Studio Acusticum

Friedrich @, Dienstag, 12. Februar 2013, 16:36 (vor 4948 Tagen) @ ado

warum müssen orgeln eigentlich "modern" sein? es käme doch auch keiner auf die idee, die "violine der zukunft" oder das "klavier der zukunft" haben zu wollen!

Doooch, immer mal wieder. Fazioli z. B. treibt irren Aufwand für seine Flügel, mit allen computertechnischen Schikanen (von den handwerklichen einmal abgesehen). Geigen werden in manchen Details heute eben doch etwas anders gebaut als im 17. Jahrhundert, denn sie müssen andere Sachen leisten, und die Spieler wünschen sich einiges, das Anno Amati noch nicht im Angebot war.

Ein Obertonwerk (zumal als Zusatzwerk, neben einer kompletten Orgel) finde ich reizvoll – in einer Hochschulorgel, die eben nicht nur zum Literaturspiel da ist, sondern auch dazu, vielleicht die Möglichkeiten des Orgelspiels zu erweitern, Neues auszuprobieren usw. Wie las ich doch neulich auf dem T-Shirt einer Stanford-Größe?

»If we knew what we’re doing, it wouldn’t be called research.«

Was mir persönlich nicht so behagt, ist der geplante Austausch der Registertafeln durch Touchscreens. Inzwischen gibt es die Dinger ja überall, ich bin hier ständig gezwungen, mit ihnen umzugehen. Aber alle weisen unterschiedliche Grade von Unberechenbarkeit auf, von überschneller (unerwünschter) Reaktion über abenteuerliche Verzögerung bis hin zur kompletten Unbrauchbarkeit. Der Spieler liefert sich einem Zusammenspiel von Hard- und Software aus, das auch Jahre nach Einführung der Touchscreen-Technik immer noch nicht so robust und sicher ist, wie es eigentlich sein sollte. Ist da nicht ein Registerzugtableau mit ordentlichem, meinetwegen auch über Bildschirm bedienbarem Setzer die beruhigendere Alternative?

Gruß,
Friedrich


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