärt, daß es nur einen alleine gültigen Weg gibt.

Aber bei einer Orgel... hat so etwas... wenig bis gar nichts verloren...


???

Wahrscheinlich bin ich der einzigstere, der hier einen Widerspruch sieht

und was spricht dagegen bei einer historischen Orgel ohne in die Substanz einzugreifen (!) die zusätzliche Möglichkeit einer Registerschaltung einzubauen, die nichts anderes tut als mehrere Registranten tun...

die Orgel hat aber hoffentlich kein El Gebläse ?
und wird nur mit Kerzen erleuchtet...

Hallo!


Wie Evakuant schon dargelegt hat: Du verkürzt Marks Zitat, wenn du "...meiner ganz persönlichen Meinung nach hat so etwas wenig bis gar nichts verloren, im Gegenteil, es ist doch eine Herausforderung, mit den damaligen technischen Möglichkeiten zu arbeiten."

Das ist weit Weg von deiner Unterstellung, dass hier der Wunsch, zumindest auch wesentliche historische Spielhilfen zu rekonstruieren, "[..] der einzig richtige, wahre und seeligmachende Weg [...]" sei.

Ich finde es nun mal bedauerlich, dass bei diesen Rekonstruktionsprojekten auf die Rekonstruktion solcher Spielhilfen verzichtet wurde bzw. verzichtet werden musste. Wie Mark schon ausgeführt hat: dadurch werden die Möglichkeiten, sich mit den historischen Möglichkeiten und auch Grenzen an ein solches Instrument zu nähern, nicht mehr geboten. Eine Lehrerfahrung im Rahmen von "HIP" fällt dadurch weg.
Es spricht ja wenig dagegen, zusätzlich eine Setzeranlage einzubauen, wenn der Eingriff reversibel ist und die historische Substanz nicht beeinträchtigt. Man muss sie ja nicht benutzen.

Um mal wieder einen kleinen Exkurs zur Mutter aller Orgeln zu machen: dort griff die Setzeranlage jahrzehntelang vor die Registerbarker ein, die durch das häufige Umschalten um ein vielfaches mehr belastet wurden, als ursprünglich gedacht. Bei der letzten großen Renovierung (vor dem Brand) wurden dann die Registerbarker stillgelegt und die Setzeranlage griff über neue Zugmotoren nach den Barkern in Registertraktur ein, weil die historische Substanz samit nicht mehr so stark belastet wurde.

Gruß
Karsten

St. Michael Saarbrücken

3rd_astronaut, Sonntag, 24. Mai 2026, 14:04 (vor 94 Tagen) @ MCVL

wenn aber an einer orgel das bestreben erkennbar ist, mit allen technisch damals verfügbaren mitteln schnelle registerwechsel zu ermöglichen, finde ich erweiterungen nicht entgegen der vision des orgelbauers. auch in der musik regers sehe ich diesen wunsch angelegt.

an einer historischen orgel mit seitlich weit ausgerückten manubrien oder gar am rückpositiv angebrachten zügen, entspricht ein setzer offensichtlich *nicht* der vision des orgelbauers (er hätte es mit der damals verfügbaren technik leichter machen können, aber sah dazu keine veranlassung).

bei (selbstverständlichen) sachen wie orgelmotor oder spieltischbeleuchtung setzen wir auch stillschweigend voraus, dass es "im sinn" der alten ist. was nicht eine veranstaltung bei kerzenschein gleich ausschließt (gibt es ja mancherorts) ;-)

St. Michael Saarbrücken

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 24. Mai 2026, 19:04 (vor 94 Tagen) @ 3rd_astronaut

an einer historischen orgel mit seitlich weit ausgerückten manubrien oder gar am rückpositiv angebrachten zügen, entspricht ein setzer offensichtlich *nicht* der vision des orgelbauers (er hätte es mit der damals verfügbaren technik leichter machen können, aber sah dazu keine veranlassung).

Dieser Ansatz ist richtig, so lange wir sicher sein können, dass keine materielle Einschränkung des Auftraggebers (= sparen) oder des Orgelbauers (= selbst sparen, aber doch der Gemeinde mehr berechnen) vorlag, es sozusagen die aktuelle höchste künstlerische Überzeugung darstellte.
Wenn ein zunächst pragmatischer, dann schon etwas verbitterter Orgelbauer wie unser Mecklenburger Paul Schmidt († 1798) ein Zungenregister in einer kleineren Orgel ausdrücklich deshalb nicht vorsieht, weil er meint, dass sich vor Ort ohnehin niemand darum recht kümmern würde (womit er vielleicht sogar recht hatte), dann gehört das für mich in eine andere Kategorie.
Und dann ist da immer noch die eher philosophische Frage, was Künstler einer bestimmten Zeit sich vielleicht gewünscht hätten, aber doch Realisten bleiben mussten. Entfernt gehöt zu dieser Thematik Bachs Chor-Größe - sein bekannter "Entwurff": Minimum oder Ideal? Sicher ist nur: Die sonntäglliche Realität genügte ihm wohl nicht.

Brennstoff für viele Diskussionen noch in alle Zukunft hinein. Die machen ja auch Spaß, nicht nur im Forum hier.

St. Michael Saarbrücken

MCVL @, Sonntag, 24. Mai 2026, 21:34 (vor 94 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von MCVL, Sonntag, 24. Mai 2026, 21:43

an einer historischen orgel mit seitlich weit ausgerückten manubrien oder gar am rückpositiv angebrachten zügen, entspricht ein setzer offensichtlich *nicht* der vision des orgelbauers (er hätte es mit der damals verfügbaren technik leichter machen können, aber sah dazu keine veranlassung).


Dieser Ansatz ist richtig, so lange wir sicher sein können, dass keine materielle Einschränkung des Auftraggebers (= sparen) oder des Orgelbauers (= selbst sparen, aber doch der Gemeinde mehr berechnen) vorlag, es sozusagen die aktuelle höchste künstlerische Überzeugung darstellte.
Wenn ein zunächst pragmatischer, dann schon etwas verbitterter Orgelbauer wie unser Mecklenburger Paul Schmidt († 1798) ein Zungenregister in einer kleineren Orgel ausdrücklich deshalb nicht vorsieht, weil er meint, dass sich vor Ort ohnehin niemand darum recht kümmern würde (womit er vielleicht sogar recht hatte), dann gehört das für mich in eine andere Kategorie.
Und dann ist da immer noch die eher philosophische Frage, was Künstler einer bestimmten Zeit sich vielleicht gewünscht hätten, aber doch Realisten bleiben mussten. Entfernt gehöt zu dieser Thematik Bachs Chor-Größe - sein bekannter "Entwurff": Minimum oder Ideal? Sicher ist nur: Die sonntäglliche Realität genügte ihm wohl nicht.

Manchmal lag es wohl auch an den Orgelbauern selbst, die vor dem Fortschritt zurückgeschreckt sind.
So ein Beispiel habe ich kürzlich im Zuge meiner Beschäftigung mit Ignaz Weise in einem Schriftverkehr zu einem Neubauprojekt 1903 gefunden, für welches auch Martin Hechenberger in die engere Auswahl kam.
Jedenfalls schrieb der Orgelrevident Peter Griesbacher, Hechenberger würde sich auch bei pneumatischen Orgeln vehement gegen die Verwendung von Registerwippen oder Registerschaltern anstelle der althergebrachten Züge sträuben und wenn er den Auftrag tatsächlich bekommen sollte, dann müsse man Druck auf ihn ausüben und quasi zu Registerwippen zwingen.
Griesbacher argumentierte hier übrigens mit der Bequemlichkeit und der leichten Handhabung der Schalter oder Wippen. Weise hat wohl bei der Umstellung von Zügen auf Schalter diese auch links und rechts der Klaviaturen angebracht (ist das nicht auch noch in Marktschellenberg so? ich meinte, es ist auf Ulis Bildern zu erkennen). Jedenfalls fährt Griesbacher fort, dass eine Anordnung mittig über der Klaviatur, eine "Registertastatur", die zweckmäßigste Lösung sei und es Siemann in Arnstorf schon auf diese Art realisiert hätte. Und falls Weise den Auftrag für die Stadtpfarrkirche Vilshofen bekommen sollte, meinte Griesbacher, würde er ihn schon so umbiegen, dass er eine "Registertastatur" liefert (Weise muss zwischendurch um 1905 herum, so in Michaelsbuch und Mariakirchen auch noch eine weitere Variante an Registerschaltern ausgeführt haben, mit "Auslöseklappen", vermutlich ein ähnliches Konstrukt, wie es Maerz beispielsweise nach Erpfting geliefert hat - war hier schon mal Thema).

Diese Aussage, dass Zungenregister im ländlichen Raum nicht zu empfehlen seien, gibt es auch aus dem süddeutschen Raum. Wenn dort kein Organist den Dienst verrichten würde, der an einem guten Zustand seiner Orgel interessiert sei und sich selbst um Nachstimmen der Zungen kümmern würde, wären solche nahezu ständig unbrauchbar.
So wurde dort mehrfach argumentiert, sowohl von Orgelbauern als auch Orgelrevidenten und das bis ins späte 19. Jahrhundert.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Zungenregister auf dem Lande

Dorforganist, Montag, 25. Mai 2026, 00:23 (vor 94 Tagen) @ MCVL

Diese Aussage, dass Zungenregister im ländlichen Raum nicht zu empfehlen seien, gibt es auch aus dem süddeutschen Raum. Wenn dort kein Organist den Dienst verrichten würde, der an einem guten Zustand seiner Orgel interessiert sei und sich selbst um Nachstimmen der Zungen kümmern würde, wären solche nahezu ständig unbrauchbar.

Dem würde ich uneingeschränkt zustimmen - es sei denn, die Situation änderte sich irgendwann so grundlegend, daß plötzlich ein Dorforganist geboren würde, der sich der Zungen annimmt.

Ich kann mich an eine Orgelführung in Eggolsheim erinnern, bei der ich die Frage stellte, wer denn die fünf Zungen dieser hübschen, nicht gerade großen, aber eindeutig französisch orientierten Goll-Orgel stimmen würde. Als Antwort kam ein bedauerndes Achselzucken. Also hat sich hier nur der OSV selbst verwirklicht, aber an den Fähigkeiten der Gemeinde geht das Instrument vorbei...

Zungenregister auf dem Lande

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. Mai 2026, 08:25 (vor 93 Tagen) @ Dorforganist

Diese Aussage, dass Zungenregister im ländlichen Raum nicht zu empfehlen seien, gibt es auch aus dem süddeutschen Raum. Wenn dort kein Organist den Dienst verrichten würde, der an einem guten Zustand seiner Orgel interessiert sei und sich selbst um Nachstimmen der Zungen kümmern würde, wären solche nahezu ständig unbrauchbar.


Dem würde ich uneingeschränkt zustimmen - es sei denn, die Situation änderte sich irgendwann so grundlegend, daß plötzlich ein Dorforganist geboren würde, der sich der Zungen annimmt.

Ich kann mich an eine Orgelführung in Eggolsheim erinnern, bei der ich die Frage stellte, wer denn die fünf Zungen dieser hübschen, nicht gerade großen, aber eindeutig französisch orientierten Goll-Orgel stimmen würde. Als Antwort kam ein bedauerndes Achselzucken. Also hat sich hier nur der OSV selbst verwirklicht, aber an den Fähigkeiten der Gemeinde geht das Instrument vorbei...

Ja, ich schrieb ja auch, dass Paul Schmidt vermutlich richtig lag mit seiner Einschätzung. Aber eben - es kann ja dann doch einmal einer kommen, der Zungen stimmen kann oder lernen will.

St. Michael Saarbrücken

MCVL @, Sonntag, 24. Mai 2026, 23:03 (vor 94 Tagen) @ 3rd_astronaut
bearbeitet von MCVL, Montag, 25. Mai 2026, 00:21

wenn aber an einer orgel das bestreben erkennbar ist, mit allen technisch damals verfügbaren mitteln schnelle registerwechsel zu ermöglichen, finde ich erweiterungen nicht entgegen der vision des orgelbauers. auch in der musik regers sehe ich diesen wunsch angelegt.

Das zweifel ich auch nicht an, habe auch versucht, es in der Antwort zu KBKs Beitrag etwas aus zeitgenössischer Sicht zu erläutern. Gerade Peter Griesbacher wurde von Zeitgenossen öfters als der "Reger der katholischen Kirchenmusik" bezeichnet und er war allem Fortschritt gegenüber aufgeschlossen und zog die Palästina-Verehrung gerade der Regensburger Cäcilianer wie Witt und Haberl öfters unschön durch den Kakao, was ihm in diesem Umfeld wenig Freunde einbrachte.
Was aber trotzdem nichts an der Tatsache ändert, dass eine 1910 von Griesbacher konzipierte Orgel keinen Setzer mit x Speicherplätzen besessen hat und ein solcher Einbau auch nicht damit gerechtfertigt werden könnte, nur weil Griesbacher einer besonders progressiven Orgelbautechnik das Wort redete.
Er hatte die Möglichkeiten seiner Zeit zur Verfügung und nicht nehr.

Auch wenn das jetzt weiter weg führt, möchte ich doch eine Gegebenheit erwähnen, die mir vor einiger Zeit widerfahren ist (ohne danach einen Asbach gesoffen zu haben : -D ).

Eigentlich ging es um die Version von Joseph Haydns Orgelkonzert Nr. 1 in der Fassung mit 2 Trompeten und ich wusste, dass Christopher Hogwood mit der Academy of Ancient Music diese eingespielt hat. Ich wollte mir da einige Passagen anhören und auf der Platte ist auch das einzige authentische Hornkonzert von Haydn enthalten (ich meine Hob:VIId:3).
Das Hornkonzert habe ich schon ewig nicht nehr gehört, fand es aber immer schon eines der (neben den Tageszeiten-Sinfonien und einem vielsätzigen Divertimento) vielleicht gelungensten und interessantesten Werke aus Haydns ersten Esterhazy-Jahren, mit sehr eingängigen Themen, die auch wunderbar verarbeitet und durchgeführt werden.
Jedenfalls habe ich mir anschließend nach dem Anhören von Hogwoods Aufnahme, die mir persönlich absolut zusagt, auf YouTube nach anderen Einspielungen umgesehen um den Horizont zu erweitern. Ich bin dort auf eine sehr ansprechende Aufnahme eines niederländischen Ensembles gestoßen, die mich auch überzeugt hat und habe ich mir die Kommentare dazu durchgelesen.

Einer der Kommentare lautete, dass die Aufnahme überhaupt nicht gelungen sei und sich das Konzert gespielt auf einem modernen Ventilhorn weitaus besser anhören würde und wahrscheinlich Haydn selbst das Ventilhorn präferiert hätte, so denn es ihm zur Verfügung gestanden wäre.

Mit diesem Kommentar beginnen meine Probleme. Haydn war sicher alles andere als ein rückschrittlicher Musiker und Komponist, aber ist ihm des nächtens im Traun das Ventilhorn erschienen (er hat ja das Konzert "in Schlaff" geschrieben : -D)?
Nein, er hat dieses Konzert für Naturhorn komponiert und nicht in weiser Voraussicht, dass später das Ventilhorn eingeführt werden wird.
Wie hätte Haydn die Solostimme konzipiert, wäre ihm ein Ventilhorn zur Verfügung gestanden? Wäre damit nicht auch die ganze Grundkonzeption des Hornkonzerts ins Wanken geraten, hätte Haydn dann womöglich auch thematisch ein völlig anderes Werk konzipiert?

Mir gefällt diese ganze Spekulation, wenn - dann - hätte - würde, usw überhaupt nicht. Haydn hat sich den Mitteln die zur Verfügung gestanden sind, angepasst und genau so haben es andere Komponisten getan.

Und mal ehrlich gesagt: wahrscheinlich haben selbst die guten bis besten Organisten an spätromantischen Orgeln des deutschsprachigen Raums viel mehr an den Walzen herumgerödelt, als es uns heutzutage lieb ist.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Die ungeliebte Walze

Dorforganist, Montag, 25. Mai 2026, 00:33 (vor 94 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von Dorforganist, Montag, 25. Mai 2026, 00:38

Und mal ehrlich gesagt: wahrscheinlich haben selbst die guten bis besten Organisten an spätromantischen Orgeln des deutschsprachigen Raums viel mehr an den Walzen herumgerödelt, als es uns heutzutage lieb ist.

Ich war in der vergangenen Woche Registrant bei einer CD-Aufnahme mit Angela Metzger auf der romantischen Orgel in St. Elisabeth in Nürnberg. Als die junge Dame mir begeistert sagte, sie sei ein Fan der Walze, zuckte ich innerlich zusammen. Aber es war nur konsequent und überhaupt nicht "unkünstlerisch", wie so oft propagiert: für die Musik des 19./20. Jahrhunderts, die sie einspielte, war das einfach ein unerläßliches Hilfsmittel (wenn auch hier zwar durch einige Schwächen der Walzenprogrammierung getrübt, die durch manuelle Ergänzungen kompensiert werden mußten, aber die Walze wurde auch erst nachträglich eingebaut).

Die ungeliebte Walze

3rd_astronaut, Montag, 25. Mai 2026, 02:41 (vor 94 Tagen) @ Dorforganist

Hab auf FB einen Post von ihr gesehen, wo sie von der dortigen Klarinette schwärmt und sie in einem Schumann vorführt. Aber das nur nebenbei ;-)

Mit diesem Kommentar beginnen meine Probleme. Haydn war sicher alles andere als ein rückschrittlicher Musiker und Komponist, aber ist ihm des nächtens im Traun das Ventilhorn erschienen (er hat ja das Konzert "in Schlaff" geschrieben : -D)?

Nun, mit Natur-/Ventilhörnern kenne ich mich so gar nicht aus, aber es gibt da ja auch eine "uns" näherliegende Thematik: Auf was "darf" man eigentlich Bachs Klavierwerke spielen? Und "darf" man, wenn man sich für ein modernes Klavier entschieden hat, auch pedalieren?

Die ungeliebte Walze

Florian-L @, Montag, 25. Mai 2026, 08:46 (vor 93 Tagen) @ 3rd_astronaut

Und "darf" man, wenn man sich für ein modernes Klavier entschieden hat, auch pedalieren?

Ja, man darf.

Die ungeliebte Walze

Evacuant, Montag, 25. Mai 2026, 09:40 (vor 93 Tagen) @ Florian-L

Und "darf" man, wenn man sich für ein modernes Klavier entschieden hat, auch pedalieren?


Ja, man darf.


Ich kenne keinen Musiker, der so etwas ernsthaft diskutieren würde. Darf man Bach auf der modernen Orgel spielen, darf man Mozart auf dem modernen Flügel spielen?

Erlaubt ist, was gefällt.

(Es muss ja zum Glück nicht jedem gefallen...)

Die ungeliebte Walze

Karsten @, Montag, 25. Mai 2026, 10:03 (vor 93 Tagen) @ Evacuant
bearbeitet von Karsten, Montag, 25. Mai 2026, 10:52

Und "darf" man, wenn man sich für ein modernes Klavier entschieden hat, auch pedalieren?


Ja, man darf.

Ich kenne keinen Musiker, der so etwas ernsthaft diskutieren würde. Darf man Bach auf der modernen Orgel spielen, darf man Mozart auf dem modernen Flügel spielen?

Erlaubt ist, was gefällt.

(Es muss ja zum Glück nicht jedem gefallen...)

Hallo!

Es gibt zumindest so manche Musiker, die den Klang bzw. die Bauweise zeitgenössischer Instrumente im Vergleich zu modernen und deren Auswirkungen auf die Wiedergabe/Interpretation diskutieren. Dabei ist im Tasteninstrumentenbereich weniger der "Gegensatz" Cembalo vs. (moderner) Flügel als (verschiedene) Hammerflügel vs. moderner Flügel Thema. Auf Youtube gibt es sehr informative Vorlesungen von Malcolm Bilson (kennt der eine oder andere vielleicht von den Mozart-Klavierkonzerten mit Gardiner). Tenor: die Satzstruktur, Artikulation und manche Vortragsangaben vieler klassischer Komponisten (Mozart, Haydn, Beethoven...) funktionieren auf damaligen Hammerflügeln viel besser/leichter bzw. "von selbst".

Randbemerkung: András Schiff äußerte sich im Beiheft seiner Schubert-Sonaten-Einspielung für Decca noch etwas abfällig über die damaligen Hammerflügel. Einige Jahrzehnte später gestand er geläutert: er lag falsch. Er hatte in der Zwischenzeit mehr Kontakt mit historischen Instrumenten und hat deren Klangzauber entdeckt. Deswegen spielt er aber nicht ausschließlich auf alten Instrumenten. Er weiß um die Vor- und Nachteile beider Instrumententypen und weiß sie zu nutzen.

Das heißt nun nicht, dass man nur noch Hammerflügel verwenden darf, aber man sollte als ernsthafter Interpret diese Eigenheiten kennen und vielleicht sogar mal selbst ausprobiert haben, um dann den nötigen Effekt - wie auch immer - auf modernen Flügeln so gut es geht hinzukriegen.

Nebenbei: Auf Arte läuft übrigens gerade eine Miniserie über berühmte Orchester der Welt (Wiener, Berliner, Concertgebouw...) Darin demonstrieren die Musiker auch teilweise ihre typischen Instrumente mit ihren verschiedenen Bauweisen und Klangfarben. Das ist schon interessant...

Ich trage vermutlich Eulen nach Athen: aber auf der Orgel ist es nicht viel anders. Sicher "darf" man Widor auf einer neobarocken Orgel spielen, oder Bach auf einer Sauer-Orgel, oder Ligeti in Haarlem.
Aber bei "unserem" Instrument ist bei einer Interpretation der Faktor "Instrument" (neben Komposition, Interpret, Raum) nun mal ein besonders gewichtiger Faktor. Da sollte man zumindest wissen, wie es auf "originalen" Instrumenten in etwa geklungen haben könnte. Dann kann man ja immer noch schauen, ob man versuchen will, eine Orgel besonders "französisch" oder wie auch immer klingen zu lassen, oder sich sagt: ich passe das Stück bzw. meine Interpretation der Orgel an.

Gruß
Karsten

Die ungeliebte Walze

Evacuant, Dienstag, 26. Mai 2026, 11:51 (vor 92 Tagen) @ Karsten

Es gibt zumindest so manche Musiker, die den Klang bzw. die Bauweise zeitgenössischer Instrumente im Vergleich zu modernen und deren Auswirkungen auf die Wiedergabe/Interpretation diskutieren.


Das ist ja auch eine sinnvolle Diskussion und etwas ganz anderes, als Fragen wie "Darf man Mozart auf dem modernen Flügel spielen?" diskutieren zu wollen.

Die ungeliebte Walze

Karsten @, Dienstag, 26. Mai 2026, 13:01 (vor 92 Tagen) @ Evacuant

Es gibt zumindest so manche Musiker, die den Klang bzw. die Bauweise zeitgenössischer Instrumente im Vergleich zu modernen und deren Auswirkungen auf die Wiedergabe/Interpretation diskutieren.

Das ist ja auch eine sinnvolle Diskussion und etwas ganz anderes, als Fragen wie "Darf man Mozart auf dem modernen Flügel spielen?" diskutieren zu wollen.

Hallo!

Man kann ja zum Einstieg eine solche Diskussionsfrage gerne überspitzt oder besonders polemisch formulieren. Das kann die Diskussion anregender machen.
Entscheidend ist, dass ein entsprechender sachlicher Austausch stattfindet. Sicher "darf" man Mozart auf einem modernen Steinway spielen, nur kriegt man da so manche Artikulationsvorgabe und Feinheiten, die Mozart notiert hat, einfach nicht (so gut) hin.

Gruß
Karsten

Die ungeliebte Walze

Evacuant, Dienstag, 26. Mai 2026, 21:31 (vor 92 Tagen) @ Karsten

Man kann ja zum Einstieg eine solche Diskussionsfrage gerne überspitzt oder besonders polemisch formulieren. Das kann die Diskussion anregender machen.
Entscheidend ist, dass ein entsprechender sachlicher Austausch stattfindet. Sicher "darf" man Mozart auf einem modernen Steinway spielen, nur kriegt man da so manche Artikulationsvorgabe und Feinheiten, die Mozart notiert hat, einfach nicht (so gut) hin.

Alles richtig. Wenn allerdings die Polemik mit Statements wie 'wenn ich Mozart spiele, ist mir doch vollkommen egal, wie Mozart sich das gedacht hat' oder 'Mozart hätte selbstverständlich den modernen Steinway bevorzugt' einhergeht, ist sicher keine anregende Diskussion beabsichtigt.

Die ungeliebte Walze

elias.orgel, Montag, 25. Mai 2026, 09:22 (vor 93 Tagen) @ 3rd_astronaut

Auf was "darf" man eigentlich Bachs Klavierwerke spielen? Und "darf" man, wenn man sich für ein modernes Klavier entschieden hat, auch pedalieren?

pedalieren/pedaliéren/Pedalieren: ist ein umgangssprachlicher und oft scherzhaft gebrauchter Ausdruck für Fahrrad fahren oder in die Pedale treten. Der Begriff leitet sich vom Substantiv „Pedal“ ab und wird vor allem im Radsport-Jargon verwendet...

warum um alles in der Welt sollte mann nicht Fahrradfahren "dürfen"
egal auf welchem Flügel oder Klavier... epiano?
(manchmal verstehe ich meine Mitmenschen aber sowas von überhaupt nicht ;-)

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Die ungeliebte Walze

MCVL @, Montag, 25. Mai 2026, 09:27 (vor 93 Tagen) @ 3rd_astronaut
bearbeitet von MCVL, Montag, 25. Mai 2026, 09:32

Hab auf FB einen Post von ihr gesehen, wo sie von der dortigen Klarinette schwärmt und sie in einem Schumann vorführt. Aber das nur nebenbei ;-)

Mit diesem Kommentar beginnen meine Probleme. Haydn war sicher alles andere als ein rückschrittlicher Musiker und Komponist, aber ist ihm des nächtens im Traun das Ventilhorn erschienen (er hat ja das Konzert "in Schlaff" geschrieben : -D)?


Nun, mit Natur-/Ventilhörnern kenne ich mich so gar nicht aus, aber es gibt da ja auch eine "uns" näherliegende Thematik: Auf was "darf" man eigentlich Bachs Klavierwerke spielen? Und "darf" man, wenn man sich für ein modernes Klavier entschieden hat, auch pedalieren?

Um nicht missverstanden zu werden, ich habe nirgendwo behauptet, daß man Haydns Konzert nicht auf dem modernen Ventilhorn spielen darf, mir ging es um die sehr spekulative Aussage, daß es Haydn persönlich besser gefallen hätte bzw. ihm bei der Komposition bereits die technischen Möglichkeiten auf einem Ventilhorn vorgeschwebt seien. Und das wissen wir nun einmal nicht und werden es wohl auch nie erfahren.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Die ungeliebte Walze - Nürnberg St. Elisabeth

MCVL @, Montag, 25. Mai 2026, 10:10 (vor 93 Tagen) @ Dorforganist

Und mal ehrlich gesagt: wahrscheinlich haben selbst die guten bis besten Organisten an spätromantischen Orgeln des deutschsprachigen Raums viel mehr an den Walzen herumgerödelt, als es uns heutzutage lieb ist.


Ich war in der vergangenen Woche Registrant bei einer CD-Aufnahme mit Angela Metzger auf der romantischen Orgel in St. Elisabeth in Nürnberg. Als die junge Dame mir begeistert sagte, sie sei ein Fan der Walze, zuckte ich innerlich zusammen. Aber es war nur konsequent und überhaupt nicht "unkünstlerisch", wie so oft propagiert: für die Musik des 19./20. Jahrhunderts, die sie einspielte, war das einfach ein unerläßliches Hilfsmittel (wenn auch hier zwar durch einige Schwächen der Walzenprogrammierung getrübt, die durch manuelle Ergänzungen kompensiert werden mußten, aber die Walze wurde auch erst nachträglich eingebaut).

Mal eine andere Frage: auf Organ Index steht, die Orgel besitzt Kegelladen? Ist das tatsächlich so?

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Die ungeliebte Walze - Nürnberg St. Elisabeth

fluteceleste @, Montag, 25. Mai 2026, 13:57 (vor 93 Tagen) @ MCVL

steht hier auch, und das scheint von der dortigen Kirchenmusikerin verfasst, ist natürlich auch kein Beweis, aber vielleicht doch wahrscheinlich...
https://www.orgel-information.de/Orgeln/n/nu-nz/nuernberg_st_elisabeth.html
ebenso Seiten des Bistums:
https://amt-fuer-kirchenmusik.erzbistum-bamberg.de/orgeln/pfarreien/nuernberg--st--elis...

Die ungeliebte Walze - Nürnberg St. Elisabeth

MCVL @, Montag, 25. Mai 2026, 14:27 (vor 93 Tagen) @ fluteceleste

steht hier auch, und das scheint von der dortigen Kirchenmusikerin verfasst, ist natürlich auch kein Beweis, aber vielleicht doch wahrscheinlich...
https://www.orgel-information.de/Orgeln/n/nu-nz/nuernberg_st_elisabeth.html
ebenso Seiten des Bistums:
https://amt-fuer-kirchenmusik.erzbistum-bamberg.de/orgeln/pfarreien/nuernberg--st--elis...


Bei Bittner ist das immer so eine Sache, egal ob beim Nürnberger oder Eichstätter. Da wurde auch viel bei Weigle dazugekauft, auch Membranladen und später hat der Eichstätter Bittner auch ein eigenes Ladensystem entwickelt.

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Nürnberg St. Elisabeth

Dorforganist, Montag, 25. Mai 2026, 14:36 (vor 93 Tagen) @ MCVL

Bei Bittner ist das immer so eine Sache, egal ob beim Nürnberger oder Eichstätter. Da wurde auch viel bei Weigle dazugekauft, auch Membranladen und später hat der Eichstätter Bittner auch ein eigenes Ladensystem entwickelt.

Ich habe den Orgelbauer (D.Friedrich), der sich in der Kiste hervorragend auskennt, angemailt. Der hat die Orgel derart gut einreguliert, daß A.Metzger sogar die 5. Studie für Pedalflügel von R.Schumann mit ihrem permanenten Staccato für die CD eingespielt hat - natürlich von Arbeitsgeräuschen begleitet, aber äußerst präzise in der Ansprache.

Nürnberg St. Elisabeth

MCVL @, Montag, 25. Mai 2026, 14:57 (vor 93 Tagen) @ Dorforganist

Bei Bittner ist das immer so eine Sache, egal ob beim Nürnberger oder Eichstätter. Da wurde auch viel bei Weigle dazugekauft, auch Membranladen und später hat der Eichstätter Bittner auch ein eigenes Ladensystem entwickelt.

Ich habe den Orgelbauer (D.Friedrich), der sich in der Kiste hervorragend auskennt, angemailt. Der hat die Orgel derart gut einreguliert, daß A.Metzger sogar die 5. Studie für Pedalflügel von R.Schumann mit ihrem permanenten Staccato für die CD eingespielt hat - natürlich von Arbeitsgeräuschen begleitet, aber äußerst präzise in der Ansprache.


Wunderbar, danke!

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Nürnberg St. Elisabeth

Dorforganist, Montag, 25. Mai 2026, 19:40 (vor 93 Tagen) @ MCVL

Ich habe den Orgelbauer (D.Friedrich), der sich in der Kiste hervorragend auskennt, angemailt. Der hat die Orgel derart gut einreguliert, daß A.Metzger sogar die 5. Studie für Pedalflügel von R.Schumann mit ihrem permanenten Staccato für die CD eingespielt hat - natürlich von Arbeitsgeräuschen begleitet, aber äußerst präzise in der Ansprache.

Und zuverlässig, wie ich ihn kenne, kommt auch schon die Antwort: "das Pfeifenwerk in St. Elisabeth steht auf pneumatisch angesteuerten Kegelladen."

Nürnberg St. Elisabeth

MCVL @, Montag, 25. Mai 2026, 21:10 (vor 93 Tagen) @ Dorforganist

Danke, das ging ja fix!

Auch wenn wir jetzt vom Hundertsten ins Tausende kommen, mir liegt ein Brief vom Nürnberger Bittner an Weigle vor, worin er seine Erfahrungen mit Weigles pneumatischem Orgelsystem schildert und auch erwähnt, dass er mehrere Orgeln nach diesem System in Bau hätte, waren zum Teil recht große Kisten.
Ich bin nach wie vor am Rätseln, wohin diese gelangt sein könnten, muss die Details nachsehen, wenn ich etwas mehr Zeit habe.
Jedenfalls habe ich seinerzeit die Orgelmeldebogen im Bistumsarchiv Bamberg auch aufmerksam nach möglichen Kandidatinnen durchgesehen, bin aber nicht fündig geworden.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Nürnberg St. Elisabeth

MCVL @, Dienstag, 26. Mai 2026, 09:30 (vor 92 Tagen) @ MCVL

Das erwähnte Schreiben stammt vom Februar 1893. Bittner teilt Weigle mit, daß er gerade mit dem Bau einer Orgel von 30 Registern beschäftigt ist, der drei weitere mit 33, 24 und 15 Registern, alle nach dem Weigle-System, folgen. Zu zwei weiteren Orgeln mit 15 und 10 Registern hatte Bittner Kostenvoranschläge eingereicht.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Die ungeliebte Walze

link1907 @, Montag, 25. Mai 2026, 13:42 (vor 93 Tagen) @ Dorforganist

Was spricht gegen die Verwendung der Walze bei entsprechender
Literatur?
Johannes Lang verwendet sie regelmäßig an
der Sauer Orgel der Thomaskirche Leipzig.

Die ungeliebte Walze

Karsten @, Montag, 25. Mai 2026, 14:10 (vor 93 Tagen) @ link1907

Was spricht gegen die Verwendung der Walze bei entsprechender
Literatur?
Johannes Lang verwendet sie regelmäßig an
der Sauer Orgel der Thomaskirche Leipzig.

Hallo!

Gegen die Verwendung spricht, wenn sie nicht gut eingestellt ist und/oder der/die Spieler damit nicht umgehen können.

In dem Zusammenhang sei auf die sehr interessante Dissertation von Balazs Szabo verwiesen, der sich intensiv mit der Straube-Schule und der damaligen historischen Aufführungspraxis auseinandergesetzt hat. Eine der Erkenntnisse war, dass die Walze in manchen Traditionen weniger für das "planlose" rauf- und runterdrehen eingesetzt wurde (wie es später zur Diskreditierung dieser Spielhilfe immer wieder verbreitet wurde), sondern eher als Vorrat fester Kombinationen, die durch das Drehen schnell und gezielt abgerufen werden konnten.
Dass es auch andere Einsatzmöglichkeiten gab und die Walzen auch anders eingesetzt wurden, steht außer Frage.

Gruß
Karsten

Die ungeliebte Walze

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. Mai 2026, 16:16 (vor 93 Tagen) @ Karsten

In dem Zusammenhang sei auf die sehr interessante Dissertation von Balazs Szabo verwiesen, der sich intensiv mit der Straube-Schule und der damaligen historischen Aufführungspraxis auseinandergesetzt hat. Eine der Erkenntnisse war, dass die Walze in manchen Traditionen weniger für das "planlose" rauf- und runterdrehen eingesetzt wurde (wie es später zur Diskreditierung dieser Spielhilfe immer wieder verbreitet wurde), sondern eher als Vorrat fester Kombinationen, die durch das Drehen schnell und gezielt abgerufen werden konnten.
Dass es auch andere Einsatzmöglichkeiten gab und die Walzen auch anders eingesetzt wurden, steht außer Frage.

Gruß
Karsten

Genau, bei mir "zuhause" ist die Walze nicht nur, aber besonders bei Impro eine fünfte freie Kombination. (Obwohl ich in meinen ersten Dienstjahren da schon einige Leiterbahnen abgeklebt habe, ist zum Fortissimo hin immer noch zu viel Windverbrauchendes dabei - da müsste ich mal wieder ran.)
Ich sehe das auch bei den Windregelungen ähnlich. Es wird zu oft rauf- und runtergefahren, und dieser Effekt nutzt sich sehr schnell ab. Interessanter wäre, ein Stück bzw. einen musikalischen Abschnitt in konstant verändertem Druck zu spielen. Besser noch, wenn die Regelung nicht alle Teilwerke erfasst, dann kann man die verbleibenden für ÜBergänge o. ä. nutzen, wenn dann der Winddruck wieder verändert wird.

Die ungeliebte Walze

MCVL @, Montag, 25. Mai 2026, 22:12 (vor 93 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von MCVL, Montag, 25. Mai 2026, 22:22

Was spricht gegen die Verwendung der Walze bei entsprechender
Literatur?
Johannes Lang verwendet sie regelmäßig an
der Sauer Orgel der Thomaskirche Leipzig.


Hallo!

Gegen die Verwendung spricht, wenn sie nicht gut eingestellt ist und/oder der/die Spieler damit nicht umgehen können.

In dem Zusammenhang sei auf die sehr interessante Dissertation von Balazs Szabo verwiesen, der sich intensiv mit der Straube-Schule und der damaligen historischen Aufführungspraxis auseinandergesetzt hat. Eine der Erkenntnisse war, dass die Walze in manchen Traditionen weniger für das "planlose" rauf- und runterdrehen eingesetzt wurde (wie es später zur Diskreditierung dieser Spielhilfe immer wieder verbreitet wurde), sondern eher als Vorrat fester Kombinationen, die durch das Drehen schnell und gezielt abgerufen werden konnten.
Dass es auch andere Einsatzmöglichkeiten gab und die Walzen auch anders eingesetzt wurden, steht außer Frage.

Gruß
Karsten

Diese interessante Angelegenheit müsste man auch mit Blick auf die von den jeweiligen Orgelbauern angewendete Technik genau beleuchten.

Bei manchen Konstruktionen wird bei Betätigung der Walze (oder in der Frühzeit auch als Tritt realisiert) die Windzufuhr zum Handregisterapparat unterbrochen, so dass keine Handregister dazu addiert werden können.

Aber in der Hinsicht machen auch die ganzen Anzeigevorrichtungen Sinn, sei es auf pneumatischem Weg wie bei Weigle (da hätte es bei dem schon mehrmals zitierten Peter Griesbacher angefangen zu köcheln, da die Anzeigevorrichtung genau die Stelle seiner geliebten Registertastatur einnanhm) oder (wie bei Späth) mit Kennzeichnung auf den Klaviaturbacken. Man ist bei diesen Werkstätten genau im Bilde, bei welcher Stufe welche Register oder Koppeln einsetzen.

Es kommt auch auf die Konstruktion des Registerschwellers an, ob dessen Zusammensetzung/Folge einfach geändert werden kann. Bei der Bauweise, die Späth oder Weigle bis um 1905 herum angewendet hatten, wäre es eine ziemliche Bastelei, später wurden dann Registerschweller angewendet, deren Folge man mit wenigen Handgriffen verändern kann bzw. dies auch schnell wieder revidiert hat.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Die ungeliebte Walze

domorgelfan, Mittwoch, 27. Mai 2026, 09:41 (vor 91 Tagen) @ Dorforganist

ich find die Handwalzenhebel in St. Micheal Saarbrücken cool. Sogar Bernhard Leonardy benutzt sie offensichtlich. Klar eigentlich, wer würde es nicht.

St. Michael Saarbrücken

Evacuant, Montag, 25. Mai 2026, 09:24 (vor 93 Tagen) @ 3rd_astronaut

an einer historischen orgel mit seitlich weit ausgerückten manubrien oder gar am rückpositiv angebrachten zügen, entspricht ein setzer offensichtlich *nicht* der vision des orgelbauers

Wenn er die Manubrien am Rückpositiv angebracht hat, dann war seine Vision offensichtlich, mit möglichst wenig beweglicher Masse auszukommen. Folglich hätte er mit Freuden die elektrische Registersteuerung gewählt, wenn es die damals schon gegeben hätte, daher sollte man heute ganz im Sinne des Orgelbauers die Registertraktur elektrifizieren. Richtig?

St. Michael Saarbrücken

ArnezN, Sonntag, 24. Mai 2026, 23:16 (vor 94 Tagen) @ MCVL

Da tun sich ja ganz viele Grundsatzfragen nach der "Praxistauglichkeit" auf, und wie man eben diese definiert, ist meines Erachtens eine ziemlich subjektive Sache.

Bei der Frage nach dem Denkmal ist die Antwort ziemlich klar: Je näher der Zustand des Instruments am Original ist, desto besser. Wenn es um die Praxis geht, hat aber jeder und jede einen anderen Anspruch: Der eine möchte im Spiel die modernen Möglichkeiten nicht missen, für die andere gehören die originalen, aber aus heutiger Sicht als Unzulänglichkeiten zu bezeichnenden Herausforderungen am historischen Instrument zum "Elebnis Denkmalorgel" dazu. Denn die Frage, ob sich der Denkmalwert hauptsächlich auf den Klang beschränkt und am Besten vom Zentralspieltisch zu erleben ist, oder ob auch der ausgespielte Tastenbelag mit Wachsfleck der originalen Kernzenbeleuchtung gelchberechtigt dazugehört, ist letztendlich eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Und letztendlich sind das die Fragen, die bei jeder Restaurierung aufkommen und jeweils individuell von den Entscheidungsträgern entschieden werden müssen. Und jede dieser Entscheidungen wird Zustimmung und Ablehung ernten, je nachdem, welche Ansprüche der Kommentierende hat. Mahnend und Grenzen ziehend sollte dann eben wieder die Denkmalpflege auftreten, damit die Geschmacksfragen nicht letztendlich doch das Denkmal beschädigen.

St. Michael Saarbrücken

MCVL @, Sonntag, 24. Mai 2026, 23:33 (vor 94 Tagen) @ ArnezN

Da tun sich ja ganz viele Grundsatzfragen nach der "Praxistauglichkeit" auf, und wie man eben diese definiert, ist meines Erachtens eine ziemlich subjektive Sache.

Meiner Meinung nach - und das betone ich nochmal - geht es hier nicht um die Praxistauglichkeit, sondern um die Bequemlichkeit, das habe ich auch schon mehrfach versucht, in anderen Postings herauszuarbeiten.

Die Spielhilfen, Koppeln, Hilfsregister, Kombination, welche Späth 1925 bereitgestellt hat, müssten auch heutzutage noch einem profunden Musiker ausreichen.

Für den praktischen Umgang mit einem Setzer gibt es dort in der Region doch sicherlich auch andere Orgeln, wo dies erlernt und gelehrt werden kann.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

St. Michael Saarbrücken

ArnezN, Sonntag, 24. Mai 2026, 23:48 (vor 94 Tagen) @ MCVL

Vollkommen richtig, der Begriff "Praxistauglichkeit" war nicht richtig gewählt. Die individuell bewertete Praxistauglichkeit hängt davon ab, inwieweit der/die Spielende bereit ist, sich auf das Instrument einzulassen. Und das ist tatsächlich eine Frage der Bequemlichkeit, bei der man ggf. Abstriche machen muss.

Einen /8-Mercedes kann man auch mit auf Servolenkung umbauen, das Fahrgefühl der 70er bekommt man aber nur ohne. Und es ist dann eben mehr Arbeit und Anstrengung beim Fahren.

Setzen in der Praxis...

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. Mai 2026, 08:37 (vor 93 Tagen) @ ArnezN

Vollkommen richtig, der Begriff "Praxistauglichkeit" war nicht richtig gewählt. Die individuell bewertete Praxistauglichkeit hängt davon ab, inwieweit der/die Spielende bereit ist, sich auf das Instrument einzulassen. Und das ist tatsächlich eine Frage der Bequemlichkeit, bei der man ggf. Abstriche machen muss.

Einen /8-Mercedes kann man auch mit auf Servolenkung umbauen, das Fahrgefühl der 70er bekommt man aber nur ohne. Und es ist dann eben mehr Arbeit und Anstrengung beim Fahren.

Zur Praxistauglichkeit gehört auch die Verfügbarkeit lebender Spielhilfen. Nun bin ich selber schuld, wenn ich kaum Orgelschüler habe oder nur welche, die es zeitlich nicht einrichten könnten, ein Konzert mit vorzubereiten. Auch fällt es mir grundsätzlich grundsätzlich schwer, andere um Hilfe zu fragen (weshalb ich mein Dienstinstrument mit einer Einrichtung versehen habe, die mir das Stimmen ohne Tastenhalter erlaubt). Also, in diesem Fall sitze ich im Glashaus.

Umgekehrt: Meine eigenen Erfahrungen als Registrant - was ja doch mehr Proben erfordert, als nur umzublättern - möchte ich, trotz in frühen Jahren mancher stressiger Momente, nicht missen. Oft dachte ich mir: Das Stück will ich auch einmal spielen! Abgesehen davon, dass man bei den richtigen Leuten natürlich auch Inspiration für das Spiel selbst bekommt. Oder wenn man in Gegenwart des Lehrers der "anderen" Orgelklasse registriert. Daher könnte man auch fragen, inwieweit die Verfügbarkeit von Setzeranlagen, gerade auch an Hochschulen und zugeordneten Kirchen-Orgeln, die Ausbildung von Organist:innen verändert.

St. Michael Saarbrücken

Evacuant, Sonntag, 24. Mai 2026, 11:42 (vor 94 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von Evacuant, Sonntag, 24. Mai 2026, 11:45

das sehe ich überhaupt nicht so...


Du bist wahrscheinlich auch der einzige, der sich nach Kräften bemüht, das Haas-Zitat misszuverstehen. Anders ist die sinnfreie Polemik ("darf mann, muß mann, soll mann überhaupt ein Stück aus der Zeit auf einem mechanischen Instrument spielen oder in einem anderen Land oder bei OBI" etc.) nicht zu erklären.

Selbstverständlich darf, kann und soll man Reger auch auf vollmechanischen Orgeln spielen, Bachs d-moll-Toccata in der Geigen- oder Akkordeonversion und Stravinskys Sacre du primtemps in der Orgelversion. (Ob man letzteres öffentlich darf, ist allenfalls eine Frage des Urheberrechts.)

generell habe ich große Probleme damit, wenn mir jemand erklären möchte, dass nur ein Weg, und selbstverständlich "sein" Weg der einzig richtige, wahre und seeligmachende Weg ist

Bernhard Haas wurde von einem Zuhörer darauf angesprochen, dass er es anders macht als alle anderen und hat daraufhin seine persönliche Auffassung kundgetan. Er hat weder Dir noch sonst jemandem seinen Weg zum alleinseligmachenden erklärt. Ich finde seine Auffassung bedenkenswert und nachvollziehbar. Letzes Mal habe ich Reger in Kaiserslautern mit Setzer gespielt, nächstes Mal würde ich es gern mit den pneumatischen Spielhilfen probieren.

St. Michael Saarbrücken

Karsten @, Sonntag, 24. Mai 2026, 11:53 (vor 94 Tagen) @ Evacuant
bearbeitet von Karsten, Sonntag, 24. Mai 2026, 12:07

[...]


Selbstverständlich darf, kann und soll man Reger auch auf vollmechanischen Orgeln spielen, Bachs d-moll-Toccata in der Geigen- oder Akkordeonversion und Stravinskys Sacre du primtemps in der Orgelversion. (Ob man letzteres öffentlich darf, ist allenfalls eine Frage des Urheberrechts.)

Mittlerweile ist der "strenge" Nachlassverwalter Stravinskys auch verstorben. Diejenigen, die das Werk aufführen, umgehen meines Wissens die Problematik, in dem sie schlicht offiziell angeben, die von Stravinsky erstellte 4händige Klavierversion auf der Orgel zu spielen. So lange man die "übliche" für die Orgel notwendige Einrichtung der Partitur nicht als "eigene Transkription" anpreist, juckt das dann niemanden...

generell habe ich große Probleme damit, wenn mir jemand erklären möchte, dass nur ein Weg, und selbstverständlich "sein" Weg der einzig richtige, wahre und seeligmachende Weg ist


Bernhard Haas wurde von einem Zuhörer darauf angesprochen, dass er es anders macht als alle anderen und hat daraufhin seine persönliche Auffassung kundgetan. Er hat weder Dir noch sonst jemandem seinen Weg zum alleinseligmachenden erklärt. Ich finde seine Auffassung bedenkenswert und nachvollziehbar. Letzes Mal habe ich Reger in Kaiserslautern mit Setzer gespielt, nächstes Mal würde ich es gern mit den pneumatischen Spielhilfen probieren.

Um da ein bisschen Dampf abzulassen: das ist viele Jahre her, ich stand nur daneben, ich erinnere mich nicht mehr an den genauen Wortlaut, daher schrieb ich auch "sinngemäß". Entscheidend ist: Haas entschied sich für dieses Konzert, an dieser Orgel, bei diesem Werk von Reger für die Nutzung der historischen Spielhilfen und nicht der Setzeranlage. Er nutzte damals die Möglichkeit, das Stück "historisch" zu registrieren.
Vielleicht macht er das bei anderer Gelegenheit nicht so. Aber was gut wäre: der Spieler hat grundsätzlich die Möglichkeit selbst zu entscheiden.

Gruß
Karsten

St. Michael Saarbrücken

MCVL @, Sonntag, 24. Mai 2026, 12:39 (vor 94 Tagen) @ Karsten

Um da ein bisschen Dampf abzulassen: das ist viele Jahre her, ich stand nur daneben, ich erinnere mich nicht mehr an den genauen Wortlaut, daher schrieb ich auch "sinngemäß". Entscheidend ist: Haas entschied sich für dieses Konzert, an dieser Orgel, bei diesem Werk von Reger für die Nutzung der historischen Spielhilfen und nicht der Setzeranlage. Er nutzte damals die Möglichkeit, das Stück "historisch" zu registrieren.
Vielleicht macht er das bei anderer Gelegenheit nicht so. Aber was gut wäre: der Spieler hat grundsätzlich die Möglichkeit selbst zu entscheiden.


Egal wie es sich jetzt im Detail abgespielt hat, ich finde die Haltung von Haas trotzdem bemerkenswert.
Und wenn ich mich richtig erinnere, besitzt die Orgel auch einen von 1904 stammenden Registrier- oder Kombinationsapparat. Der müsste in Hodicks Klais-Monographie beschrieben sein, bin aber nicht zu Hause und kann nicht nachschauen.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Sonntag, 24. Mai 2026, 22:54 (vor 94 Tagen) @ domorgelfan
bearbeitet von domorgelfan, Sonntag, 24. Mai 2026, 23:08

Inzwischen hat Firma Heuss auch einen Softwarefehler im Pedal behoben(am Pfingstsonntagmittag. ) Klingt wieder sonor jetzt, und zwar immer. Rechtzeitig zur Pfingstsonntag Abendmesse und Evensong, den Pfingstmontaggottesdiensten sowie dem Konzert von Prof. Vincent Dubois

St. Michael Saarbrücken

erzaehler70, Dienstag, 26. Mai 2026, 00:13 (vor 93 Tagen) @ domorgelfan

Ohne 32' ist alles nix.... <

Also ich durfte die Orgel gerade mal wieder im Gottesdienst hören, teilweise mit vollem Werk zu Intro und Nachspiel. Was da an Tiefbass durch die Riesenkirche "rollt" auch mit "nur" 16´ Zunge im Pedal ist schwer beeindruckend und lässt mich zumindest diesbezüglich nichts vermissen. Die Gebr. Späth waren ja keine unerfahrenen Newcomer, als sie dieses Werk konzipiert und gebaut haben. Die haben sich sicher was dabei gedacht und ich finde, dass sollte man respektieren.

St. Michael Saarbrücken

elias.orgel, Dienstag, 26. Mai 2026, 09:56 (vor 92 Tagen) @ domorgelfan

Bernhard Leonardy weiß nicht , wie man an dem neuen MIDI usw. Spielisch eine Quarte reinprogrammien kann, Pedal auf 2. Manual programmieren kann ( Mithilfe 4. Manual Ausweich) damit es sich wie 32' Zunge anhört...
Ohne 32' ist alles nix.... gib mir eine passende Quarte für die Pedal 16' Zunge, z.B. aus dem Schwellwerk....spannendes Klangphysikkolloquium bei den Prof. Bernhard Leonardy bzw. Vincent Dubois
Digitalspieltischentdeckungen und Experimentierfreude

es tut mir wirklich sehr leid, aber ich habe diesen Text nicht verstanden...

der neue Spieltisch ist midi fähig - und jemand möchte nun eine Quarte? einprogrammieren?
ich nehme mal an, dass eine Intervall Koppel gemeint ist und zwar nicht F an C sondern - Obertonforschung - G an c also eine 10 2/3' Koppel?

abgesehen davon, dass mir Herr Drengk immer noch nicht erlaubt hat in St Reinoldi den midi Anschluss zu suchen / finden, sollte eine entsprechende "Programmierung" technisch überhaupt kein Problem sein (Tasten / Tonhöhenwert - 5 = neuer Tastenwert)

entsprechende Videos konnte ich aber leider nicht finden...
Weder spannend noch Physik oder Kolloquium ;-)

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

St. Michael Saarbrücken

3rd_astronaut, Dienstag, 26. Mai 2026, 15:19 (vor 92 Tagen) @ elias.orgel

der neue Spieltisch ist midi fähig - und jemand möchte nun eine Quarte? einprogrammieren?

Herr Leonardy plant eine Gesamteinspielung der Werke von Hermann Schroeder und möchte sich "Marscherleichterung" verschaffen?!? ;-)

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Montag, 25. Mai 2026, 08:10 (vor 93 Tagen) @ domorgelfan

Ich kann mir für eine Kirche mit frisch restaurierter Orgel und Potenzial für Dachbodenfernwerk eine bessere Nutzung als als Landesarchiv vorstellen. .????????????????‍????????????????????????????????????????????

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Montag, 25. Mai 2026, 09:34 (vor 93 Tagen) @ domorgelfan
bearbeitet von domorgelfan, Dienstag, 26. Mai 2026, 14:20

Der Protest gegen Dekan/Pfarrer und Verwaltungsratspläne wächst, gerade unter Kirchenmusikern...
" Man gibt doch nicht Tausende Euronen aus, um dann alles zuzumachen."
Gemeint ist die von der Stiftung Denkmalschutz geförderte Rekonstruktion der Späth-Orgel und der neue Spieltisch. Hunderttausende Euro alles gekostet und dann plant man, das Landesarchiv in der Kirche einzuquartieren.

³St. Michael Saarbrücken

Karsten @, Montag, 25. Mai 2026, 09:43 (vor 93 Tagen) @ domorgelfan

Hallo!

Es ist immer hilfreich, davon auszugehen, dass aufgrund der Reichweite des Forums nie alle Leserinnen und Leser mit den jeweiligen regionalen Hintergründen und Geschehnissen vertraut sind. Auch wenn man schon ganz gut vernetzt ist.
Also: was ist nun los?

Gruß
Karsten

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Montag, 25. Mai 2026, 22:41 (vor 93 Tagen) @ Karsten

Die Orgel St. Michael erinnert mich gefühlt immer mehr an Cavaillé-Coll in La Madeleine Paris, nur kathedralhafter
Bitte kein Landesarchiv reinbauen, völlig daneben die Idee

³St. Michael Saarbrücken

erzaehler70, Montag, 25. Mai 2026, 22:55 (vor 93 Tagen) @ domorgelfan

Bitte kein Landesarchiv reinbauen, völlig daneben die Idee<

Was genau soll das bedeuten?

³St. Michael Saarbrücken

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. Mai 2026, 23:02 (vor 93 Tagen) @ erzaehler70

Bitte kein Landesarchiv reinbauen, völlig daneben die Idee<


Was genau soll das bedeuten?

Ganz inneres Insiderwissen :D

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Montag, 25. Mai 2026, 23:09 (vor 93 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Das sind ja irre Pläne... Wer denkt sich sowas aus? Wo ist das Gespür für das, was sich gehört, was anständig ist, für den Genius Loci? Was hat das Landesarchiv in St. Michael verloren, wo gerade mit sehr viel Geld die große Orgel renoviert wurde? Es gibt ja wohl genug Leerstand, z. B. St. Mauritius, wo schon Birken aus der Dachrinne wachsen, oder das ehem. Klösterchen am Rotenbühler Weg. Und die Kommunionschranke in der Basilika soll weg?! An der hat Willi Graf gebetet, gedient und die Hl. Kommunion empfangen. Hoffentlich schiebt der Denkmalschutz dem einen eisernen Riegel vor. Was stimmt hier mit manchen Leuten nicht? Was wird noch - womöglich still, heimlich und leise - aus der Basilika entfernt werden? Die Gefallenentafeln? Die Gedenkplakette für Willi Graf? Unliebsame Kritiker und Mitarbeiter? Leute, seid wachsam!!!

³St. Michael Saarbrücken

erzaehler70, Montag, 25. Mai 2026, 23:14 (vor 93 Tagen) @ domorgelfan

Wo kommen denn solche Infos her, die Du hier einfach so locker "reinstreust"?

³St. Michael Saarbrücken

Dorforganist, Montag, 25. Mai 2026, 23:50 (vor 93 Tagen) @ erzaehler70

Wo kommen denn solche Infos her, die Du hier einfach so locker "reinstreust"?

Und vor allem: kannst Du mal den Zusammenhang für Leute erklären, die vielleicht nicht im innersten Umkreis von 30cm um diese dubiose Angelegenheit beheimatet sind? Ich verstehe nur Bahnhof...

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Dienstag, 26. Mai 2026, 13:06 (vor 92 Tagen) @ Dorforganist

Geplante Umnutzung der zweitgrößten Kirche des Saarlandes mit rekonstruierter 100 jähriger Orgel als Landesarchiv

³St. Michael Saarbrücken

Friedrich @, Dienstag, 26. Mai 2026, 14:24 (vor 92 Tagen) @ domorgelfan

Geplante Umnutzung der zweitgrößten Kirche des Saarlandes mit rekonstruierter 100 jähriger Orgel als Landesarchiv

Ich kenne die geistlichen Hintergründe nicht -- wenn eine große Pfarrkirche profaniert wird, dann fehlt sie sicher manchen Seelen in der Gegend.

Aber die Idee mit dem Landesarchiv finde ich an sich gar nicht so schlecht. Das Gebäude würde weiter betrieben und unterhalten, das Archiv fände reichlich Fläche für Bestand und Verwaltung vor, der Zugang zum Gebäude wäre möglich, müsste aber gut kontrolliert werden. Archiv wie Orgel sind auf ein gleichbleibendes Klima angewiesen, allerdings darf es für die Orgel nicht zu trocken sein. Vogelflug, Fledermäuse, Kerzenruß und Weihrauch wären Vergangenheit. Auch die Staubentwicklung müsste man in den Griff bekommen. Brandschutz ist für beide wichtig, die Orgel würde davon profitieren, Sprinkleranlagen müssten sie allerdings lieber aussparen. All das wäre immerhin besser, als die Kirche einer unsicheren privaten Nutzung zu überlassen.

Wenn man es vernünftig anstellt, ließen sich bestimmt auch Übezeiten und Publikumsflächen organisieren. Archive arbeiten abends, nachts und an Wochenenden nicht, Zugang zur Empore lässt sich bestimmt so regeln, dass er vom Zugang zum Archivbestand getrennt möglich ist.

Sollte sich der Trend irgendwann umkehren, könnte das Land eine gut erhaltene Kirche zurück an die Gläubigen übergeben. Schade wäre es aber, wenn denkmalgeschützte Teile verlorengingen.

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Dienstag, 26. Mai 2026, 14:47 (vor 92 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von domorgelfan, Dienstag, 26. Mai 2026, 15:13

es fehlen Seelen, die nicht lieber in die Basilika gehen.

Wenn es genügend Publikums gibt ok.

Aber die Architekturwirkung der Hans-Herkommer- Ideen ist futsch dann, auch ein Sakrileg

³St. Michael Saarbrücken

erzaehler70, Dienstag, 26. Mai 2026, 15:12 (vor 92 Tagen) @ domorgelfan

Aber die Architekturwirkung der Hans-Herkommer- Ideen ist futsch dann.....

die Akustik sicher auch.........

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Dienstag, 26. Mai 2026, 15:41 (vor 92 Tagen) @ erzaehler70

das sehe ich auch so. Natürlich ist die kathedralhafte Intonierung der historischen Späth Orgel auch nach Scheffler schon dämpfbar denkbar, aber.....an sich wollten die in den 20er Jahren das so und: man denke sich bitte auch noch das Dachbodenfernwerk mit seinen hoffentlich bald wieder 8 Registern der ersten 20 Jahre dazu.

Umnutzung, war: St. Michael Saarbrücken

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 27. Mai 2026, 08:39 (vor 91 Tagen) @ domorgelfan

das sehe ich auch so. Natürlich ist die kathedralhafte Intonierung der historischen Späth Orgel auch nach Scheffler schon dämpfbar denkbar, aber.....an sich wollten die in den 20er Jahren das so und: man denke sich bitte auch noch das Dachbodenfernwerk mit seinen hoffentlich bald wieder 8 Registern der ersten 20 Jahre dazu.

Ja, man denke sich einfach auch die gesamten 20er-Jahre dazu... Sie waren "golden", hörte man irgendwo?

Ohne nähere Details zu wissen, würde ich mich Friedrichs Sichtweise anschließen. Es wäre eine bessere Lösung als z. B. diese, wo ich vor drei Jahren mal reinschaute:

[image]

(NB: Die katholische Kirche der Stadt (mit dem großen Turm, bereits 1580 bis 1810 profan genutzt!) hat noch "Normalbetrieb", die ehemalige Grote Kerk mit der Schnitger-Orgel ist relativ gut von einer Stiftung ergriffen - https://www.academiehuis.nl/ - ein Multifunktionsraum, in dem Orgelkonzerte nur eine von sehr vielen Optionen sind....).

Schaut es Euch genau an, da geht die Reise hin! Wobei man so etwas wie die Zwoller Stiftung in Deutschland zur Zeit kaum hinbekäme, mit bis zu 50 Prozent Beteiligung der örtlichen Kommune... Da ist das Landesarchiv in St. Michael Saarbrücken fast schon eine tolle Gelegenheit, wenn man nicht auf dem Level einer Boulderhalle oder eines Restaurants umnutzen möchte/muss.

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Donnerstag, 18. Juni 2026, 06:43 (vor 69 Tagen) @ Friedrich

Ganz genau, SR schreibt das richtig:
Gemeindemitglieder in Sorge
Gemeindemitglieder hingegen befürchten, dass die St. Michael Kirche in Saarbrücken vor einer Nutzung durch das Landesarchiv entweiht wird. Auch die ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats, Sommer-Hasenstein, äußerte die Sorge, dass in der Kirche St. Michael keine Gottesdienste mehr stattfinden könnten. Außerdem könne der Klang der historischen Orgel verfälscht werden, wenn dort das Landesarchiv untergebracht wird.
https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/landesarchiv_moeglicher_auswei...

³St. Michael Saarbrücken Onlinepetition

domorgelfan, Donnerstag, 18. Juni 2026, 19:26 (vor 69 Tagen) @ domorgelfan

Onlinepetition Rettung Sakral-Architektur-Akustik Denkmal Gegen Einbau von Teilen des Saar-Landesarchivs in die Kirche St. Michael Saarbrücken. Für Erhaltung des einheitlichen 20er Jahre geistlichen Städtebauideals
https://innn.it/archiveinbau-in-michaelskirche

Gerichtet an:

Landesregierung des Saarlandes, Pfarrverwaltungsrat St. Johann Saarbrücken , Anke Rehlinger (SPD; Ministerpräsidentin Saarland), Kulturministerium des Saarlandes , Bistum Trier, Landtag des Saarlandes

ForderungTeile des Landesarchivs könnten bald in Saarbrücker Kirche unterkommen
Angelina Horosun 17.06.2026 | 17:36 Uhr

Die katholische Gemeinde St. Johann hat angeboten, dass das Landesarchiv die Kirche St. Michael in Saarbrücken mitnutzen kann. Die Überlegungen stehen aber noch am Anfang.

Das saarländische Landesarchiv könnte bald in einer Kirche ein neues Zuhause finden. Die katholische Gemeinde St. Johann hat der für das Landesarchiv zuständigen Staatskanzlei die Kirche St. Michael in Saarbrücken zur Mitnutzung angeboten.

Das bestätigte der Sprecher der Landesregierung, Julian Lange, dem SR. Der Vorschlag sei von der Kirchengemeinde selbst gemacht worden. Auch der Leiter des Landesarchivs, David Schnur, und Pfarrer Frank Kleinjohann teilten mit, dass es erste Gespräche gab. Die Überlegungen seien aber noch am Anfang.

Das Landesarchiv hat an seinem jetzigen Standort zu wenig Platz.

Gemeindemitglieder in Sorge
Gemeindemitglieder hingegen befürchten, dass die Kirche vor einer Nutzung durch das Landesarchiv entweiht wird. Auch die ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats, Sommer-Hasenstein, äußerte die Sorge, dass in der Kirche St. Michael keine Gottesdienste mehr stattfinden könnten. Außerdem könne der Klang der historischen Orgel verfälscht werden, wenn dort das Landesarchiv untergebracht wird.

Größte Kirche in Saarbrücken
Die römisch-katholische Kirche St. Michael im Saarbrücker Stadtteil St. Johann ist in den Jahren 1923 bis 1924 nach den Plänen des Architekten Hans Herkommer erbaut worden. Seitdem ist sie von der Grundfläche des Innenraumes das größte Kirchengebäude in der Landeshauptstadt, gefolgt von der Ludwigskirche.

Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten im Radio am 15.06.2026 berichtet.

³St. Michael Saarbrücken Onlinepetition

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 19. Juni 2026, 09:10 (vor 68 Tagen) @ domorgelfan

Schon dem Text ist zu entnehmen, dass das so nicht hinhaut. Wenn die Gemeinde das Angebot an das Land macht, warum dann den MP anschreiben?
Da müsste doch wohl zuerst die Gemeinde ihre Position ändern, demnach müssten die Kritiker des geplanten Archivstandorts dort für eine entsprechende Mehrheit sorgen.

³St. Michael Saarbrücken Onlinepetition

domorgelfan, Samstag, 20. Juni 2026, 16:07 (vor 67 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von domorgelfan, Samstag, 20. Juni 2026, 16:13

''Die Gemeinde'' wurde gar nicht gefragt, bisher macht das nur der Pfarrverwaltungsrat und hat den Pfarrgemeinderat in einer öffentlichen Sitzung ''informiert''. Natürlich bringt eine Petition von Gläubigen was, damit das Land das Angebot ABLEHNT
Inzwischen wurde intern veröffentlicht, dass das Bistum die Kirche zur Profanierung freigegeben habe.... das kann ich aber nur ohne Gewähr so sagen.

³St. Michael Saarbrücken Onlinepetition

domorgelfan, Samstag, 20. Juni 2026, 16:28 (vor 67 Tagen) @ domorgelfan
bearbeitet von domorgelfan, Samstag, 20. Juni 2026, 16:50

Möglicherweise hält man sich mit Informationen öffentlich zurück, weil die Kirche St. Michael derzeit (Bis Weihnachten 2026 oder gar Ostern 2027) ja sonntags als Gottesdienstexil der Päpstlichen Basilika St. Johann Saarbrücken genutzt wird und ja schon noch als Sakralraum angesehen werden soll, bis die Basilika wieder öffnet.

³St. Michael Saarbrücken

kjz1, Dienstag, 26. Mai 2026, 17:30 (vor 92 Tagen) @ domorgelfan

Geplante Umnutzung der zweitgrößten Kirche des Saarlandes mit rekonstruierter 100 jähriger Orgel als Landesarchiv

Dann müsste aber wohl der große Kirchenraum mit einer Regalanlage zugebaut werden, was die Akustik erheblich verändern dürfte.

³St. Michael Saarbrücken

MCVL @, Dienstag, 26. Mai 2026, 17:54 (vor 92 Tagen) @ kjz1

Geplante Umnutzung der zweitgrößten Kirche des Saarlandes mit rekonstruierter 100 jähriger Orgel als Landesarchiv


Dann müsste aber wohl der große Kirchenraum mit einer Regalanlage zugebaut werden, was die Akustik erheblich verändern dürfte.

Mit Sicherheit, aber nicht nur das. Die Regale würden sicherlich nicht einfach in den Kirchenraum hineingestellt werden, sondern da müssen abgeschottete Magazinräumlichkeiten eingebaut werden, Brandschutz, Klimatisierung usw.

--
__________
Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

³St. Michael Saarbrücken

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 27. Mai 2026, 08:51 (vor 91 Tagen) @ MCVL

Geplante Umnutzung der zweitgrößten Kirche des Saarlandes mit rekonstruierter 100 jähriger Orgel als Landesarchiv


Dann müsste aber wohl der große Kirchenraum mit einer Regalanlage zugebaut werden, was die Akustik erheblich verändern dürfte.


Mit Sicherheit, aber nicht nur das. Die Regale würden sicherlich nicht einfach in den Kirchenraum hineingestellt werden, sondern da müssen abgeschottete Magazinräumlichkeiten eingebaut werden, Brandschutz, Klimatisierung usw.

Definitiv gäbe es einen sehr scharfen Schnitt, der Fans der Architektur und der Orgel (was die Liebe zur Architektur meist einschließt) sehr weh tun würde. Die bekannte Alternative ist der Verkauf der Orgel nach ???, wobei der zu findende Kunde natürlich so sensibel und solvent sein müsste, dem Instrument möglichst wenig Nachteile zuzufügen. Bestenfalls bezuschusst das Land diese Maßnahme, um das schlechte Gewissen zu heilen (das es wahrscheinlich gar nicht gibt - warum auch, wenn die regionale Kirche keinen Sinn mehr für ihr Gebäude sieht), um dann die von MCVL genannten Maßnahmen unbeschwerter durchführenv zuv können. Teuer wird es ohnehin, wohl auch teurer als ein geeigneter Neubau.

Aber wie ich in meinem Post nebenan darstellen wollte: Da kommt noch Einiges in der Art auf uns oder unsere Nachgeborenen zu.

³St. Michael Saarbrücken

kjz1, Mittwoch, 27. Mai 2026, 11:54 (vor 91 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Definitiv gäbe es einen sehr scharfen Schnitt, der Fans der Architektur und der Orgel (was die Liebe zur Architektur meist einschließt) sehr weh tun würde. Die bekannte Alternative ist der Verkauf der Orgel nach ???, wobei der zu findende Kunde natürlich so sensibel und solvent sein müsste, dem Instrument möglichst wenig Nachteile zuzufügen.

Ja, das müsste dann wohl sein, denn die Orgel ist ja auf den sehr großen Raum hin intoniert und benötigt diesen auch zum Klingen. Mit der Archivanlage würde dies ja zunichte gemacht. Dann eher so eine Lösung wie in Papenburg.

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Montag, 22. Juni 2026, 13:45 (vor 65 Tagen) @ kjz1

Hier die offzielle Stellungnahme des Dekans zu Medienberichten zu St. Michael , verlesen 21.6.2026 in allen Gottesdiensten.

Also Umnutzung und Profanierung wohl auf jeden Fall, möglicherweise mit gnädiger Konzertmöglichkeit.

https://www.pfarrei-st-johann.de/beitrag/stellungnahme-zur-umnutzung-der-kirche-st-mich...

³St. Michael Saarbrücken

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 22. Juni 2026, 17:57 (vor 65 Tagen) @ domorgelfan

Hier die offzielle Stellungnahme des Dekans zu Medienberichten zu St. Michael , verlesen 21.6.2026 in allen Gottesdiensten.

Also Umnutzung und Profanierung wohl auf jeden Fall, möglicherweise mit gnädiger Konzertmöglichkeit.

https://www.pfarrei-st-johann.de/beitrag/stellungnahme-zur-umnutzung-der-kirche-st-mich...

Klingt doch seriös. Vielleicht findet sich noch ein weiterer Erblasser, ansonsten geht die Sache ihren Gang, der sicherlich schmerzhaft, aber keineswegs einzigartig ist.

³St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Dienstag, 26. Mai 2026, 13:01 (vor 92 Tagen) @ erzaehler70
bearbeitet von domorgelfan, Dienstag, 26. Mai 2026, 13:05

von ehemalig Mitglied/Vors. des Verwalungsrates offensiv gestreut bei der Nacht der Kirchen Pfingsonntag , jetzt gefühlt nur noch dem Förderverein St. Michael verpflichtet. Bestätigt indirekt von anderen aktuellen VR lern und auch vom Basilikakantor.......

St. Michael Saarbrücken

Karsten @, Dienstag, 26. Mai 2026, 17:36 (vor 92 Tagen) @ domorgelfan

Hallo!

Damit der eine oder die andere einen Eindruck des Kirchenraumes bekommt, hier ein Link in die Wikiepdia:
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Interior_of_St._Michael_(Saarbr%C3%BCcken-S...

Es ist schon ein toller Raum, da stimmt noch alles.

Gruß
Karsten

St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Mittwoch, 10. Juni 2026, 01:44 (vor 78 Tagen) @ Karsten

In der Tagesordnung der nächsten Saarbrücken St. Johanner Pfarrgemeinderatssitzung ist unter "Informationen" vom "Angebot der Landesregierung auf Mitnutzung der St.Michalskirche" die Rede [image]

St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Mittwoch, 10. Juni 2026, 01:48 (vor 78 Tagen) @ domorgelfan

[image]

St. Michael Saarbrücken

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 10. Juni 2026, 07:58 (vor 77 Tagen) @ domorgelfan

Wir sind am Thema in einem gewissen Maße, am Chat-Exhibitionismus allerdings überhaupt nicht interessiert. Wie auch schon vor einigen Jahren.

St. Michael Saarbrücken

domorgelfan, Montag, 22. Juni 2026, 13:48 (vor 65 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von domorgelfan, Dienstag, 23. Juni 2026, 08:47

Hier die offzielle Stellungnahme des Dekans zu Medienberichten zu St. Michael , verlesen 21.6.2026 in allen Gottesdiensten.

Also Umnutzung und Profanierung wohl auf jeden Fall, möglicherweise mit gnädiger Konzertmöglichkeit.

https://www.pfarrei-st-johann.de/beitrag/stellungnahme-zur-umnutzung-der-kirche-st-mich...

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