Mittelgroß, Werkprinzip und andere Tabus

Friedrich @, Samstag, 19. Februar 2011, 23:51 (vor 5675 Tagen) @ Orgelbaumeister

So eine Disposition will doch heute keiner mehr. Für mich ist das eine 0815 Dispo, wie man sie in der 3. Stadtkirche findet.
Gemshorn 16' usw. das ist Schnee von gestern.

Hallo OBM,

stimmt auch wieder — nichts Neues unter der Sonne. Hier gehört wohl wirklich ein Bordun hin. Nur: als 08/15 empfinde ich inzwischen die Dispositionen, die sich über historisch verbürgte und vertraute Registerreihungen absichern. Haupsache, es sieht irgendwie nach Cavaillé-Coll/Silbermann/König aus, oder am besten nach allen dreien, dann wird's schon hinhauen. Aber egal, wie die Register nun heißen: Mensuren und vor allem Intonation sind alles. Eine Orgel, die sich knallebunt liest (wie zugegebenermaßen meine), kann schön geschlossen klingen, und eine, die den reinen Aristide vor sich her trägt, findet nicht zusammen. Natürlich träumt ein Disponent von optimaler Umsetzung.

Im Ernstsfall würde ich, wäre ich in der Verantwortung, ein Rahmenkonzept formulieren (gewichtiges und energisches 8'-HW, SW gern mit frz. Potenz, aber auch mit Prinzipalchor, RP farbig und nicht niedlich, Pedal gravitätisch und eigenständig, also möglichst mit Prinzipalchor usw.) und dann den gründlich ausgesuchten (vor allem nach handwerklicher Ausführung und Intonation) Orgelbauer erstmal machen lassen. Wenn ich hier einen detaillierten Vorschlag mache, dann deswegen, weil mir — und damit haben wir ja, auf Wolfgangs Initiative hin, angefangen — das Rahmenkonzept nicht recht eingeleuchtet hat (und weil ich, zugegebenermaßen, mir gern einen Klang vorstelle und mir dann überlege, wie der wohl als Disposition aussehen könnte).

Gruß, Friedrich


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