Grenzing-Orgel für Radio France - NovelOrg

Wolfgang Gourgé @, Montag, 16. Dezember 2013, 18:07 (vor 4636 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Karl-Bernhardin,
schau einmal hier:
Ursy/CH


Ja, das meinte ich mit den frühen Syncordia-Installationen, als es noch ein Schweizer Unternehmen war.

Aber halt auch: Who/Where the f... is Ursy? Guillou kommt da ja auch nicht jede Woche vorbei. Und ich meine halt Orgeln, wo Leute oft spielen, die ein Instrument technisch auch echt fordern. Denn die Elektroskeptiker kommen ja gleich mit "Wie lange hält das denn? Und wenn's kaputt ist?"
Wie schon hier erzählt:
Im Hamburger Michel gab es zur neuen Orgelanlage div. Konzerte, auch einen Improabend mit vier Organisten. Mit Manuel Gera (Hausorganist neben Schoener) stand ich oberhalb des Generaltisches, als the legendary Wolfgang Seifen loslegte. Es war 120% Seifen, und da sagte Manuel zu mir: "Das ist jetzt wirklich er Orgeltest".
Mehr muss ein Instrument nicht mitmachen können, und wenn es ein paar mal hintereinander klappt und alles noch läuft, dann ist für mich die jeweilige Traktur gewissermaßen bestätigt.

@Florian:

Ich war mal mit H-J Kaiser an seiner Domorgel, und im Gespräch kamen wir auf prop. Trakturen, da machte er eine Geste nach hinten und wir gingen in die Orgel, und er zeigte mir die Syncordie-Magneten, die, in der Tat, hier nur für die Koppeln eingebaut waren. Er sagte aber, dass die Anlage oder zumindest der Prop-Effekt (wieder) stillgelegt wären. Ob von Anfang an auch die gesamte Steuerelektronik verbaut worden war und man aufgrund irgendwelcher Probleme sozusagen nur mehr den Zug-Magneten auf normaler Ein/Aus-Funktion benutzt, kann ich nicht mehr sagen.


....bei der VOD-Tagung in Karlsruhe sprach ich mit einem Novel-Org-engagierten Orgelbauer auch über "Syncordia"; er meinte, dieses System sei in der Elektronik sehr labil gewesen, man dürfe - nach meiner Erinnerung - "die Platinen nicht schief ansehen", sonst sei es schon vorbei. Übrigens hat auch die Beckerath-Orgel in der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche (seltsam, eine Kirche nach einem Bürgermeister zu benennen....) in Bremerhaven Syncordia-Koppeln.

Bezogen auf die Tontraktur: im Hinblick auf die unterschiedliche Intonationsweise bei mechanischen und "normalen" elektrischen Trakturen, bei denen der Magnet das Ventil nur aufreißt, scheinen mir Proportionaltrakturen bei großen Instrumenten der Königsweg zu sein, wobei man noch viel mehr wissen müßte über Kosten und langfristige Funktionsstabilität bei digitalen Systemen im Vergleich zu rein pneumatisch-mechanischen Konstruktionen wie der Fisk/Kowalshyn-Maschine z.B. im Magdeburger Dom. Deren Vorteil - langfristig gesehen - scheint mir zu sein, daß sie mit traditionellen Materialien auskommen und Teile "nachbaubar" sind (Besserwisser mögen mich korrigieren, wenn's nicht stimmt), aber sie dürften mechanisch sehr aufwendig und damit teuer im Bau und in der Regulierung sein und damit vermutlich auch empfindlicher bei Schwankungen von Temperatur und Feuchtigkeit. Mir drängt sich da der Vergleich zwischen Uhren mit mechanischem Werk und Quarzwerk auf - bei Elektronik wird üblicherweise nicht repariert, sondern ausgetauscht (siehe insoweit auch Notre-Dame: neuer Spieltisch, neue digitale Steuerung....).....

Aber hier liest ja jemand aus Magdeburg mit, der ja so etwas (also Kowalshyn-Maschinen) in "seiner" Orgel hat, vielleicht kann er uns etwas dazu sagen.....;--)......

Gruß,
Wolfgang


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