Winfried Bönig in St.Lambertus, D-Altstadt
Hallo Forum,
am gestrigen Montag gab es die Qual der Wahl: Winterliches Orgelkonzert in St. Remigius, D-Wittlaer, Mendelssohn-Gedenkkonzert in der Auferstehungskirche und Internationales Orgelkonzert in St. Lambertus. Ich entschied mich für Letzteres und hatte eine gute Wahl getroffen.
Prof. Dr. Winfried Bönig, Hoher Dom zu Köln, war diesmal Gast. Und er begann mit selten zu hörender Musik: Hans Friedrich Micheelsen (1902-1973), Orgelkonzert über die Weise “Es sungen drei Engel” op. 34 (1943). Die Toccata zu Beginn kam mit markanten Tonrepetitionen. Sparsam in den Farben und dicht im Satz machte das einen kompakten Eindruck. Auch die Canzona an zweiter Stelle hellte nur wenig auf. Schließlich eine veritable Fuge. Das war recht trockene, ja verkopfte Musik. Bönig verstand es aber, die Hörer interessiert zu halten. Jedenfalls blieb ich “dran”.
Neugierde war geweckt. Und das ist schließlich kein schlechtes Zeugnis für Komponist und Interpret.
An zweiter Stelle Bach 582 c.moll. Großes Erstaunen auf der Orgelbank: Alle Setzer waren verschwunden. Also flugs eine Grundregistrierung eingestellt und dann kurze Anweisungen an den Umblätterer (Marcel Andreas Ober, Kantor dortselbst) gegeben. So lief die Passacaglia samt Fuge bestens an und durch. Herrlich zu beobachten, wie Bönig mit dem Wechsel von Legato zu Portato spielte. Die innewohnende Agogik kam bestens.
Zum Glück waren die Setzer für Duprés Évocation-Poème Symphonique op. 37 (1941) vorhanden. Wie anders wurde doch etwa zur gleichen Zeit weiter westlich komponiert! Ernst ist auch in Duprés Musik zu spüren. Dennoch wagt er viel mehr Farbe, ja setzt diese zur Zuspitzung ein. Am Ende des Moderato gipfelt das in einem gellenden Aufschrei - gefolgt von einem ruhigen, resignativen Abgesang. Im Adagio con tenerezza (=Zärtlichkeit) wußte Bönig den Fundus der weichen Stimmen bestens auszunutzen. Das war schon eine Lust, immer neue Klangkompositionen zu erleben. Robuster dann das Allegro deciso; zwei Einschübe zarter Natur (einmal wurde offenbar das rezitativische Thema vom Beginn des ersten Satzes zitiert) waren ein wirkungsvoller Kontrast. Wieder einmal konnte die Rieger-Orgel alle ihre Stärken zeigen.
Der begeisterte, dankbare und anhaltende Beifall der fast 120 Hörer war sofort da. Bönig spielte Nimrod aus den Enigma Variationen von Elgar. Hinreißend der Schluß, wo das Crescendo zum ff in ein Piano mündet.
Gruß Clemens Schäfer
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
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Clemens Schäfer,
04.02.2014, 14:03
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Solcena,
04.02.2014, 14:32
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Florgel,
04.02.2014, 15:43
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Florgel,
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- "Internationale..." in St.Lambertus, weitere Termine - Clemens Schäfer, 04.02.2014, 16:54
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Solcena,
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