Skinner-Orgel Ingelheim II

Orlos @, Montag, 13. Januar 2014, 23:51 (vor 4609 Tagen) @ florianf

Als Setzer hierzulande noch richtig teuer waren, wurde das häufiger gemacht, ich denke an die Klais-Orgel im Limburger Dom. Wenn man nur acht Kombinationen hat, ist es schon eine große Erweiterung der Möglichkeiten, sie werkgetrennt schalten zu können.
Generell finde ich es bei uns eine ziemliche Verarmung der Flexibiltät, nur noch Setzeranlagen mit Sequenzer zu bauen und ansonsten keine Spielhilfen mehr anzubieten. Mir sind schon mehrmals große Orgeln unter die Finger gekommen, die als Pistons ausschließlich vor und zurück bieten, aber keine einzige Koppel! Ich musste mal an einer großen Orgel spontan einspringen, genau 0 Minuten Zeit der Vorbereitung. Da konnte ich gar keinen Setzer vorbereiten und sollte eine ganze Messe mit Chorbegleitung absolvieren. Da wäre man verloren. Aber diese Orgel - Tusch! - hat eine Registerfessel. Das ist eine tolle Sache für genau diese Situation. Man registriert ein schönes Vorspiel, drückt den Knopf und registriert die Gemeindebegleitung. Nach dem Vorspiel drückt man wieder den Knopf und die Registrierung ist da. Hat man eine Hand frei beim Spielen, kann man schon schöne Änderungen für die nächste Strophe vorwählen. Ich finde es sehr schade, dass dieses Feature so solten angeboten wird. Jeder geht vom hohen Ideal des stundenlang vorbereiteten Orgelkonzertes aus, in der Praxis kann es ganz anders kommen. In der gleichen Situation wären übrigens die schönen alten freien Kombinationen mit kleinen Kippschaltern tausendmal sinnvoller gewesen als die heute üblichen 1000 Setzerkombinationen. Denn die Setzer muss man VORHER setzen!
(Es gibt übrigens wieder neue Orgeln mit Setzern UND freien Kombinationen, z. B. in Karlsruhe.)


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