Grenzing-Orgel für Radio France - NovelOrg

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 16. Dezember 2013, 10:54 (vor 4637 Tagen) @ otto krämer

Karl-Bernhardin,
schau einmal hier:
Ursy/CH

Ja, das meinte ich mit den frühen Syncordia-Installationen, als es noch ein Schweizer Unternehmen war.

Aber halt auch: Who/Where the f... is Ursy? Guillou kommt da ja auch nicht jede Woche vorbei. Und ich meine halt Orgeln, wo Leute oft spielen, die ein Instrument technisch auch echt fordern. Denn die Elektroskeptiker kommen ja gleich mit "Wie lange hält das denn? Und wenn's kaputt ist?"
Wie schon hier erzählt:
Im Hamburger Michel gab es zur neuen Orgelanlage div. Konzerte, auch einen Improabend mit vier Organisten. Mit Manuel Gera (Hausorganist neben Schoener) stand ich oberhalb des Generaltisches, als the legendary Wolfgang Seifen loslegte. Es war 120% Seifen, und da sagte Manuel zu mir: "Das ist jetzt wirklich er Orgeltest".
Mehr muss ein Instrument nicht mitmachen können, und wenn es ein paar mal hintereinander klappt und alles noch läuft, dann ist für mich die jeweilige Traktur gewissermaßen bestätigt.

@Florian:

Ich war mal mit H-J Kaiser an seiner Domorgel, und im Gespräch kamen wir auf prop. Trakturen, da machte er eine Geste nach hinten und wir gingen in die Orgel, und er zeigte mir die Syncordie-Magneten, die, in der Tat, hier nur für die Koppeln eingebaut waren. Er sagte aber, dass die Anlage oder zumindest der Prop-Effekt (wieder) stillgelegt wären. Ob von Anfang an auch die gesamte Steuerelektronik verbaut worden war und man aufgrund irgendwelcher Probleme sozusagen nur mehr den Zug-Magneten auf normaler Ein/Aus-Funktion benutzt, kann ich nicht mehr sagen.

Was erwarte ich von Prop-Trakturen? Synchroneres Koppeln, wenn die Kopplung vom Spieltisch abgenommen wird und nicht vom "Master"-Ventil. Vor allem aber eine praktikable Alternative zur dosierten Schleifenbetätigung für neuerer Musik, d. h. ich spiele eine oder mehrere (voll) gedrückte Tasten, und z. B. über einen Schwelltritt wird die Ventilöffnung generell gesteuert und begrenzt. Könnte/müsste besser klappen, als mit der Schleifenbetätigung, wo systembedingt (Bohrungs/Schlitzgrößen) die kleinen Pfeifen schon auf Vollwind stehen, während größere noch erwünschtermaßen "jaulen".

ICH GLAUBE, dass diese Effekte, die im verlinkten Guillou-Video nur eine kurze Episode darstellen, das Aerophone der Orgel noch einmal gewaltig in den Vordergrund stellen können und eine Unterscheidung zum allgegenwärtigen "Keyboard" schaffen.
Was wäre ein Shakuhachi-Spieler, wenn er dauernd "sauber" bliese?
Natürlich kann ich damit kein ganzes Konzert füllen, aber doch "Unerhörtes" erzeugen, immer wieder. Daniel Glaus' Orgeln halte ich für wichtig, würde aber nach 15 Minuten auch gerne wieder was anderes hören wollen.

Wenn ich aber nur wie im Guillou-Video, Barockmusik o. a. auf einer (größeren) Orgel spielen wollte, gibt es nichts, was ich von Prop-Trakturen speziell erwarten würde, außer, dass sie funktionieren.

Bei großen Orgeln hört für mich die Begeisterung für mechanische Trakturen irgendwann auf (und zwar früher als bei vielen anderen), weil die Vorteile der Ventilkontrolle sich technisch nicht endlos übertragen lassen, abgesehen von den Tastendrücken bei gekoppeltem Spiel. Und das sage ich, obwohl ich auf sowas alle meine Diplomprüfungen absolviert habe.


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