Rekonstruktion der Orgel von Ste. Clotilde

Cor de Basset, Sonntag, 01. Juli 2012, 16:03 (vor 5232 Tagen) @ stein
bearbeitet von Cor de Basset, Sonntag, 01. Juli 2012, 19:42

Laurent Kasala, Krankenhausdirektor und Sekretär der ACC-Gesellschaft, hatte in einer der letzten Vereinsmitteilungen einen Plan für die Rückführung der Clotilde Orgel abgegeben. Zu dieser Rückführung würden die momentanen Besitzer den Cavaillé-Coll-Spieltisch wieder zur Verfügung stellen. Das Projekt in Kürze:
Rekonstruktion der Mechanik und Barkermaschine mit Einbindung des originalen Spieltisches.
Wiederherstellung des kleinen Schwellwerkes (alle originalen Register sind vorhanden)
Auslagerung der gewachsenen Substanz in ein zweites grösseres Schwellwerk hinter der Orgel (elektrisch anspielbar vom 4 man. im Schiff.
Chamaden optisch verstecken.
D.h. oben auf der Empore spielt man am 3 man. Originalspieltisch die Franckorgel mit originaler Disposition. Unten elektrisch die gewachsene Version.
Inwieweit man das alles so realisieren kann, weiss ich nicht. Kasala ist schon ein Experte und guter Kenner der Möglichkeiten. M.E. wäre es zu Wünschen, dass solch ein Schlüsselinstrument der Musikgeschichte wieder in die richtige Richtung gerückt wird.
Mit der kommenden Stellenveränderung an Sainte-Clotilde hat dieses Hirngespinst eine neue Aktualität bekommen.
gruss stein

Mit der ACC-Gesellschaft dürfte wohl diese Association gemeint sein, die auch die Zeitschrift "La Flûte Harmonique" herausgibt:
Association Aristide Cavaillé-Coll

Inwieweit eine derartige (angedachte) Rekonstruktion der Cavaillé-Coll-Orgel von 1859 realistisch erscheint (unter Beibehaltung des gewachsenen Bestandes seit 1933 und erweiterten Klaviaturumfängen, im Originalgehäuse, mit dem ohnehin beengten Raum von knapp 30 cm zwischen Gehäuserückwand auf der ursprünglichen Spieltisch-Empore und der abgestuften steinernen Rückwand für die gesamte Spiel- und Registertraktur), werden Fachleute am besten beurteilen können. Dies beträfe dann ja auch die vollständige Rekonstruktion der Barkermaschinen und mechanischen Traktur bzw. Doppeltraktursystem mechanisch/elektrisch.

Bezüglich des angesprochenen Orgelprojektes Petersdom: Wurde hierüber nicht schon früher einmal diskutiert, auch hinsichtlich der Frage, ob eine derartige Konzeption (1:1-Umsetzung des Entwurfes von Cavaillé-Coll) in diesem Raum überhaupt noch zeitgemäß wäre? Immerhin stammte dieser Entwurf von 1875, und die stilistische Entwicklung von ACC war zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit längst noch nicht abgeschlossen (wie schon allein der spätere Bau der Orgel für Biarritz/Sacré-Coeur hinreichend belegen dürfte, sowie die konsequente Fortführung und Erweiterung dieses Konzepts durch Charles Mutin vor 1919). Angesichts der Entwicklungen im heutigen Orgelbau wären mit Sicherheit ganz andere Konzepte für eine angemessene Orgel/mehrere Orgeln in Räumen mit diesen Dimensionen denkbar. Gibt es jenseits der auf der Homepage zu lesenden Briefe und Interviews Fortschritte zu diesem ambitionierten Projekt? Die Finanzierung scheint ja längst nicht der einzige Baustein zu sein.


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