Max Reger: "Weihnachten" aus Op. 145

Solcena ⌂ @, Donnerstag, 03. November 2016, 13:21 (vor 3585 Tagen) @ 3rd_astronaut
bearbeitet von Solcena, Donnerstag, 03. November 2016, 14:30

Dunkel und tastend beginnt auch Regers Charakterstück “Weihnachten”, ehe mit in dulci jubilo die Weihnachtsfreude aufleuchtet (op. 145 Nr. 3), sehr eindrucksvoll.


Ja, Regers Weihnachten beginnt sehr düster und je nach Orgel ziemlich mulmig, so dass ich den Anfang noch nie an Weihnachten gottesdienstlich verwendet habe.
Es geht dann weiter mit "Es kommt ein Schiff geladen", aber kann gut sein, dass Dulci Jubilo auch irgendwo versteckt ist. Schade ist dann, dass der dynamische Höhepunkt mit einem (zumindest mir unbekannten) Choral bestritten wird (Kommst du, kommst du, Licht der Heiden). Aber der Schluss mit dem verwobenen Vom Himmel hoch und Stille Nacht ist toll!

Der dynamische Höhepunkt in "Weihnachten" bzw. das Crescendo vorher stellt den Choral "Ach, was soll ich Sünder machen" dar. Ist mir als Katholiken auch nicht geläufig ... aber ein gewisser Herr Bach hat da gleich eine ganze Partita zu komponiert! ;-) Der fastenzeitliche Choral nimmt in Regers 1915 während dem ersten Weltkrieg entstandener Orgelkomposition vermutlich Bezug auf die letzten Strophen vom zuvor erklungenen Choral "Es kommt ein Schiff":

"5. Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muß vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,

6. danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
das ewig Leben erben,
wie an ihm ist geschehn."

"In Dulci Jubilo" habe auch ich bislang ergebnislos in dem Stück gesucht.


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