Lübeck, St. Marien: es wird spannend.....

Friedrich @, Freitag, 29. November 2013, 00:32 (vor 4654 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Lieber Wolfgang,

danke für die Nachrichten, ich kann Dir da nur recht geben, was die Themenzeile betrifft. Ich finde das auch hochspannend und bin sehr neugierig, wie sich die Lage in St. Marien entwickeln wird.

Was man in der Wikipedia noch nicht sieht: inzwischen scheinen massive statische Probleme der großen Pedal-Prospektpfeifen in den beiden "Kanzeln" links und rechts hinzugekommen zu sein. Die Pfeifen sinken offenbar an den Labien ein; besonders "erwischt" hat es die Pfeifen des C-Pedalturms: das Labium der größten Pfeife links ist deutlich verformt und eingerissen, der linke Bart ist abgebrochen und steckt in einem Riß im Unterlabium; in der Kernspalte steckt eine Art Metallstift. Flecken auf dem Labium (am rechten Rand, an der Lötnaht) legen nahe, daß Risse mit grauem Klebeband notdürftig verschlossen wurden (so genau ist das nicht erkennbar). Auch die anderen Labien sind verformt, die Öffnungen schief, ebenso im nördlichen Pedalturm, wenn dort auch noch nicht so ausgeprägt.

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Der Metallstift kann ein über den Aufschnitt gelöteter Streifen sein, der die Ansprache bei großen Pfeifen unterstützt. Das habe ich zum ersten Mal in Lausanne an der neuen Fisk-Orgel gesehen, und David Pike hat es mir so erklärt. Im übrigen ist das natürlich ein elender Anblick. Wahrscheinlich ist der Pfeifenkörper von Anfang an statisch prekär gebaut, z. B. nicht nach oben hin ausgedünnt. Dann muss man die Pfeife entweder aufwendig sanieren und neu aufhängen, oder man muss sie wegschmeißen, bestenfalls einschmelzen, wenn sie denn aus brauchbarem Material ist.

Man soll ja nix vorwegnehmen, aber es würde mich nicht wundern, wenn das Urteil der Experten beim Symposium – sagen wir mal – weitaus weniger gespalten ausfällt als seinerzeit bei KBK. Und dann wird es erst recht spannend, denn was immer diese Kirche für eine Orgel bekommt – es wird ein programmatischer, wichtiger Orgelbau werden, mit vielen Bezügen zur Musikgeschichte dieser Kirche und vielfältigen aktuellen und zukünftigen Aufgaben.

Viele Grüße,
Friedrich


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