Stumm mal ganz lebendig ... Ein Besuch in Bad Sobernheim

Orlos @, Montag, 20. Januar 2014, 21:27 (vor 4602 Tagen) @ jrbecker

Es gibt Orgeln, da kommt man hin, zieht das erste Register und denkt sich: "Naja, toll klingt das nicht, mal sehen, ob das nächste schöner klingt." Wenn man Pech hat, ist man irgendwann durch und hat kein einziges "tolles" Register gehört.
Bei Orgeln, die Herr Müller intoniert hat, seien es Neubauten oder Restaurierungen, geht es mir immer umgekehrt: Schon das erste Register klingt so charakterstark, so "schön", dass ich die nächsten Minuten nur dieses eine Register spiele. Und dann kommt das nächste - und das ist mindestens genauso schön. Er hat es einfach drauf, jeder Stimme einen überzeugenden Charakter zu verleihen. Trotzdem klingen auch Kombinationen und das Plenum überzeugend. Meines Erachtens ist er einer der besten Intonateure, nicht nur für barocke Orgeln, sondern auch für frühromantische.
Im Herbst letzten Jahres durfte ich eine kleine CD-Aufnahme für den regionalen Bedarf machen, da war es nicht einfach, sich zu beschränken.
Wer in der Gegend (Hunsrück/Taunus) ist, sollte sich ein paar Instrumente anschauen. Grandios sind die Restaurierungen in Bad Sobernheim, Simmern, Bacharach-Steeg, Ingelheim-Großwinternheim und St. Goarshausen.
Mir gefällt diese Mischung aus deutschen und französischen Klängen, wie sie hier am Rhein seit Jahrhunderten gepflegt werden. Da klingen selbst die kleinen Dorforgeln richtig kernig.


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