Altbacken - Programm, Cover-Check

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 01. März 2020, 15:37 (vor 2426 Tagen) @ Nachthorn

Passend zu unserem Thread über junge Orgenisten im Netz hier mal was Weibliches -
ob die Dame ein derartiges Cover-Foto nötig hat?
https://klais.de/m.php?sid=502

Das Programm, das sie vorstellt hätte man vor 100 Jahren auch spielen können. Sehr innovativ.
Da hilft auch das pseudo-anzügliche Foto nicht.Ddas hätte man übrigens vor 100 Jahren auch schon machen können.
Interessant ist dabei nur, dass all das heute noch genauso gut funktioniert.

Bei meinem letzten Konzert gab's nur Messiaen, beim nächsten gibt's nur Bach. Muss ich mich schämen?

Zu den Fotos: Im aktuellen "Concerto" (Magazin für alte Musik) gibt es 21 Abbildungen von CD-Covern. Davon zeigen nur überhaupt nur drei Abbildungen der Interpreten (und damit überhaupt Bilder "zeitgenössischer" Menschen, da auch allerlei Gemälde genutzt werden). Von den dreien ist eines eine Interpretin, nicht am Instrument (weil Sängein), aber voll bekleidet (Joyce DiDonato im Ledersessel). Zwei mal sind zwei Männer zu sehen, bei den ersten je eine Gesichtshälfte (Peter Vitzthum, Counter; Julian Chr. Tölle, Dirigent), bei der zweiten zwei Männer "vollständig", aber (konzertmäßig) bekleidet in freier Natur (Erik Bosgraaf, Blfl., und Francesco Corti, Cemb).

Und welche muskulösen Oberkörper, edle Arm- oder Dekolleté-Partien hat der Kunde nun verpasst?

Googelt man die InterpretInnen, so würde sicher nicht bei allen der PR-Berater empfehlen, Haut oder Körper in den Vordergrund zu stellen - oft ist einfach das Alter der Grund. Und jetzt stelle ich einmal den Umkehrschluss auf, der mich schon bei der ersten Betrachtung des Thread-Ausgangs-Fotos bewegte - und einige andere auch, wie zu lesen war - nämlich:

Kommen viele führende Interpreten ohne "diese" Fotos aus, dann schließe ich daraus, dass eine CD mit "so einem" Bild nur dewegen überhaupt beachtet wird, und nicht wegen vielleicht auch hörenswertem Inhalt.
So wie von einer Orgel nur deshalb gesprochen wird, weil der Setzer 40 Mrd. Kombinationen hat und den Spieler schon am Schrittmuster auf der Emporentreppe erkennt und dessen Einstellungen schon mal hochfährt, aber die Orgel an sich klingt völlig langweilig.

Der Einwand, dass man auf "solche" Bilder verzichten kann, sobald man bekannt ist, zählt für mich nicht. Bei den erwähnten CDs sind mir nur wenige Interpreten/Ensembles bereits ein Begriff. Ich lese also daher die Rezension und/oder würde versuchen, reinzuhören. Aber ich würdige, dass die Verlage mich oder andere Kunden nicht mit Erotik ködern wollten.


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