An alle Dispobastler: Eine neue Orgel für diese Kirche

Friedrich @, Dienstag, 08. März 2011, 10:14 (vor 5708 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 08. März 2011, 15:37

Da gibt's so einen Thread, und ich krieg nichts mit ...

Zum Vorschlag, die Orgel seitlich auf den Kirchenboden zu stellen: Ohne die Kirche zu kennen, ist es schwer zu sagen, ob da ein Platzgewinn herauskäme. Die Orgel müsste jedenfalls einen schlanken Fuß haben, sonst stört sie Sichtlinien und Wege - oder man muss Überzeugungsarbeit leisten, dass sie das darf. Denn ein Prinzipal-8'-Werk mit flexiblem Schwellwerk und 8'-Pedal -- das doch eigentlich eine Posaune oder mindestens ein Fagott braucht -- fordert kräftig Raum.

Auf der Empore: Da müsste man sich was originelles Ausdenken. Auch mich stört das jetzige Rückpositiv optisch, das Fenster sollte so weit wie möglich frei bleiben; wahrscheinlich ist das auch der Grund für die sehr schlanke Bauweise der Empore.

Mein erster Eindruck: Ohne Asymmetrie geht es hier nicht, wenn man eine mechanische Emporenorgel möchte. Zum Beispiel: Auf der einen Seite ein Baukörper mit einem HW als Brüstungswerk und dahinter einem Schwellwerk, das zugleich Kleinpedal-Funktion übernehmen kann, aus dem das Pedal also ein oder zwei Register transmittiert -- dann kann der Organist mit dem SW allein den Chor begleiten, und der wird nicht durch Basstöne von der anderen Seite irritiert. Auf selbiger stünde dann das Großpedal mit Subbass und 16'-Zunge. Oktavauszüge finde ich bei den beschränkten Platzverhältnissen eine gute Idee. Der Spieltisch könnte mit Blickrichtung auf die andere Emporenseite vor den Manualwerken stehen.

Mögliche Disposition:

I. Koppelmanual

II. Hauptwerk
Prinzipal 8'
Oktave 4'
Sesquialtera II 1 1/3' (rep., aufgebänkt)
Mixtur IV 2' (aufgebänkt)
Holzgedackt 8'
Blockflöte 4'
Prinzipal 2' enge Mensur
Krummhorn 8'

III. Schwellwerk
Bordun 16' (C-F außerhalb des Schwellkastens)
Rohrflöte 8'
Suavial 8' (milde streichendes Prinzipal)
Prinzipal 4'
Holzflöte 4'
Nasat 2 2/3' (aufgebänkt)
Waldflöte 2' (aufgebänkt)
Terz 1 3/5' (aufgebänkt)
Mixtur 1 1/3' IV
Trompete 8'

Pedal
Subbass 16'
Violon 16' (C-E oder Fis mit Rucksackpfeifen oder Ged. 16' + Str. 8')
Oktavbass 8'
Gedackt 8' (C-f = Subbass)
Oktave 4' (C-f = Oktavbass)
Rauschpfeife IV 2 2/3'
Posaune oder Fagott 16'
Bordun 16' (Transmission SW)
Suavial 8' (evtl. weitere Tr. SW)

Koppeln II/P, III/P

II + P, 25 Register inkl. Oktavauszüge, dazu eine bis zwei Transmissionen.
Die Stärke des HW ist das Mixturplenum, die des SW das Zungenplenum mit Trompete; beide haben aber auch die jeweils andere Farbe parat. Das HW hat ein eingebautes RP mit Holzgedackt und Blockflöte, die in dieser Position fein intoniert werden können; das Prinzipal 2' wäre für dieses Mini-RP ausgelegt: etwas enger und spritziger als Prinzipal und Oktave, die ihre Fortsetzung in Sesquialtera und Mixtur haben. Es gibt also drei staffelbare Plena, die gegeneinander ausgespielt werden können: "RP"-SW, SW-HW; und natürlich SW-HW-Koppelmanual.

Der Pedal-Violon könnte wegfallen, wäre aber schön zur Begleitung; ebenso könnte man die HW-Sesquialtera einsparen, sie wäre aber günstig für den C. f. in triomäßiger Choralbegleitung (und ich mag nun mal terzige Plena!).

Gruß,
Friedrich


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